Grundlagen des Bauzeichnens Thomas Braun
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Was versteht man unter Bauzeichnungen 3
3 Bauzeichnungsarten 4
4 Zeichnungsnormen 5
4.1 Aufgabe und Sinn der Normung 5
4.2 Wichtige Zeichnungsnormen 5
5 Zeichengeräte und deren Verwendung 6
6 Zeichenblätter 8
6.1 Zeichenpapier 8
6.2 Formate 8
6.3 Falten 9
6.4 Schriftfeld 9
7 Linienarten und Linienbreiten 9
8 Beschriftung 10
9 Maßstäbe 11
10 Bemaßen 11
11 Schlussbemerkung 13
12 Literaturverzeichnis 14
13 Anlagenverzeichnis 16
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Grundlagen des Bauzeichnens Thomas Braun
1 Einleitung
Was ermöglicht es, dass Bauten, wie das Empire State Building in New York, der Schwerkraft trotzen? Wie ist es möglich, dass unsere Häuser, Brücken und Stra- ßen trotz ständiger Belastung viele Jahre halten und oftmals sogar älter werden als wir Menschen selbst? Ohne korrekte Planung, genaue Berechnung der Statik 1 und einheitliche, für alle Fachleute verständliche Darstellung des Bauplans würde all dies nicht funktionieren. Die Anfänge technischer Zeichnungen und speziell des Bauzeichnens gehen zurück bis zu Ur- und Stammesgesellschaften. So entstan- den schon um 1400 v. Chr. beeindruckende Bauten, wie der Ägyptische Säulen- tempel des Amun-Re, oder der mit zahlreichen Räumen ausgestattete Palast des Königs Minos in Knossos in der Nähe der heutigen Stadt Iraklion auf Kreta (ca. 1500 v. Chr.). 2 Diese ständige und schnelle Entwicklung lässt erkennen, dass das heutige Bauwesen weit fortgeschritten ist, wenn man bedenkt, dass es keine Uto- pie mehr ist, Häuser zu bauen, die über 450 Meter hoch sind, wie das zur Zeit höchste Gebäude der Welt in Kuala Lumpure namens Petronas Towers. 3 Die folgende Arbeit soll einen Überblick darüber geben wie moderne Bauzeich- nungen gestaltet werden und welche Arbeitsmaterialien dabei zum Einsatz kom- men. Nach einer kurzen Definition werden Arten des Bauzeichnens, wichtige Zeichnungsnormen und Zeichengeräte vorgestellt. Ferner werden Zeichenblättern, Linien, Beschriftungen, Maßstäbe und Bemaßungen beschrieben.
2 Was versteht man unter Bauzeichnungen?
„Bauzeichnungen sind technische Zeichnungen von Bauwerken oder Bauteilen, wobei die zeichnerischen Darstellungen und Angaben nach einheitlichen Regeln bzw. nach DIN-Normen erfolgen. Sie enthalten die für die Beschreibung und Her- stellung wichtigen Angaben und müssen sachlich, eindeutig und verständlich sein“. 4
1 Lehre von den Kräften im Gleichgewicht.
2 Vgl. Sellenriek (1987, S. 35ff.).
3 Vgl. Microsoft Encarta Enzyklopädie 2003, Artikel: Petronas Towers.
4 Batran et. al. (1997, S. 316).
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Grundlagen des Bauzeichnens Thomas Braun
3 Bauzeichnungsarten Zeichnungsarten sind in der DIN 5 1356 definiert, worauf im nächsten Abschnitt ein- gegangen wird, und werden nach dem Zweck und der Darstellungsart eingeteilt. Zweckgebunden unterscheidet man Vorentwurfs-, Entwurfs-, Bauvorlage-, Ausfüh- rungs-, Abrechnungs- und Baubestandszeichnungen. In der Vorentwurfszeichnung ist das Entwurfskonzept für eine baulich geplante Anlage dargestellt. Ist dieses Entwurfskonzept durchgearbeitet, spricht man von der Entwurfszeichnung. Die Bauvorlagezeichnung ist durch alle Angaben ergänzt, „die gemäß nach den jewei- ligen Bauvorlagenordnungen der Länder oder nach den Vorschriften für andere öffentlich-rechtliche Verfahren gefordert werden“. 6 Nachdem die Bauvorlagezeich- nung unterzeichnet worden ist, wird die Ausführungszeichnung erstellt. Hier wer- den, alle für die Ausführung notwendigen Angaben eingebracht. Die Abrechnungs- zeichnung ist die Bauzeichnung, in der baulich ausgeführte Leistungen für die be- stimmten Gewerbe dargestellt sind. Sie dient, wie der Name schon sagt, der Ab- rechnung. In der Baubestandszeichnung werden schon vorhandene Objekte deut- lich gemacht.
Bei der Tragwerksplanung 7 und im Massivbau werden die Zeichnungen wie folgt unterteilt: Positionsplan, Schalplan, Rohbauzeichnung, Bewehrungszeichnung, Fertigteilzeichnung und Verlegezeichnung. Im Positionsplan sind die einzelnen Positionen mit der statischen Berechnung des Tragwerks angegeben. Bei dem Schalplan handelt es sich um eine Bauzeichnung des Beton-, Stahlbeton- und Spannbetonbau, in dem die einzuschalenden 8 Bauteile dargestellt sind. Wird die- ser mit allen für die Ausführung des Tragwerks erforderlichen Angaben ergänzt, spricht man von der Rohbauzeichnung. Die Bewehrungszeichnung ist im Stahlbe- ton- und Spannbetonbau die Tragwerksausführungszeichnung zur Herstellung der Bewehrung. 9 Für die Herstellung von Fertigteilen aus Stahlbeton, Spannbeton oder Mauerwerk nennt man diese Fertigteilzeichnung. Die Tragwerksausführungszeich- nung für den Zusammenbau von Fertigteilen heißt Verlegezeichung. 10
5 Abk. für Deutsche Industrie-Norm(en).
6 Batran et. al. (1997, S. 316).
7 Das Tragwerk hat die Aufgabe, alle auf ein Bauwerk einwirkenden Lasten aufzunehmen, sicher zu übertragen und auf das Fundament abzuleiten.
8 Mit Baustoffen zu verkleidende Teile.
9 Stabilisierungsmaßnahme, welche die Zug- und Schubkraft von z.B. Stahlbetonsäulen übernimmt. 10 Vgl. Lipsmeier (1998, S. 5-2).
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Grundlagen des Bauzeichnens Thomas Braun
Als Skizze, Zeichnung, Plan oder graphische Darstellung werden Bauzeichnungen eingeteilt nach der Darstellungsart bezeichnet. Die Skizze dient als Grundlage für auszuführende Zeichnungen und wird freihändig und nicht maßstäblich ausgeführt. Die Zeichnung hingegen wird maßstäblich nach Norm dargestellt. Der Plan veran- schaulicht Lage und Zuordnung von z.B. Gebäuden oder Heizungen, und in Dia- grammen werden uneinheitliche Größen kenntlich gemacht. 11
4 Zeichnungsnormen
4.1 Aufgabe und Sinn der Normung
„Norm“ kann mit Vorschrift, Regel oder Richtschnur definiert werden. Da eine gro- ße Anzahl von Menschen an der Planung und dem Bau eines Objektes beteiligt sind, muss die Darstellung von Bauzeichnungen einheitlich und unmissverständlich erfolgen. Normen sind unabdingbar, denn ohne diese einheitlichen Regeln wäre Arbeitsteilung im Bauwesen nicht möglich. Bauzeichnungen richten sich grundsätz- lich nach der DIN 1356, wobei Grundnormen von Zeichnungen auch Vorschriften der Weltnormenorganisation ISO 12 berücksichtigen.
4.2 Wichtige Zeichnungsnormen
Für die komplette Ausführung von Bauzeichnungen sind trotz der einheitlichen DIN 1356, in welcher die Zeichnungsarten, Darstellungen (Schnitte, Ansichten, Grund- risse), Bemaßungen, Schraffuren, Abkürzungen und sogar das Lesen von Zeich- nungen vordefiniert ist, immer mehrere Normen zu beachten. Beispielsweise be- fasst sich die DIN 476 mit Papierformaten, die DIN 823 mit Blattgrößen und Maß- stäben, die DIN 6771 mit Schriftfeldern oder die DIN 5 mit Axonometrischen Pro- jektionen. Dies war nur eine kleine Auswahl der zahlreichen DIN-Vorschriften. Des Weiteren existieren auch Fachnormen aus den Bereichen Bautechnik, Holztechnik oder Hochbau. 13 Die DIN ist also ein umfassendes Regelwerk, welches es unbedingt zu beachten gilt. Ebenso werden Zeichengeräte, wenn auch nicht in der DIN erfasst, gezielt eingesetzt um diese Vorschriften zu erfüllen. Im nächsten Kapitel dieser Arbeit werden Zeichengeräte, auch im Hinblick auf ihre Verwendung vorgestellt.
11 Vgl. Batran et. al. (1997, S. 316).
12 Abk. für Internationale Normungsorganisation.
13 Vgl. Batran a.a.O., S. 317.
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Grundlagen des Bauzeichnens Thomas Braun
Zeichengeräte und deren Verwendung 14
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In der heutigen Zeit ist der technische Fortschritt nicht mehr aus unserer Gesell- schaft wegzudenken. Aus diesem Grund gewann in den letzten Jahren auch die Computernutzung im Bauzeichnen stark an Bedeutung. Es sind viele verschiedene Zeichenprogramme auf dem Markt, wie zum Beispiel Nemetschek, AutoCAD, CARD/1 oder Drawbase.
Allerdings wird bei der Ausbildung zum Bauzeichner auf die traditionelle Art und Weise zurückgegriffen. Hierbei gehören folgende Zeichengeräte zur Grundausstat- tung: 15
a) Das Zeichenbrett bzw. –platte:
Das Zeichenbrett kann verschiedene Größen haben, von A4 bis A0 16 . Beim Arbeiten ist darauf zu achten das Blatt richtig und gerade in die dafür vorge- sehene Klemmvorrichtung einzuspannen. Es gibt auch Zeichenbretter, die nicht über Klemmvorrichtungen verfügen. Hier ist das Blatt mit Klebeband zu befestigen.
b) Der Zeichenmaßstab:
Dieser hat in der Regel eine Länge von 30 cm und ist ein Dreikant, Redukti- onsmaßstab oder Zeichenmaßstab mit Griffleiste. Maßstäbe sind in ver- schiedenen Teilungen verfügbar. Für das Bauzeichnen empfiehlt sich je nach Objekt die Teilung 1:2 / 1:5 / 1:10 / 1:20 / 1:50 und 1:100.
c) Die Zeichenstifte:
Für das Zeichnen verwendet man den altbewährten Bleistift, den Minen- klemmstift und den Feinminenstift, welche alle in verschiedenen Härtegra- den erhältlich sind. Für das Vorzeichen sollte man H oder 2H (hart) und zum Auszeichnen HB, F oder B (weich – mittel) benutzen. Des Weiteren dienen Tuschefüller zum Zeichnen und Beschriften, die eine Breite gemäß den ver- schiedenen Linienbreiten von 0,18mm bis 2,0mm haben. Den verschiede- nen Breiten sind verschiedene Farben zugeteilt. Weiß steht für die Linien- breite 0,25mm, gelb für 0,35mm, braun für 0,5mm und blau für 0,7mm. Je nach Hersteller findet man diese Farben auch auf Feinmienenstiften wieder.
14 Anlage 1 (S. 16 dieser Arbeit).
15 Vgl. Batran a.a.O., S. 318.
16 Gemäß DIN 476 (vgl. Abschnitt 4.2 dieser Arbeit).
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Thomas Braun, 2005, Grundlagen des Bauzeichnens, Munich, GRIN Publishing GmbH
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