Yvonne Wahl
Inhaltsverzeichnis
Umweltmanagementsysteme
Konzepte des Nachhaltigkeitsmanagements?
1 Einleitung. 1
2 Umweltmanagementsysteme 2
2.1 GRUNDLAGEN 2
2.2 STÄRKEN UND SCHWÄCHEN 4
3 Begegnung der Nachhaltigkeitsherausforderung. 6
3.1 ÖKO-EFFEKTIVITÄT 7
3.2 ÖKO-EFFIZIENZ. 8
3.3 INTEGRATION 9
4 Fazit. 10
5 Literatur- und Quellenverzeichnis 12
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Yvonne Wahl
1. Einleitung
1 Einleitung
Der Begriff „Nachhaltigkeit“ wird heutzutage nahezu inflationär genutzt und hat sich zu einem Modewort entwickelt. Als allgemein anerkannt gilt, dass eine „nachhaltige Entwicklung“ erstrebenswert ist. Für Unternehmen gilt es daher, die Umsetzung eines „Nachhaltigkeitsmanagements“ voranzutreiben um sich Wettbewerbsvorteile zu sichern.
Das Ziel der nachhaltigen Entwicklung erfordert eine Integration der drei Säulen der Nachhaltigkeit: Ökonomie, Ökologie und Soziales. Daraus ergeben sich die Heraus-forderungen für Unternehmen, gleichzeitig die Öko-Effektivität und die Sozial-Effektivität 1 zu steigern, die Verbesserung der Öko- und Sozialeffizienz 2 voranzutreiben und diese vorangegangenen Aspekte zusammenzuführen und in das konventionelle Management zu integrieren. Diese Herausforderungen werden auch Nachhal-tigkeitsherausforderungen genannt (Schaltegger et al. 2002, 6). Für das Nachhaltigkeitsmanagement wurden verschiedene Konzepte und Instrumente entwickelt. Instrumente, beispielsweise das Umweltaudit, sind Werkzeuge, die der Erfüllung einer speziellen Aufgabe dienen. Konzepte sind dagegen Bündel von auf-einander abgestimmten Instrumenten. Die Umweltmanagementsysteme zählen zu den Konzepten. Sie verbinden verschiedene Instrumente, wie z.B. ein Leitbild, Audits, u.a. (Schaltegger et al. 2002, 3). Die zwei derzeit in Deutschland bedeutenden Umweltmanagementsysteme sind EMAS und ISO 14001ff.
EMAS, die Abkürzung von „Environmental Management and Audit Scheme“, ist die aus dem Englischen übernommene gebräuchliche Bezeichnung für die „Verordnung (EG) Nr. 761/2001 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. März 2001 über die freiwillige Beteiligung von Organisationen an einem Gemeinschaftssystem für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung (EMAS)“ (EG 2001). Im Deutschen wird die Verordnung auch „EG-Öko-Audit-Verordnung“ genannt. In dieser Arbeit soll ausschließlich der Begriff „EMAS“ benutzt werden. Die Bezeichnung ISO 14001ff. steht für eine Normenreihe der International Organization for Standardisation (ISO). Die Einzelnorm ISO 14001 ist in dieser Reihe die wichtigste und wird daher als Synonym für die gesamte Normenreihe verstanden. In der deutschen Übersetzung wird ISO 14001 als DIN EN ISO 14001 geführt, wobei DIN
1 D.h. die ökologische bzw. soziale Wirksamkeit einer Maßnahme
2 D.h. das Verhältnis zwischen ökologischer bzw. sozialer Schadschöpfung und Wertschöpfung
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Yvonne Wahl 1. Einleitung
für das Deutsche Institut für Normung e.V. steht und EN für europäische Normen des Europäischen Komitees für Normung (CEN) (DIN 2006 und CEN 2006). Die Begegnung der Nachhaltigkeitsherausforderungen durch die Umweltmanagementsysteme zu untersuchen ist Ziel dieser Arbeit. Dazu sollen nun zunächst die Umweltmanagementsysteme mit ihren Stärken und Schwächen näher betrachtet werden.
Diese Betrachtung dient der groben Erfassung, eine umfassende Einordnung in das Umweltrecht oder eine ausführliche Diskussion der einzelnen Elemente erfolgt an dieser Stelle nicht.
2 Umweltmanagementsysteme
2.1 Grundlagen
Ein Umweltmanagementsystem ist der „Teil des gesamten Managementsystems, der die Organisationsstruktur, Planungstätigkeiten, Verantwortlichkeiten, Verhaltensweisen, Vorgehensweisen, Verfahren und Mittel für die Festlegung, Durchführung, Verwirklichung, Überprüfung und Fortführung der Umweltpolitik betrifft.“ (EG 2001, Artikel 2 k).
Die beiden in Deutschland häufigsten Umweltmanagementsysteme EMAS und ISO 14001 sind wie folgt charakterisiert:
Bei ISO 14001 handelt es sich um eine weltweit gültige Normenreihe. Die Norm ISO 14001 ist dabei die einzige Spezifikation, weitere Normen (wie ISO 14004 oder ISO 19011) sind lediglich unverbindliche Leitlinien. Die in der Norm ISO 14001 enthaltenen „Forderungen an ein Umweltmanagementsystem“ sind wichtigster und verbindlicher Teil der Normenreihe und sind daher der Gegenstand eines Zertifizierungsverfahrens (Dorn 1998, 21). Nach der ursprünglichen Veröffentlichung im Herbst 1996 gilt derzeit in der deutschen Übersetzung die aktuelle Version von 2005 (Dorn 1998, 10 und Glatzner 2006a).
EMAS ist eine Verordnung der Europäischen Union. Diese gilt unmittelbar in allen Mitgliedsstaaten der EU, hat darüber hinaus aber keine bindende Wirkung. Mit der Verordnung Nr. 196/2006 (EG 2006) wurde EMAS aktualisiert. Erstmals in Kraft trat EMAS im April 1995 (Verordnung Nr. 1836/93 (EWG 1993)), daher wird die aktuelle Version oft auch als EMAS II bezeichnet.
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Yvonne Wahl 2. Umweltmanagementsysteme
Mit der Novellierung der EMAS-Verordnung hat eine deutliche Angleichung der beiden Systeme stattgefunden (Schaltegger et al. 2003, 304). EMAS beinhaltet nunmehr die Norm ISO 14001:2004 3 . Diese fordert ein Umweltmanagementsystem, das auf einer von der Organisation formulierten Umweltpolitik beruht. Bei der Planung müssen Umweltaspekte und -ziele Berücksichtigung finden und gesetzliche Regelungen beachtet werden. In der Phase der Implementierung und Durchführung muss der Ablauf gelenkt und die Verantwortlichkeiten geklärt werden. Zudem müssen die (Mitarbeiter-) Kommunikation, die Organisation der systemnotwendigen Dokumente und Notfallmaßnahmen geregelt werden.
Des weiteren müssen im Umweltmanagementsystem Kontroll- und Korrekturmaßnahmen eingeplant werden, die eine kontinuierliche Überwachung und Messung des Systems und der Systemleistung sicherstellen. Dies beinhaltet auch die Einhaltung von Rechtsvorschriften. Zudem müssen Maßnahmen für den Fall von Abweichungen etabliert sein und es muss die Vorgehensweise bei einem betriebsinternen Audit festgelegt sein. Zuletzt muss die Bewertung durch die oberste Unternehmensleitung sichergestellt sein (Glatzner 2006b).
Das Umweltmanagementsystem ist eingebettet in eine Reihe von Maßnahmen, in denen sich EMAS und ISO 14001 teilweise unterscheiden. Während EMAS eine erste Umweltprüfung, bei der die für die Organisation relevanten Umweltaspekte herausgearbeitet werden müssen, vorschreibt, schlägt ISO 14001 diese Prüfung lediglich vor. Das oben beschriebene Umweltmanagementsystem wird bei EMAS ergänzt durch den Nachweis der Rechtssicherheit, die Bewertung der Umweltaspekte, die Mitarbeiterbeteiligung und die Stakeholder-Kommunikation. Regelmäßige Betriebsprüfungen, die sogenannten Audits, müssen bei beiden Systemen in ähnlicher Weise durchgeführt werden. EMAS verlangt zusätzlich die Verfassung einer Umwelterklärung.
Umweltgutachter bzw. Auditor prüfen in beiden Fällen das Audit und das Umweltmanagementsystem. Stimmt das System mit den Anforderungen überein, wird im Falle von EMAS die Umwelterklärung validiert und nach Übersendung der Erklärung an die offizielle Registrierstelle und Eintragung in das europäische Register, darf das E-MAS-Logo für werbliche Zwecke genutzt werden. Im Rahmen von ISO 14001 stellt der Auditor lediglich ein Zertifikat aus, das ebenfalls für werbliche Zwecke genutzt werden kann. Eine Eintragung in ein zentrales Register findet nicht statt. Nach der
3 EMAS bezieht sich auf die englische Version, daher die von der deutschen Übersetzung abweichende Jahres-
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Arbeit zitieren:
Yvonne Wahl, 2006, Umweltmanagementsysteme - Konzepte des Nachhaltigkeitsmanagements?, München, GRIN Verlag GmbH
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