Inhaltsverzeichnis:
Vorwort 3
1. Die Anfänge des Mossad 4
2. Ein kleiner Junge entzweit Israel 6
3. Von Kidons und Sajanim 8
4. Israels Atomprogramm 9
5. Spektakuläre Erfolge 11
5.1 Adolf Eichmann
5.1 Eine Mig für Israel
5.2 Bruch mit Frankreich
5.3 Der Erfolg von Entebbe
5.4 Angriff auf Osirak
6. Fehlgeschlagene Aktionen 18
6.1 Das Lillehammer Fiasko
6.2 Khalid Meshal
6.3 Die Panne von Liebefeld
7. Der Mossad im Zwielicht 21
7.1 Der Fall Jonathan Pollard
7.2 Die Ermordung Mehdi Ben Barkas
7.3 Iran Gate
2
Vorwort: Der nahöstliche Staat Israel ist von arabischen und größtenteils feindlich gesinnten, Staaten, wie z. B. Syrien umgeben. Mit allen von ihnen hat Israel in der Vergangenheit Krieg geführt. Jedes mal konnte die IDF (Israel Defense Forces, Israelische Armee) die Angriffe seiner Nachbarstaaten abwehren. Dies gelang nicht nur allein durch die Unterstützung der USA und anderer westlicher Staaten mit Waffen. Ein wesentlicher Bestandteil der überwältigenden militärischen Schlagkraft Israels beruht auf der Aufklärung durch seine Geheimdienste. Der schlagkräftigste Geheimdienst unter ihnen, ist der Auslandsgeheimdienst Mossad 1 . In diesem Dossier wird ein Einblick in die vielschichtigen Verstrickungen des Mossad in die Politik im Nahen Osten und der internationalen Politik gewährt. Ihm und seinen Spione, den sogenannten Katsas, ist es beispielsweise zu verdanken, dass die ägyptische Luftwaffe 1967 durch einen exakt ausgeführten Luftangriff der IAF (Israeli Airforce) am Boden zerstört werden konnte. In Ägyptens Luftwaffe eingeschleuste Agenten konnten genaueste Informationen über Abwehrmaßnahmen, Personal und Einsatzbereitschaft der Ägypter einholen. Der überraschende, israelische Angriff trug maßgeblich dazu bei, dass der ägyptische und syrische Angriff praktisch schon im Vorfeld scheiterte. Eine weitere verblüffende Leistung war die Entführung Adolf Eichmanns in Argentinien 1960. Der Hauptgegner des Mossad war lange Zeit die Palästinensische Befreiungsorganisation PLO. Man versuchte immer wieder ihren Anführer Jassir Arafat zu töten, was jedoch nie gelang. Allerdings wurden viele andere zum Teil hochrangige PLO-Mitglieder „eliminiert“. Trotz vieler Erfolge ist der Mossad in den letzten Jahren jedoch vermehrt in die Kritik geraten. Im Oktober 2000 ist der Agent Hanan Tannenbaum bei einer Geheimdienstaktion in der Schweiz von Hizbollah-Terroristen entführt wurden und gilt seitdem als vermisst. Internationale Kritik wurde immer lauter als Israels Regierung die Ermordung führender Terroristen in größerem Umfang ausführen ließ. Knapp vier Wochen nach der Ermordung des Hamas-Gründers Scheich Ahmed Jassins, tötete man seinen Nachfolger als Hamas-Führer Abdel Asis Rantisi im Gaza-Streifen. Diese und andere Personen wurden zwar zumeist von Raketen oder Bomben getroffen die von Flugzeugen oder Hubschraubern eingesetzt wurden, doch es waren oft Agenten am Boden, die die Luftwaffe über die Ziele aufklären konnte, indem sie den Aufenthaltsort der zu liquidierenden Personen ermittelten.
Entstanden ist der Mossad aus der Haganah, einer jüdischen Selbstschutzorganisation aus der Zeit des britischen Mandats in Palästina. Die Haganah legte bereits damals eine Brutalität bei der Bekämpfung, nicht nur ihrer Feinde, sondern auch sogenannter Verräter an den Tag wie
3
sie später für den Mossad bezeichnend werden sollte. Nach dem Prinzip Auge um Auge, Zahn um Zahn wurden alle Verantwortlichen des Massakers an der israelischen Olympiamannschaft in München 1972, derer man habhaft werden konnte, eliminiert. Neben dem Mossad gibt es noch weitere israelische Geheimdienste, wie zum Beispiel den Shin-Bet, den Inlandsgeheimdienst oder den Aman, den militärischen Geheimdienst. Eine enge Zusammenarbeit und ein regelloser Informationsaustausch dieser Dienste findet jedoch bis zum heutigen Tag nur in geringem Ausmaß statt. Stattdessen arbeiten die Dienste häufig gegeneinander und zeigen ein großes Kompetenzgerangel.
Der Mossad ist einer der wenigen Geheimdienste, der bei seiner Arbeit noch großen Wert auf den „Mann am Boden“ legt, der die Aufklärung durch Satelliten und Flugzeuge ergänzt. Von den 50 Milliarden US-Dollar, die weltweit für die Geheimdienstarbeit aufgewendet werden, geht in der Tat der größte Teil für teure elektronische Ausrüstung und Überwachungssysteme wie zum Beispiel Spionagesatelliten drauf. Mit diesem Geld werden auch Informanten und Helfer unterhalten.
1. Die Anfänge des Mossads
Wie bereits im Vorwort erwähnt, hat der Mossad seinen Ursprung in der Zeit als Palästina noch britisches Mandatsgebiet war. In diesem Gebiet lebten Juden und Moslems auf relativ kleinem geographischem Raum miteinander. Die Briten wendeten bei ihrer Mandatsausübung die gleiche Methode an, die sie auch bei ihren anderen Herrschaftsgebieten anwendeten. Sie versuchten, es allen Bevölkerungsgruppen und Ethnien gleich recht zu machen. Dies scheiterte in Palästina. Die arabische Bevölkerung fühlte sich übergangen, als 1917 die Balfour-Deklaration in Angriff genommen wurde. 2 Die Angriffe auf jüdische Einrichtungen und Zusammenstöße zwischen den beiden Volksgruppen nahmen zu.
An einem Freitag im September 1929 wurden von den Rabbinern möglichst viele Männer zusammengerufen, um gemeinsam an der Klagemauer zu beten. Sie wurden jedoch überraschender Weise von den Arabern angegriffen. Sie benutzten dabei Steine aber auch Schusswaffen. Es gab zwar viele Verletzte, aber niemand wurde bei dieser Attacke getötet. 2 In der Balfour-Deklaration spricht sich Großbritannien für eine jüdische Heimstatt in Palästina aus.
4
Trotzdem wurde den Beteiligten klar, dass sie vor weiteren Angriffen besser informiert sein sollten. Die Juden begannen einen Fond einzurichten, von dem Araber als Informanten angeworben werden sollten. Nicht nur die Sammlung an Informationen über die Araber wurde ständig erweitert, man begann auch damit, die britischen Mandatsherren auszuspionieren. Die Haganah bestand zu diesem Zeitpunkt bereits.
Ab 1933 begann die Auswanderung deutscher Juden nach Palästina, als sich zu jener Zeit das Hitler-Regime in Deutschland etabliert hatte. Der Jischuw, die jüdische Gemeinschaft in Palästina sorgte für ihre Versorgung und Unterbringung. Durch diese zusätzliche jüdische Einwanderung provoziert, revoltierten die Araber 1936 gegen die Juden und Briten. Diese Revolte konnte von den Briten vorerst unterdrückt werden.
Die Haganah wurde weiter ausgebaut, um auf künftige Attacken der arabischen Nachbarn besser gefasst zu sein. Sie wurde weiter verstärkt, als nach dem Ende des zweiten Weltkrieges klar wurde, dass es einen Exodus europäischer Juden nach Palästina geben würde. 1945 verfügte die Haganah bereits über eine politische Abteilung und eine Einheit, die für die Beschaffung von Waffen zuständig war. Juden, die während des Krieges in der Aufklärung und in den Geheimdiensten der Alliierten gedient hatten, waren eine willkommene Verstärkung für die jüdische Selbstschutzorganisation.
Die Flucht von Hunderttausenden ehemaligen jüdischen KZ-Häftlingen bescherte gleich zwei große Schwierigkeiten. Zum einen würden die Konflikte mit den Arabern unweigerlich wieder hochkommen und zum andern würden die Briten eine Einwanderung dieser Juden verhindern wollen. Es sollte vermieden werden, dass es zu einem Ungleichgewicht zwischen jüdischer und arabischer Bevölkerung kommt.
Die Juden bereiteten sich auf die drohende Konfrontation vor und es wurden Schiffe organisiert, damit die Flüchtlinge über den Seeweg nach Palästina einreisen konnten. Die Briten hatten Befehl keins, dieser mit Menschen meist völlig überladenen Schiffe, an Land kommen zu lassen. Dabei kam es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen den Flüchtlingen und den britischen Soldaten. Die Juden, die mit knapper Not den Vernichtungslagern entkommen waren, mussten nun abermals schweres Leid erdulden. Andererseits sollten schweren Auseinadersetzungen zwischen den Bevölkerungsgruppen im Nahen Osten vermieden werden, wodurch sich die britische Regierung dazu gezwungen sah, die Flüchtlinge teilweise mit brutaler Gewalt von der Einreise über das Meer abzuhalten. Der Exodus erfolgte jedoch auch über den Landweg, meist quer durch den Balkan.
5
1948 zogen sich die Briten aus Palästina zurück und im Mai wurde der Staat Israel gegründet. Daraufhin wurde der neue Staat von Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien angegriffen. Es war vor allem auch den überlegenen Geheimdienstinformationen zu verdanken, dass Israel im Juli 1949 so siegreich aus diesem Krieg hervorging.
Ben Gurion, der erste Ministerpräsident Israels, richtete nach dem Krieg fünf Geheimdienste ein. Durch schwere Unstimmigkeiten zwischen den verschiedenen Geheimdiensten, Ministerien und Regierungsbeamten, die um größtmögliche Macht und Einfluss kämpften, entschied sich Ben Gurion am 2. März 1951 dafür, alle, im Ausland stattfindenden Operationen, in einer einzigen Organisation zusammenzufassen. Der Mossad war geboren.
Wenige Wochen nach der Gründung des neuen israelischen Geheimdienstes wurden im Irak Dutzende, mit den Israelis kollaborierenden Juden und Araber, sowie zwei Mossad-Agenten festgenommen. 17 der Kollaborateure wurden zu lebenslanger Haft verurteilt, während die übrigens freigesprochen wurden. Die jüdischen Agenten wurden nach schwerer Folterung freigekauft.
Ein weiteres Fiasko geschah 1952, als man feststellte, dass der Mossad-Agent Theodore Gross als Doppelagent fungierte. Er war auch für den ägyptischen Geheimdienst tätig. Isser Harel, der kurze Zeit später Chef des Mossad werden sollte, lockte Gross zurück nach Tel Aviv. Dort wurde er verhaftet und zu 15 Jahren Haft verurteilt. Er verstarb während der Haft.
2. Ein kleiner Junge entzweit Israel
1962 bekam Isser Harel von Ministerpräsident Ben Gurion den Auftrag Jossele Schumacher ausfindig zu machen. Jossele war ein achtjähriger Junge, von dem vermutet wurde, dass er von der Sekte seines Großvaters, der ultra-orthodoxen Neturei Karta, entführt wurden war. Der Großvater namens Nachman Shtarkes hatte sich geweigert, der Polizei bei der Suche nach dem Jungen behilflich zu sein und wurde daher festgenommen. Schwere Proteste wurden daraufhin seitens der orthodoxen Juden entfacht und Ben Gurion geriet unter Druck, die Sache zu klären. Der Entführungsfall drohte das Land in zwei Lager zu spalten, die orthodoxen Juden auf der einen, die liberalen Juden auf der anderen Seite. Sie nutzten den Vorfall, um ihren Meinungsverschiedenheiten auch in anderen Dingen Luft zu machen. Da
6
Arbeit zitieren:
Bachelor of Arts in Social Science Markus Glatzel, 2004, Der Mossad, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Napoleon I. und das Herzogtum Warschau 1807 bis 1815
Geschichte Europa - and. Länder - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
Seminararbeit, 20 Seiten
Der Ausbruch der parallelen Polis aus der gesellschaftlichen Isolation...
Geschichte Europa - and. Länder - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
Hauptseminararbeit, 20 Seiten
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Markus Glatzel's Text Der Mossad ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Markus Glatzel hat den Text Der Mossad veröffentlicht
Markus Glatzel hat einen neuen Text hochgeladen
Ben-Gurion's Scandals: How the Haganah and the Mossad Eliminated Jews
N. Giladi, Naeim Giladi
0 Kommentare