Kognitive Prozesse: Wahrnehmen und Erkennen
von Thorsten Hübner
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 1
1. Das Wahrnehmen 2-3
1.1. Was ist und wozu dient Wahrnehmung 2
1.2. Die menschlichen Sinnesorgane 2-3
2. Theorien der Wahrnehmungsorganisation 3-7
2.1. Die Gestaltgesetze 3-4
2.2. 2 Prinzipien der Wahrnehmung
- Tendenz zur Ordnung und Feldbedingtheit 5-6
2.3. Die Figur-Grund-Differenzierung 6-7
2.4. Weitere Wahrnehmungsphänomene 7
3. Das Erkennen
3.1. Das Mustererkennen 7-11
3.2. Das Erkennen visueller Muster 7-8
3.2.1. Der Schablonenansatz 8
3.2.2. Der Ansatz der Merkmalanalyse 9-10
3.2.3. Der Ansatz der globalen Informationsverarbeitung 10-11
4. Literaturangaben 12
Einleitung
"Ich gehe rückwärts, weil ich nicht länger vorwärts gehen will", sagte der Mann. So beginnt die Kurzgeschichte "Das Experiment" von Günter Seuren . Ein Mann schildert sein Bemühen rückwärts zu laufen, der Grund dafür beruht auf Wahrnehmung und Aufmerksamkeit seiner Umwelt, denn er gesteht: "Eines Tages, sagte der Mann, war ich ganz allein in einem windstillen Park. Ich hörte die Amseln neben mir im Gebüsch nach Futter stochern, ich hörte Tauben rufen - eine große Ruhe überkam mich." Seine Umweltwahrnehmung bzw. seine gelenkte Aufmerksamkeit lassen den Mann nachdenken und eine für sein zukünftiges Leben wichtige Erkenntnis treffen: "Ich ging ein paar Schritte rückwärts, und ich weiß jetzt: wenn man immer nur vorwärts geht, verengt sich der Weg. Als ich anfing rückwärts zu gehen, sah ich die übergangenen und übersehenen Dinge, ich hörte sogar das Überhörte."
Die Kurzgeschichte wird tragisch mit dem Tod des rückwärts gehenden Mannes enden, doch stellt sie anschaulich dar, daß sein Experiment von kognitiven Prozessen initiiert wurde. Mehrere kognitive Prozesse sind in der oben beschriebenen Kurzgeschichte abgelaufen, nämlich Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, (Erkennen) und Denken, Gedächtnis und nimmt man die Vermittlung des Experiments hinzu, auch die Sprache. Nach Nicky Hayes bilden diese Prozesse die 5 Hauptteilbereiche der Kognitionspsychologie, also der Wissenschaft, die sich mit der menschlichen Informationsverarbeitung befaßt.
Ich möchte in dieser Arbeit besonders auf die Bereiche der Wahrnehmung und des Erkennens eingehen und ihre Funktionsweise näher beleuchten.
1. Das Wahrnehmen
1.1. Was ist und wozu dient Wahrnehmung
Wahrnehmung impliziert die Aufnahme von Informationen über unsere Sinne sowie die anschließende Verarbeitung dieser Informationen zu inhaltlich bedeutsamen und sinnhaften Sachverhalten.
Natürlich kann diese einfache Definition nicht die ganze Bandbreite des Kognitionsprozesses der Wahrnehmung beschreiben. Wahrnehmung ist mehr, denn die Aufnahme von Informationen stellt einen aktiven Prozeß dar, unsere Sinnesorgane werden nicht einfach gereizt, sondern vielmehr aktiviert. Unsere individuelle Entwicklung beeinflußt auch die Informationsaufnahme, denn prinzipiell ist die Art und das Ergebnis des Wahrnehmens bei allen Menschen ähnlich, doch muß man konstatieren, daß sowohl die Art der speziellen kulturellen Umgebung als auch die individuelle Lerngeschichte Unterschiede in der Informationsaufnahme und Beurteilung bewirken können. Kultur kann auch die Wahrnehmung beeinflussen. Die anschließende Verarbeitung der Informationen kann jedoch auch durch unsere Hoffnungen und Erwartungen verzerrt werden, so daß auch unsere Innenwelt unsere Wahrnehmung mit beeinflußt.
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Thorsten Hübner, 2001, Kognitive Prozesse: Wahrnehmen und Erkennen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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