Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG 3
1. THEORETISCHE GRUNDLAGEN DER NATURAL SEMANTIC
METALANGUAGE 3
1.1 WAS IST DIE NATURAL SEMANTIC METALANGUAGE 3
1.2 DIE SEMANTISCHEN PRIMITIVA 5
1.3 ALLOLEXIE UND POLYSEMIE BEI DEN SEMANTISCHEN PRIMITIVA 7
1.4 SYNTAX DER SEMANTISCHEN PRIMITIVA 8
2. VERFAHREN ZUR BEDEUTUNGSANALYSE MITHILFE DER SEMANTISCHEN
PRIMITIVA 9
3. EXEMPLARISCHE BEDEUTUNGSANALYSEN 10
3.1 DIE ADJEKTIVE GUILTY UND DISAPPOINTED 10
3.2 DIE SUBSTANTIVE HOUSE UND RAINBOW 12
SCHLUSSBEMERKUNG 13
LITERATURVERZEICHNIS 15
2 NA
Einleitung
Zu Beginn der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts entwickelte die polnischstämmige Linguistin ANNA WIERZBICKA einen semantischen Ansatz, mit dessen Hilfe es möglich ist, die Bedeutung eines sprachlichen Ausdrucks in kleinere, universale Einheiten zu zerlegen, und so gleichzeitig eine natürlichsprachliche Bedeutungsbeschreibung dieses Ausdrucks vorzunehmen. Bekannt wurde diese Theorie unter dem Terminus „Natural Semantic Metalanguage“.
Die vorliegende Hausarbeit legt zunächst die theoretischen Grundlagen dieser „Natural Semantic Metalanguage“ dar, indem sie genauer auf die universalen Konzepte, die so genannten semantischen Primitva, eingeht. In einem zweiten Schritt wird dann das Analyseverfahren vorgestellt, welches es ermöglicht, mithilfe dieser semantischen Primitiva die Bedeutung eines Wortes zu beschreiben. Schließlich werden in einem letzten Teil an exemplarisch ausgewählten Begriffen eigene Analysen durchgeführt und die sich dabei ergebenden Schwierigkeiten aufgezeigt.
1. Theoretische Grundlagen der „Natural Semantic
Metalanguage“
1.1 Was ist die „Natural Semantic Metalanguage“?
Wie eingangs bereits erwähnt, ist die „Natural Semantic Metalanguage“ (NSM) ein von ANNA WIERZBICKA entwickelter linguistischer Ansatz, bei dem mithilfe von universalen Konzepten versucht wird, eine Bedeutungsbeschreibung von sprachlichen Ausdrücken vorzunehmen. Ihre Theorie stützt sich dabei auf die Annahme, „that the meanings expressible in any language can be adequately described within the resources of that language“ (GODDARD 2002: 5), so dass demnach jede natürliche Sprache auch als ihre eigene Metasprache dienen kann. Zur Beschreibung der Bedeutung eines komplexen Ausdrucks wird dazu eine Paraphrase verwendet, die sich aus Wörtern zusammensetzt, „which are simpler and easier to understand than the original [words]“ (GODDARD 2006). Diese Methode der Bedeutungsbeschreibung wird als „reductive paraphrase“ bezeichnet (GODDARD 2002: 5). Voraussetzung für eine solche Methode ist, dass in jeder natürlichen Sprache ein „semantic core“ vorhanden ist, „which would be left after all the decomposable expressions had been dealt with“ (ebd.). Dieser „semantic core“ muss eine sprachähnliche Struktur aufweisen, die aus einem Lexikon von nicht weiter zu definierenden Ausdrücken – den so genannten semantischen Primitiva (engl. „semantic primes“ oder „semantic primitives“) – und einer
Grammatik besteht, die angibt, wie die Elemente des Lexikons kombiniert werden können (vgl. ebd.). Die semantischen Primitiva stellen somit zusammen mit den Kombinationsregeln eine Art Mini-Sprache dar, die als „Natural Semantic Metalanguage“ bezeichnet wird. „Natürlich“ ist diese semantische Metasprache – im Unterschied zu einer „künstlichen“ Metasprache – dadurch, dass die mithilfe der semantischen Primitiva gebildete „reductive paraphrase“ als „basically self-explanatory“ aufgefasst wird (WIERZBICKA 1972: 1). Wie lässt sich nun aber der „semantic core“ einer natürlichen Sprache finden? CLIFF GODDARD gibt darauf folgende Antwort:
„Presumably by experimentation; i.e. by an extensive program of trial and error attempts to explicate meanings of diverse types, aiming always to reduce the terms of the explications to the smallest and most versatile set.“ (GODDARD 2002: 6) ANNA WIERZBICKA hat sich über einen Zeitraum von inzwischen mehr als 30 Jahren genau damit beschäftigt. Das Ergebnis ihrer langjährigen Forschungsarbeit besteht aus der Herausarbeitung eines Sets von aktuell etwas mehr als 60 semantischen Primitiva bzw. „indefinable meanings“ (ebd.), welches jedoch keinen Anspruch auf Vollständig-keit erhebt und durchaus noch erweitert werden kann (vgl. dazu vor allem WIERZBICKA 1996 und GODDARD/WIERZBICKA 2002).
Wenn ANNA WIERZBICKA und Vertreter ihres Ansatzes etwa THINK, WHEN oder GOOD als semantische Primitiva erachten, dann wird ihrer Ansicht nach der Anspruch erfüllt,
„that the meanings of these words are essential for explicating the meanings of numerous other words and grammatical constructions, and that they cannot themselves be explicated in a non-circular fashion.” (GODDARD 2002: 6)
Ausdrücke bzw. Konzepte wie THINK, WHEN oder GOOD repräsentieren also „simple and intuitively intelligible meanings“ (ebd.) und sind als „definitional features […] not themselves defined, but […] given in the definitional metalanguage“ (GEERAERTS 1994: 3804).
Obwohl die semantischen Primitiva bisher ausschließlich in Englisch ausgedrückt werden, gehen viele NSM-Forscher davon aus, dass sie sich alle – oder zumindest ein Großteil von ihnen – als „semantic fundamentals in all languages“ erweisen (GODDARD 2006).
1.2 Die semantischen Primitiva Das NSM-Modell hat sich seit den Anfängen seiner Entwicklung in den 70er Jahren stark verändert. Zunächst ging ANNA WIERZBICKA von lediglich 14 semantischen Primitiva aus (vgl. WIERZBICKA 1972), doch inzwischen hat sich bereits ein Set von über 60 Ausdrücken herausgebildet. Von der ursprünglichen Gruppe sind im heutigen Modell noch die folgenden zehn Primitiva vorhanden: I, YOU, SOMEONE, SOMETHING, PART, THIS, SAY, HAPPEN, WANT und FEEL (vgl. GODDARD 2002: 13 und WIERZBICKA 1996: 35). In den späten 80er und frühen 90er Jahren konnte schließlich eine weitere Gruppe von Primitiva herausgearbeitet werden: PEOPLE, KNOW, THINK, THE SAME, OTHER, ONE, TWO, MUCH / MANY, ALL, GOOD, BAD, BIG, SMALL, IF, CAN, LIKE, BECAUSE, VERY, WHEN / TIME, BEFORE, AFTER, WHERE / PLACE, BELOW und ABOVE (vgl. GODDARD 2002: 13).
Eine dritte Gruppe zeichnete sich zum Ende der 90er Jahre hin ab, die aber im Gegensatz zu den anderen beiden Gruppen noch keinem „rigorous cross-linguistic testing“ unterworfen wurde (ebd.). Zu dieser Gruppe gehören: BODY, SEE, HEAR, WORDS, TRUE, LIVE, DIE, A LONG TIME, A SHORT TIME, FOR SOME TIME, NEAR, FAR, INSIDE, SIDE und MORE (vgl. ebd.).
Die folgende Tabelle zeigt nun eine kategorisierte Auflistung der aktuell angenom-menen semantischen Primitiva (vgl. GODDARD 2006), wobei die Elemente, die gegen-über den „Proposed semantic primes“ von 2002 neu hinzugekommen sind, unter-strichen dargestellt sind (vgl. dazu GODDARD 2002: 14):
Quote paper:
Tim Fischer, 2007, Anna Wierzbickas "Natural Semantic Metalanguage" - Theoretische Grundlagen und exemplarische Bedeutungsanalysen mithilfe der semantischen Primitiva, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Altersmischung: Ein problematisches Konzept oder ein Konzept mit Chanc...
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 35 Pages
Förderung von Denken und Intelligenz in der Tradition von Piaget und W...
Psychology - Developmental Psychology
Termpaper, 18 Pages
Was und wie denkt Mensch ohne Sprache? Eine Arbeit über die Kommunikat...
Termpaper, 27 Pages
Niklas Luhmann, Begriff der Kommunikation am Beispiel Watzlawicks '...
Sociology - Classics and Theoretical Directions
Scholary Paper (Seminar), 18 Pages
Behaviourismus und Lernzielorientierung - Behavioristische Aspekte im ...
Pedagogy - Common Didactics, Educational Objectives, Methods
Scholary Paper (Seminar), 22 Pages
Emotionen - nach Joseph Ledoux: Das Netz der Gefühle. Wie Emotionen en...
Termpaper, 17 Pages
"Das Wort stirbt und gebiert den Gedanken": Zum inneren Spre...
Termpaper, 17 Pages
Die sozial-kognitive Lerntheorie von Albert Bandura. Lernen an Medien,...
Pedagogy - Pedagogic Psychology
Termpaper, 36 Pages
Tim Fischer's text Anna Wierzbickas "Natural Semantic Metalanguage" - Theoretische Grundlagen und exemplarische Bedeutungsanalysen mithilfe der semantischen Primitiva is now available as a printed book
Tim Fischer has published the text Anna Wierzbickas "Natural Semantic Metalanguage" - Theoretische Grundlagen und exemplarische Bedeutungsanalysen mithilfe der semantischen Primitiva
Tim Fischer has uploaded a new text
Logistikkonzeptionen Band 1: Theoretische Grundlagen und Modellierung
Theoretische Grundlagen und Mo...
Thomas Schake
Theoretische Grundlagen der Elektrotechnik 1
Roland Süße, Peter Burger, Ute Diemar, Bernd Marx, Tom Ströhla
Theoretische Grundlagen der Elektrotechnik 2
Roland Süße, Peter Burger, Ute Diemar, Eberhard Kallenbach, Bernd Marx, Tom Ströhla
Theoretische Grundlagen der zerstörungsfreien Materialprüfung mit Ultr...
Karl-Jörg Langenberg, René Marklein, Klaus Mayer
0 comments