Abkürzungsverzeichnis ..................................................................................................... 3
= Allgemeine Betriebswirtschaftslehre = Adjusted Present Value = Bürgerliches Gesetzbuch = Discounted Cash flow d. h. = das heißt = Deutsches Steuerrecht
= Grundsätze ordnungsgemäßer Unternehmensbewertung = Herausgeber i. d. F. = in der Fassung i. d. R. = in der Regel = Institut der Wirtschaftsprüfer
= Kleine und mittlere Unternehmen o. V. = ohne Verfasser P= P r e i s = Standard
= Unternehmensbewertung & Management U. v. = Urteil vom = verdeckte Gewinnausschüttung
Überblick über die Bewertungsverfahren
Schematische Darstellung des Ertragswertverfahrens
Varianten der DCF-Methode
1. Einleitung
Die Bewertung von Unternehmen gewinnt im Zuge der international und national ansteigenden Zahl von Unternehmenskäufen zunehmend an Bedeutung in der Betriebs- wirtschaft. 1 Kauf und Verkauf von Unternehmen und Unternehmensteilen sind ebenso wie Beteiligungen und Fusionen - insbesondere für Großbetriebe - zu einem wichtigen Bestandteil der Unternehmensstrategie geworden. 2 Die Unternehmensbewertung hat als Teilbereich der Investitionsrechnung aber auch eine starke Bedeutung für die Klein- und Mittelbetriebe. Einsatzgebiete in diesem Bereich sind z. B. der Gang an die Börse sowie die Vermögensübertragung auf die nachfolgende Generation aus Altersgründen. 3
Daneben können auch die Beurteilung der finanziellen Situation von Unternehmen sowie Schadensersatzleistungen, Verschmelzungen, der Austritt von Gesellschaftern aus Personengesellschaften, Abfindungen in bar (Squeeze-out) bzw. Aktien, die Bewertung von Marken, die zur Zeit ca. 50 % des Gesamtwerts eines Unternehmens ausmacht (Brand Valuation) und der Zugewinnausgleich bei Ehegatten gemäß §§ 1372-1390 BGB, Anlässe für eine Bestimmung des Unternehmenswerts sein. 4 5
Zur Bewertung von Unternehmen stehen der Betriebswirtschaftslehre als Gesamtbe- wertungsverfahren die Discounted Cash flow-Methode, die Ertragswertmethode sowie das Vergleichswertverfahren zur Verfügung. Diesen Bewertungsmethoden liegt zugrunde, dass der Unternehmenswert auf der Eigenschaft beruht, Gewinne zu erwirtschaften, die anschließend den Eigentümern des Unternehmens zufließen. 6
Des Weiteren sind noch als Einzelbewertungsverfahren das Substanzwertverfahren auf der Basis von Reproduktionswerten sowie auf der Basis von Liquidationswerten und als so genannte Mischverfahren das Mittelwert- sowie das Übergewinnverfahren bekannt. 7
1
Vgl. Mandl / Rabel, Unternehmensbewertung, S. 1.
2 Vgl. Jacob, ABWL, 5. Auflage, S. 708.
3 Vgl. Peemüller, Schwerpunkte der Unternehmensbewertung, UM 1/2003, S. 5 f.
4 Vgl. Olbrich, Unternehmensbewertung, S. 14 ff.
5 Vgl. Ernst / Schneider / Thielen, Unternehmensbewertungen, S. 1.
6 Vgl. von Borstel, Bewertung von StB-Praxen, UM 1/2003, S. 28 ff.
7 Vgl. Mandl / Rabel, Unternehmensbewertung, S. 28 ff.
2. Grundlagen der Unternehmensbewertung
2.1 Unternehmenswert versus Unternehmenspreis
Zwischen Unternehmenswert und Unternehmenspreis besteht ein wichtiger Unterschied. Das Sprichwort „Preis ist, was man zahlt, Wert das, was man bekommt“ macht diesen Unterschied deutlich.
Transaktionen finden nur statt, wenn der Wert für den Käufer den Kaufpreis, den der Verkäufer des Unternehmens fordert, übersteigt. 8
Ein Wert hat nur Bedeutung in Verbindung mit einem Menschen dem der Nutzen gespendet wird und ist abhängig von den Vorstellungen dieses Individuums. 9 Will man den Wert eines Unternehmens bestimmen, muss man den Nutzen kennen, den dieses Unternehmen seinem Eigentümer bzw. Investor stiftet. Der Wert eines Unternehmens wird von dem Nutzen bestimmt, den sein Inhaber aus ihm ziehen kann. Der betriebswirtschaftliche Nutzen beruht auf der Fähigkeit, Bedürfnisse des Wirtschafts- subjektes zu befriedigen. Er beruht daher auf quantifizierten Prognosen und gibt den Marktwert des Eigenkapitals wieder. Der Preis hingegen ergibt sich aus Angebot und Nachfrage, wird also wesentlich von der Nutzenschätzung der jeweiligen Käufer und Verkäufer bestimmt 10 und kann somit vom Unternehmenswert abweichen. Bei der Bewertung von Unternehmen sind aber neben den eben genannten monetären Nutzenströmen, wie zum Beispiel Entnahmen, auch nicht-monetäre Nutzenkomponenten, (Erhalt der Arbeitsplätze, Prestige, Macht) zu beachten. Im Prozess der Unternehmensbewertung wird den verschiedenen Nutzenströmen ein Wert, meist in Form eines Geldbetrages, zugeordnet.
Vom Wert eines Unternehmens ist also der Preis desselben abzugrenzen. Preise sind in Geld bezifferte Tauschwerte für verschiedenste Güter und werden in Verhandlungen oder auf den jeweiligen Gütermärkten gebildet. Aufgrund der Individualität der Unternehmen gibt es für sie regelmäßig keine Marktpreise. Der Wert ist also ein Faktor, der in die Preisbildung eingeht. Er ist aber immer vom Preis verschieden.
Für den Unternehmenskauf lässt sich folgende Gleichung aufstellen:
8
Vgl. Picot / Jansen, Moderne Bewertungsverfahren, Handelsblatt vom 16./17.04.1999, S. K 3.
9
Vgl. Behringer, Unternehmensbewertung KMU, 2. Auflage, S. 26.
10 Vgl. IDW Prüfungsstandards CD-ROM 2003 IDW S 1: Grundsätze zur Durchführungen von Unternehmensbewertungen, Punkt 2.4.
Quote paper:
Stephan Weber, 2004, Studienarbeit: Unternehmensbewertung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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