Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung Seite 3
2. Die politische Lage der Kreuzfahrerstaaten von 1149-1187. Seite 4
3. Die Entwicklungen in der islamischen Welt im Vorfeld des dritten Kreuzzugs Seite 7
3.1. Die Herrschaft von Nur ad-Din (1117-1174) Seite 7
3.2. Die Herrschaft von Saladin (1138-1193) Seite 9
4. Die Situation in West- und Mitteleuropa. Seite 12
4.1. Die Situation im Heiligen Römischen Reich. Seite 12
4.2. Die Situation in England und Frankreich. Seite 13
5. Schlussbetrachtung Seite 14
6. Literaturverzeichnis. Seite 16
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1. Einleitung
Als die Christen nach dem ersten Kreuzzug gewaltsam die Kreuzfahrerstaaten etabliert hatten, herrschte in der islamischen Welt Konfusion. Anfangs hatten zum Beispiel die Menschen in Syrien Angst, dass es sich bei den Eindringlingen um Byzantiner handelte, die ihre 1071 verlorenen Ländereien wieder erobern wollten. Langsam stellten die Muslime fest, dass ihnen eine neue Qualität von Gegnern gegenüber stand 1 . Und noch langsamer formierte sich der Widerstand gegen die Kreuzfahrer, die allgemein nur als Franken bezeichnet wurden. Ein erster ernsthafter Gegner war Zengi, dessen Eroberung Edessas den zweiten Kreuzzug provozierte. Diesem blieb - bedingt durch interne Probleme in der Führung des Kreuzfahrerheeres - der Erfolg verwehrt. So vergingen von 1149 an 40 Jahre zwischen der Abreise der Kämpfer des zweiten Kreuzzuges aus dem Heiligen Land und dem Aufbruch neuer Kreuzzugskontingente aus Europa für den dritten Kreuzzug. Diese Arbeit stellt dar, wie sich die Kreuzfahrerstaaten in diesen Jahren entwickelten. Sie zeigt auch, wie sich die Gegenseite, die islamische Welt, auf alte Stärken und neue Führer besann, um den Eindringlingen Widerstand zu leisten. Jerusalem war für die Muslime wie für die Christen eine heilige Stätte, da der Sage nach der Religionsgründer Mohammed vom Felsendom aus mit seinem geflügelten Streitross Buraq in den Himmel geritten war 2 . Dieser Ort sollte aus der Hand der Ungläubigen befreit werden. Für die Christen in aller Welt war Jerusalem die heiligste aller Stätten - und gehörte selbstverständlich in christliche Hand. Doch in den langen Jahren bis zum dritten Kreuzzug waren die Herrscher in Europa mit sich selbst beschäftigt. Hilferufe aus dem Heiligen Land blieben ungehört oder unerwidert - bis die größtmögliche Katastrophe für die Christenheit eintrat: der Fall von Jerusalem. Dieser stellte isoliert betrachtet schon einen Anlass für den dritten Kreuzzug dar. Doch Anlässe gab es mehr, wie diese Arbeit zeigen wird.
1 Elisséeff, Nikita, The reaction of the Syrian Muslims after the foundation of the first Latin Kingdom of Jerusalem, in: Shatzmiller, Maya (Hrsg.), Crusaders and Muslims in twelfth-century Syria, Leiden/New York/Köln 1993, S. 162-172, hier S. 163.
2 Irwin, Robert, Der Islam und die Kreuzzüge 1096 bis 1699, in: Riley-Smith, Jonathan (Hrsg.), Illustrierte Geschichte der Kreuzzüge, Frankfurt/New York 1999, S. 251-298, hier S. 259.
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2. Die politische Lage der Kreuzfahrerstaaten von 1149 bis 1187
Nach dem Scheitern des zweiten Kreuzzugs und der Abreise der Kreuzfahrer 1149 verschlechterte sich die Situation der verbliebenen Kreuzfahrerstaaten, die nun wieder ohne Hilfe des Abendlandes ihre Existenz sichern und die Bedrohung durch die Muslime abwehren mussten. Die Grafschaft Edessa war nach dem Abzug endgültig verloren, die Rückeroberungsversuche von Graf Joscelin II. endeten 1150 in muslimischer Gefangenschaft 3 . Das Fürstentum Antiochia sah sich nach der willkommenen Unterbrechung durch den zweiten Kreuzzug der Wiederaufnahme von Eroberungsbemühungen von Nur ad-Din ausgesetzt. Fürst Raimund von Antiochia wurde am 29. Juni 1149 bei der Niederlage von Inab im Kampf getötet 4 . Das Eingreifen Jerusalems sicherte den Fortbestand Antiochias, das längere Zeit ohne männliche Führung blieb. Raimunds Witwe Konstanze verweigerte 1150 die Verheiratung mit einem der drei von Jerusalem vorgeschlagenen Kandidaten 5 und erwählte sich 1153 Rainald von Châtillon als Gatten, der als hübsch und tollkühn, als mit zügellosem Temperament versehen und ohne politischen Weitblick beschrieben wird 6 . Ebenfalls mit einer Vielzahl von Problemen kämpfte das Königreich Jerusalem. Nach der Eroberung der Stadt 1099 hatten die Kreuzfahrer ein Massaker an Muslimen, Juden und Ostchristen verübt, so dass Jerusalem nur noch über wenige hundert Einwohner verfügte 7 . Die Herrscher mussten Eingeständnisse machen, um Siedler ins Heilige Land zu locken. Eine neue, im Heiligen Land aufgewachsene Generation lernte das friedliche Zusammenleben zwischen Christen und Muslimen kennen 8 . Die Franken behandelten die Bauern gut, so dass die Wirtschaft sich schnell weiter entwickelte. Durch ihre günstige Lage und ihre fruchtbaren Böden erlebten die Küstenstädte einen rapiden Aufschwung 9 . In diesem Klima einer neu heranwachsenden Gesellschaft abseits der strikten Zwänge in Westeuropa ereignete sich 1143 etwas Ungewöhnliches. Jerusalems König Fulko starb im November und seine Witwe Melisendis 10 sollte zeitlich begrenzt die Regentschaft übernehmen, bis der damals 13-jährige
3 In der Gefangenschaft starb er 1159. Vgl. Mayer, Hans Eberhard, Geschichte der Kreuzzüge, Stuttgart/Berlin/Köln 2000
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, S. 87.
4 Ebd. S. 99.
5 Ebd. S.101-102.
6 Ebd. S. 104.
7 Ebd. S. 138.
8 Haas, Wolfdieter, Welt im Wandel, Stuttgart 2002, S. 128.
9 Phillips, Jonathan, Der lateinische Orient 1098 bis 1291, in: Riley-Smith, Jonathan (Hrsg.), Illustrierte Geschichte der Kreuzzüge, Frankfurt/New York 1999, S. 134-166, hier S.139-140.
10 Jonathan Phillips benutzt die Schreibweise Melisande, die hier genommene Schreibweise Melisendis folgt der von Hans Eberhard Mayer, der als Verfasser des Standardwerkes über die Kreuzzüge gilt. Gleiches gilt bei den islamischen Herrschern Nur ad-Din und Saladin, bei denen ebenfalls der Schreibweise von Mayer gefolgt wird.
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Sohn Balduin III. mündig wurde. Als dieses 1145 soweit war, weigerte sie sich, den Thron abzugeben. Die internen Probleme blockierten das Königreich bis 1152. Bis dahin setzten beide eigene Verwaltungen ein und kämpften um die Macht. 1152 gelang es Balduin III., seine Mutter ins politische Abseits zu schieben und seinen Alleinherrschaftsanspruch durchzusetzen 11 . Jonathan Phillips charakterisiert die sich anschließende Zeit von Balduin III. und später von Amalrich im Bezug auf Stabilität und Sicherheit gegenüber den Muslimen so:
Amalrich war es auch, der die Bedeutung Ägyptens erkannte hatte. Es lockten schier unerschöpfliche Naturschätze, eine leistungsfähige Exportindustrie und ein gewinnbringender Sklavenhandel. Zudem drohte bei einer Übernahme der führungsschwachen Fatimidendynastie durch die syrischen Muslime die Einkreisung Jerusalems 13 . Fünf militärische Operationen führte Amalrich gegen Ägypten. Sie brachten nicht den gewünschten Erfolg, lediglich größte finanzielle Schwierigkeiten für das Königreich, da die Soldaten bezahlt werden mussten, die erwartete Beute aber ausblieb. Die letzte Chance auf einen Sieg hatte Jerusalem 1174, als am 15. Mai Nur ad-Din in Damaskus starb. Amalrich wollte die Führungslosigkeit in Syrien für einen Angriff auf Ägypten nutzen und rief eine zufällig zur Verfügung stehende Hilfsflotte aus Sizilien zur Hilfe. Als diese das Heilige Land erreichte, schlug das Pendel des Schicksals in die andere Richtung 14 . Überraschend für alle erkrankte Amalrich schwer und starb am 11. Juli.
Auf den Thron folgte der 13-jährige Balduin IV., ein Sohn aus seiner ersten Ehe, die Amalrich hatte annullieren müssen. Kurz nach seiner Volljährigkeit mit 15 Jahren brach bei Balduin IV. Lepra aus 15 . Geschwächt von der Krankheit zeigt er Führungsschwäche und so beschäftigte sich das Königreich fast nur noch mit sich selbst, wie Jonathan Phillips verkürzend dargestellt es beschreibt: „Zwei rivalisierende Adelsparteien befehdeten sich, die den unglücklichen König zu manipulieren suchten, ihren jeweiligen Zwecken zu dienen.“ 16 Mit 21 Jahren war Balduin IV. dem Tod näher als dem Leben. Lähmungen ergriff Besitz von
11 Phillips, Der lateinische Orient, S. 144.
12 Phillips, Der lateinische Orient, S. 146.
13 Mayer, Kreuzzüge, S. 109.
14 Phillips, Der lateinische Orient, S. 148.
15 Mayer, Kreuzzüge, S. 116.
16 Phillips, Der lateinische Orient, S. 148-149.
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Arbeit zitieren:
BA Axel Huber, 2005, Der dritte Kreuzzug –und seine Anlässe , München, GRIN Verlag GmbH
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