Der International Accounting Standard Board (IASB) veröffentlichte am 31.04.2004 u.a. die Änderung von IAS 38, welcher die Bilanzierung von erworbenen und selbstgeschaffenen immateriellen Vermögenswerten regelt. Wichtigste Zielsetzung des Standards ist es, aufgrund der wachsenden Bedeutung immaterieller Vermögenswerte die Darstellung im Jahresabschluss zu verbessern.
[..]Zielsetzung dieser Arbeit ist es, Instrumente zu finden, mit denen das Controlling die Bilanzierung der Entwicklungsausgaben für selbstgeschaffene immaterielle Vermögenswerte im Unternehmen unterstützen kann.
[..]Bei der Suche nach geeigneten Nachweisen für die Bilanzierung wurde besonders Wert darauf gelegt, Instrumente der traditionellen Kostenrechnung anzuwenden und den aktuellen Erfordernissen anzupassen.
[..]Die Gliederung der Arbeit baut sich entsprechend der Vorgehensweise der Bilanzierung auf.
Im ersten Teil werden grundlegende Definitionen geliefert, die zum allgemeinen Verständnis beitragen sollen. Es wird u.a. eine Abgrenzung von immateriellen zu materiellen Vermögenswerten vorgenommen und eine ausführliche Einführung zur Ziel- und Aufgabenstellung des Controllings im Unternehmen geliefert.
Im zweiten Teil der Arbeit wird der Bilanzansatz selbstgeschaffener immaterieller Vermögenswerte nach IFRS erläutert und die sich daraus ergebende Aufgabenstellung für das Controlling erörtert. Im Vordergrund dieses Kapitels steht die Definition der postenspezifischen Bilanzansatzkriterien für Entwicklungskosten und deren Nachweis durch das Controlling.
Die Bewertung selbstgeschaffener immaterieller Vermögenswerte steht im Mittelpunkt des dritten Kapitels. Dabei wird der Erstellungsprozeß in eine Forschungs- und Entwicklungsphase gegliedert und spezifische Merkmale der Phasen erläutert. Im Anschluss wird die Aktivierung von Entwicklungskosten erörtert und mögliche Instrumente des Controllings vorgestellt,
welche die Erfassung der Kosten im Forschungs- und Entwicklungsbereich eines Unternehmens erleichtern und die Ermittlung der Entwicklungskosten unterstützen.
Der vierte Teil faßt die Ergebnisse der Arbeit zusammen und erläutert die gewonnenen Erkenntnisse. Es werden Rückschlüsse für die zukünftige Bilanzierung selbstgeschaffener immaterieller Vermögenswerte gezogen und Anwendungshinweise geliefert.
Inhaltsverzeichnis
1 Selbstgeschaffene immaterielle Vermögenswerte in der IFRS Bilanz
2 Grundlegende Begrifflichkeiten
2.1 Abgrenzung immaterieller Vermögenswerte
2.2 Konzept des Controllings
2.2.1 Inhaltsdefinition und Zielsetzung des Controllings
2.2.2 Allgemeine Aufgaben des Controllings
2.3 Einsatzvarianten des Controllings
2.3.1 Das Forschungs- und Entwicklungscontrolling
2.3.2 Das Projektcontrolling
2.4 Die Unternehmensplanung
3 Bilanzansatz selbstgeschaffener immaterieller Vermögenswerte
3.1 Ansatzvoraussetzungen für die Aktivierung immaterieller Vermögenswerte
3.2 Zusätzliche Ansatzvoraussetzungen für selbstgeschaffene immaterielle Vermögenswerte
3.3 Nachweis der Ansatzkriterien durch das Controlling
3.3.1 Produktionsdurchführungs- und -programmplanung als Nachweis der technischen Realisierbarkeit
3.3.1.1 Grundlegende Bedeutung und Anwendung
3.3.1.2 Anwendung als Nachweis der technischen Realisierbarkeit
3.3.2 Investitions- und Finanzierungspläne als Nachweis der beabsichtigten Fertigstellung
3.3.2.1 Grundlegende Bedeutung und Anwendung
3.3.2.2 Anwendung als Nachweis für die beabsichtigte Fertigstellung
3.3.3 Maßnahmen-/Ressourcenpläne und Kapazitätspläne zum Nachweis der notwendigen Ressourcen
3.3.3.1 Grundlegende Bedeutung und Anwendung
3.3.3.2 Anwendung als Nachweis der notwendigen Ressourcen
3.3.4 Unternehmensanalyse und Umfeldanalyse als Nachweis einer internen oder externen Vermarktung
3.3.4.1 Grundlegende Bedeutung und Anwendung
3.3.4.2 Anwendung als Nachweis der internen und externen Vermarktung
3.3.5 Plankostenrechnung und Prognosekostenrechnung zur Bestimmung eines wirtschaftlichen Nutzens
3.3.5.1 Grundlegende Bedeutung und Anwendung
3.3.5.2 Anwendung als Instrumente zum Nachweis eines künftigen wirtschaftlichen Nutzens
3.3.6 Projektorganisation und Projektstrukturplan zur zuverlässigen Bestimmung der Kosten
3.3.6.1 Grundlegende Bedeutung und Anwendung
3.3.6.2 Anwendung als Nachweis für eine zuverlässige Bestimmung der Kosten
4 Bewertung selbstgeschaffener immaterieller Vermögenswerte
4.1 Erstbewertung
4.1.1 Trennung von Forschung und Entwicklung
4.1.2 Bemessung der Forschungsausgaben
4.1.3 Bemessung der Entwicklungsausgaben
4.2 Konsequenzen für das Controlling bei der Bemessung der Entwicklungskosten
4.2.1 Ermittlung und Erfassung der Entwicklungskosten
4.2.1.1 Die Projektkostenrechnung
4.2.1.1.1 Grundsätzliche Bedeutung und Vorgehensweise
4.2.1.1.2 Die Projektkostenrechnung als Instrument zur separaten Erfassung des Forschungs- und Entwicklungsaufwandes
4.2.1.2 Die Lebenszyklusrechnung
4.2.1.2.1 Grundsätzliche Bedeutung und Vorgehensweise
4.2.1.2.2 Die Lebenszyklusrechnung als Instrument des Projektcontrollings zur Erfassung der Vorlaufkosten
4.2.1.3 Die Prozeßkostenrechnung
4.2.1.3.1 Grundsätzliche Bedeutung und Vorgehensweise
4.2.1.3.2 Die Prozeßkostenrechnung als Instrument des Projektcontrollings zur Erfassung der Forschungs- und Entwicklungskosten
4.2.2 Kontrolle der Entwicklungskosten
4.2.2.1 Die Zielkostenrechnung
4.2.2.1.1 Grundsätzliche Bedeutung und Vorgehensweise
4.2.2.1.2 Die Zielkostenrechnung als Instrument des Projektcontrollings zur Festlegung und Kontrolle der Entwicklungskosten
5 Anwendungserkenntnisse und Rückschlüsse auf die Bilanzierung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie das Controlling die Bilanzierung von Entwicklungsausgaben für selbstgeschaffene immaterielle Vermögenswerte nach IFRS-Vorschriften unterstützen kann, insbesondere durch die Bereitstellung geeigneter Nachweise für die Aktivierungskriterien.
- Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte nach IAS 38
- Methoden des Projekt- und Forschungs- und Entwicklungscontrollings
- Kostenrechnungsverfahren zur Nachweisführung (Plankosten-, Lebenszyklus-, Prozeßkostenrechnung)
- Kontrollinstrumente wie die Zielkostenrechnung
- Herausforderungen bei der Abgrenzung von Forschungs- und Entwicklungsphasen
Auszug aus dem Buch
3.3.1.1 Grundlegende Bedeutung und Anwendung
Ziel einer Produktionsdurchführungsplanung ist die wirtschaftliche und technische Realisierung der Fertigung im Unternehmen. Basis für die Produktionsdurchführungs- bzw. Produktionsmaßnahmeplanung stellt die Produkt- und Programmplanung eines Unternehmens dar.
Die Produktionsdurchführung plant die Bereitstellung der benötigten Produktionsfaktoren und den Ablauf der Produktion.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Selbstgeschaffene immaterielle Vermögenswerte in der IFRS Bilanz: Einführung in die Problematik der Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte und die Rolle des IAS 38 bei der Standardisierung.
2 Grundlegende Begrifflichkeiten: Definition von Vermögenswerten und Erläuterung der Funktionen sowie Einsatzgebiete des Controllings.
3 Bilanzansatz selbstgeschaffener immaterieller Vermögenswerte: Detaillierte Darstellung der Anforderungen für eine Aktivierung und wie betriebswirtschaftliche Planungs- und Kontrollinstrumente als Nachweis dienen können.
4 Bewertung selbstgeschaffener immaterieller Vermögenswerte: Auseinandersetzung mit der Erstbewertung sowie den Methoden zur Ermittlung, Erfassung und Kontrolle von Entwicklungskosten.
5 Anwendungserkenntnisse und Rückschlüsse auf die Bilanzierung: Kritische Reflexion der Herausforderungen bei der praktischen Anwendung der Nachweisinstrumente und der Spielräume in der Bilanzpolitik.
Schlüsselwörter
IFRS, IAS 38, immaterielle Vermögenswerte, Controlling, Forschungs- und Entwicklungscontrolling, Projektcontrolling, Entwicklungskosten, Plankostenrechnung, Lebenszyklusrechnung, Prozeßkostenrechnung, Zielkostenrechnung, Bilanzierung, Aktivierung, Vorlaufkosten, Unternehmensplanung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die Herausforderungen bei der Aktivierung selbstgeschaffener immaterieller Vermögenswerte nach den IFRS-Standards und zeigt auf, wie das Controlling durch gezielte Instrumente die notwendigen Nachweise erbringen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Schnittstelle zwischen Rechnungslegung (IAS 38) und internem Controlling sowie der praktischen Anwendung von Kostenrechnungssystemen für die Bilanzierung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, Instrumente zu identifizieren und zu evaluieren, mit denen das Controlling die Bilanzierung von Entwicklungskosten für immaterielle Vermögenswerte im Unternehmen methodisch unterstützen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deduktive Analyse unter Anwendung einschlägiger betriebswirtschaftlicher Literatur, insbesondere zur Kostenrechnung und Planung, um die Anforderungen der IFRS mit Controlling-Instrumenten zu verknüpfen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Begrifflichkeiten, die Erläuterung der Bilanzansatzkriterien und eine tiefgehende Analyse von Controlling-Instrumenten wie der Prozeß- und Zielkostenrechnung zur Dokumentation der Entwicklungskosten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind IFRS, IAS 38, immaterielle Vermögenswerte, Projektcontrolling, Entwicklungskosten, Lebenszyklusrechnung und Zielkostenrechnung.
Wie unterscheidet sich die Forschungsphase von der Entwicklungsphase laut IAS 38?
Die Forschungsphase ist eine planmäßige Suche nach Erkenntnissen ohne direkten Produktbezug und führt zu sofortigem Aufwand, während die Entwicklungsphase die konkrete Anwendung dieser Erkenntnisse auf ein geplantes Produkt oder Verfahren unter spezifischen Nachweisvoraussetzungen darstellt.
Warum ist die Zielkostenrechnung besonders für die Entwicklungsphase relevant?
Die Zielkostenrechnung ermöglicht eine marktorientierte Steuerung bereits in frühen Phasen der Produktentwicklung, wodurch die Kostenbeeinflussung maximiert und die Grundlage für die Aktivierung der Entwicklungskosten gestärkt wird.
- Citation du texte
- Dipl.-Kffr. Kathleen Scheibel (Auteur), 2006, Selbstgeschaffene immaterielle Vermögenswerte in IFRS: Bilanzierung und Konsequenzen für das Controlling, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/81641