Gliederung
1. Einführung 3
2. Nachkriegssituation 5
3. Die außenpolitischen Prinzipien der USA nach 1945 6
3.1 Containment 6
3.2 Truman-Doktrin 7
3.3 Marshall-Plan 8
4. Die Berlin-Blockade 10
5. Schlussbetrachtung 14
6. Literaturverzeichnis 16
2
1. Einführung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Berlin-Blockade in den Jahren 1948/49 und soll aufzuzeigen, dass das Vorgehen der USA in dieser Krise den außenpolitischen Grundsätzen der damaligen US-Regierung entsprach.
Diese Grundsätze, die unter 2. erläutert werden sollen, aber waren neu und widersprachen den vorhergehenden weitgehend. Ein innenpolitischer Kampf zwischen den traditionellen Isolationisten und den Internationalisten, an deren Spitze Präsident Franklin D. Roosevelt stand, 1 musste erst zugunsten der Internationalisten entschieden werden. Diese brachten drei Hauptargumente hervor, die für eine Beteiligung der USA an den Konflikten in anderen Teilen der Welt sprachen.
1. Die Internationalisten gingen davon aus, dass ein offener und ungeteilter Weltmarkt eine der Grundbedingungen für das Überleben des amerikanischen Wirtschaftssystems war. Es stand zu befürchten, dass Deutschland und Italien in Europa und Japan in Asien nach einem Sieg beide Regionen in ein System fast autarker Planwirtschaft zwingen würden. Als Folge dessen müsste das Handelsvolumen der USA fallen, was ein Schrumpfen der Import- und Exportindustrie zur Folge hätte. Ein militärischer Sieg der Aggressoren würde somit eine wirtschaftliche Katastrophe für die Vereinigten Staaten bedeuten. 2 2. Man ging von der Überzeugung aus, dass das letzte Ziel Deutschlands und Japans die Eroberung der Welt, inklusive der USA sei. Zumindest würde, bei erfolgreichem Kriegsverlauf für die Angreifer, der US-Sicherheitsbereich, einschließlich der Weltmeere, zusammenschmelzen. Die Unterstützung für England und Frankreich geschah deshalb, da diese Länder sozusagen stellvertretend die USA mitverteidigten. Dies und das spätere Eingreifen mit eigenen Truppen (auch in Asien) kann daher als „globale Vorwärtsverteidigung“ 3 angesehen werden. 4
3. Die ideelle Komponente darf hierbei nicht vernachlässigt werden. Mit den angegriffenen Staaten verteidigte die USA zugleich auch die Werte, die sie als globale Grundlage friedlichen Zusammenlebens der Völker ansahen. Zuallererst kam hier natürlich das Recht der freien Völker auf Selbstbestimmung. Darüber hinaus war dieser Krieg für viele Amerikaner
1 Vgl. Junker, Detlef: Franklin D. Roosevelt und die nationalsozialistische Bedrohung der USA in: Trommler,
Frank (Hrsg.): Amerika und die Deutschen Bestandsaufnahme einer 300 jährigen Geschichte. Opladen 1986.
S. 379.
2 Vgl. Ebd. S. 386.
3 Ebd. S. 388.
4 Vgl. Ebd. S. 388.
3
auch der Kampf der liberalen Demokratie und der christlich-humanistischen Zivilisation gegen Faschismus und Barbarei, der keinesfalls verloren werden durfte. 5 Präsident Roosevelt setzte sich schließlich mit seiner Ansicht durch, was zum Eingreifen in Europa führte und die Außenpolitik der Vereinigten Staaten langfristig in seinem Sinne beeinflussen sollte.
Auch die Sowjetunion wurde, trotz gegensätzlicher ideologischer Ausrichtung, im Zweiten Weltkrieg unterstützt. Doch aus Verbündeten wurden nach Kriegsende bald Feinde, ein `kalter` Krieg löste den `heißen` ab.
Im besiegten Deutschland, in verschärfter Situation in Berlin, trafen die gegensätzlichen Weltmächte nun aufeinander, was die Stadt eine Zeitlang ins Weltinteresse rückte. Erstmals offen zeigte sich der Konflikt in der Versorgungsblockade der Stadt durch die Sowjets in den Jahren 1948/49. Die USA und ihre Verbündeten begannen zunehmend konstruktive Verantwortung für die Entwicklung Westdeutschlands und damit auch für die westlichen Sektoren Berlins, in ihrem Sinne, zu übernehmen, aber auch die UdSSR wollte ihren Einflussbereich über dieses Gebiet ausdehnen.
Der Konflikt zwischen den oben genannten Zielen und Prinzipien der US-Außenpolitik und den expansionistischen Bestrebungen der Sowjetunion trat in Berlin offen zutage. Mit praktischer Hilfe für die eingeschlossene Stadt und ihre Einwohner trat die Truman-Doktrin, die Unterstützung für alle freien Völker im Kampf gegen den Kommunismus versprach, offen zutage.
Wie sich die amerikanische Hilfe konkret gestaltete, wird unter Punkt 4 behandelt, worauf abschließend eine Zusammenfassung folgt.
Die vorliegende Arbeit stützt sich, was den Überblick angeht hauptsächlich auf das Werk von H.G. Lehmann „Deutschland Chronik 1945 bis 2000“. Zur Vorgeschichte der Truman-Doktrin hat der Aufsatz von Detlef Junker in „Amerika und die Deutschen […]“, herausgegeben von Frank Trommler, maßgeblich beigetragen. Zum eigentlichen Thema Berlin wurden vorwiegend die Werke von Waldemar Besson, Gerd Langguth, Alfred Grosser und die Biographie Ernst Reuters von Hans J. Reichhardt verwendet.
5 Vgl. Junker, Detlef: Franklin D. Roosevelt. in: Trommler, Frank (Hrsg.): Amerika und die Deutschen. S. 390.
4
2. Nachkriegssituation
Am 8. Mai 1945 endete mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands der zweite Weltkrieg in Europa. 6 Die oberste Gewalt in Deutschland, dass nunmehr „lediglich ein Objekt der internationalen Politik“ war, „ohne äußere und innere Souveränität“ 7 , übernahm am 5. Juni 1945 der Alliierte Kontrollrat als Regierungsbehörde der vier Siegerstaaten. Ihm gehörten die USA, Großbritannien, die Sowjetunion und Frankreich an. Das Territorium Deutschlands wurde unter diesen Staaten nach dem Stand vom 31. Dezember 1937 zum Zwecke der Besatzung in vier Zonen aufgeteilt. 8 Die Hauptstadt Berlin wurde als „besonderes Gebiet […] gemeinsam von den bewaffneten Streitkräften der USA, des UK und der UdSSR […] besetzt“ 9 und deshalb in Sektoren geteilt. Dies geschah aufgrund des „Londoner Protokolls“ aus dem Jahr 1944, dem Frankreich dann 1945 beitrat 10 . In den Berlin als Ganzes betreffenden Fragen sollte eine interalliierte Regierungsbehörde, die Berlin-Kommandantur, bestehend aus je einem Vertreter der Besatzungsmächte, entscheiden. Durch diese Aufteilung wurden indirekt schon die Weichen zur deutschen Teilung gestellt. In der Zurückweisung sowjetischer Reparationsansprüche in den Westzonen durch Washington wurde aber auch dem (west-) deutschen Wiederaufstieg und der deutsch-amerikanischen Kooperation erst eine Chance eingeräumt. Bei der Lösung der drängenden Nachkriegs- und Neuorganisationsprobleme im westlichen Teil Deutschlands übernahmen die USA, genauer gesagt das OMGUS (Office of Military Gouverment for Germany, United States), eine konstruktive Rolle, die bald über die Aufgaben von einfachen Besatzungstruppen hinausging. Dies geschah auch, da ohne eine zügige Erholung der westlichen Besatzungszonen die Rekonstruktion Gesamteuropas gefährdet schien. Demzufolge musste eine weitere wirtschaftliche und/ oder politische Destabilisierung verhindert werden. Darüber hinaus wurde die Entwicklung in Westdeutschland von den Amerikanern auch als Test für den sich anbahnenden Konkurrenzkampf der politischen Systeme betrachtet, wobei eine Niederlage nicht in Frage kam. Denn aus den im Zweckbündnis zur siegreichen Beendigung des Zweiten Weltkrieges alliierten Großmächten USA und Sowjetunion wurden
6 Vgl. Lehmann, Hans Georg: Deutschland-Chronik 1945 bis 2000. Bonn 2000. S. 19.
7 Grosser, Alfred: Das Bündnis die westeuropäischen Länder und die USA seit dem Krieg. Paris 1978. S. 80.
8 Vgl. Winkler, Heinrich August: Der lange Weg nach Westen II Deutsche Geschichte 1933-1990. München
2000. S. 117.
9 Protokoll zwischen den Regierungen der Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritanniens und der
Sowjetunion über die Besatzungszonen in Deutschland und die Verwaltung von Groß-Berlin. in: Langguth,
Gerd: Deutschland-Report 3 Die Berlin-Politik der DDR Historische, politische und juristische Aspekte einer
aktuellen Frage. Melle 1987. S. 9.
10 Vgl. Hillgruber, Andreas: Europa in der Weltpolitik der Nachkriegszeit (1945- 1963). München 1987. S. 19.
5
Arbeit zitieren:
B.A. Christian Pauer, 2005, Das Verhalten der USA in der Berlin-Krise 1948/49 als Ausdruck ihrer außenpolitischen Prinzipien im beginnenden Kalten Krieg, München, GRIN Verlag GmbH
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