Pädagogische Hochschule, Ludwigsburg / Außenstelle Reutlingen
Hauptseminar: „Bewegungsorientierte Begleitung von Kindern in ihrer
Sprach- und Kommunikationsentwicklung“
SoSe 2007, 8. Semester
„Der Verstehende Ansatz in Psychomotorik und Motologie1“
(vgl. SEEWALD 2007) – kritisch reflektiert
von
Kirsten Haase
1 Einleitung... 3
2 Theorie des Verstehenden Ansatzes... 4
2.1 Merkmale... 4
2.2 Was heißt Verstehen innerhalb des Verstehenden Ansatzes?... 5
2.3 Entwicklungstheoretische Hintergründe... 6
3 Der Verstehende Ansatz in der Praxis... 9
3.1 Ziele... 9
3.2 Stundenablauf... 9
3.3 Was kann schief gehen?... 11
3.4 Die Arbeit mit Gruppen... 11
4 Eigene subjektive Reflexion... 13
5 Literaturverzeichnis... 15
1 Einleitung
„Der Verstehende Ansatz in Psychomotorik und Motologie“ – der Buchtitel klingt eigentlich schon wie eine Zusammenfassung des Inhaltes, dachte ich mir und vielleicht muss man es gar nicht lesen, um es zu verstehen. Nach den ersten Seiten wurde mir schnell klar, dass dieser Ansatz wesentlich vielschichtiger ist, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Man kann ihn definitiv weder verstehen noch umsetzen, hat man sich nicht vorher einmal mit den theoretischen Hintergründen und Fallbeispielen beschäftigt. Die wichtigsten Punkte des Ansatzes zusammenzufassen und verständlich zu machen, ist der Zweck dieser Ausarbeitung und ich hoffe, es wird mir gelingen.
2 Theorie des Verstehenden Ansatzes
2.1 Merkmale
Jürgen Seewald bezeichnet das theoretische Gerüst des Verstehenden Ansatzes als „die Architektur“2. Der Ansatz stützt sich auf verschiedene Theorien, wobei er sich nicht immer der kompletten bedient. Im Mittelpunkt steht der Mensch, von dem wir, aus den verschiedensten Gründen, ein bestimmtes Bild haben. Dieser steht unter dem Einfluss dessen, was er ausstrahlt, wie er sich selbst und wie ihn die Anderen sehen und welchen Sinn sein Leben zu haben scheint. Um diesen Menschen, nennen wir ihr Bobby, im Sinne des Ansatzes verstehen zu können, bedienen wir uns verschiedenster Methoden, die später näher erläutert werden sollen. Jedoch kann man diesen Jungen nur verstehen, wenn man tiefer gräbt, denn er wurde geprägt durch die Umwelt, in der er lebt, und befindet sich zu jedem Zeitpunkt in einer bestimmten Entwicklungsphase, die, egal welche es auch immer sein mag, Einfluss auf sein Verhalten haben wird. Denken wir doch nur an die eigene Pubertät. Glaubt der Begleiter dann genügend über Bobbys Lebensumstände in Erfahrung gebracht zu haben, erstellt er ein Programm, das ihm helfen soll zu dem Jungen durchzudringen und ihn wirklich zu verstehen. Zu jedem guten Ansatz gehört auch die anschließende Evaluation und, um Betriebsblindheit zu vermeiden, in regelmäßigen Abständen eine Supervision, denn schließlich will man dem Kleinen wirklich helfen.
Das Körpermodell, das dem Verstehenden Ansatz zugrunde liegt, setzt Körper nicht mit Leib gleich, denn gerade die Situationen, in denen wir, mit Hilfe unserer Fantasie, aus unserem Körper heraus gehen, sind die einprägsamsten unserer Persönlichkeitsentwicklung. Bewegung versteht man in diesem Zusammenhang nicht als Bewegung im physikalischen Sinn, sondern eher als eine Möglichkeit mit der Welt um sich herum zu kommunizieren – sie ist „[…] ‚Mittler zur Welt’ […]“3. Zusammenfassend finde ich zwei Zitate Seewalds passend: „Hier gilt der zentrale Satz, dass der Mensch angewiesen ist auf Sinn; dieser Satz gilt genauso für behinderte Menschen.“4, was wir leider viel zu häufig vergessen. Und: „[…] gibt es keine Bewegung ohne Fantasie und keine Fantasie ohne Bewegung […]“5.
2.2 Was heißt Verstehen innerhalb des Verstehenden Ansatzes?
Der Verstehende Ansatz sucht sich für sein Verstehen die besten und passendsten Punkte aus folgenden Verstehenstheorien zusammen: hermeneutisches Verstehen, phänomenologisches Verstehen, tiefenhermeneutisches Verstehen und dialektisches Verstehen. Der hermeneutische Kernpunkt für die Psychomotorik ist die Frage „[…] Wie muss das Ganze sein, damit das […] Verhalten eines Kindes darin einen Sinn bekommt?“6 Jedoch lässt sich niemals von einem ersten Standpunkt aus der ganze Mensch beurteilen, denn schnell kann ein neues Detail das gesamte Bild verändern, ja komplett umkrempeln.
[...]
1 Titel des Buches von Jürgen Seewald (2007), welches die Grundlage dieser Arbeit bildet... 2
2 Seewald, Jürgen Der Verstehende Ansatz in Psychomotorik und Motologie (2007), S.16
3 Seewald, Jürgen Der Verstehende Ansatz in Psychomotorik und Motologie (2007), S.21
4 Seewald, Jürgen Der Verstehende Ansatz in Psychomotorik und Motologie (2007), S.20
5 Seewald, Jürgen Der Verstehende Ansatz in Psychomotorik und Motologie (2007), S. 21/22
6 Seewald, Jürgen Der Verstehende Ansatz in Psychomotorik und Motologie (2007), S. 27
Quote paper:
Kirsten Drechsel, 2007, „Der Verstehende Ansatz in Psychomotorik und Motologie“ (vgl. SEEWALD 2007) – kritisch reflektiert, Munich, GRIN Publishing GmbH
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