Die Alters- Krankheit Demenz (speziell: Alzheimersche Krankheit) Thomas Braun
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 4
2 Begriffliche Einordnung von Demenz 4
3 Arten von Demenz 5
4 Demenz vom Alzheimer Typ 7
4.1 Mögliche Ursachen 8
4.2 Symptome und Phasen 9
5 Neurobiologische Grundlagen der Demenz von Alzheimer Typ 10
5.1 Physikalische Auffälligkeiten 11
5.2 Neurochemische Veränderungen 13
6 Therapeutische Überlegungen bezüglich der DAT 14
7 Schlussbemerkungen 15
8 Literaturverzeichnis 19
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Die „Alters-“ Krankheit Demenz (speziell: Alzheimersche Krankheit) Thomas Braun
Anlagenverzeichnis
Anlage 1: Altersabhänge Häufigkeit der Demenz......................... S. 16 N
Anlage 2: Gehirn mit Alzheimer-Krankheit ................................... S. 16 N
Anlage 3: Mögliche Ursachen der Alzheimerschen Demenz....... S. 17 N
Anlage 4: Stadien der Alzheimer Krankheit nach Reisberg ........ S. 18 N
Anlage 5: Anatomie des Gehirns ................................................... S. 18 N
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Die „Alters-“ Krankheit Demenz (speziell: Alzheimersche Krankheit) Thomas Braun
1 Einleitung
Jeder kennt das Vergessen. Jeder stellte sich selbst schon einmal Fragen wie: „Hab ich die Rechnung bezahlt? Was hatte ich vor? Wo sind meine Hausschuhe?“. Doch was ist wenn das Vergessen zum Alltag wird? Wenn das Gehirn nicht mehr fähig ist sich Sachen zu merken und andere Aufgaben auszuführen? Diese Phänomene sind längst kei- ne Ausnahme mehr. Mehr als 10% der über 75jährigen und 20-50% der über 85jährigen Men- schen sind davon betroffen. 1 Die Rede ist von der Krankheit Demenz. Menschen die daran
leiden werden von zunehmenden Störungen von Erkennen, Gedächtnis, Orientierung, Denken und weiteren Fähigkeiten gequält. 2
Da das durchschnittliche Lebensalter aufgrund des medizinischen Fortschritts ständig steigt, stellen Demenzerkrankungen und vor allem die Alzheimersche Krankheit ein immer größer werdendes Problem dar. „Demenz ist eine Krankheit, die den Menschen bei seiner höchsten Gabe packt, dem Verstand.“ 3
Die folgende Arbeit soll einen Überblick über das Erscheinungsbild und den Verlauf dieser Krankheit, speziell der Demenz vom Alzheimer Typ (DAT), geben. Nach einer kurzen Defi- nition von Demenz sollen die verschieden Arten abgegrenzt werden. Daraufhin möchte ich näher auf die Alzheimerkrankheit eingehen, wobei mögliche Ursachen, Symptome und Pha- sen beschrieben werden. Ferner soll eine Beschreibung der neurobiologischen Grundlagen der DAT erfolgen und kurz auf therapeutische Überlegungen bezüglich der Alzheimerschen Krankheit eingegangen werden.
2 Begriffliche Einordnung von Demenz
Das Wort Demenz, auch Dementia, stammt aus dem Griechischem und bedeutet soviel wie „ohne Geist“ 4 . Demenz wird definiert als „eine durch äußere Einflüsse hervorgerufene Form
organischer Hirnschädigungen, die den teilweisen oder fast vollständigen Verlust einst beses- sener intellektueller Fähigkeiten beinhaltet“. 5 Typisch für Demenzen sind Gedächtnis- und
Verhaltensstörungen. Vor geraumer Zeit wurde sie (fälschlicherweise) auch als „Zerebralskle- rose“, „Verkalkung“ oder „Senilität“ bezeichnet. 6 Das Schwinden der kognitiven 7 Fähigkeiten 1 Anlage 1: Altersabhänge Häufigkeit der Demenz. (S. 15 dieser Arbeit).
2 Vgl. Krämer (1993, S. 15f).
3 Furtmayr-Schuh (1992, S. 23).
4 Abgeleitet aus dem Lateinischem (de: ohne; mens: Geist, Verstand).
5 "Demenz." Microsoft® Lernen und Wissen 2006 [DVD]. Microsoft Corporation, 2005. 6 Vgl. Krämer (1993, S. 56).
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geschieht dabei chronisch fortschreitend und degenerativ. Somit erfolgt eine Abgrenzung zu angeborenen geistigen Behinderungen. Obwohl mit höherem Alter auch die Wahrscheinlich- keit einer Demenzerkrankung steigt, gehören die Beschwerden ebenso nicht zu der normalen Altersentwicklung. Aufgrund dessen sind die Patienten behandlungsbedürftig und eine recht- zeitige Behandlung kann die Schwere der Erkrankung abmildern. Doch ist Demenz nicht di- rekt als einzelne Krankheit zu verstehen, sondern als Überbegriff für viele Krankheiten bei denen mehrere Beschwerden kombiniert sind. Auf die wichtigsten Arten bzw. Unterteilungen soll im folgenden Abschnitt eingegangen werden.
3 Arten von Demenz
Streng genommen beschreibt der Begriff Demenz das Syndrom des Verlustes geistiger Fähig- keiten. Ein Syndrom wiederum ist durch diverse Krankheitszeichen charakterisiert, welche ein bestimmtes Krankheitsbild formen. Man unterscheidet primäre (hirnorganische) und se- kundäre (nicht-hirnorganische) Demenzformen. Primäre Demenzformen machen 90 Prozent aller Demenzfälle bei über 65-jährigen aus. Zu ihnen zählen die Demenz vom Alzheimer Typ und vaskuläre Demenzen sowie Mischformen dieser beiden. 8
Die am Häufigsten auftretende Form primärer Demenzen ist die Alzheimersche Krankheit, deren Bezeichnung auf den bayrischen Psychiater Alois Alzheimer zurückgeht. 9 Da im Ver-
lauf dieser Arbeit noch spezieller auf die Alzheimersche Krankheit eingegangen werden soll, möchte ich zunächst andere Demenzformen beschreiben.
Die zweithäufigste Art ist die Multiinfarktdemenz (MID). Diese Erkrankungen sind, wie der Name schon sagt, hauptsächlich durch viele kleinere, immer wieder auftretende Hirndurch- blutungsstörungen (Infarkte) geprägt und werden deshalb auch als zerebrovaskuläre bzw. ge- fäßbedingte Demenzen beschrieben. Die zerebralen Infarkte unterschiedlichen Ausmaßes nehmen im Krankheitsverlauf ständig zu, wodurch nach und nach das Hirngewebe zerstört wird. Da gesunde Teile des Gehirns die Aufgaben geschädigter Gehirnareale zum Teil über- nehmen können, wird die Krankheit oft erst in späten Stadien bemerkt. 10 Zum Zeitpunkt der
Diagnose kann schon mehr als ein Drittel des Gehirns geschädigt sein. Im Unterschied zur Alzheimerschen Krankheit, die schleichend verläuft, ist der Verlauf der Mutiinfarktdemenz zumindest am Anfang stufenförmig zu beschreiben. Durch jeden Schlaganfall wird ein neuer 7 Das Erkennen, das Wahrnehmen betreffend.
8 Vgl. www.alzheimerinfo.de (Stand: 26.11.2005).
9 Vgl. Furtmayr-Schuh (1992, S. 31).
10 Vgl. Reinbold (1993, S. 11).
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Teil des Gehirns zerstört und somit die Hirnleistung um eine weitere Stufe verschlechtert. Im weitern Krankheitsverlauf ist sie allerdings nur schwer von der Demenz vom Alzheimer Typ zu unterscheiden. Im Falle dass keine weiteren Infarkte auftreten, stagniert die Krankheit auf einer bestimmten Stufe. Es ist sogar möglich, dass sich das Krankheitsbild verbessert. 11 Als
Risikofaktoren gelten vor allem „Myokardinfarkte und andere kardial bedingte Krankheiten (z.B. Angina pectoris), bei denen die Arteriosklerose mitwirkt, Hypertonie und periphere vaskuläre Erkrankungen , Diabetis mellitus, transitorische ischämische Attacken, aber auch Übergewicht und Nikotingenuß“. 12 Auf diese Risikofaktoren richtet sich die medizinische
Behandlung der Multiinfarktdemenz. Des Weiteren wird mit durchblutungsfördernten Maß- nahmen versucht die Durchblutungsstörungen zu behandeln. Diese Maßnahmen sollen die Fließeigenschaften des Blutes oder die Verwertung von Zucker und Sauerstoff im Gehirn verbessern. 13 Die Mischformen der primären Demenz sind eine Kombination aus neurodege-
nerativen, wie sie bei der Alzheimer Demenz auftreten, und vaskulären Veränderungen des Gehirns.
Sekundäre Demenzen beschreiben im Gegensatz zu Primären, Demenzen als Folge anderer Erkrankungen. Beispielsweise können nicht-hirnorganische Demenzen durch Hirn- geschwulste, einer Herz-Kreislauf-Erkrankung oder einer Hirnverletzung hervorgerufen wer- den. Aber auch Gifte wie Alkohol oder andere Drogen, sowie Arzneistoffe können dazu füh- ren. Die geistige Leistungsfähigkeit normalisiert sich in den meisten Fällen wieder, wenn die Grunderkrankung wirksam behandelt wird, Verletzungen geheilt sind oder Gifte das Gehirn nicht mehr belasten. 14
Depressive Erkrankungen, bei denen Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme auftreten, sind von dementiellen Erkrankungen abzugrenzen, obwohl eine Unterscheidung auch für Fachleu- te recht schwierig ist. Die als „Pseudodemenz“ bezeichneten depressiven Erkrankungen sind durch ein ähnliches Verhaltensbild gekennzeichnet wie Demenzkrankheiten. So reagieren an Pseudodemenz erkrankte Menschen ebenso mit Interesselosigkeit, depressiven Gefühlszu- ständen und Rückzug. Wird die Erkrankung falsch diagnostiziert, können einige Medikamen- te, wie Beruhigungsmittel oder Neuroleptika, die zur Linderung von Demenzen verabreicht werden, depressive Symptome sogar verstärken. 15 Meist kann aber durch längere Beobach-
tung der Patienten eine eventuelle Psydodemenz erkannt werden, da sie in der Regel den Be- 11 Vgl. Furtmayr-Schuh (1992, S. 30f).
12 Denzler et. al. (1989, S. 44).
13 Vgl. Reinbold (1993, S. 17).
14 Vgl. www.alzheimerinfo.de (Stand: 26.11.2005).
15 Vgl. Reinbold (1993, S. 18f).
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Quote paper:
Thomas Braun, 2006, Die (Alters-) Krankheit Demenz aus neurowissenschaftlicher Perspektive, Munich, GRIN Publishing GmbH
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