INHALTSVERZEICHNIS I
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis V
Abbildungsverzeichnis VII
Tabellenverzeichnis VIII
1 Einleitung 1
1.1 Ausgangslage 1
1.2 Aufbau und Zielsetzung 2
1.3 Motivation und Einordnung 3
1.4 Adressaten 5
1.5 Danksagung 6
2 Einführung in Fonds und Fondshandel 7
2.1 Definition und Überblick 7
2.2 Funktionsweise und Arten von Investmentfonds 8
2.3 Charakteristiken von Fonds und Fondshandel 10
2.3.1 Fondsstammdaten 10
2.3.2 Gebührenstruktur 13
2.3.3 Performance Risikokennzahlen und Fonds-Ratings 14
2.3.4 Distribution und Marketing von Fonds 17
2.4 Übersicht der Vor und Nachteile von Fonds 19
3 Online-Broker Handelsphasen sowie gesetzliche Regelungen 21
3.1 Begriff Einordnung und Vorteile des Online-Brokers 21
3.2 Ablauf eines Fondshandels 23
3.2.1 Informationsphase 23
3.2.2 Ordermanagementphase 24
3.2.3 Orderroutingphase 25
3.2.4 Abwicklungsphase 26
3.3 Gesetzliche Vorgaben 26
3.3.1 Gesetzliche Definition des Online-Brokers 26
3.3.2 Verträge über das Internet 27
3.3.3 Pflichten eines Online-Brokers gegenüber den Kunden 28
3.3.4 Risikomanagement 29
3.3.5 EU-Richtlinie über Märkte und Finanzinstrumente 30
INHALTSVERZEICHNIS II
3.3.5.1 Kundenklassifizierung 31
3.3.5.2 Wohlverhaltensregeln 33
3.3.5.3 Ausführung von Aufträgen 34
3.3.5.4 Handelstransparenz 35
3.3.5.5 Behandlung von Interessenkonflikten 35
3.3.5.6 Organisatorische Anforderungen 35
4 Vergleich und Bewertung der fünf größten Online-Broker in Deutschland 37
4.1 Der deutsche Online-Brokerage Markt 37
4.1.1 Fünf Online-Broker im Vergleich 37
4.1.2 Bewertungskriterien 38
4.2 Bewertung der Online-Broker 39
4.2.1 Angebotsspektrum der Online-Broker 39
4.2.2 Informationsspektrum 41
4.2.3 Kosten 42
4.2.4 Sicherheit 44
4.2.5 Benutzungskomfort 46
4.3 Fazit 47
5 Architekturmerkmale von Online-Brokersystem 48
5.1 Anforderungen an das Ordermanagement und Transaktionssystem 48
5.1.1 Allgemeine Anforderungen 48
5.1.2 Spezielle Anforderungen 50
5.1.2.1 Anforderungen an das Ordermanagementsystem 50
5.1.2.2 Anforderungen an das Transaktionssystem 51
5.2 Technische Infrastruktur 51
5.2.1 Architektur 51
5.2.1.1 Überblick der Architekturmuster 52
5.2.1.2 5 Schichten-Modell 52
5.2.1.3 Client-Server Modell 53
5.2.1.4 Modell-Präsentation Steuerung 54
5.2.2 Laufzeitumgebung 55
5.2.3 Fehlertolerierende Architektur 56
5.2.4 Sicherheit und Schutz der Infrastruktur 57
5.2.5 Service Oriented Architecture und Web Service 58
5.2.6 Abfragegeschwindigkeit 59
INHALTSVERZEICHNIS III
5.2.7 Prozessmanagement 61
6 Sicherheit beim Online-Brokerage 62
6.1 Sensibilisierung der Nutzer 62
6.2 Technische Grundlagen der Verschlüsslungsverfahren 63
6.2.1 Symmetrische Kryptographie 63
6.2.2 Asymmetrische Kryptographie 64
6.2.3 Hybride Kryptographie 65
6.2.4 Hash-Funktionen 66
6.2.5 Digitale Signatur 67
6.3 Sicherheit bei der Datenübertragung 67
6.4 Sicherheitstechniken 69
6.4.1 PIN TAN-Verfahren 69
6.4.1.1 Induzierte TAN-Liste 69
6.4.1.2 Mobile TAN 70
6.4.1.3 Token-Generator 70
6.4.2 HBCI und FinTS 71
7 Implementierung 73
7.1 Problemstellung und Zielsetzung 73
7.2 Softwaretechnische Umsetzung 73
7.2.1 Eingesetzte Frameworks und Technologien 73
7.2.2 Vorgehensweise 75
7.3 Datenmodellierung und objektrelationales Mapping mit Hibernate 76
7.4 Transaktionssicherheit 80
7.5 MVC-Architektur mit Spring-MVC 81
7.6 Sicherheit 83
7.6.1 Verschlüsselte Datenübertragung 83
7.6.2 Authentifikation und Autorisierung 83
7.6.2.1 Authentifikation mit Benutzernamen und Passwort 83
7.6.2.2 Autorisierung mit Acegi Security 84
7.6.2.3 Autorisierung mit dem erweiterten iTAN-Verfahren 85
7.6.3 Verschlüsslung von Passwörter und TAN 86
7.6.4 Digitale Signatur 87
7.6.5 Protokollierung 87
7.6.6 Schutz von kritischem Code und Systeminformationen 87
INHALTSVERZEICHNIS IV
7.7 Ordermanagementsystem 88
7.7.1 Orders 89
7.7.2 Lebenszyklus einer Order 89
7.7.3 Ordererteilung 90
7.7.4 Orderstreichung 92
7.8 Orderrouting und Transaktionsabwicklung 92
7.8.1 Kommunikationswege zur Orderweiterleitung 92
7.8.2 Orderausführung 94
7.8.3 Transaktionsabwicklung 95
7.9 Kompilierung und Deployment 96
8 Einsatz in der Praxis 98
8.1 Kundenbereich 98
8.2 Administration 99
8.3 Systemverwaltung 100
9 Fazit und Ausblick 102
9.1 Resultate bei der Implementierung 102
9.2 Weiterführende Aspekte 104
Literaturverzeichnis IX
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS V
Abkürzungsverzeichnis
AES Advanced Encryption Standard
Ajax Asynchronous JavaScript and XML
AO Abgabenordnung
AOP Aspektorientierte Programmierung
AuslInvestmG Auslandinvestment-Gesetz
BaFin Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
BGB Bürgerliches Gesetzbuch
BVI Bundesverband der Investmentgesellschaften
DBMS Datenbankmanagementsystemen
DES Data Encryption Standard
DI Dependency-Injection
E-Banking Elektronisches Bankgeschäft
FinTS Financial Transaction Services
FRUG Finanzmarkt-Richtlinie-Umsetzungsgesetz
GfK Gesellschaft für Konsumforschung
HSRP Hot-Standby-Routerprotokoll
HTTP Hypertext Transfer Protocol
HTTPS Hypertext Transfer Protocol Secure
IDEA International Data Encryption Algorithm
IDS Intrusion Detection Systeme
InvG Investmentgesetz
ISIN International Securities Identification Number
IT Informationstechnik
iTAN indizierte Transaktionsnummer
Java EE Java Plattform Enterprise Edition
JSP JavaServer Pages
JSTL JavaServer Pages Standard Tag Library
KAG Kapitalanlagegesellschaft
KAGG Gesetz über Kapitalanlagegesellschaften
KapESt Kapitalertragsteuer
KonTraG Gesetz zur Kontrolle und Transparenz
KWG Kreditwesengesetz
MaRisk Mindestanforderungen an das Risikomanagements
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS VI
MiFID Markets in Financial Instruments Directive
MiFID-DRL O-R-Mapping PGP PIN RPC SHA SOA SQL SSL TAN TER TLS WKN WpDVerOV
WpHG
WfMS ZKA Zentraler Kreditausschuss
ABBILDUNGSVERZEICHNIS VII
Abbildungsverzeichnis
Abb 1 1: Struktur und Aufbau der Arbeit 3
Abb 1 2: Entwicklung der Gesamtkunden und ausgeführten Ordern bei Comdirect 4
Abb 1 3: Entwicklung der Fonds und Depotvolumen bei Comdirect 4
Abb 2 1: Anteile der Fondsarten in deutschen Haushalten 9
Abb 2 2: Auswahlkriterien beim Investmentfondskauf 15
Abb 2 3 2 4 und 2 5: Morningstar Style Box und eine Beispiel Style Box 17
Abb 2 6: Vertrieb von Investmentfondsanteilen in 18
Abb 3 1: Handelsphasen beim Online-Broker 23
Abb 3 2: Berechnung der Kaufkraft aus ABC-Online Broker Demo 24
Abb 3 3: Empfehlungen für Management und Aufsicht operationeller Risiken 30
Abb 3 4: Kundenkategorien gemäß §31a Abs 6 Satz 5 WpHG a E 32
Abb 3 5: WpHG-Bogen aus ABC-Online Broker Demo 33
Abb 5 1: Das 5 Schichten-Modell 53
Abb 5 2: Das MVC-Architekturmuster 54
Abb 5 3: Laufzeitumgebung 55
Abb 6 1: Symmetrische Kryptographie 64
Abb 6 2: Asymmetrische Kryptographie 65
Abb 6 3: Hash-Funktionen 66
Abb 6 4: Übertragungsprotokolle HTTPS SSL 68
Abb 7 1: Frameworks und Technologien in 5 Schichten-Modell 75
Abb 7 2: ER-Diagramm für User 77
Abb 7 3: ER-Diagramm für Fund 77
Abb 7 4: ER-Diagramm für GiroAccount und MutualFundAccount 78
Abb 7 5: iTAN BEN und TAN-Eingabe mit virtueller Tastatur 86
Abb 7 6: Lebenszyklus einer Order 89
Abb 7 7: Kommunikationswege zwischen Transaktionssystem und Handelssystemen 93
Abb 7 8: Klassendiagramm zur Transaktionsabwicklung 95
Abb 8 1: Die Einstiegsseite des ABC-Online Brokers 101
Abb 8 2: Kundensupport im Administrationsbereich 101
TABELLENVERZEICHNIS VIII
Tabellenverzeichnis
Tab 2 1: Vor und Nachteile der Investmentfonds 20
Tab 4 1: Fondsangebot 39
Tab 4 2: Weitere Handelsangebote 40
Tab 4 3: Informationsspektrum zu Fonds 41
Tab 4 4: Anfallende Kosten 43
Tab 4 5: Sicherheit beim Online-Brokerage 44
Tab 4 6: Funktionalität der Online-Broker 46
1 1 EINLEITUNG
1 Einleitung
1.1 Ausgangslage
Die rasante Entwicklung im Bereich der Kommunikations-und Informationstechnologie wird zunehmende Veränderungen auch im Investmentsektor herbeiführen. In den letzten Jahren hat sich das Internet zu einem neuen Vertriebs- und Kommunikationsmedium entwickelt. Als interaktive, weltweit verfügbare Handelsplattform ist das Internet für Finanzberater und Vermögensverwalter kaum wegzudenken. Heutzutage reicht ein guter Service alleine nicht mehr aus, um Anleger zufrieden zu stellen. Flexibilität, Produktvielfalt und Preis-/Leistungsverhältnis sind bei Privatkunden zu den wichtigsten Entscheidungskriterien für oder gegen einen Vermögensverwalter geworden. Viele serverbasierten Internetplattformen sind entstanden, um verstärkt auf die gefragten Kundenwünsche einzugehen.
Ein Beispiel sind die so genannten Online- oder Direkt-Broker, die sich auf das Onlinegeschäft spezialisiert haben. Dabei werden die Orders von einem Berater oder von dem Kunden selbst eingegeben und online automatisch an einen Broker oder an eine Kapitalanlagegesellschaft weitergeleitet. Bei solchen Direkt-Brokern bekommt der Kunde deutlich günstigere Konditionen angeboten und hat normalerweise auch – Z.B. bei Fonds -- die größere unabhängige Produktauswahl. Nach meiner eignen Recherche 1 verfügen vier von fünf untersuchten Online-Brokern über 4000 beziehbare Fonds. Bei zwei Online-Brokern sind Kauforder an allen europäischen Börsen und vielen Börsen in Übersee möglich.
Bezogen auf Europa wird der Wettbewerb bei den Direktbrokern durch das einheitliche Währungssystem und die Festlegung gemeinsamer Rahmenbedingungen und Richtlinien schrittweise zunehmen. Im Jahr 2007 müssen z.B. im Finanzsektor wichtige Kenngrößen und Richtlinien wie z. B. MaRisk 2 , Basel II und MiFID 3 umgesetzt werden.
1 Es wurden fünf der größten Onlinebrokern (nach Kundenanzahl) in Deutschland untersucht. Vgl. Kapitel 4
2 Mindestanforderungen an das Risikomanagement
3 Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente, eng. Markets in Financial Instruments Directive
2 1 EINLEITUNG
1.2 Aufbau und Zielsetzung
Gegenstand dieser Arbeit ist, einen einführenden Überblick über den Fondshandel beim Online Broker zu vermitteln sowie den Aufbau und Prozessabläufe eines internetbasierten Brokersystems zu analysieren. Dazu werden zuerst im 2. Kapitel wichtige begriffliche Grundlagen zu Investmentfonds gelegt. Diese Einführung dient dem Verständnis vom Aufbau und der Gestaltung des Onlinebrokersystems. Im 3. Kapitel wird anschließend anhand verschiedener Aspekte vertiefend auf das Online-Brokerage eingegangen und die Bedeutung und Funktion des Orderrouting- und Transaktionssystems erläutert. Zusätzlich werde ich auf die Veränderungen der gesetzlichen Vorgaben bezüglich des Fonds- und Wertpapierhandels im Internet eingehen, wobei die neuen Richtlinien der MiFID im Mittelpunkt stehen.
Nach einem kurzen Vergleich der fünf größten Discount-Broker am deutschen Markt erfolgt in Kapitel 4 eine Analyse der aktuellen Schwachstellen sowie weiterer Entwicklungsmöglichkeiten an einem Brokersystem.
Kapitel 5 beschäftigt sich mit grundlegenden, der IT-Architektur relevanten Themen. Es folgen in Kapitel 6 einige grundsätzliche Erläuterungen zum Sicherheitskonzept. Dabei werden die derzeit eingesetzten Sicherheitstechniken und Verfahren vorgestellt und miteinander verglichen.
Kapitel 7 bildet das Kernstück dieser Arbeit. Es versucht die in Kapitel 4 gestellten Probleme anzugehen. Dazu wird für die Studie ein vereinfachtes Brokersystem, das ich als den „ABC-Online-Broker“ bezeichne, aufgebaut, welches durch den Einsatz ausgewählter Technologien unter Beachtung der Rechtssprechung einen tieferen Einblick in ein Brokersystem verschaffen soll. Bei der Implementierung wird sowohl auf das äußere wie Benutzerfreundlichkeit, Informationseffizienz und Übersichtlichkeit, als auch auf die inneren Eigenschaften wie Datenschutz, Sicherheit und Robustheit geachtet, um möglichst ein ideales Online-Brokersystem zu modellieren. Darauf folgend werden die internen Strukturen und Prozessabläufe unter anderen an einem Orderrouting Beispiel erklärt.
Ziel der vorliegenden Diplomarbeit ist die Implementierung eines möglichst idealen
3 1 EINLEITUNG
internetbasierten Brokersystems für Fonds, des weiteren die Modellierung der Funktionsweise von Orderrouting- und des Transaktionssystem beim Fondshandel und die Identifikation ausgereifter Technologien, die dabei zum Einsatz kommen können sowie die Überprüfung seiner Eignung an der aktuellen Rechtssprechung.
Abb. 1.1: Struktur und Aufbau der Arbeit
1.3 Motivation und Einordnung
Das Interesse der Privatanleger am Kapitalmarkt ist mit den steigenden Börsenkursen wieder erwacht. Die Online-Broker konnten sich im letzten Jahr wieder über eine steigende Anzahl an Kunden und erteilten Ordern freuen. Laut Jahreskennzahlen von Comdirect, eines der größten Online-Broker in Deutschland, sind die Anzahl der Kunden und aufgegebenen Orders erstmal seit 2000 im zweistelligen Prozentbereich gewachsen.
4 1 EINLEITUNG
Abb. 1.2: Entwicklung der Gesamtkunden und ausgeführten Ordern bei Comdirect 4
Seit dem letzten Börsencrash im April 2000 haben viele Anleger erkannt, dass sie nicht über genügend Zeit, Informationen und entsprechendes Know-how verfügen. Sie handeln jetzt aus psychologischen und finanziellen Gründen zurückhaltender als noch zur Jahrtausendwende und schenken Ihr Vertrauen zunehmend professionellen Fondsmanagern oder Vermögensverwalter. Diesen Trend erkennt man in Abb. 1.2 an der Entwicklung des Fondsvolumens. Im Gegensatz zum Depotvolumen (ohne Fonds) stieg es relativ stabil und machte in 2006 fast ein Drittel des Depotvolumens aus. Auch der Anteil der Fondsgeschäfte an ausgeführten Orders bei Comdirect ist von knapp 6% in 2000 auf über 30% signifikant gestiegen. Doch wofür werden die teils teuren Gebühren verwendet? Haben die Anleger diesmal wirklich die richtige Wahl getroffen?
4 Comdirect Kennzahlen (2000-2006), Daten aus Excelsheet
5 1 EINLEITUNG
Die Motivation hinter dieser Arbeit war, den Aufbau und die Funktionsweise eines Online-Brokers aus verschieden Blickwinkeln zu betrachten. Interessant ist hierbei vor allem der Vergleich nach Höhe der Sicherheit, Ablauf der Transaktionen und welche Kundenbetreuung und Hilfeleistungen den Anwendern trotz niedriger Kosten angeboten werden.
Zum Thema Fondsabwicklung und Transparenz kommen mit der Richtlinie MiFID auf die Online-Broker weitere Änderungen zu. Ab dem 31. Januar 2007 sieht diese EU-Direktive vor, dass den Kunden offen zu legen ist, wie viel Provision sie für die Beratung zahlen und wofür sie eigentlich zur Kasse gebeten werden. Auch diesen Umstand möchte der Autor mit der vorliegenden Arbeit abhelfen.
Die Diplomarbeit lässt sich in das Forschungsgebiet des E-Business einordnen. Zusätzlich werden auch Fachbereiche der Informatik – insbesondere die Themen Datenbank, Sicherheit und Internettechnologie -- eingebunden.
1.4 Adressaten
Das Thema der Arbeit ist vor allem für Wirtschaftsinformatiker sowie Fondsberater und Kleinanleger von Interesse, die etwas mehr über die Funktionsweise eines Online-Brokers erfahren wollen. Grundlegende Kenntnisse bezüglich Fonds, Fondshandel und Online-Brokerage sind von Vorteil, jedoch nicht zwingend notwendig, da die im späteren Verlaufe der Arbeit verwendeten Begriffe und Techniken in Kapitel 2, 3 und 4 einführend vorgestellt werden. Die Kenntnis von Grundlagen der Softwaremodellierung und -entwicklung wird beim Leser vorausgesetzt.
6 1 EINLEITUNG
1.5 Danksagung
Ich möchte an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, um mich bei meinen Kollegen, Freunden und bei meiner Familie für die geistige und moralische Unterstützung zu bedanken.
Besonderer Dank gilt Herrn Nima Mazloumi für das spannende Thema und für die hervorragende Betreuung. In zahlreichen Gesprächen und Emails hat er mich mit seinen Ideen und Anregungen tatkräftig bei der Ausarbeitung der vorliegenden Diplomarbeit unterstützt.
Zudem geht mein Dank im Speziellen an meine Mutter Hongping Zhao für ihre moralische und fürsorgliche Unterstützung sowie an meine Tischtennis-Freunde für den körperlichen Ausgleich zur täglichen Kopfarbeit.
7 2 EINFÜHRUNG IN FONDS UND FONDSHANDEL
2 Einführung in Fonds und Fondshandel
Das folgende Kapitel dient zur Einführung in die Grundlagen der Investmentfonds. Wichtige Begriffe und Kennzahlen wie „TER“, „Rendite“ und „Sharpe Ratio“ werden definiert und verschiedene Investmentfonds-Formen und –Charakteristika vorgestellt. 5 Ferner werden die Vorteilen und Nachteile von Fonds als Finanzinstrument in tabellarischer Form gegenübergestellt.
2.1 Definition und Überblick
Ein Investmentfonds ist eine Art der Geldanlage und funktioniert nach einem denkbar einfachen Prinzip: Eine Kapitalanlagegesellschaft (KAG) sammelt das Geld von den Kapitalanlegern, bündelt es in einem Investmentfonds und investiert es in unterschiedlichen Anlagebereichen. Durch die Streuung der Investition wird das Anlagerisiko minimiert. Die Investition wird nach vorher festgelegten Anlagezielen in Aktien, festverzinslichen Wertpapieren, Geldmarkt, Rohstoffe, Technologie und/oder Immobilien u.a. angelegt. 6 Je nach Ertragsverwendung werden die ordentlichen und außerordentlichen Erträge, die das Fondsmanagement erwirtschaftet hat, normalerweise einmal im Jahr an die Fondsbesitzer in Form einer Ausschüttung ausgezahlt bzw. thesauriert. Bei den thesaurierenden Fonds werden die erzielten Erträge nicht ausgeschüttet. Die Wertsteigerung des Fondsvermögens drückt sich dann in den Preisen der Anteilsscheine aus. Der Anleger profitiert von Kauf eines Investmentfonds je nach seinem Anteilswert am Nettoinventarwert den Anspruch auf Gewinnbeteiligung und den eventuell höheren Rücknahmepreis bei der Anteilsrückgabe.
In Deutschland finden sich die rechtlichen Grundlagen zum Investmentfonds in Investmentgesetz (§2 Abs.1 InvG). Alle zum Verkauf zugelassenen Investmentfonds werden im Sondervermögen von lizenzierten Investmentgesellschaften, welche als Kreditinstitute gelten, betrieben und von der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) laufend überwacht. Ausgabe sowie Rücknahme der Fondsanteile erfolgen durch eine Depotbank. Das gesammelte Vermögen der
5 Die in diesem Kapitel eingeführten Elemente sind für den Aufbau des ABC-Online-Brokers von Bedeutung. Sie zeigen, welche Informationen für den Anleger besonders entscheidend sind. Kapitel 7 verschaulicht dann die Implementierungsdetails zu den Kennzahlen und wie und auf wo die Informationen auf der Webseite am geeignetesten zu platzieren sind.
6 Wikipedia Investmentfonds (Januar 2007), Einleitung
8 2 EINFÜHRUNG IN FONDS UND FONDSHANDEL
Anleger wird bei der Depotbank als Sondervermögen verwahrt (§20 InvG). Außerdem muss ein Fonds Ziel und Zweck, Anlagestrategie, Rechenschaftsregeln und Gebühren in seinen Vertragsbedingungen angeben.
In den folgenden Abschnitten werden die Besonderheiten der Investmentfonds erläutert, worauf man vor einer Geldanlage in Fonds unbedingt achten sollte.
2.2 Funktionsweise und Arten von Investmentfonds
Bei einem Investmentfonds sind üblicherweise vier „Parteien“ involviert: Fondsmanager, Fondsadministrator, Treuhänder und Anteilseigner.
Der Anteilseigner vertraut wie im letzten Abschnitt beschrieben sein Geld einem Investmentfonds an. Dabei kann er auf drei Wegen zu einem Fonds gelangen. Am häufigsten wird der Fondskauf am Bankschalter oder bei einer Direktbank getätigt. Die Bank sammelt die Aufträge und wickelt ihrerseits den Auftrag über Investmentgesellschaften ab. Der Anleger kann aber auch direkt bei einer Investmentgesellschaft Fondsanteile erwerben. Bei beiden Vertriebsarten wird ein Ausgabeaufschlag erhoben. Dann gibt es noch den Fondshandel über die Börse. Hier erhält man die Fondsanteile ohne Ausgabeaufschlag. Lediglich fallen die üblichen Ordergebühr der Depotbank und eine geringe Maklercourtage an. Neben Börse Hamburg, der bereits im August 2002 den Börsenhandel von offenen Fonds aufgenommen hat, haben auch die Börse Stuttgart und Börse München im Jahr 2006 mit dem Fondshandel begonnen.
Das investierte Vermögen der Anleger in einem Investmentfonds wird dann von Fondsmanagern verwaltet. Sie treffen die konkreten Investitionsentscheidungen und versuchen, unter Berücksichtung der Chancen und eingegangenen Risiken das Anlagevermögen möglichst rentabel anzulegen. Ob ein Fonds eine gute Performance bietet, hängt es oft von Fondsmanagern ab. Ihre Entscheidungsmöglichkeit ist jedoch in den meisten Fällen durch gesetzliche Vorschriften, gewerbliche Normen und firmeninterne Regeln begrenzt. Dies sind z.B.:
Die Handelungsfreiräume eines Fondsmanagers werden durch in den Vertragsbedingungen definierte Ziele des Fonds --z.B. Anlagesektor, Anlagestil, Ertragsverwendung und Anlagestrategie-- beschränkt.
9 2 EINFÜHRUNG IN FONDS UND FONDSHANDEL
Der Fondsmanager ist an gesetzliche Bestimmungen gebunden. Alle in Deutschland
zugelassenen Investmentfonds werden von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht laufend überwacht. Ein Fondsmanager darf folglich nur innerhalb dieses gesetzlichen Rahmens bewegen.
Ein Fondsmanager muss bei seiner Entscheidung die Entwicklung der Börsen mit der
gebotenen Sorgfalt berücksichtigen.
Ein Fondsadministrator ist derjenige, der das Handeln, die Versöhnung-, Schätzung- und Maßeinheitspreiskalkulation handhabt. Inzwischen existieren zahlreiche Fondsadministrationstools, die administrativen Dienstleistungen in den Bereichen Middle- und Backoffice anbieten, wie z.B. Buchhaltung (nach HGB, IFRS und US-GAAP), Risikomanagement, Steueranalysen und Rechenschaftslegung.
Ein Treuhänder übt das Recht im eigenen Namen aber im Interesse des Anlegers aus. Er stellt bei Fondstransaktionen die Befolgung der Gesetze und der Richtlinien sicher, und schützt so das Kapital der Anleger vor bewusstem Missbrauch. Fonds werden in erster Linie nach Anlagesektoren kategorisiert. Ausschlaggebend hierfür ist die Charakterisierung der Fonds nach Art der Investition (Vgl. Abb. 2.1), Anlageschwerpunkt (z.B. Hedgefonds oder Genussscheine), Investitionsregion, Branche, Unternehmensgröße sowie ggf. ein Thema (z.B. ökologisch wirtschaftende Unternehmen).
Abb. 2.1: Anteile der Fondsarten in deutschen Haushalten; Quelle: GfK Finanzmarktpanel 7
Eine andere Art, Investmentfonds zu kategorisieren ist, sie nach der Anlagedauer zu sortieren. Die meisten Kapitalanlagegesellschaften bieten Fonds für verschiedene
7 Vgl. GfK Finanzmarktpanel (2006), Sondereinfrage zu Investmentfonds Juni/Juli 2006
10 2 EINFÜHRUNG IN FONDS UND FONDSHANDEL
Zeithorizonte an. Für langfristige Investitionen sind z.B. anlageplanfähige Fonds beliebt. Für kurzfristige Anleger sind vor allem Trading-Fonds interessant. Trading-Fonds sind im Gegensatz zu klassischen Fonds ohne Ausgabeaufschlag. Dafür ist bei dieser Fondsart in der Regel eine erhöhte Managementgebühr zu zahlen.
Eine Fondsgesellschaft legt bei der Auflage eines Fonds fest, ob er als offener Fonds oder als geschlossener Fonds herausgegeben wird. Bei den offenen Fonds (Publikumsfonds) kann die Fondsgesellschaft je nach Bedarf Fondsanteile aufstocken, reduzieren und im Ausnahmefall kurz sperren. Das Fondsvermögen bei solchen Fonds ist meistens nicht begrenzt. Anders als offene Fonds ist die Anzahl der Anteilsscheine bei geschlossenen Fonds fixiert. Die Anteile können nicht beliebig zurückgegeben werden. Dadurch ist die Handelbarkeit selbstverständlich beschränkt. In der Regel erfolgt die Investition während des Platzierungszeitraums.
2.3 Charakteristiken von Fonds und Fondshandel
Vor der Entscheidung für einen Fonds sollte ein potenzieller Anleger möglichst eine Menge an hilfreichen und fondsspezifischen Informationen sammeln. Diese Eckdaten eines Fonds bekommt er z.B. aus dem Fondsprospekt seiner Bank oder auf der Internetpräsentation eines Online-Brokers. Darin sind beispielsweise Informationen über die Anlagestrategie und Fondskennzahlen enthalten. Hier ist noch zu erwähnen, dass auf manchen Online-Broker so überreichliche Details zu den Fonds offenbart werden, dass die eines Profiberaters nicht viel nachkommen. Von Bedeutung ist dann für einen Einsteiger, dass er die für ihn wichtigen Aspekte herausfiltern kann. Auf der Fondsseite der Musterbank 8 sind die Informationen in Stammdaten, Gebühren, Kurse, Kennzahlen und Hintergrundinformationen aufgeteilt. Im Folgenden werden diese Bereiche getrennt erläutert.
2.3.1 Fondsstammdaten
Die Stammdaten eines Fonds enthalten alle wichtigen Informationen zu Anlagesektor, Anlagestil, Ertragsverwendung, Mindestanlagebetrag sowie über die Informationen zu Fonds selbst wie WKN 9 , ISIN 10 und Fondstyp, einschließlich Fondsemittent, -domizil 8 Zur ausführlichen Illustration der Fondsporträt siehe Kapitel 7
9 Die Wertpapierkennnummer (WKN, vereinzelt auch WPKN oder WPK abgekürzt) ist eine in Deutschland
11 2 EINFÜHRUNG IN FONDS UND FONDSHANDEL
und -währung. Diese Daten werden als Stammsätze im System hinterlegt und bleiben bis auf ein paar Ausnahmen unverändert.
Anlagesektor oder Anlageklasse sagt aus, wie die Anlagepolitik des Fonds ausgerichtet ist. Ein Immobilienfonds legt z.B. in der Anlageklasse „Immobilien“ an. Die Angabe zum Anlagesektor hilft einem Anleger bei der Auswahl ihrer Anlagestrategie. So kann er mit deren Hilfe ein diversifiziertes Portfolio erstellen, indem er eine Risikostreuung durch Aufteilung seines angelegten Vermögens auf verschiedenen Anlagesektoren wie z.B. Renten-, Immobilien-, Aktien-, Währungs- oder Hedgefonds betreibt. Ist der Anleger stark Rendite orientiert, wird er eher eine einzelne Anlageform mit höherem Risiko favorisieren. Umgekehrt ist es, wenn vornehmlich der Sicherheitsaspekt im Vordergrund steht, dann werden konservative Anlageformen auch mit niedrigeren Erträgen bevorzugt. Zum Bestimmen von Anlagesektoren gibt es inzwischen eine Vielzahl von Systematiken. Die bekanntesten und die in Deutschland am meisten angewandten sind die von BVI 11 , FERI-Trust 12 und S&P Micropal.
Unter Anlagestil wird die Art des Fondsmanagement verstanden. Ein Fonds kann entweder passiv oder aktiv gemanagt werden. Bei aktiv gemanagten Fonds versucht der Fondsmanager den Vergleichsindex durch gezielte Umschichtungen und Titelauswahl zu schlagen. Bei passiv gemanagten Fonds werden dagegen auf Markt- und Wertpapieranalysen verzichtet und die Anlageentscheidungen maßgeblich durch die Entwicklung der vorgegebenen Benchmarking, bei der es sich in der Regel um einen Index handelt, bestimmt. In Deutschland werden die Aktienfonds überwiegend aktiv gemanagt.
Die Ertragsverwendung wird in Deutschland vertraglich festgelegt. Die Erträge, welche die Dividenden, Zinsen, Bezugsrechtserlöse und Veräußerungsgewinne der im Fonds gehaltenen Wertpapiere darstellen, werden entweder ausgeschüttet oder thesauriert. Seit 1994 gelten ausgeschüttete oder thesaurierte Dividenden und Zinsen inländischer Investmentfonds als Einkünfte aus Kapitalvermögen gemäß §20 Abs. 1 Nr. 1 EStG und
verwendete sechsstellige Ziffern- und Buchstabenkombination zur Identifizierung von Wertpapieren. Die WKN ist bei deutschen ISINs in der sechsten bis elften Stelle der ISIN enthalten.
10 Die International Securities Identification Number (ISIN) ist eine zwölfstellige Buchstaben-Zahlen-Kombination und stellt eine Identifikation für ein Wertpapier dar.
11 Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) ist die zentrale Interessenvertretung der Investmentbranche in Deutschland.
12 FERI Trust GmbH ist ein unabhängiger Fonds-Vermögensverwalter und Ratingagentur und Teil der FERI Gruppe. Ihre Hauptbereiche sind Fondsberatung, Vermögensverwaltung mit Fonds, Fonds-Informationssystemen und Fonds-Rating.
12 2 EINFÜHRUNG IN FONDS UND FONDSHANDEL
werden steuerlich gleich behandelt 13 . Sie unterliegen der Kapitalertragsteuer. Je nach Anlageklasse und Fondsstruktur können sie zu 100% steuerpflichtig oder gar zu 100% steuerfrei sein. Ersteres gilt im Wesentlichen für Geldmarkt- und Rentenfonds, letztes eher für. spekulative Aktienfonds. Die Kursgewinne eines Investmentfonds sind Spekulationsgewinne und bei einer Haltedauer von über einem Jahr derzeit steuerfrei. 14 Veräußerungsgewinne 15 sowie Bezugsrechtserlöse bleiben steuerfrei 12 .
Fondsdomizil gibt an, ob es sich hier um einen inländischen oder ausländischen Fonds handelt. Seit 1. Januar 2004 unterliegen sowohl inländische als auch ausländische Fonds dem Investmentgesetz (InvG) 16 . Privatanleger können über einen Online-Broker in der Regel sowohl inländische als auch in Deutschland zum Vertrieb und Handel zugelassene, ausländische Fonds handeln. Nicht registrierte Fonds, die so genannten grauen und schwarzen Fonds, dürfen nicht dort gehandelt werden.
Bei manchen Fonds gibt die KAG einen Mindestanlagebetrag vor. Der Vertriebspartner richtet sich prinzipiell nach diesem Betrag, ist aber oft flexibel. In meisten Fällen fällt der Mindestbetrag mit dem Bekanntheitsgrad des jeweiligen Fonds, da der Vertriebspartner so mehr Kunden anlocken und mit steigender Orderanzahl und -volumen an Transaktionsentgelt sparen kann. Außerdem erfordert ein Sparplan, die kontinuierliche Form der Investition in Fonds, niedrigeren Mindestanlagebetrag. Zum Teil fängt der Mindestanlagebetrag schon ab 25€ pro Monat an.
Nützlich in den Stammdaten sind auch Angaben zu Fondswährung und Auflagedatum. Zwar ist in Deutschland der Euro als Informationswährung üblich, jedoch werden nicht alle in Deutschland gehandelten Fonds in Euro gehandelt. Gängige Fondswährung neben Euro sind z.B. US Dollar, japanischer Yen und britisches Pfund. Bei diesen Fonds sollte der Anleger zusätzlich auf das Wechselkursrisiko achten. Das Auflagedatum zeigt an, wann der Fonds auf dem Markt gebracht wurde und ist vor allem für Fondsanalyse wichtig. Denn nur ab einem gewissen Fondsalter ist eine technische Analyse auf historische Datenbasis möglich.
13 Vgl. BVI (2006), S. 6f
14 Zum 1.1.2009 sind alle Wertpapierverkäufe für Neufälle steuerpflichtig; kein Halbeinkünfteverfahren 15 Fock/ Stoschek (2000), S. 593f 16 Das deutsche Investmentgesetz (InvG) wurde durch das Investmentmodernisierungsgesetz geschaffen und reformierte auf Initiative der Bundesregierung das Gesetz über Kapitalanlagegesellschaften (KAGG) und Auslandinvestment-Gesetz (AuslInvestmG). Diese gelten seit seinem Inkrafttreten im Jahre 2004 nicht mehr.
13 2 EINFÜHRUNG IN FONDS UND FONDSHANDEL
2.3.2 Gebührenstruktur
Im Kapitel 2.4 wurde die unübersichtliche Gebührenstruktur als eines der Haupthindernisse beim Fondshandel genannt. Das hat vor allem mit der komplexen Zusammensetzung der Gebühren zu tun. Die Gebührenstruktur auf dem deutschen Markt sieht wie folgt aus:
Einmalige Gebühren:
Ausgabeaufschläge: einmalig beim Erwerb von Fondsanteilen als Agio auf den Nettoinventarwert. Im Schnitt liegen die Ausgabeaufschläge von Aktienfonds und Immobilienfonds bei 5 %, in Rentenfonds bei 3 % und in Geldmarktfonds bei 0 %. Da der Ausgabeaufschlag zum größten Teil zur Deckung der Vertriebskosten dient, wird im Direktvertrieb über das Internet oft auf ihn verzichtet, wobei dann die Verwaltungsgebühr höher ausfallen kann. In der Verwaltungsgebühr ist unter anderem eine Bestandsprovision enthalten von der sich Discountanbieter im Wesentlichen finanzieren.
Discountsätze: bei einigen Discountanbieter
Periodische Gebühren:
Managementgebühren: für Fondsmanagement, für Werbung und Gebühren an Finanzintermediären. In der Verwaltungsgebühr ist unter anderem eine Bestandsprovision enthalten von der sich Discountanbieter im Wesentlichen finanzieren. Die jährlichen Managementgebühren liegen im Allgemeinen bei 0,1 bis 1,75% p.a..
Depotbankgebühren: für die Verwaltung und Führung der Depots 17
Erfolgsvergütungen: zusätzlich von Performance abhängige Verwaltungsgebühr, Erfolgsbeteiligung des Managements 18
Daneben existieren zusätzlich zu den eben ersichtlichen Gebühren noch versteckte Kosten, wonach man vergeblich in den Rechenschaftsberichten sucht. Diese Kosten 17 In Deutschland ist gesetzlich vorgeschrieben, dass das Vermögen eines Publikumsfonds bei einer Depotbank
hinterlegt ist. Sie berechnet dem Fondsvermögen jährlich eine Depotbankgebühr. Je nach Depotbank kommen
manchmal Handelskosten dazu (Provision, Spesen, Maklergebühren), jene Kosten, mit denen der Fonds beim Kauf
oder Verkauf eines Wertpapiers durch die Gebühren des Händlers (Bank oder Makler) belastet wird. Innerhalb von
Fonds gibt es zudem Kosten, wie Druck- oder Wirtschaftsprüfungskosten, die dem Fondsvermögen belastet werden
und im Bericht ausgewiesen sind.
18 Erfolgsvergütungen auf absoluter (Beteiligung am Gewinn) oder relativer (Beteiligung am Übertreffen einer
bestimmten Benchmark) Bemessungsgrundlage
14 2 EINFÜHRUNG IN FONDS UND FONDSHANDEL
sind z.B. Transaktionskosten (Bid-Ask-Spread, Courtagen, Kommissionen etc.), Maklergebühren, sowie Bestandsprovisionen an die Vertriebspartner. Ein Laie würde bei diesem Gebührendschungel kaum durchblicken können.
Zur Freude der Anleger schreibt §41 des deutschen Investmentgesetzes seit 2004 vor, dass Investmentgesellschaften die Gesamtkostenquote in Prozent (TER 19 ) anzugeben haben, welche den Aufschluss über die durchschnittlich jährlich anfallenden Gesamtkosten bei einem Investmentfonds gibt. So lassen sich einzelner Fonds viel leichter miteinander vergleichen. Jedoch ist vollkommene Kostentransparenz nicht gegeben, weil die im letzten Abschnitt erwähnten versteckte Kosten, die aus Käufen und Verkäufen innerhalb des Fondsvermögens entstehen, sowie Performancegebühren nicht berücksichtigt werden. Die Fondsgesellschaft kann sich durch kreative Buchhaltung schön im Bereich des TER rechnen. Deswegen berechnen die größeren Analysten das TER selber. Die meisten Analysten können aber wegen der teueren Datenerfassung ein TER gar nicht erst liefern bzw. nur die Angaben zum TER kopieren, was dann unter Umständen schlecht für den Privatanleger sein kann, der sich darauf vertraut.
Die Gesamtkostenquote liegt bei Aktienfonds im Schnitt zwischen 1,0% und 2,5%, bei Rentenfonds etwa bei 1,4% und bei Geldmarktfonds 0,5%.
2.3.3 Performance, Risikokennzahlen und Fonds-Ratings
Laut einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ist Performance für Fondsbesitzer das wichtigste Kaufargument. Die untere Abbildung veranschaulicht das Ergebnis bei der Befragung, welche die Auswahlkriterien von Investmentfonds bei Privatanleger in Deutschland sind. Bei dieser Abbildung erkennt man, dass die Ertragschancen sogar vor den Empfehlungen des Beraters liegen:
19 Die Kennziffer Total Expense Ratio (TER) geht auf das britische Fonds-Research-Unternehmen Fitzrovia zurück, das die Kosten für weltweit 30.000 Investmentfonds untersucht. In den USA war es vor 2004 schon stets üblich eine TER anzugeben bzw. in der Schweiz eine All-in-Fee. Auch in Deutschland haben einige in Deutschland vertriebene Fonds lange vor der gesetzlichen Vorgabe die Gesamtkostenquote (TER) bereits publiziert. Zur Berechnung von TER hat der Bundesverband der Investmentgesellschaften (BVI Bundesverband Investment und Asset Management e.V.) hat eine Richtlinie herausgegeben.
15 2 EINFÜHRUNG IN FONDS UND FONDSHANDEL
Abb. 2.2: Auswahlkriterien beim Investmentfondskauf; Quelle: GfK Finanzmarkt Panel 20
Performance drückt die Ertragskraft eines Investments oder eines Portfolios aus. Aus Sicht eines Privatanlegers ist Performance einfache Renditen über unterschiedlich lange Perioden (a) bzw. die annualisierte Rendite (b), d.h. auf den Zeitraum eines Jahres bezogen, um Renditen mit unterschiedlich langen Anlagezeiträumen vergleichbar zu machen.
Rendite
N e = Schlusskurs
N b = Einstiegskurs D i = Summe der Ausschüttungen im Zeitraum i N i = Wiederanlagekurs zum Zeitpunkt i n = Anzahl der Ausschüttungen während des Zeitraums
b) Annualisierte Rendite = + k = Anzahl der Jahre in der Halteperiode
Komplizierter wird es im professionellen Bereich. Vorwiegend werden hier zur Messung der Performancemaß neben der Rendite zusätzlich die mit der jeweiligen Anlageform einhergehenden Risiken mit einbezogen. Dadurch wird ein Vergleich der Renditen unterschiedlich riskanter Anlagen möglich. Hierzu gibt es eine Fülle von Performancemaße wie Sharpe-Ratio, Jensen’s Alpha, Appraisal-Ratio und
20 Vgl. GfK Finanzmarktpanel (2006): Sondereinfrage zu Investmentfonds Juni/Juli 2006
16 2 EINFÜHRUNG IN FONDS UND FONDSHANDEL
Treynor-Ratio 21 . Das am meisten benutze Maß ist die Sharpe Ratio:
σ D = Volatilität aller Renditen
Die Sharpe-Ratio ist ein Risiko adjustiertes Maß. Es verwendet dabei die Volatilität als Maß für das Risiko. Hier gilt es, je höher der Wert der Sharpe-Ratio, desto besser war die Wertentwicklung der untersuchten Geldanlage im Vergleich zur risikolosen Anlage. Eine positive Sharpe-Ratio verdeutlicht, dass gegenüber der risikolosen Geldmarktverzinsung in der Periode eine Mehrrendite erwirtschaftet wurde. Umgekehrt zeigt eine Sharpe-Ratio kleiner Null an, dass nicht einmal die Geldmarktanlage übertroffen wurde.
Zur Messung der Performance wurden ferner weitere Methoden und Modelle entwickelt: z.B. das Asset-Class-Faktormodell von Sharpe 22 , das 3-Faktormodell von Fama/French 23 und das 4-Faktormodell von Carhart 24 .
Privatanleger, die ihr Geld mittel- bis langfristig investieren wollen, sollen auch den Anlageschwerpunkt des Fonds untersuchen. Zum wesentlich einfacheren Verständnis bei den Privatanlegern sorgen die Fondsratings durch vereinfachte Notensysteme oder grafische Skalen. Mehrere Performance- und Risikokennzahlen werden zu einer Note aggregiert und sollen so dem Anleger eine schnelle Orientierung ermöglichen. Die meisten in dieser Arbeit untersuchten Discount Broker bieten Morningstar- (siehe Abb. 2.3) oder Standard & Poor’s Ratings an.
21 Vgl. Bodie / Kane / Marcus (2004), S. 800f und Spremann (2000), S. 268-280
22 Sharpe (1992): Das Asset-Class-Faktormodell von Sharpe schätzt über eine Stilanalyse die Faktorsensitititäten eines Fonds gegenüber verschiedenen Anlagekategorien. Durch Gewichtung der Analgekategorien mit den geschätzten Faktorsensitivitäten lässt sich die Rendite einer Benchmark ermitteln, die dann mit der Rendite des Fonds verglichen wird.
23 Fama/ French (1996): Das 3-Faktormodell ist eine Erweiterung des CAPM, das neben dem Marktportfolio den Größeneffekt und den Wert-Wachstumseffekt berücksichtigt.
24 Carhart (1997): Das 4-Faktormodell trägt zusätzlich zum 3-Faktormodell über einen vierten Faktor dem Momentum-Effekt von Jegadeesh/Titman (1993) Rechnung.
17 2 EINFÜHRUNG IN FONDS UND FONDSHANDEL
Abb. 2.3, 2.4 und 2.5: Morningstar Style Box und eine Beispiel Style Box
Die Morningstar Style Box kombiniert zwei Dimensionen z.B. bei Anleihenfonds die Bonität mit der Zinssensibilität. Daraus entstehen neue verschiedene Kombinationen, die dann den Anlageschwerpunkt der Fonds veranschaulichen. Eine entsprechende Style Box bei Aktienfonds wie Abb. 2.5 zeigt, dass der Fonds eine große Marktkapitalisierung besitzt und ein Wachstum hinsichtlich der Struktur des Fonds aufweist.
2.3.4 Distribution und Marketing von Fonds
Anders als bei Aktien, hinter denen zumeist bekannte Unternehmen stehen und einen hohen Bekanntheitsgrad haben, sind die Produkte der Fondsgesellschaften anderer Natur. Sie müssen sich stets gegenüber anderen Wettbewerbern behaupten, die den gleichen Anlageschwerpunkt favorisieren. Zwar wird die Fondsanlage immer beliebter, jedoch wächst die Anzahl der Investmentfonds gleichermaßen mit. Oftmals schwierig ist Vermarktung bei jungen und weniger bekannten Fonds, die das Vertrauen von den Anlegern erst noch gewinnen müssen.
Mit der Zeit haben die Fondsgesellschaften verschiedene Studien zu dieser Thematik durchführen lassen (vgl. GfK Finanzmarkt Panel 25 ) und anhand deren Ergebnisse Methoden zum Marketing für sich entdeckt. Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass viele Faktoren den Erfolg eines Fonds ausmachen. Zu diesen Faktoren gehören Preis eines Anteilsscheins, Fondsvolumen, Reputation und Ruf der Fondsgesellschaft, Bekanntheit des Fondsmanagers, Präsenz in den Medien, Werbeaufwendungen und Distributionsdichte.
Daraus folgen Werbemaßnahmen wie das Platzieren des eigenen Logos in einer TV-Werbung, wie bei DWS oder Fidelity. Dabei wird mehr Wert auf die Bekanntheit der Fondsgesellschaft gelegt als auf die Fondswerbung selbst. Einige größere 25 Vgl. GfK Finanzmarktpanel (2006)
18 2 EINFÜHRUNG IN FONDS UND FONDSHANDEL
Kapitalanlagegesellschaften breiten ihre Produktpalette aus, um mehr Kunden und eine höhere Präsenz in Fondsangebot des Discount Brokers zu erreichen. Zudem werden auch der Werdegang und die Berufserfahrung des Fondsmanagers beworben, um eine bessere Kundenzufriedenheit zu erzielen.
Jedoch ein wesentlicher Teil der Vertriebs- und Werbeaufwendungen werden für die Provisionszahlungen verwendet. Der Ausgabeaufschlag dient im Wesentlichen zur Deckung von Vertriebskosten bei Banken und Makler. Auch wenn im Direktvertrieb über das Internet teilweise auf ihn verzichtet, fällt anderswo die Verwaltungsgebühr höher aus, um die Discountanbieter durch Bestandsprovisionen zu finanzieren. Das scheint logisch zu sein, wenn man eine Sonderbefragung zum Vertrieb von Investmentfondsanteilen bei Fondsbesitzern ansieht:
Abb. 2.6: Vertrieb von Investmentfondsanteilen in %; Quelle GfK Finanzmarkt Panel
Offensichtlich dominieren weiterhin die Banken und Sparkassen beim Vertrieb von Fonds. Dreiviertel der Fonds werden über diese „Geldhäuser“ vertrieben. Gefolgt von Makler, die das Produkt durch Beratung zu Hause vertreiben. Stark im Trend sind die Direktbanken und Eigenvertrieb durch Fondsgesellschaften mit jeweils knapp über 10%. In 2001 lagen die Anteile bei einer Umfrage der BVI noch jeweils bei 1% 26 .
Das hängt vor allem damit zusammen, dass zumeist eine Übersichtlichkeit bei den Privatanlegern fehlt. Sie trauen bei komplexen oder erklärungsbedürftigen Produkten gerne ihrer Bank. Nur halten Bankberater häufig nur ein festes Portfolio für ihre Kunden
26 Vgl. BVI (2002): Umfrage unter BVI-Mitgliedern im Jahr 2001: Banken (64%), Versicherungen (18%),
unabhängige Vermittler (14%), Direktbanken/Discount Broker (1%), Fondsgesellschaften (1%), Sonstige (2%)
19 2 EINFÜHRUNG IN FONDS UND FONDSHANDEL
bereit. Oftmals ist das Fondsangebot lediglich auf das Angebot der zugehörigen Investmentgesellschaft beschränkt und die Kunden müssen den vollen Ausgabeaufschlag plus hohe Transaktionsgebühren entrichten, so dass die nach Rendite jagenden Kunden oder Halbprofis einen Discount Broker für ihren Investment aufsuchen müssen. Als „Entschädigung“ für die fehlende persönliche Beratung, bieten die Discount Broker eine Fülle von Fonds im Angebot an und stellen genügend Informationsmaterialien und Analysentools zur Verfügung. Doch auch hier müssen die Fondsgesellschaften sich anstrengen, damit ihre Produkte in die Empfehlungsliste bzw. auf der Startseite der jeweiligen Anbieter auftauchen.
Ein anderer Weg ist seit 2000 der Handel über die deutschen Börse und über das elektronische Handelssystem Xetra. Inzwischen können Fonds ebenfalls über andere Handelsplattformen der Börsen München, Hamburg, Stuttgart, Düsseldorf und Berlin-Bremen geordert und verkauft werden. Vorteile für den Anleger ergeben sich aus dem Wegfall des Ausgabeaufschlags und die Möglichkeit zur Limitierung und Befristung der Fondsorder. Allerdings verlangen die Online Broker in Praxis eine zusätzliche Orderprovision und empfehlen weiterhin den Direktvertrieb über die Fondsgesellschaften. 27 Zudem ist zu beachten, dass eventuell zusätzliche Gebühren ausfallen, wie z.B. bei Teilausführungen der Order. Trotzdem erwarten Analysten große Aufwinde in diesem Bereich und versprechen deren Erfolg durch einen liquiden Handel von über Börsen gehandelten Fondsanteilen, niedrige Transaktionskosten sowie schnelle und sichere Abwicklung. Die Aussage wurde durch die Umsatzsteigerungen bei Fondshandel über Xetra bestätigt. Allein im Juni 2007 ist der Umsatz gegenüber dem Vorjahr mehr als 60% gestiegen. Auch der Marktanteil am Umsatz an allen deutschen Parkettbörsen hat sich von 23% auf 39% hochgeklettert. 28
2.4 Übersicht der Vor- und Nachteile von Fonds
Ob der Investmentfonds das richtige Finanzinstrument für einen Anleger ist, ist schwer zu beurteilen. Investmentfonds ermöglicht zwar dem Anleger einen bequemen Zugang zu den Finanzmärkten und je nach Anlageziel wird laut Definition sogar eine gewisse Diversifikation durch den Kauf eines einzelnen Investmentfonds erreicht. Doch die oben genannten Leistungen haben natürlich auch ihren Preis. Beim Investmentfonds gilt
27 Z.B. bei der ING-DiBa. Die Möglichkeiten bei Kauf- und Verkaufsorders werden an dem ABC-Online Broker
Demo zu Schau getragen
28 Vgl. Xetra Funds (Monatsstatistik 2007)
20 2 EINFÜHRUNG IN FONDS UND FONDSHANDEL
es deswegen auch wie bei allen anderen Kapitalanlagen: Vor- und Nachteile abwägen. In der folgenden Tabelle werden die Vor- und Nachteile dieses Finanzinstruments gegenübergestellt.
erheblich
Investitionssumme selber bestimmbar, z.B. Einmalanlage mit 1000 € oder Performance und Volatilität eines Fonds ist stark
kontinuierliche Investition in Form eines Sparplans für monatlich 50 €
Anlagebereichorientierte Investition
möglich (z.B. in Renten-, Immobilien-oder Europafonds) den Aktionären der Fall ist
Vermindertes Anlagerisiko gegenüber einzelnen Finanzinstrumenten wie Nur ein Drittel aller aktiv verwalteten Fonds
Wertpapieren, Aktien oder Derivate im vergleichbaren Anlagebereich, erreicht durch Streuung der Investition,
Fehlende Übersichtlichkeit bei der Auswahl der
29 Einzelheiten wurden im Kapitel 2.2. dargestellt.
Quote paper:
Ke Zhang, 2007, Entwurf und Realisierung eines Orderrouting- und Transaktionssystems für den Fondshandel , Munich, GRIN Publishing GmbH
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