Gliederung:
1. Einleitung 3
2. Ästhetik 4
3. Ästhetik als Authentizitätsfaktor der Inszenierung 7
4. Politische Inszenierung 9
5. Medien als Konstrukteure öffentlicher Meinung 10
6. Der Inszenierungsstaat 12
7. Kritische Stellungnahme 15
Literaturangaben: 16
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1. Einleitung
Ästhetik wird heutzutage in vielerlei Hinsicht zur Erklärung vermeidlicher, dem Auge wohl gesonnener Anblicke verwendet. Jedoch nimmt der Begriff oftmals falsche Züge an und wird in Zusammenhängen gebraucht, die im klassischen Sinne mit dem Begriff der Ästhetik nicht mehr viel zu tun haben. Trotzdem begegnet uns die Ästhetik ständig und überall als maßgeblicher Bestandteil von Inszenierungsprozessen, die uns im Alltag begleiten, sei es in Werbung, der Politik oder im Konsum allgemein. Die so genannte „Theorie der Schönheit“ hat eine grundlegende Bedeutung in der Inszenierung, die neben der Personalisierung, der Wahrnehmung und der Performance die Grundpfeiler der Theatralität bilden. Die Macher öffentlicher Meinung und Medien sind von der Theatralität ihrer Beiträge abhängig und müssen sich an gewissen Grundregeln orientieren um das vom entsprechenden Medienunternehmen gewünschte Ergebnis, mehr Quote, auch zu erreichen.
Doch welche Rolle spielt die Ästhetik, die im Grunde als Theorie zur Beschreibung des Schönen von Gottlieb Baumgarten entworfen wurde und maßgeblich in der Kunst Verwendung fand in einer Konsumgesellschaft, die sich selbst im Laufe der Jahre mehr und mehr von ihren eigenen Medien abhängig gemacht hat. Wird die Bedeutung der Ästhetik sowie ihre Auswirkung auf die öffentliche Meinung unterschätzt? Steckt hinter den alltäglich verwendeten Floskeln um die Ästhetik nicht eventuell eine Begrifflichkeitsverfälschung, die eine Konsumgesellschaft härter treffen kann als sie vermeidlich glaubt?
Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Ästhetik im modernen Sinne und versucht anhand verschiedener Beispiele die Bedeutung der Ästhetik in einen Zusammenhang zu stellen, der auf die unterschiedlichen Arten und Gattungen der uns heutzutage allseits umgebenen Medien anzuwenden ist. Warum also ist die Ästhetik, die, nach Richard Rorty als
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„das Isolierteste und am wenigsten angesehene Teilgebiet dessen, was man ‚Philosophie’ nennt“ 1 ,
einer der wichtigsten Bestandteile der heutigen Medieninszenierung? Welche Gewichtung wird ihr auf bestimmten Ebenen der modernen Berichterstattung zugesprochen und warum ist sie die Kernessenz der immer wichtiger werdenden Inszenierungsstrategien in Unterhaltung und Politik.
2. Ästhetik
Zunächst einmal möchte ich anhand einiger Beispiele den Wandel der Ästhetik im Laufe der Zeit verdeutlichen und am Ende dieses Abschnittes die Ästhetik im „modernen“ Sinne als Grundlage für meine weiteren Ausführungen definieren.
Im Jahre 1735 begründete Alexander Gottlieb Baumgarten mit seiner „Meditationes“ die Ästhetik als eigenständige philosophische Disziplin und gilt damit als Urvater der Ästhetik, der „Wissenschaft der sinnlichen Erkenntnis“. Auch Immanuel Kant verwies in seinen Vorlesungen an der Universität zu Königsberg immer wieder auf das von Baumgarten verfasste Werk „Aesthetica (Band I)“ und festigte so, als der wohl wichtigste Denker der deutschen Aufklärung, maßgeblich die Definitionen Baumgartens und unterstrich damit sein verfasstes Bild von Ästhetik, die uns heute als die klassische Theorie bekannt ist. In seiner 1798 verfassten „Apologie für die Sinnlichkeit“ schreibt Kant: „der Verstand solle die Sinnlichkeit (die an sich Pöbel ist, weil sie nicht denkt) nicht schwächen – aber nur deshalb nicht, weil es ohne sie keinen Stoff geben würde, der 1 Richard Rorty zitiert in Christoph Menke - Dimensionen ästhetischer Erfahrungen, Suhrkamp, Frankfurt, 2003
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zum Gebrauch des gesetzgebenden Verstandes verarbeitet werden könnte“. 2
Sinne sind also nur dazu da um dem Verstand den Stoff zu liefern. Kant räumt ihnen kein Bestimmungsrecht ein sondern transferiert diese auf die reine Vernunft. Anhand dieser Aussage wird klar, dass sich das Bild der Ästhetik zur Zeit Kants in einem großen Umbruch befand. Heutzutage spricht man von dem sich um 1750 vollzogenen Umbruch von der Klassik hin zur Modernen.
Auch auf intellektuellen Ebenen entstand durch eine wachsende Zahl von Wissenschaften und Wissenschaftlern, sowie eine Vielzahl von Gelehrten, die ihren eigenen Anspruch an die Ästhetik formulierten, eine neue „ästhetische Vielfalt“, die nicht nur „das aus dem Geist entsprungene und von der Natur losgelöste Schöne“ beschreiben sollte, sondern auch Disziplinen der kognitiven Ästhetik, der neuralen Ästhetik, der evolutionären Ästhetik, der alltäglichen Ästhetik, etc pp. hervorheben wollte. Diese neueren Formen der Ästhetik sollen an dieser Stelle erwähnt sein, jedoch in den weiteren Betrachtungen dieser Arbeit keine weitere Beachtung finden.
Die Ästhetik ist die wissenschaftliche Theorie der Beschreibung des „Schönen“, der Kallistik.
Nach Max Bense, Mathematiker, Philosoph und Semiotiker des 20. Jahrhunderts bedient sich die Ästhetik, anders als die Kunstphilosophie, die sich ein Werk vornimmt und es sich nach bestimmten Kriterien zum Gegenstand macht, der Ontographie. Nach seiner These beschreibt die Ästhetik ein Werk nach seiner Fertigstellung. Erst im Prozess des Beschreibens selbst kommt sie zu einem Ergebnis, das aus Experiment (das Werk selbst nach seiner Fertigstellung), Kritik (die schon auf das Werk auferlegte Meinung anderer) und Theorie (das unendliche Universum 2 Immanuel Kant, „Anthropologie in pragmatischer Hinsicht“, B13, 1798 aus Norbert Schneider, Geschichte der Ästhetik, Von der Aufklärung bis zur Postmoderne, S. 43, Reclam, Stuttgart, 1996
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Marco Metternich, 2006, Ästhetik, Munich, GRIN Publishing GmbH
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