I
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis II
Abk ürzungsverzeichnis III
Variablenverzeichnis IV
1. Einleitung 1
2. Theorie der Liquiditätsfalle 2
2.1. Klassische Liquiditätsfalle 2
2.2. Überlegungen von Krugman 3
3. Japans makroökonomische Entwicklung ab den Neunziger Jahren 4
3.1. Spekulationsblase 4
3.2. Bankenkrise 6
3.3. Geldpolitik der Bank of Japan 7
4. Svensson’s Weg aus der Liquiditätsfalle heraus 10
4.1. “foolproof way 11
4.2. Kritische Betrachtung des Foolproof Way 12
5. Aktueller Stand in Japan 14
Literaturverzeichnis 16
Abbildungsverzeichnis 20
II
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Wachstum des GDP Japans von 1950-2000 in Prozent
Abbildung 2: Liquiditätsfalle im IS-LM Modell
Abbildung 3: Geldmengenbasis, M2 CDs, reale GDP, CPI
Abbildung 4: Tagesgeldsatz und mittel bis langfrsitige Zinssätze
Abbildung 5: Veränderung der Geldmengen
Abbildung 6: Jährliche Veränderung der Preisindizes
Abbildung 7: Quartalsweise Veränderung des realen GDP
Abbildung 8: Sainsonbereinigte Arbeitslosenrate
Abbildung 9: Monatliche Wechselkurse Yen/US und Yen/Euro
Abbildung 10: Indexierte Kursentwicklung des Yen von 1980 bis 2007
III
Abkürzungsverzeichnis
BIS - Bank for International Settlements BOJ - Bank of Japan CPI - Konsumentenpreisindex Japans GDP - Bruttoinlandsprodukt Japans IMF - Internationaler Währungsfonds
OECD - Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit
IV
Variablenverzeichnis
i - (Interest) Zinssatz I - (Investment) reale Investitionsnachfrage L - (Liquidity) reale Geldnachfrage M - (Money stock) nominales Geldangebot S - (Supply) Marktangebot Y - Einkommen
1
1. Einleitung
Japan gehört zu den G8 Staaten, dem Verbund der 8 wichtigsten Industrienationen weltweit. Seine wirtschaftliche Entwicklung ist über die Grenzen des Landes hinaus sehr bedeutend [vgl. DEUTSCHE BUNDESBANK 2007, S.76, S.143].
Die Geldpolitik Japans kann in drei verschiedene politische Perioden unterteilt werden. Die erste „kontrollierte Periode“ begann 1955. Der Finanzmarkt war reglementiert und wurde von der bürokratischen Führung kontrolliert [vgl. RHODES, YOSHINO 2004, S.2]. In dieser Zeit wuchs die japanische Wirtschaft kontinuierlich und gehörte zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Unterstützt wurde dies durch den Schutz der eigenen Wirtschaft sowie investitions- und exportfördernden Maßnahmen. Damit beeindruckte Japan die Welt und galt oft als Wirtschaftswunder. [vgl. BIGSTEN 2005, S. 596]
Erst externe Schocks wie die Auflösung des Systems fester Wechselkurse von Bretton Woods 1971-1973 und die zwei Ölkrisen (1973/74 und 1979/80) unterbrachen diese Entwicklung. Das rohstoffarme Japan stürzte in eine Rezession. Der daraufhin einsetzende Wandel weg von energieintensiven Industrien hin zu „wissensintensiven“ Zweigen ermöglichte die Wiederaufnahme des Wachstums. Ein weiteres bedeutendes Ereignis war 1985 das Plaza Abkommen und der damit einhergehende Einbruch der Exporte. [vgl. BOSSE 1997]
Daher wandelte sich die Geldpolitik ab 1971 durch eine allmähliche Öffnung der Wirtschaft und den Umbau des Finanzsystems in eine „finanziell liberalisierende Periode“, in der Japan zeitweise als führende Wirtschaftsnation galt [vgl. RHODES, YOSHINO 2004, S.2-3]. Deswegen konnte Japan von 1973 bis 1990 weiterhin sehr stark wachsen und lag damit immer noch über dem Durchschnittswachstum der meisten OECD Staaten [vgl. BIGSTEN 2005, S. 596]. 1
Durch die eingeleiteten Finanzreformen und den zunehmenden globalen Wettbewerb sank der Einfluss der BOJ auf die inländischen Banken zunehmend. Mit einer expansiven Geldpolitik ab 1986 wurden der Aktien- und Immobilienmarkt immer weiter gefördert, was zu einer Spekulationsblase führte. Damit beginnt ab 1990 die dritte „stagnierende Periode“. Der Druck auf die BOJ wegen der extrem gestiegenen Aktien- und Immobilienpreise veranlasste sie den Diskontzinssatz ab Mai 1989 mehrfach anzuheben, wodurch die Geldmengensteigerung zurück ging und damit das Platzen der Spekulationsblase einläutete. In den darauf folgenden Jahren kam es zu einer schweren Wirtschafts- und Bankenkrise, die die bis dahin von hohen Wachstumsraten getragene Volkswirtschaft schwer belastete. [vgl. RHODES, YOSHINO 2004, S.7-11]
1 Siehe Abbildung 1, S.20.
2
Im Verlauf dieser Krisen kam es auch zu einer Liquiditätsfalle. Die Probleme dauern bis heute an und die Geldpolitik der BOJ steht seit dem des Öfteren in der Kritik. [vgl. SVENSSON 2006, S.10-11]
Im Verlauf dieser Arbeit wird zunächst auf die klassische Theorie der Liquiditätsfalle (Abschnitt 2.1.) und die Überlegungen von Krugman (Abschnitt 2.2.) eingegangen. In Kapitel 3. wird diese Arbeit detaillierter auf die makroökonomische Entwicklung Japans ab den Neunziger Jahren und hier insbesondere auf die Spekulationsblase (Abschnitt 3.1.) und die Bankenkrise (Abschnitt 3.2.) eingehen sowie die Geldpolitik der Bank Of Japan ab den Neunziger Jahren betrachten (Abschnitt 3.3.). Der Vorschlag zum Weg aus der Liquiditätsfalle von Prof. Lars E.O. Svensson wird in Kapitel 4. vorgestellt. Abschließend gibt es einen kurzen Überblick über die aktuelle Lage in Japan (Kapitel 5.).
2. Theorie der Liquiditätsfalle
„Eine Liquiditätsfalle tritt auf, wenn die Geldnachfrage aufgrund des Spekulationsmotives unendlich zinselastisch wird.“ [FELDERER, HOMBURG 2005, S.144] Diese klassische Sichtweise wird im nächsten Abschnitt kurz erläutert. Darauf folgen die Überlegungen nach Krugman.
2.1. Klassische Liquiditätsfalle
John Maynard Keynes gilt als einer der bedeutendsten Ökonomen des 20. Jahrhunderts. Er hat als erster die absolute untere Grenze des nominalen Zinssatzes angesprochen.
Bei einem niedrigen Nominalzins werden von den Wirtschaftssubjekten Kursverluste bei festverzinslichen Wertpapieren erwartet. Dies führt zur bevorzugten Geldhaltung. Sinkt der Nominalzins infolge von Senkungen immer weiter, bis er nicht mehr gesenkt werden kann, verstärkt sich dieser Effekt bis theoretisch jede zusätzliche Liquidität gehalten wird. Durch diese absolute Liquiditätspräferenz wird jede Geldmenge aus dem Spekulationsmotiv nachgefragt und das reale Geldangebot spielt keine Rolle mehr. [vgl. FELDERER, HOMBURG 2005, S.144-147]
Die Geldpolitik der Zinssatzsteuerung wird uneffektiv, da der Nominalzinssatz nicht negativ werden kann. Ist er bei Null oder nahe Null, stellen Geld und Wertpapiere für die Wirtschaftssubjekte Substitute dar und die Zinselastizität der Geldnachfrage wird unendlich elastisch. In dem von Hicks 1937 entwickelten IS-LM Modell wird dies durch den linken Teil der LM-Kurve dargestellt, der dann waagerecht ist 2 . Schneidet die IS-Kurve nun die LM-Kurve an dieser waagerechten Stelle, wird durch eine Ausweitung
2 Siehe Abbildung 2, S.20.
Arbeit zitieren:
André Göring, 2007, Liquiditätsfalle und Geldpolitik in Japan, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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