Inhalt:
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Edgar Allan Poe: Die Morde in der Rue Morgue 2
1 Inhalt der Erzählung 2
2 Warum wirken die Stimmen laut Zeugenaussagen so unheimlich und geisterhaft 3
2.1 Die erste Stimme 3
2.2 Die zweite Stimme 3
3 Weitere unheimliche Details 5
4 Die eigenen Ermittlungen Dupins 5
4.1 Die List Dupins 6
4.2 Das Geständnis des Matrosen 6
5 Zu der Erzählung 6
6 Literaturangaben 8
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Edgar Allan Poe: Die Morde in der Rue Morgue
Poes Erzählung „Die Morde in der Rue Morgue“ erschien erstmals 1841 in der Aprilausgabe von „Graham`s Magazine“. Sie begründete ein neues literarisches Genre, die Detektivgeschichte.
Hauptthema dieser modernen Kriminalliteratur ist die Aufklärung von Verbrechen durch Indizien und Rückschlüsse, in welche der Leser miteinbezogen wird.
Eine zentrale Rolle bei den Ermittlungen der Morde in der besagten Rue Morgue, einer Straße in Paris, spielen zwei unheimliche Stimmen, welche von zwei Zeugen aus einem Hinterzimmer im Haus der Opfer vernommen worden sind. Poe lässt die Zeugen die Fremdartigkeit der Stimmen so detailgenau und exakt beschreiben, dass diese auch dem Leser unheimlich erscheinen. Deshalb kann diese Detektivgeschichte auch als eine Art von Gruselgeschichte beschrieben werden oder aber auch als Sinnesgeschichte, da ein bedeutendes Moment der Erzählung der Hörsinn ist.
1 Inhalt der Erzählung
Der Ich-Erzähler lernt einen gewissen Monsieur Dupin kennen, mit dem er in einem gemeinsamen Haus in Paris in völliger Abgeschiedenheit lebt. Während ihrer langen Gespräche stellt der Ich-Erzähler eine besondere analytische Begabung Dupins fest, welche ihn sehr fasziniert. Dupin besitzt sogar scheinbar die Fähigkeit, Gedanken zu lesen. Dieser ist jedoch lediglich in der Lage durch genaues Betrachten der Mimik und durch das Interpretieren winziger Zeichen, logische Rückschlüsse (auch auf die Gedanken anderer) zu
ziehen. 1 Die beiden Freunde erfahren durch einen Artikel in der Zeitung „Gazelle de Tribunaux“, dass in der Rue Morgue eine Dame namens Madame L`Espanaye und ihre Tochter auf grauenvolle Weise ermordet wurden. Zeugen berichten in dem Artikel davon, unheimliche Stimmen, die plötzlich verstummten, vernommen zu haben, die niemand genau identifizieren konnte. Am folgenden Tag lesen die Freunde einen weiteren Artikel in der Zeitung, in dem die Zeugen auf die mysteriösen Stimmen, die der einzige Anhaltspunkt bei den Ermittlungen in diesem Mordfall sind, näher eingehen.
Weitere werkwürdige Aspekte hinsichtlich des Mordgeschehens und das scheinbar unbegründete Verhaften eines gewissen Adolphe Le Bon erwecken das Interesse und die
1 Vgl. E.T.A. Hoffmann „Die Automate“ Die Automate kann scheinbar die Gedanken Ferdinands lesen
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Neugier Dupins an diesem Mordfall. Für die Pariser Polizei hatte Le Bon, der einige Tage zuvor der Madame L’Espanaye eine große Summe Geld aushändigte und als einziger davon wusste, eindeutig ein Motiv für die Morde, nämlich den Diebstahl des Geldes. Dupin jedoch bezweifelt die Schuld Le Bons und findet durch eigene Ermittlungen und logische Rückschlüsse heraus, dass die mysteriösen Morde von einem entlaufenen Orang-Utan begangen wurden, worauf der unschuldige Adolphe Le Bon freigelassen wird.
2 Warum wirken die Stimmen laut Zeugenaussagen so unheimlich
und geisterhaft?
2.1 Die erste Stimme Hinsichtlich der ersten Stimme sind sich alle Zeugen einig:
■ Sie sei die eines männlichen Franzosen gewesen, der voll Entsetzen „sacré“ und „diable“ geschrien habe. Der Leser erhält den Eindruck, dass auf Grund dieser Ausrufe etwas wirklich Furchtbares geschehen sein muss.
■ Des Weiteren klingt die erste Stimme vorwurfsvoll (nach Aussagen Alberto Montanis, eines italienischen Konditors), wodurch die Phantasie des Lesers angeregt wird, da er sich fragt, was der Grund für die Vorwürfe gewesen sei.
■ Die Kampfgeräusche im Hintergrund, welche der Schneider William Bird vernommen haben will, steigern zusätzlich die Spannung, da der Leser an eine gewaltsame Auseinandersetzung denkt.
2.2 Die zweite Stimme Völlig uneinig sind sich die Zeugen jedoch im Hinblick auf die zweite Stimme: ■ Niemand ist in der Lage, sie genau zu beschreiben oder zu identifizieren. Es entsteht ein Gegensatz zwischen der ersten Stimme, einer eindeutig menschlichen, und der zweiten, bei der gar nicht feststellbar ist, ob sie überhaupt die eines Menschen gewesen ist. (Nach Aussagen Isodore Musets: „...weder männlich noch weiblich..“) Der Leser assoziiert die Stimme mit etwas Übermenschlichem, mit Geistern oder Dämonen. ■ Außerdem beschreiben die Zeugen die Stimme als rasch, wodurch ein Eindruck der Hetze oder Angst desjenigen entsteht, dem die Stimme gehört.
■ Die beschriebene Lautstärke der Stimme (sie sei eindeutig lauter als die erste Stimme gewesen) lässt den Leser auf die Stärke, die Wut und die damit verbundene Bedrohlichkeit des „Unbekannten“ schließen.
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Quote paper:
Bettina Arzt, 2003, Unheimliche Stimmen: Geisterstimmen und Ohren in der Phantastik, Munich, GRIN Publishing GmbH
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