Gliederung
Einleitung. 9
I. Geschichte der Folter. 10
1. Inquisitionsprinzip. 11
2. Das Geständnis. 11
3. Kirchliches und weltliches Verfahren. 13
4. Die Zeit der Carolina - „schwere Delikte“ 14
II. Die Abschaffung der Folter. 15
1. Das Problem. 16
2. Die Gegner. 16
3. Die Befürworter. 17
4. Thomasius. 19
5. Grevius. 19
6. Beccaria. 20
7. Fiorelli. 20
8. Langbein. 21
9. Naturrecht. 22
10. Die praktische Abschaffung. 23
III. Das Wiederaufleben der Folter. 24
IV. Gegenwart. 25
1. Internationale Rechte. 26
2. Nationale Rechte. 27
V. Vergleich. 28
1. Folterbegriff. 28
2. Anwendung der Folter. 29
2
3. Anwendungshäufigkeit, Zweck und Methodik. 31
Nachwort. 32
3
Literaturverzeichnis
Beccaria, Cesare Über Verbrechen und Strafe, [hrsg. und übersetzt: Wilhelm Alff], Frankfurt am Main 1966;
Foucault, Michel Überwachen und Strafen, Die Geburt des Gefängnisses, Frankfurt am Main 1977;
Geilen, Heinz Peter Die Auswirkungen der Cautio Criminalis
Hecht, Ingeborg In tausend Teufels Namen. Hexenwahn am Oberrhein, Freiburg 1977;
Helbing, Franz Die Tortur,
Geschichte der Folter im Kriminalverfahren aller Zeiten und aller Völker, überarbeitet von Max Bauer, Berlin 1926;
Hey, Alois Joseph Ketzer und Hexenverfolgung, in: Dreihundert Jahre Strafjustiz, Hamburg 1963;
4
Holzhauer, Heinz Rechtsgeschichte der Folter,
Keller, Gustav Die Psychologie der Folter,
[hrsg.:
amnesty international],
Kleinheyer, Gerd Zur Rolle des Geständnisses im Strafverfahren
Kleinknecht, Theodor Kommentar zur
Koch, Peter/ Die Würde des Menschen, Oltmanns, Reimar Folter in unserer Zeit, S.16 ff.
Lieberwirth, Rolf Vorwort zu: Christian Thomasius, Vom Laster der Zauberei/ Über die Hexenprozesse, 2. Auflage, München 1987;
Peters, Edward Folter, Geschichte der Peinlichen Befragung,
Radbruch, Gustav Zur Einführung in die Carolina, in: Die Peinliche Gerichtsordnung Kaiser Karls V. von 1532, Stuttgart 1991;
Reemtsma, Jan Philipp Das Heer schätzt den Menschen als solchen,
Schild, Wolfgang Folter, in: Lexikon des Mittelalters,
Schmidt, Eberhard Inquisitionsprozeß und Rezeption, Studien zur Geschichte des Strafverfahrens in Deutschland vom 13. bis 16.Jh., Leipzig 1940;
Schmidt, Eberhard Einführung in die Geschichte der deutschen Strafrechtspflege, 3. Auflage, Göttingen 1965; ( zit.: Schmidt, Einf., Seite )
Schmidt, Eberhard Zur Lehre von den strafprozessualen Zwangsmaßnahmen, NJW 1962, S.664 ff.;
6
Thomasius, Christian Auszug aus: Christian Thomasens Erinnerung wegen seiner künftigen Winterlektionen (1702) in: Christian Thomasius, Vom Laster der Zauberei/ Über die Hexenprozesse, 2. Auflage, München 1987;
Triffterer, Otto Das Folterverbot im nationalen und internationalen Recht - Anspruch auf Wirklichkeit, in: Folter, Stellungnahmen, Analysen, Vorschläge zur Abschaffung, [hrsg.: amnesty international], Baden-Baden 1976;
Trusen, Winfried Strafprozess und Rezeption, Zu den Entwicklungen im Spätmittelalter und den Grundlagen der Carolina, in: Peter Landau/F.-Ch.Schroeder (hrsg.), Strafrecht, Strafprozessrecht und Rezeption, Grundlagen, Entwicklung und Wirkung der Constitutio criminalis Carolina, Frankfurt am Main 1984;
Vogt, Alfons Die Anfänge des Inquisitionsprozesses in Frankfurt am Main, ZRG 1951, S.234ff.
7
Weitere Quellen:
Menschenrechte in der Welt, Hrsg.: Auswärtiges Amt, Referat Öffentlichkeitsarbeit, Bayreuth, 5. Auflage 1983;
ai-Journal, Heft 9,
Das Magazin für die Menschenrechte, amnesty international, Bonn, 1996;
Bericht über die Anwendung der Folter in den 80er Jahren, amnesty international, Frankfurt am Main 1988.
8
Einleitung
Der Mörder des französischen Königs Heinrich IV. aus dem Hause Bourbon, ein religiöser Fanatiker, wurde in furchtbarer Weise gefoltert, da er seine Mitschuldigen nicht nennen wollte. Das Urteil des französischen Gerichtshofs in Paris 1610 lautete zunächst auf öffentliche Buße vor der Kirchentüre und sodann auf Verbrennung. Der Verurteilte wurde sodann auf das Schafott geführt und dort mit glühenden Zangen an den Brustwarzen, Armen, Schenkeln und Waden gekniffen; darauf wurde seine rechte Hand, mit der er gemordet hatte, über das Feuer gehalten und langsam bis zur Handwurzel abgebrannt, während der Henker immer wieder Schwefel auf das Feuer goss. An jenen Stellen, wo er mit den glühenden Zangen behandelt worden war, wurde nunmehr geschmolzenes Blei, kochendes Öl und brennendes Pech geträufelt. Seine Füße und Hände wurden an vier Pferden befestigt, die man dann zu peitschen begann; nachdem man eine Stunde lang gepeitscht hatte, war der Mörder noch immer bei Bewusstsein. Halb zerrissen und verbrannt empfahl er laut seine Seele Gott... Schließlich musste der Scharfrichter die Amputation der Gliedmaßen durch scharfen Stahl erleichtern. Diese überaus grausame Hinrichtung eines Menschen auf einem öffentlichem Platz, der es gewagt hatte, den König zu töten, zeigt, wie sehr die von der Kirche geübte und später gebilligte Tortur die Sitten und Empfindungen der Menschen verroht hat und sie gegen jede Grausamkeit abstumpfen ließ. 1
Die 15jährige Sevgi Kaya wurde in der Nacht vom 8. zum 9. Februar 1996 in ihrer Istanbuler Wohnung festgenommen. Man warf ihr vor, Mitglied einer verbotenen Organisation zu sein. Sie verbrachte eine zwölftätige Haft im Gefängnis, wo sie massiv gefoltert wurde. Laut eines Untersuchungsberichts des staatlichen Gerichtsmedizinischen Institutes wurden nach ihrer Freilassung aus dem Gefängnis Blutergüsse an den Fußsohlen und den Handinnenflächen festgestellt. Das minderjährige Mädchen gab unter anderem folgendes zu Protokoll: “Als ich sagte, ich sei kein Mitglied einer verbotenen Organisation, schlugen sie mir auf die Handinnenflächen und die Fußsohlen. Meine Hände waren geschwollen und blau angelaufen. Meine Füße schmerzten mindestens genauso wie meine Hände, so dass ich kaum gehen konnte. (...) Mitten in der Nacht zogen sie mich an den Haaren in einen Raum, wo sie mich aufforderten zu gestehen. Dann wurde ich gegen meinen Willen entkleidet. Sie schlugen mich mit dicken Knüppeln auf die Arme und die Beine. (...) Später brachten sie mich in einen anderen Raum, beschimpften und schlugen mich. Ich musste mich auf einen Stuhl setzen, und sie banden meine Arme mit einem Seil zusammen, das an einem Balken an der Decke
1 Hey, S.19/20; Foucault, S.1f.
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Arbeit zitieren:
Dr. Miriam Schoeps, 1996, Folter damals und heute - Eine vergleichende Darstellung, München, GRIN Verlag GmbH
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