Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Demographische Grundüberlegungen 5
2.1. Die Theorie der demographischen Transition 5
2.2. Begleitprozesse des demographischen Übergangs 8
2.2.1. Ökonomische Begleitprozesse 9
2.2.2. Soziale Begleitprozesse 9
2.3. Zusammenfassende Bemerkungen 11
3. Demographische Situation der Entwicklungsländer 12
3.1. Entwicklungsmerkmale der subsaharischen Länder Afrikas 17
3.1.1. Lebensumstände 19
3.1.2. Lebenserwartung und Sterblichkeit 20
3.1.3. Elternschaft und Familienplanung 21
3.1.4. Bildung und Fertilität 23
3.2. Schlussfolgerungen 24
4. Entwicklungspolitische Handlungsoptionen 25
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Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Phasen des ersten und zweiten demographischen Übergangs in Europa 7
Abbildung 2: Wachstumsraten in den Staaten der Welt 12
Abbildung 3: Globales Bevölkerungswachstum 13
Abbildung 4: Demographischer Übergang in Westeuropa im Vergleich zu den
Entwicklungsländern 15
Abbildung 5: Altersstruktur der Entwicklungs und Industrieländer im Vergleich 16
Abbildung 6: Durchschnittliche Kinderzahl im subsaharischen Afrika 17
Abbildung 7: Gesamtfruchtbarkeitrate in Afrika 1950 2000 18
Abbildung 8: Gesamtfruchtbarkeitsrate und Bildungsniveau für Ausgewählte Länder 24
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Dauer des Bevölkerungswachstums 13
Tabelle 2: Zahl der jungen Mütter 20
Tabelle 3: Kinderwunsch in Afrika 22
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1. Einleitung
Im Jahr 2000 versammelten sich die Mitglieder der Vereinten Nationen zum UN- Millenniumsgipfel mit dem Ziel die „Millenniums-Erklärung“ zu verabschieden. Diese enthält wichtige Handlungsmaxime bezüglich der Entwicklungspolitik, welche unter anderem die Verwirklichung der allgemeinen Primärschulbildung, die Förderung der Gleichstellung der Geschlechter, die Senkung der Kindersterblichkeit, die Verbesserung der Gesundheit von Müttern und die Bekämpfung von HIV/Aids und anderen Krankheiten umfassen.
Dieses und ähnliche Treffen werden durch zahlreiche politische und wissenschaftliche Debatten bezüglich der Wirksamkeit und der Folgen entwicklungspolitischer Maßnahmen begleitet. Die Grundlage vieler Beiträge, die sich mit der Bevölkerungsdynamik von Entwicklungsländern beschäftigen, verwenden die Theorie der demographischen Transition. Anhand der Kenntnisse dieses Prozesses, den die Industrienationen bereits durchlaufen haben, wird immer wieder versucht die Theorie mit ihren Phasen auf die Entwicklungsländer zu übertragen und die Entwicklungsziele anhand dieser Informationen auszurichten.
Im Verlauf dieser Arbeit sollen angesichts der herrschenden Diskussionen wesentliche Unterschiede zwischen Industrie- und Entwicklungsländern sowohl hinsichtlich der Ausgangsbedingungen für die demographische Transition als auch hinsichtlich der Ursachen der verschieden Entwicklungen herausgearbeitet werden. Zusätzlich sollen die Erkenntnisse die Möglichkeit bieten, Handlungsoptionen bezüglich der Entwicklungspolitik aufzuzeigen. Bearbeitet werden sollen diese Vorhaben je nach vorhandener Datenlage anhand Westeuropa oder Deutschland als Vertreter für Industrienationen und anhand der Länder des subsaharischen Afrikas, die stellvertretend für die Entwicklungsländer stehen sollen. Ausgewählt wurden diese Länder bzw. Ländergruppen aufgrund der Tatsache, dass sie die Entwicklungen, die typisch für die jeweilige Gruppe sind , im besonderen Maße darstellen.
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2. Demographische Grundüberlegungen
Ein Ziel dieser Arbeit soll es sein, zu zeigen, dass die demographische Transition nicht ohne weiteres auf die Entwicklungsländer übertragen werden kann. Diese Theorie kann lediglich unter Umständen einen ungefähren Weg weisen, wie die künftige demographische Entwicklung in den Entwicklungsländern aussehen könnte, doch lassen sich keine genauen Prognosen für die Bevölkerungsentwicklung ableiten, da die Entwicklung der Industrieländer in vielen Aspekten der demographischen Determinanten anders verlaufen ist. Der folgende Abschnitt soll zunächst die Theorie der demographischen Transition und ihren Verlauf erläutern, um Aussagen über die Übertragbarkeit treffen zu können. Besonderes Augenmerk soll dabei auf die sozialen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Industriestaaten und der Entwicklungsländer gelegt werden.
2.1. Die Theorie der demographischen Transition
Die Theorie der demographischen Transition, oft auch als demographischer Übergang bezeichnet, entstand vor dem Hintergrund, dass man demographische Veränderungen verschiedener europäischer Länder auf Regelmäßigkeiten hinsichtlich der Bevölkerungsentwicklung untersuchte. Vorläufer hierfür waren insbesondere Deutschland, England, Frankreich und auch die USA, da in diesen Ländern seit dem 18. Jahrhundert regelmäßige Volkszählungen durchgeführt wurden, die als Datengrundlage für entsprechende Vergleiche genutzt wurden. Im Zuge der Bearbeitung des Datenmaterials sind zahlreiche Theorien zur Beschreibung der Bevölkerungsentwicklung entstanden. An dieser sollen nur einige wichtige erwähnt und kurz umrissen werden. Thomas Robert Malthus entwickelte 1798 das sogenannte „Bevölkerungsgesetz“, welchem nach die Bevölkerung mit konstanter Wachstumsrate zunimmt und somit exponentiell wächst, wobei die Nahrungsmittelproduktion aufgrund begrenzter Bodenzahl lediglich lineares Wachstum aufweist (Birg:1996:54). Zusätzlich führte Malthus sogenannte „checks“ ein, die das Bevölkerungswachstum im Gleichgewicht zum Nahrungsmittelangebot hielten. Diese waren zum einen „positive checks“ wie zum Beispiel Hungersnöte oder Seuchen, und „preventive checks“ wie die sexuelle Enthaltsamkeit durch Verhütungsmittel. Malthus Theorie wurde im Laufe des demographischen Forschungsprozesses in vielen Gegenschriften widerlegt, da die Situation, wie sie vorausgesagt wurde, empirisch nicht eingetreten ist. Vielmehr ergab sich das
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Bevölkerungswachstum aus dem Rückgang der Sterberaten und den wachsenden bzw. konstant bleibenden Geburtenraten (Vgl. Flöthmann:2005:67).
Einer der Bevölkerungswissenschaftler, der auch das Malthusianische „Bevölkerungsgesetz“ versuchte zu widerlegen, war der Wohlstandstheoretiker Lujo Brentano. Er argumentierte, dass die Geburtenraten rückläufig wurden durch die Verbesserung des Lebensstandards, welcher das ökonomische Denken der Individuen begünstigte. Weiterhin formulierte Brentano, dass die Bedürfnisse der Menschen steigen und in Konkurrenz zueinander treten, wodurch das Bedürfnis, was die größte Befriedung verspricht, verwirklicht wird. „Mit zunehmendem Wohlstand und zunehmender Kultur wächst die Mannigfaltigkeit der Bedürfnisse der Menschen, und mit dem Auftreten anderer Bedürfnisse macht sich ... das Gossensche Gesetz geltend, wonach der nach der größten Summe des Wohlgefühls strebende Mensch mit der Befriedigung eines Bedürfnisses da abbricht, wo ein Fortfahren in seiner Befriedigung ihm geringeren Genuss bereiten würde, als die Befriedigung eines anderen Bedürfnisses, auf die er sonst verzichten müsste. Der Mensch bricht mit der Kindererzeugung da ab, wo die Mehrung der Kinderzahl ihm geringere Befriedigung schafft, als andere Genüsse des Lebens, die ihm sonst unzugänglich würden . . .“ (Brentano 1909 in:Birg:1996:53).
Ein weiterer Bevölkerungswissenschaftler ist Gerhard Mackenroth, der 1952 seine Schrift „Bevölkerungslehre“ verfasste, die sich von der „Biologie als Leitwissenschaft“ abwandte und sich der „historisch-soziologischen Betrachtungsweise“ widmete (Birg:1996:54). Diese Theorie war die bisweilen detaillierteste Form der Transformationstheorien, die dem heutigen 5-Phasen Modell sehr nahe kam, welches den so genannten ersten demographischen Übergang darstellt. Dieses „makroskopische Phasenmodell“ (Flöthmann:2005:70), welches die Entwicklung der Geburten- und Sterberaten im Übergang von der vorindustriellen zu industriellen Gesellschaft zeigt, soll im Folgenden erläutert werden.
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In der ersten Phase des Modells, der Prätransformativen- bzw. Vorbereitungsphase, sind sowohl die Geburten-als auch die Sterberaten relativ hoch und die Differenz zwischen ihnen, die das Bevölkerungswachstum darstellt, liegt mit einem Prozentsatz zwischen Null und Eins auf sehr niedrigem Niveau. In der zweiten Phase, der Frühtransformativen Phase, beginnen die Sterberaten, vor allem in Bezug auf die Säuglingssterblichkeit, zu sinken, wobei die Geburtenraten auf ihrem hohen Niveau bleiben, wodurch sich die Wachstumsrate erhöht. Im Verlauf der dritten Phase, der Mitteltransformativen Phase sinken die Sterberaten auf einen sehr niedrigen Punkt, wobei die Geburten noch immer sehr hoch sind, wodurch die Wachstumsrate ihr Maximum erreicht, was als hypergeometrisches Bevölkerungswachstum oder in manchen Schriften auch als „Bevölkerungsexplosion“ bezeichnet wird (Birg:1996:55). In der vierten Phase, der Spättransformativen Phase, beginnen nun auch die Geburtenraten zu sinken, wodurch das Bevölkerungswachstum auch wieder geringer wird. In der fünften Phase, der Posttransformativen Phase, sinken die Geburtenraten weiter und die Wachstumsrate erreicht ein niedriges Niveau, wodurch das Bevölkerungswachstum nur geringfügig ansteigt oder sogar stagniert (Vgl. Birg:1996:55-56).
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Quote paper:
2006, "Aber die Frauen tragen die Hoffnung Afrikas", Munich, GRIN Publishing GmbH
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