Inhaltsverzeichnis I
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 1
2 STAND DER TECHNIK 3
2.1 Problemstellung und Zielsetzung 3
2.2 Metallbearbeitung durch Fräsen 3
2.3 Schwingungen im Fräsprozess 4
2.4 Abtragssimulation 7
3 SIMULATION EINES FRÄSPROZESSES 11
3.1 Simulationsumgebung MATLAB 11
3.1.1 Einführung 11
3.1.2 Beschreibung der Funktionalität 11
3.2 Programmbeschreibung 12
3.2.1 Anforderungen an das Simulationsprogramm 12
3.2.2 Programmstruktur 16
3.2.3 Beschreibung und Aufbau der Software 17
3.3 Simulationsgenauigkeit Rechenzeit und Speicherkapazität 25
3.3.1 Einflüsse der Simulationsschrittweite auf die Oberflächenqualität 25
3.3.2 Analyse und Optimierung der Simulationsdauer mit Hilfe des Profilers 26
3.3.3 Optimierung von Rechenzeit und Speicherbedarf 26
4 VERSUCH 28
4.1 Versuchsaufbau 28 Versuchsaufbau..........................................................................................................28
4.2 Versuchsdurchführung 29
4.3 Auswertung 29
4.4 Vergleich der Simulation mit der Tastschnittmessung 31
4.5 Darstellung der Ergebnisse 32
5 PARAMETERSTUDIE 37
6 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK 53
Inhaltsverzeichnis II
6.1 Zusammenfassung 53
6.2 Ausblick 53
7 LITERATURVERZEICHNIS 55
8 ANHANG A
A1: QUELLCODE MATLAB-SIMULATION A
A2: QUELLCODE VERGLEICH DER SIMULATION MIT DER TASTSCHNITTMESSUNG F
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis III
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
Abbildung 1: Fremderregung 5
Abbildung 2: Selbsterregung 5
Abbildung 3: Beispielhafte Darstellung einer Stabilitätskarte 6
Abbildung 4: Verknüpfung von Würfel und Kugel 8
Abbildung 5: Erzeugung einer komplexen Geometrie mittels primitiver Körper und boolescher
Algebra 8
Abbildung 6: Beispiel einer kontinuierlichen Simulation der Bahngeometrie einer
Fräserschneide.........................................................................................................................9
Abbildung 7: Beispiel einer diskreten Simulation der Bahngeometrie einer Fräserschneide 10
Abbildung 8: Eingriffsbreite 13
Abbildung 9: Helixwinkel 14
Abbildung 10: Schwingungen in x- und y-Richtung 15
Abbildung 11: Tool-Centre-Point Verkippung um die x und y Achse 15
Abbildung 12: Beschreibung der Bahngeometrie eines Dreischneiders 21
Abbildung 13: Reduktion der Datenmenge 22
Abbildung 14: Erzeugung von xges........................................................................................22
Abbildung 15: Beispiel einer Sortierung der xges- yges- und zges-Matrizen 23
Abbildung 16: Struktogramm für den Abschnitt VIII 24
Abbildung 17: Ermittlung der Oberflächenkontur 24
Abbildung 18: Abhängigkeit der Qualität einer simulierten Oberfläche von dt und dh 25
Abbildung 19: Bearbeitung der Aluminiumplatte 29
Abbildung 20: Tastschnittmessung 30
Abbildung 21: Gegenüberstellung der Tastschnittmessung und der Simulation eines
schwingungsfreien Fräsprozesses 32
Abbildung 22: Variation der Schwingungsamplitude schw y 33
Abbildung 23: Variation der Phasenverschiebung verl_p.......................................................34
Abbildung 24: Tastschnittmessung und Simulation mit der ermittelten 35
Abbildung 25: Tastschnittmessung und Simulation einer verkleinerter Schwingungsfrequenz
(schw f 1288Hz) 35
Abbildung 26: Bahngeometrie der Schneiden eines Zweischneiders
schw f 1288Hz schw x 0mm schw y 0 1mm verl p 0 36
Abbildung 27: Variation der Schwingungsamplitude schw x Werte: 0 01mm 0 05mm 38
Abbildung 28: Variation der Schwingungsamplitude schw x Werte: 0 1mm 0 5mm 38
Abbildung 29: Variation der Schwingungsamplitude schw y Werte: 0 01mm 0 05mm 39
Abbildung 30: Variation der Schwingungsamplitude schw y Werte: 0 1mm 0 5mm 39
Abbildung 31: Variation der Schwingungsamplitude schw y Wert: 0 01mm 40
Abbildung 32: Variation der Schwingungsamplitude schw y Wert: 0 05mm 40
Abbildung 33: Variation der Phasenverschiebung verl p Werte: 0 10 50 90 41
Abbildung 34: Variation der Phasenverschiebung verl p Werte: 0 10 41
Abbildung 35: Variation der Phasenverschiebung verl p Werte: 0 50 42
Abbildung 36: Variation der Phasenverschiebung verl p Werte: 0 90 42
Abbildung 37: Variation der Schwingungsamplitude schw x Werte: 0 01mm 0 001mm 43
Abbildung 38: Variation der Schwingungsamplitude schw y Werte: 0 01mm 0 001mm 43
Abbildung 39: Variation der Schwingungsamplitude schw y Wert: 0 01mm 44
Abbildung 40: Variation der Schwingungsamplitude schw y Wert: 0 001mm 44
Abbildung 41: Variation des Vorschubes pro Zahn f z Werte: 0 1mm 0 18mm 0 25mm 45
Abbildung 42: Variation des Vorschubes pro Zahn f z Wert: 0 18mm 46
Abbildung 43: Variation des Vorschubes pro Zahn f z Wert: 0 25mm 46
Abbildung 44: Variation der Drehzahl n Werte: 23000U min 22000U min 21000U min 47
Abbildung 45: Variation der Drehzahl n Werte: 23000U min 22950U min 22900U min 47
Abbildung 46: Variation der Drehzahl n Wert: 23000U/min...................................................48
Abbildung 47: Variation der Drehzahl n Wert: 21000U/min...................................................48
Abbildung 48: Variation der Drehzahl n Werte: 23000U min 24000U min 25000U min 49
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis IV
Abbildung 49: Variation der Drehzahl n Werte: 23000U min 23050U min 23100U min 49
Abbildung 50: Variation des Werkzeugsdurchmessers D Werte: 16mm 25mm...................50
Abbildung 51: Variation des Werkzeugsdurchmessers D Werte: 20mm 25mm...................50
Abbildung 52: Variation des Werkzeugsdurchmessers D Werte: 32mm 25mm...................51
Abbildung 53: Variation der Schneidenanzahl Z Werte: 2 3 4.............................................51
Abbildung 54: Variation der Schneidenanzahl Z Wert: 2.......................................................52
Abbildung 55: Variation der Schneidenanzahl Z Wert: 3.......................................................52
Tabelle 1: Ratterfrequenzen 30
Nomenklatur und Abkürzungen V
Nomenklatur und Abkürzungen
n Drehzahl
Vorschub pro Zahn f z
D Fräserdurchmesser
R Fräserradius
Eingriffsbreite
a e
a p Schnitttiefe
Helix Helixwinkel
Z Schneidenzahl
Vorschubgeschwindigkeit v f
schw_f Schwingfrequenz
schw_x Schwingungsamplitude: Verlagerung des TCP in x-Richtung
schw_y Schwingungsamplitude: Verlagerung des TCP in y-Richtung
verl_p Phasenverschiebung zwischen schw_x und schw_y
verk_p Phasenverschiebung zwischen schw_a und schw_b
schw_a Schwingungsamplitude: Verkippung um TCP um x-Richtung
schw_b Schwingungsamplitude: Verkippung um TCP um y-Richtung
dt Simulationsschrittweite für die Zeit
T Schwingungsdauer
Tmax Modifizierte Schwingungsdauer
dh Simulationsschrittweite für die Fräserlänge
H Fräserlänge
Hmax Modifizierte Fräserlänge
3D Dreidimensional
2D Zweidimensional
FEM Finite-Elemente-Methode
HSC High-Speed-Cutting
TCP Tool-Centre-Point
CSG Constructive Solid Geometries
NC Numerical Control
CAD Computer Aided Design
FFT Fast Fourier Transformation
1 Einleitung 1
1 Einleitung
Fräsen ist ein Bearbeitungsverfahren mit geometrisch bestimmter Schneide und gehört zu den wichtigsten fertigungstechnischen Bearbeitungsverfahren. Wie in vielen Bereichen des Maschinenbaus steigen auch die Anforderungen an Produkte des Werkzeugmaschinenbaus. Die Produktionszeiten in der Fertigung werden wegen des steigenden Wettbewerbs immer kürzer, wobei die Ansprüche an die Qualität der Oberflächenbeschaffenheit steigen. Während eines Fräsprozesses kann es jedoch zu unerwünschten Schwingungen des Werkzeugs kommen, den sog. Ratterschwingungen, was zu einer Verschlechterung der Werkstückoberfläche führen kann. Daher ist es nahe liegend vor einem Fräsprozess die Oberflächenbeschaffenheit mittels einer Simulation vorherzusagen um dann gegebenenfalls Veränderungen der Prozessgrößen vorzunehmen wie z.B. eine Vorschubanpassung.
Die bisherigen Entwicklungen und Untersuchungen lassen jedoch noch viele Fragen hinsichtlich der entstehenden Oberflächenbeschaffenheit und vor allem der Schwingungsfrequenzen und -amplituden offen. Am Laboratorium für Werkzeugmaschinen (WZL) der RWTH-Aachen laufen daher einige Forschungsprojekte auf diesem Gebiet.
Im Rahmen dieser Arbeit wird unter MATLAB ein Programm für die Simulation der Oberflächenbeschaffenheit einer schwingungsbehafteten Fräsbearbeitung entwickelt und getestet.
Die zwei zentralen Ziele einer Oberflächensimulation sind zum einen vor dem eigentlichen Fräsprozess die Oberfläche mittels einer Simulation vorhersagen zu können und zum anderen nach einer Fräsbearbeitung anhand der Oberflächenbeschaffenheit des Werkstückes Rückschlüsse auf die im Fräsprozess wirkender Schwingungsfrequenzen und -amplituden zu ziehen. Im Rahmen dieser Studienarbeit wird vorrangig die Vorhersage der bearbeiteten Oberfläche ermöglicht. Die dafür zu entwickelnden Software-Werkzeuge und insbesondere entsprechende Verifikationsversuche dienen als Vorarbeit für einen späteren Rückschluss von der bearbeitenden Oberfläche auf die zugrunde liegende Schwingung.
Zu Beginn wird der Stand der Technik beschrieben. Es wird auf die Problemstellung einer Frässimulation und auf die bei einem Fräsprozess auftretenden Schwingungen eingegangen. Das folgende Kapitel befasst sich mit dem für die Simulation entwickelten Algorithmus. Die
1 Einleitung 2
verwendete Software (MATLAB) und die einzelne Programmabschnitte werden erläutert. Es wird ebenso die Problematik der Simulationsgenauigkeit und der Rechenzeit beschrieben. Das vierte Kapitel befasst sich mit dem Vergleich der Oberfläche eines realen Fräsprozesses mit dem aus der entwickelter Simulation erhaltenden Ergebnissen. Im vorletzten Kapitel wird eine Parameterstudie durchgeführt. Die Auswirkungen der Variation einzelner Parameter auf die entstandene Oberfläche werden anhand von Simulationsergebnissen sichtbar gemacht. Abschließend werden eine Zusammenfassung der Arbeit sowie ein Ausblick gegeben.
2 Stand der Technik 3
2 Stand der Technik
2.1 Problemstellung und Zielsetzung
Eine genaue Vorhersage der Oberflächenbeschaffenheit eines Fräsprozesses ist mit Hilfe einer numerischen Simulation problematisch, weil es zum einen eine große Anzahl an variablen Prozessparametern gibt (Prozess-, Schwingungs-, Material-, Maschinenparameter etc.) und zum anderen teilweise nicht bestimmbare und zufällige Randbedingungen vorliegen.
Die zwei zentralen Ziele der zu entwickelnden Simulation sind:
1. Noch vor dem eigentlichen Fräsprozess die erzeugte Oberflächenqualität
vorhersagen zu können.
2. Nach einem Fräsprozess anhand der entstandenen Oberfläche Rückschlüsse auf die
im Fräsprozess aufgetretenen Schwingungen zu ziehen (Kapitel 5). Die Problematik der numerischen Simulation eines Fräsprozesses ist die Basis für diese Arbeit. Das Ziel ist es, mit Hilfe von MATLAB einen Algorithmus für die Simulation eines instabilen Fräsprozesses zu entwickeln. Hierbei soll versucht werden die Simulationszeit und den Speicherbedarf zu minimieren und gleichzeitig eine akzeptable Darstellung der Oberfläche zu realisieren.
2.2 Metallbearbeitung durch Fräsen
Fräsen ist ein Bearbeitungsverfahren mit geometrisch bestimmter Schneide und gehört zu der Gruppe der trennenden Fertigungsverfahren. Die Entstehung der Form erfolgt durch das Abtragen von Spänen. Dabei vollzieht ein ein- oder mehrschneidiges Werkzeug (Fräser) eine drehende Bewegung, die mit einer Vorschubbewegung überlagert wird. Das Grundmaterial eines Fräsers muss verschleißarm und hitzebeständig sein und eine hohe Zähigkeit aufweisen.
Fräsen unterteilt sich in zwei Gebiete: das Schrupp-, und das Schlichtfräsen [SUR05]. Der Schruppprozess nimmt rund die Hälfte der Fräsbearbeitung in Anspruch. Dabei findet eine grobe Bearbeitung des Rohlings mit Werkzeugen großer Durchmesser statt. Das Ziel dieses Prozesses ist, so viel Material pro Zeit wie möglich ohne Rücksicht auf die Qualität der entstandenen Oberfläche abzutragen, d.h. ein hohes Zespanungsvolumen zu erzielen.
2 Stand der Technik 4
Für die Luftfahrt z.B. werden bei der Fertigung von Integralbauteilen bis zu 96% des Materials abgetragen. Daher ist ein hohes Zerspannvolumen ein sehr wichtiger Faktor. Hierbei treten große Kräfte auf, die Schwingungen des Werkzeugs und der gesamten Maschinenstruktur verursachen.
Beim Vorschlichten werden Werkzeuge kleinerer Durchmesser verwendet, um dort das Material abzutragen, wohin das vorherige Werkzeug wegen seiner Geometrie nicht vorrücken konnte [SUR05].
Bei einem Schlichtprozess wird versucht, eine möglichst glatte Oberfläche zu erzeugen um eine Nachbearbeitung zu erleichtern oder überflüssig zu machen.
Ein besonderer Bereich der Fräsbearbeitung ist das HSC-Fräsen (High-Speed-Cutting). Mit diesem Verfahren werden ein größeres Zeitspanvolumen und eine erhebliche Verbesserung der Oberflächenqualität erreicht. Während dieses Fräsprozesses wird die meiste erzeugte Wärme mit dem Span abgeführt, daher ist die Wärmeabfuhr mittels Kühlmittel nicht notwendig. Ursprünglich wurde dieses Verfahren entwickelt, um eine Durchtrennung der Graphitkörner bei der Bearbeitung von Graphitelektroden zu ermöglichen (Schnittgeschwindigkeit min. 700 m/min). Heute setzt man das HSC-Fräsen auch für die Bearbeitung von Leichtmetallen, Kunststoffen und Stählen ein.
2.3 Schwingungen im Fräsprozess
Bei einem Fräsprozess können unerwünschte Schwingungen auftreten, die entweder aus der Selbsterregung oder der Fremderregung hervorgehen.
Die Fremderregung wird durch die Zahneingriffsfrequenz, Störkräfte, die über das Fundament in die Maschine gelangen, Unwuchten sowie ungenaue Fertigung der Maschinenteile ausgelöst und ist für die Oberflächenqualität meist nicht von großer Bedeutung. Die Zahneingriffsfrequenz ist die Frequenz, mit der die Schneiden in das Werkstück eindringen. Charakteristisch für diese Schwingungsart ist, dass das Maschinensystem mit der Frequenz der Anregungskräfte schwingt. Wenn die Schwingungsfrequenz nahe der Eigenfrequenz der Maschine liegt, kann es zu größeren Amplituden kommen (Abbildung 1). Dies tritt aber nur bei periodischer Anregung auf. Bei anderen Anregungsarten (Impuls) schwingt die Maschine mit der Eigenfrequenz weiter, wobei die Schwingungsamplituden aufgrund der Dämpfung abklingen. Die erzwungene Schwingung lässt sich im allgemeinen reduzieren oder abstellen. Das wird dadurch bewerkstelligt, dass entweder die Störquelle beseitigt wird oder bei periodischer Anregung
2 Stand der Technik 5
die Anregungsfrequenz so geändert wird, dass sie nicht die Nähe der Eigenfrequenz der Maschine kommt [WEC06, WER73, KAL05].
Schwingungsamplitude
Abbildung 1: Fremderregung [WEC06]
Für die selbsterregte Schwingung sind der Regenerativeffekt, die Lagekopplung oder eine fallende F-v-Charakteristik verantwortlich. Die selbsterregte Schwingung verursacht eine schlechte Oberflächenqualität und hat einen hohen Werkzeugverschleiß zur Folge. Die Schwingungsamplitude steigt zunächst kontinuierlich mit der Schnitttiefe. Bei der kritischen Schnitttiefe a cr tritt ein schlagartiger Anstieg der Schwingungsamplitude auf (Abbildung 2) und der Fräsprozess wird instabil. Bei einer weiteren Erhöhung der Schnitttiefe steigt die Schwingungsamplitude weiter an. Diese Art der Schwingung nennt man Rattern. Es tritt nahe einer oder mehrerer Eigenfrequenzen der Maschine auf und insbesondere bei schlanken Werkzeugen. Es werden daher für die verschiedene Werkstoffe, Werkzeuge und Spindelsysteme Stabilitätskarten (Abbildung 3) angefertigt, aus denen man die Stabilitätsgrenze anhängig von der Drehzahl ablesen kann.
Schwingungsamplitude Schwingungsamplitude
Abbildung 2: Selbsterregung [WEC06]
2 Stand der Technik 6
Abbildung 3: Beispielhafte Darstellung einer Stabilitätskarte
Die fallende F-v-Charakteristik bedeutet, dass die Schnittkraft mit steigender Schnittgeschwindigkeit abnimmt. Dieses hat einen negativen Dämpfungseinfluss zur Folge, der auch zu Instabilitäten infolge selbsterregter Schwingungen führen kann. Eine selbsterregte Schwingung aufgrund der Lagekopplung kann bei gekoppelten Systemen, deren Eigenfrequenzen dicht aneinander liegen, auftreten. Durch gegenseitiges Beeinflussen dieser Eigenschwingungen kann die Neigung der Maschine zur Instabilität erhöht werden. Das wesentliche dynamische Problem bei spanenden Werkzeugmaschinen ist jedoch der Regenerativeffekt. Er wird durch die Regeneration der Spanungsdicke hervorgerufen. Diese Selbsterregung ist eine Folge der durch die fremderregte Schwingung entstandenen Oberflächenwelligkeit, die beim Fräsen bei Einschneiden der nächsten Schneide zu einer Anregung von Schwingungen führt [WEC06, WER73, KAL05].
2 Stand der Technik 7
2.4 Abtragssimulation
Um einen Fräsprozess zu simulieren, wurden viele Modelle und Methoden entwickelt sowie verschiedene Software verwendet.
Die häufigsten Fragestellungen an Zerspansimulationssysteme sind: resultierende Oberflächenbeschaffenheit
Belastungen auf die Maschine sowie der Werkzeugverschleiß Kollisionsfreiheit Ratterfreiheit
Eine numerische Simulation lässt sich in drei Phasen unterteilen:
1. Pre-Processing (Datenaufbereitung)
2. Solving (Berechnung)
3. Post-Processing (Ergebnisauswertung)
Im Pre-Processing werden Eingangsdaten verarbeitet (Materialdaten, Prozess-, und Schwingungsparameter, Werkzeuggeometrie etc.). Nach der Berechnung (Solving) werden die Ausgangsdaten durch Post-Processing ausgewertet und die Ergebnisse dargestellt [STR04].
Um die Oberflächenbeschaffenheit eines Fräsprozesses zu simulieren stehen im Allgemeinen drei Arten von Simulationsmethoden zur Verfügung:
1. analytische Methoden
2. kontinuierliche Methoden
3. diskrete Methoden
Im Folgenden werden diese Methoden am Beispiel von Möglichkeiten der geometrischen Prozesssimulation mit dem Ziel der Berechnung der Oberflächenbeschaffenheit näher erläutert.
2 Stand der Technik 8
Analytische Verfahren:
Hierbei wird die aktuelle Werkstückform über CSG (Constructive Solid Geometries) oder Konstruktive Festkörpergeometrie beschrieben, d.h. über die geometrische Grundmodelle Kugel, Zylinder, Torus, Zylinder etc. Diese Körper nennt man auch Primitive. Es gibt jedoch auch Programme, die mit Hilfe gekrümmter Oberflächen arbeiten, was eine mathematisch exakte Berechnung und Darstellung der Körper erlaubt [STA05, SAL95, WWW4].
Bei den Primitiven werden die komplexen Oberflächen und Körper mittels einfacher mathematischer Formen beschrieben und zwar über boolesche Mengenoperationen (Vereinigung, Differenz, Schnitt) gebildet, s. Abbildungen 4 und 5.
Vereinigung: Zwei
Vereinigung: Zwei
Objekte werden zu
Objekte werden zu
einem verschmolzen.
einem verschmolzen.
herausgeschnitten
herausgeschnitten
(subtrahiert).
(subtrahiert).
Abbildung 4: Verknüpfung von Würfel und Kugel [WWW4]
Abbildung 5: Erzeugung einer komplexen Geometrie mittels primitiver Körper und boolescher
Algebra [WWW5]
Kontinuierliche Verfahren:
Bei dieser Simulationsart ändern sich die Zustände permanent (kontinuierlich) (Abbildung 6). Solche Modelle werden in der Regel durch Differentialgleichungen beschrieben, da hier eine stetige Änderung des Systemszustandes über der Zeit zugelassen ist. Die Zeit geht dabei als unabhängige Größe ein.
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Alex Breisch, 2007, Oberflächensimulation für instabile Fräsprozesse, Munich, GRIN Publishing GmbH
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