Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis......................................................................................................... 2
Einleitung 3
1 Höflichkeitsbegriff im deutschen Sinne 3
2 Höflichkeit im chinesischen Sinne 4
3 Formen der Höflichkeit an ausgewählten Beispielen 5
3.1 Die Kunst der Andeutung 5
3.2 Die Chinesische Sprache der Overstatements 5
3.3 Spiralförmiges Reden 5
3.4 Stille Verweigerung 6
3.5 Die chinesische Entschuldigung 6
3.6 Höflichkeitsfloskeln 6
3.7 Körperhaltung und Nonverbale Kommunikation 7
4 Prägende Faktoren des Höflichkeitsverständnisses 7
4.1 Chinesisches Kollektiv Gemeinschaft 7
4.1.1 Kollektiv 8
4.1.2 Hierarchie 8
4.1.3 Harmonie 9
4.1.4 Stellung des Ich danwei ) 9
4.1.5 Gruppengrenzen 10
4.2 Anforderungen an das Verhalten des Individuums im Kollektiv 10
4.2.1 Bescheidenheit und Respekt 11
4.2.2 Herzenstausch 11
4.2.3 Gesichtskonzept - mianzi 12
5 Zusammenfassung 14
Literaturverzeichnis 16
2
Einleitung
Die Chinesen nennen ihr Land „Land der Höflichkeit und Güte“. Es existieren tausende Höf- lichkeitsformeln und Rituale. Eine andere Denkweise, die den Chinesen von klein auf anerzo- gen wird, führt häufig zu Missverständnissen interkultureller Art. In der Ihnen vorliegenden Arbeit erläutere ich die Hintergründe und die Wurzeln der chinesischen Höflichkeit. An aus- gewählten Beispielen werden die typischen Formen der Höflichkeit verdeutlicht.
1 Höflichkeitsbegriff im deutschen Sinne
Im Deutschen wird Höflichkeit häufig mit den Begriffen Anstand, Takt, Benimm, „guter Ton“ oder Etikette in Verbindung gebracht. Die etymologische Herkunft des Wortes lehnt am Begriff „höfisch“ an, der ursprünglich den Verhaltenskodex der feudalen Gesellschaft im Mit- telalter bezeichnete. Spezielle Verhaltensregeln dienten dazu, sich von der bäuerlichen Ge- sellschaft abzuheben. 1 Die heutige Verwendung des Begriffes Höflichkeit lässt sich in zwei
Kategorien untergliedern, zum einen die zweckgerichtete Höflichkeit, die mit Hilfe von Taten den Respekt vor Mitmenschen aufzeigt, und zum anderen die formale Höflichkeit, die auch dazu verwendet werden kann, einen Mangel an echtem Respekt zu verbergen. Aber auch so genannte „Benimm-Regeln“, die dazu dienen, seine Zugehörigkeit zu einer bestimmten Be- völkerungsgruppe zu deklarieren und zugleich einem ästhetischen Anspruch gerecht werden, werden mit dem Begriff der Höflichkeit verbunden (Thomas, 1996). Adolph Franz Friedrich Ludwig Freiherr Knigge 2 definiert mit seinem 1788 erschienen Werk „Über den Umgang mit
Menschen“ (heute einfach kurz als "Knigge" bekannt) die Regeln für Taktgefühl und Höf- lichkeit im Umgang mit den Generationen, Berufen und Charakteren. Sein Nachfahre Moritz Freiherr Knigge 3 veröffentlichte im Jahre 2004 eine moderne Fassung des bekanntesten Wer-
kes unter dem Titel „Spielregeln. Wie wir miteinander umgehen sollten“. Diese Höflichkeits- oder Benimmregeln 4 lassen sich als Präventionsmaßnahmen verstehen, die dazu dienen, Kon-
fliktpotentiale, Unstimmigkeiten oder zwischenmenschliche Reibungspunkte zu minimieren und den sozialen Frieden zu wahren.
1 ausführlich in Jaeger, Charles Stephen (2001): Die Entstehung höfischer Kultur. Berlin: Schmidt, 2 deutscher Schriftsteller, 16. Oktober 1752 in Bredenbeck bei Hannover; † 6. Mai 1796 in Bremen 3 deutscher Unternehmensberater, 7. Oktober 1968 in Hannover, Nachfahre von Adolph Freiherr Knigge 4 Es sei darauf hingewiesen, dass die Termini des Benimms und der Höflichkeit verschiedene Bedeutungen auf- weisen. Da sie jedoch ähnliche Funktionen im zwischenmenschlichen Umgang erfüllen und eine exakte Diffe- renzierung zu weit führt, werden sie im Rahmen dieser Arbeit als Synonyme verwendet.
3
2 Höflichkeit im chinesischen Sinne
Die Höflichkeit gilt als eine der wichtigsten Tugenden der Chinesen. Sie ist eng mit dem Kon- fuzianismus verbunden. Es wäre jedoch unzureichend, ihren Ursprung ausschließlich in der Harmonie-Lehre des Konfuzianismus zu suchen. Sowohl im Daoismus als auch im Moismus und Legalismus 5 sind wichtige zwischenmenschliche Verhaltensmaximen verwurzelt (Liang 1998, S. 252). Im Rahmen dieser Arbeit wird der Schwerpunkt aber auf die Aspekte der Schriften des Konfuzianismus und Daoismus liegen. Eine Übersetzung des deutschen Begrif- fes „Höflichkeit“ wird als < „limao“ angegeben und lässt sich in li und < mao zerle- gen. Der Begriff li, der in seiner ursprünglichen Bedeutung „Ritual“ bedeutet, wurde durch Konfuzius zum „Ordnungsprinzip der Gesellschaft und des Universums“ ausgeweitet (Gernet 1979, S. 372). Die heutige Bedeutung bezeichnet die Gesamtheit der gesellschaftlichen Um- gangsformen wie „Rituale“, “Anstand“, „Etikette“ und „Förmlichkeit“. - lijiaoÈ die so genannte Li-Lehre steht für „Höflichkeit und Bildung“. Der Begriff mao kann als „äußeres Erscheinen“ übersetzt werden. < „limao“ lässt sich demnach als das äußere Erscheinungs- bild li-gemäßen Verhaltens interpretiere. Die klassischen Verhaltensmuster stützten sich auf die beiden Grundpfeiler Bescheidenheit und Respekt. Im Mittelpunkt dieser Verhaltenmaxime stehen die Herabsetzung der eigenen Person und die Aufwertung des anderen. Ein renom- mierter Fachmann wird z.B. seinen Vortrag so beginnen, er würde nicht viel von diesem Thema verstehen und seine Ausführungen wären eventuell unvollständig und falsch. Die chi- nesische Bescheidenheit erscheint einem kulturfremden Menschen in gewisser Weise als Form der Selbsterniedrigung. So spricht ein Chinese von bi xing, seinem bescheidenen Fami- liennamen oder bi ren, seiner bescheidenden Person/Ich. Es handelt sich hierbei um Floskeln, deren wörtliche Deutung häufig zu interkulturellen Missverständnissen führt. Sie zeigen je- doch deutlich den Stellenwert von Respekt, Höflichkeit und Achtung, durch die sich die chi- nesische Kultur auszeichnet.
5 Es handelt sich hierbei um die vier bekanntesten philosophischen Richtungen Chinas, die zwischen der Vor- Qin-Zeit und der Früh-Han-Zeit entstanden sind.
4
3 Formen der Höflichkeit an ausgewählten Beispielen
Um die Formen der chinesischen Höflichkeit anschaulicher darzustellen, werden im Folgen- den Beispiele angeführt, wie sie im alltäglichen Handeln und Sprechen der Chinesen existie- ren.
3.1 Die Kunst der Andeutung
Eine Bitte oder Erwartung wird sprachlich so verpackt, dass sie der Gesprächspartner ohne weiteres überhören könnte. Er soll sich nicht dazu genötigt fühlen, der Bitte nachzugehen. Es gilt als plump, eine Bitte direkt vorzutragen. „Er habe gehört, deutsches Bier sei sehr köst- lich“, äußerte ein Kommilitone gegenüber einem Deutschen, der für ein paar Tage nach Hause flog. Dieser Satz bedeutet eine indirekte Aufforderung an den Deutschen, seinem Kommilito- nen deutsches Bier mitzubringen. Für Ausländer sind diese beiläufigen Bitten schwierig her- auszuhören und führen oft zu Enttäuschung und Verärgerung. Besonders für Chinesen kann die Nichtbeachtung von Andeutungen schwere Folgen im Berufsleben haben. Für Ausländer hingegen gilt ein gewisser „Trampeligkeits-Bonus“ (Chen, 2004, S. 97)
3.2 Die Chinesische Sprache der Overstatements
Für Mitteilungen der angenehmen Art gilt das Prinzip der Übertreibung. „Sie sprechen wirk- lich gut Chinesisch“ wird ein Ausländer der ein paar Worte Chinesisch spricht, zu hören be- kommen. Dem gegenüber existiert auch ein Prinzip des Untertreibens. Negatives beispiels- weise wird so sachte wie möglich behandelt. „Könnten Sie vielleicht ein kleines bisschen ru- higer sein?“ bedeutet soviel wie „Halt den Mund“.
3.3 Spiralförmiges Reden
Das so genannte „spiralförmige Reden“ ist charakteristisch für die Redensart der Chinesen. Man umschreibt den eigentlich Kern der Aussage, um den Zuhörer nicht mit Dingen zu be- lasten, die ihn möglicherweise gar nicht interessieren. Dabei beginnt man ganz beiläufig und beobachtet ständig die Reaktion seines Gesprächspartners. So versucht man herauszufinden zu welchem Zeitpunkt man die Geduld seines Gegenübers überstrapaziert.
5
Quote paper:
Max Prehn, 2006, Chinesische Höflichkeit, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Kulturelle Unterschiede zwischen China und Deutschland - Theorie und P...
Communications - Intercultural Communication
Scholary Paper (Seminar), 21 Pages
Interkulturelle Kommunikation als Qualifikation zur Zusammenarbeit mit...
Communications - Intercultural Communication
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 26 Pages
Ironie in den frühen Erzählungen Thomas Manns
German Studies - Modern German Literature
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 33 Pages
Lao-tzu und das Tao te king – eine Einführung
Cultural Studies - Basics and Definitions
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 26 Pages
Familientragödie aus fürstlichem Hause
Bürgerliches Trauerspiel und H...
German Studies - Modern German Literature
Scholary Paper (Seminar), 20 Pages
Probleme und Lösungsmöglichkeiten im Zusammenhang mit Intellectual Pro...
Business economics - Business Management, Corporate Governance
Scholary Paper (Seminar), 20 Pages
Kleidung und adliges Selbstverständnis - Zur Kleidermotivik im Nibel...
German Studies - Older German Literature, Mediaevistik
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 24 Pages
Die Anwendung des hypothetico-deductive reasonings und des pattern rec...
Termpaper, 17 Pages
Daoismus - Entwicklung chinesischer Philosophie zur Religion
Termpaper, 15 Pages
Analphabetismus trotz Schulpflicht - Überblick, Kausalanalyse und päda...
Examination Thesis, 65 Pages
Sprachwandel vom Mittelhochdeutschen zum Neuhochdeutschen anhand ausge...
German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 25 Pages
Der Schutz des geistigen Eigentums in China: Die Störtebeker von heute...
Scholary Paper (Seminar), 23 Pages
Strukturen des bürgerlichen Trauerspiels in Schillers "Don Carlos...
German Studies - Modern German Literature
Termpaper, 25 Pages
Philosophy - Philosophy Beyond Occidental Tradition
Scholary Paper (Seminar), 15 Pages
Unter besonderer Berücksichtig...
Ethnology / Cultural Anthropology
Scholary Paper (Seminar), 17 Pages
Förderung der Hausaufgabenkultur in einem 3. Schuljahr
Ein methodischer Ansatz zur Op...
Pedagogy - Common Didactics, Educational Objectives, Methods
Examination Thesis, 63 Pages
Das Leben der Frau und Frauenbilder im Mittelalter am Beispiel des ,,I...
German Studies - Older German Literature, Mediaevistik
Scholary Paper (Seminar), 22 Pages
Max Prehn's text Chinesische Höflichkeit is now available as a printed book
Max Prehn has published the text Chinesische Höflichkeit
Max Prehn has uploaded a new text
Das Buch der Chinesischen Heilkunst - Bewährtes Heilwissen aus dem Rei...
Traditionelle Chinesische Arzn...
Li Wu
0 comments