Ludwig- Maximilians- Universität München
Institut für Kommunikationswissenschaft
Sommersemester 2002
Proseminar II: Kommunikation als Beruf
Hausarbeit zum Thema
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Verfasserin: Katja Voigt, Studiengang: Dipl. Journalistik, Fachsemester 2,
Abgabetermin: 14.10.2002
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Biographische Daten
Die wichtigsten Daten und Stationen im Leben von Egon Erwin Kisch 2
Kisch als Schöpfer der literarischen Reportage
„Logische Phantasie“ 4
Der Reporter als „Prosaist der Ballade“
4
Der „rasende Reporter“
Die Literarisierung der Reportage 5
„Neue Sachlichkeit“ 6
Das „Idealbild“ des Reporters 7
Der Begriff der Wahrheit bei Kisch
Politische Haltung 9
Menschlichkeit und Mut 9
Der Egon Erwin Kisch-Preis
Hätte Kisch den Kisch-Preis bekommen? 11
Der Kisch-Preis im Jahr 2002 11
Ausgezeichnete Reportagen 12 Zusammenfassung
Katja Voigt 3
1 Einleitung
„ Schreibend wollte er die Welt verändern, die Welt verändernd wollte er sie zugleich beschreiben“ , so stellt Bodo Uhse (Utitz, 1956, S.280) den Journalisten und Schriftsteller Egon Erwin Kisch dar.
Der „ rasende Reporter“ , wie man Kisch auch wegen seines berühmten gleichnamigen Werkes nannte, wird in den Medien und in der Wissenschaft oft als „ König der Journalisten“ (Patka, 1997, S. 13) bezeichnet. Ob er das tatsächlich war, soll hier weder beurteilt noch untersucht werden. Ausgehend von der Feststellung, dass Kisch mit Sicherheit ein ganz besonderer Journalist, nicht nur seiner Zeit, war, sondern bis zum heutigen Tag als Vorbild vieler Journalisten fungiert, soll vor allem untersucht werden, was den Menschen Egon Erwin Kisch zu einem besonderen Journalisten machte, welche Ansprüche er an die Reportage beziehungsweise den Reporter stellte und was ihn dazu bewog, die Welt „ verändern“ zu wollen.
In Punkt 3 wird zunächst darauf eingegangen, warum Kisch oft als „ Schöpfer der literarischen Reportage“ bezeichnet wird und aus welchen Gründen Kisch von einem Reporter „ Logische Phantasie“ fordert. Desweiteren wird untersucht, welche Anforderungen Kisch an einen Berichterstatter hat, der, seiner Meinung nach, ein „ Prosaist der Ballade“ ist. In Punkt 4 steht Kischs berühmtes Werk der „ rasende Reporter“ im Vordergrund. Hier wird untersucht, weshalb er mit diesem Buch die Reportage literarisiert hat und warum dieser Reportagenband als Exemplar für das Programm der „ Neuen Sachlichkeit“ in Anspruch genommen werden kann.
Die Beschreibung des „ Idealtypen“ eines Reporters nach Kisch in Punkt 4.3 führt zu Punkt 5, in dem die Rolle der Wahrheit bei und für Kisch analysiert werden soll. Die Frage, ob Kisch ein revolutionärer oder sogar ein Parteischriftsteller war, soll anhand seiner politischen Haltung in Punkt 5.1 und seiner Menschlichkeit und seines Mutes in 5.2 beantwortet werden.
In Punkt 6 wird auf die Entstehungsgeschichte und die journalistische Bedeutung des Egon Erwin Kisch-Preises eingegangen, bevor geklärt wird, ob Kisch in der heutigen Zeit mit seinen Reportagen überhaupt den Kisch-Preis bekommen hätte beziehungsweise welche Reportagen und Reporter in diesem Jahr ausgezeichnet wurden.
Zunächst allerdings sollen die wichtigsten biographischen Daten von Egon Erwin Kisch in Form eines tabellarischen Lebenslaufs dargestellt werden, um die entscheidenden und bedeutenden Stationen seines Lebens in Kurzform überblicken zu können.
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2 Biographische Daten von Egon Erwin Kisch
Das Leben von Egon Erwin Kisch war so bewegt und von vielen geographischen wie beruflichen Veränderungen gekennzeichnet, dass es im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich ist, seine biographischen Daten vollständig wiederzugeben. Im Folgenden werden die wichtigsten Daten und Stationen seines Lebens zusammengefasst.
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1885
1903 Prager Universität. 1903/04 Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger. 1905 Volontär beim „ Prager Tagblatt“ , Besuch der „ Journalistenhochschule“ in Berlin. 1906-1913
1913-1914 Berlin. 1914-1917 Soldat in Serbien. 1919 Mitarbeiter der Wiener Tageszeitung „ Der Neue Tag“ und der Wochenzeitschriften „ Der Friede“ und „ Die Wage“ . 1919
1922
1922-1926 Reisen durch Europa, Nordafrika und die Sowjetunion. 1925 Mitglied der „ Gruppe 1925“ ; Wechsel von der KPÖ zur KPD; Veröffentlichung seines wichtigsten Werkes: Der „ rasende Reporter“ 1926 Kisch kämpft mit anderen Intellektuellen für die Freilassung des 1921 zu lebenslangem Zuchthaus verurteilten Max Hoelz. 1929 Reisen durch die Sowjetunion und Südwesteuropa 1931/32 Nach einem Lehrauftrag für Journalistik an der Hochschule in Charkow
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1933 30. Januar: Rückkehr nach Berlin.
Juni 1933 Kisch geht nach Paris ins Exil, wo er in der "Internationalen Arbeiter-Hilfe" sowie im Exil- SDS mitarbeitet. 1934 Seine illegale Reise zum Weltkongress gegen Krieg und Faschismus nach Melbourne (Australien) beschreibt er in „ Landung in Australien“ 1936-1938 Aufenthalte in Prag und Ostende (Belgien) sowie als Berichterstatter der Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg. 1941 In Mexiko-City arbeitet er als Redakteur der Zeitschrift "Freies
1948 .LVFKDOV6FK|SIHUGHUOLWHUDULVFKHQ5HSRUWDJH
Egon Erwin Kisch gilt als Schöpfer und Meister der literarischen Reportage. Seine Ansichten über Reportage und Reporter veröffentlichte Kisch zum ersten Mal 1918 unter der Überschrift „ Wesen des Reporters“ in der Zeitschrift „ Das literarische Echo“ (Schlenstedt, 1959, S. 14). Hierin hatte Kisch proklamiert:
„ Der Gebrauch des Wortes ‹Reporter› als Synonym für Lokalreporter ist eine vollständig sinnlose Kürzung. (...) Ohne zu reportieren, das heißt, ohne das meritorische und (für die Behandlung des Stoffes) wichtige Material herbeizuschaffen, gibt es keine geistige Behandlung eines Themas. Auch für den Gelehrten, für den Dichter nicht. (...) Jeder Schriftsteller, auch der Nichtrealist, bedarf der Milieustudie, und jede Milieustudie ist Reportage“ (Kisch, 1918, S. 437- 440).
Weiter formuliert Kisch das Prinzip des Reporters:
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Arbeit zitieren:
Katja Voigt, 2002, Der Journalist Egon Erwin Kisch, München, GRIN Verlag GmbH
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