Im Laufe der letzten Jahrzehnte und insbesondere in den letzten Jahre gab es im Welthandel immer mehr offene Fragen zum Schutz des geistigen Eigentums im Bezug auf Urheberrechte, Marken und Patente. Im Zuge der Globalisierung werden nun nationale Rechtsfragen zu globalen Themen für die es bis jetzt noch keine einheitliche Rechtsgrundlage gibt.
Welche gewaltige Dimensionen dieses Problem schon 1995 aufgewiesen hat, lässt sich am Beispiel der Volksrepublik China aufzeigen. Eine Untersuchung der US-Regierung ergab, dass den amerikanischen Firmen ein Schaden in dreistelliger Millionenhöhe durch Raubkopien erwachsen würde, sollte die Verletzung der Urheberrechte seitens chinesischer Raubkopiefirmen nicht sofort unterbunden werden. Es folgte eine Androhung von Strafzöllen und Sanktionen seitens der USA, die aber nie umgesetzt wurde, da China kurz vor Ablauf der festgelegten Fristen einlenkte.
Dies ist nur eines von vielen Beispielen, welches die Problematik zwischen Industrie- und Entwicklungsnationen zeigt und auf die Zusammenarbeit in anderen Gebieten hinderlich wirkt.
Im folgenden Werk wird durch den Autor Steffen Wittenauer die Bedeutung des geistigen Eigentums im Welthandel aufgezeigt und die wirtschaftliche Bedeutung des Immaterialgüterschutzes, besonders hinsichtlich von Entwicklungsländern und deren Probleme, beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Vom GATT zur WTO – die neue Welthandelsordnung
2.1 Das GATT
2.2 DIE WTO
2.3 Die drei Eckpfeiler der neuen Welthandelsordnung
2.3.1 GATT
2.3.2 GATS
2.3.3 TRIPs
3 Das TRIPs-Abkommen
3.1 Historischer Hintergrund
3.2 Inhalt
3.3 Organstruktur
3.4 Wirtschaftliche Bedeutung gewerblicher Schutzrechte
4 WIPO
4.1 Eine Organisation mit Geschichte
4.2 Struktur und Aufgabenfelder der WIPO
5 Das Verhältnis zwischen WTO und WIPO
5.1 Das Abkommen zwischen WIPO und WTO
5.2 Die Problematik der Streitbeilegung
6 Warum traten die Entwicklungsländer TRIPs bei?
6.1 Entstehung des Technologiegefälles
6.2 Unterschiedlicher Fortschritt der Entwicklungsländer
6.3 Die Entwicklungsländer in den WTO-Verhandlungen
6.4 Sonderbehandlung der Entwicklungsländer in TRIPs
6.4.1 Übergangsvereinbarungen für LDC’s und NIC’s
6.4.2 Technologietransfer
6.5 Immaterialgüterschutz aus Sicht einer Industrienation
7 Neue Anforderungen an das Urheberrecht
7.1 Moderne Medien
7.2 Biotechnologie
8 Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Bedeutung des Schutzes geistigen Eigentums im Rahmen der globalen Welthandelsordnung. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, wie ein Gleichgewicht zwischen den Interessen von Industrienationen an striktem Schutz und den wirtschaftlichen Bedürfnissen von Entwicklungsländern erreicht werden kann, insbesondere im Kontext von TRIPS.
- Entwicklung und Funktionen der WTO und des TRIPS-Abkommens
- Rolle und Aufgaben der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO)
- Wirtschaftliche Implikationen von Produkt- und Markenpiraterie
- Herausforderungen für Entwicklungsländer und deren Integration in das TRIPS-System
- Anpassung des Urheberrechts an digitale Medien und moderne Biotechnologien
Auszug aus dem Buch
3.2 Inhalt
Das Abkommen, welches die Bereiche Urheberechte und verwandte Schutzrechte (Interpreten), Marken- und Herkunftsbezeichnung, Muster und Modelle, integrierte Schaltungen sowie Patente und Geschäftsgeheimnisse beinhaltet, beruht in erster Linie auf drei grundlegenden Bestimmungen:
• Inländerprinzip
• Meistbegünstigungsprinzip
• Gewährung von Mindestschutzrechten in allen vertragsschließenden Staaten.
Das „für den Freihandel zentrale völkerrechtliche Prinzip der Gleichbehandlung (Art. 1 Abs. 3 Satz 1 TRIPs) bzw. der Nichtdiskriminierung“ ist der Grundsatz der Inländerbehandlung. Es stellt ausländische Rechtsinhaber unter gleichen Rechtsschutz wie Inländer - beide genießen Gleichbehandlung.
Ebenfalls eine Gleichstellung erfahren alle Länder des WTO-Systems im Bereich des Schutzes des geistigen Eigentums durch das Prinzip der Meistbegünstigung. Danach stehen alle ausländischen Rechtsinhaber in einem Land unter gleichem Schutz und können sich stets auf die beste Vergünstigung berufen, die das Land mit einem anderen Land ausgehandelt hat.
Um innerhalb der WTO-Staaten ein gleiches Rechtsniveau zu haben, gelten für alle Mitglieder gewisse Mindestschutzrechte, die jedes Land Ausländern einräumen muss. Es ist jedem Land freigestellt, einen eigenen Standart zu definieren, der natürlich höher als der vorgegebene Mindeststandard sein muss.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Problematik des Schutzes geistigen Eigentums angesichts zunehmender Globalisierung und konkreter Konfliktbeispiele.
2 Vom GATT zur WTO – die neue Welthandelsordnung: Darstellung der Entwicklung der Welthandelsorganisation sowie der zentralen Abkommen GATT, GATS und TRIPs.
3 Das TRIPs-Abkommen: Analyse des historischen Kontextes, des Inhalts, der Struktur und der wirtschaftlichen Bedeutung des TRIPS-Abkommens.
4 WIPO: Untersuchung der Geschichte, Struktur und der vielfältigen Aufgabenfelder der Weltorganisation für geistiges Eigentum.
5 Das Verhältnis zwischen WTO und WIPO: Erörterung der Kooperation sowie der Problematik konkurrierender Streitbeilegungsmechanismen zwischen den beiden Institutionen.
6 Warum traten die Entwicklungsländer TRIPs bei?: Untersuchung der Motivationen und Sorgen von Entwicklungsländern sowie der spezifischen Sonderregelungen und Technologietransferaspekte.
7 Neue Anforderungen an das Urheberrecht: Analyse aktueller Herausforderungen durch moderne Medientechnologien sowie ethischer und rechtlicher Fragen in der Biotechnologie.
8 Ausblick: Zusammenfassende Einschätzung der künftigen Entwicklung und Notwendigkeit einer starken Kooperation von WTO und WIPO.
Schlüsselwörter
Welthandel, Geistiges Eigentum, TRIPS, WTO, WIPO, Urheberrecht, Patente, Technologietransfer, Entwicklungsländer, Produktpiraterie, Globalisierung, Biotechnologie, Markenrecht, Industrienationen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet die Möglichkeiten und Grenzen des Schutzes geistigen Eigentums im globalen Welthandel und analysiert, wie internationale Abkommen diesen Bereich regulieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Rolle der WTO und WIPO, die Funktionsweise des TRIPS-Abkommens sowie die spezifischen Auswirkungen und Herausforderungen dieser Regeln für Entwicklungsländer.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Einfluss internationaler Immaterialgüterrechte auf die Weltwirtschaft zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie Entwicklungsländer in dieses System integriert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung bestehender völkerrechtlicher Abkommen sowie aktueller wirtschaftspolitischer Studien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Entstehung und Struktur des TRIPS-Abkommens, die Aufgaben der WIPO, das Verhältnis dieser Organisationen zueinander und die Positionierung von Entwicklungsländern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Welthandel, geistiges Eigentum, TRIPS, WTO, WIPO, Technologietransfer, Produktpiraterie und Entwicklungszusammenarbeit.
Wie unterscheidet sich die Behandlung von LDC’s und NIC’s im Abkommen?
Entwicklungsländer profitieren von der sogenannten differentiellen Behandlung (S&D), die ihnen längere Übergangszeiträume und zusätzliche Unterstützung beim Aufbau ihrer Schutzsysteme zugesteht.
Welche Rolle spielt die Biotechnologie für das Urheberrecht?
Die Biotechnologie stellt eine neue Herausforderung dar, da hier die Patentierung von Lebewesen und Genen ethische Debatten auslöst, für die es bislang kaum globale Einigkeit gibt.
- Quote paper
- Steffen Wittenauer (Author), 2002, Schutz des Geistigen Eigentums im Welthandel - Möglichkeiten und Grenzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8204