Gliederung
1. Einleitung 1
2. Geschichte der Partei
2.1 Entstehung - Transformationsprozess von der SED zur PDS 2
2.2 Weitere Entwicklung bis 1998 3
3. Mitglieder 5
4. Wähler 5
5. Innerparteiliche Struktur 7
6. Die PDS im Westen 9
7. Fazit 12
8. Bibliographie 13
2
1. Einleitung
Die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten war ein bedeutender Schnitt in der deutschen Geschichte, sie beendete endgültig die Nachkriegsordnung. Die Folge war ein Staat mit einem einheitlichen politischen System, aber auch mit in vielerlei Hinsicht unterschiedlichen Gesellschaften. Viele der, gefühlten oder messbaren, Unterschiede zwischen Deutschland-Ost und Deutschland-West werden mit zunehmendem zeitlichen Abstand an Bedeutung verlieren, beziehungsweise gänzlich verschwinden. Für die deutsche Parteienlandschaft scheint sich jedoch eine Zweiteilung zu etablieren. Nachdem sich die Parteien aus den alten Ländern mit ihren ostdeutschen Pendants vereinigt hatten, schien erst einmal eine Deckungsgleichheit der politischen Systeme erreicht zu sein. Das sich im weiteren Verlauf jedoch statt des westlichen Vier-Parteien-Systems (CDU/CSU, SPD, FDP und Grüne) in den neuen Ländern ein anderes, Drei- Parteien-System, entwickelte, lag an der Schwäche von FDP und Grünen, vor allem aber am Wiedererstarken der PDS, die sich neben CDU und SPD als dritte politische Kraft fest etablierte. Die PDS ist für die Politikwissenschaft besonders deshalb ein interessanter Untersuchungsgegenstand, weil sie den Wandel von der (faktisch) allein regierenden Staatspartei der DDR zur `linken Kraft` in der parlamentarischen Demokratie der Bundesrepublik vollziehen musste, um politisch weiter eine Rolle zu spielen. 1 Was aus der PDS wird, hängt nicht zuletzt davon ab, wer sich in der innerparteilichen Auseinandersetzung zwischen `Reformern` und `Dogmatikern` um die politische Richtung wird durchsetzten können, was auch von der Entwicklung ihrer Mitglieder- und Wählerschaft abhängt. Ob eine angestrebte Ausdehnung in die alten Bundesländer gelingen kann, oder ob die PDS eine „Regionalpartei Ost“ 2 bleibt, ist eine weitere Frage, die sich stellt.
In Abgrenzung zu den jüngsten Ereignissen und Wahlen auf Bundesebene, habe ich mich auf eine Darstellung der Partei bis zu den Bundestagswahlen 1998 konzentriert.
1 Vgl. Schoon, Steffen. Die PDS in Mecklenburg- Vorpommern: Wahlen und Wähler. Rostock. 2000.
2 Brie, Michael; Herzig, Martin; Koch, Thomas (Hrsg.). Die PDS Postkommunistische Kaderorganisation, ostdeutscher Traditionsverein oder linke Volkspartei? Empirische Befunde und kontroverse Analysen. Köln. 1995.
3
2. Geschichte der Partei
2.1 Entstehung - Transformationsprozess der SED zur PDS
Im Herbst 1989 leiteten die Montagsdemonstrationen, bei denen eine weitreichende Reform des politischen Systems gefordert wurde, das Ende der DDR und damit auch das der SED als allmächtige Staatspartei ein.
Von einer gewaltigen Austrittswelle begleitet, gab diese die Macht im Staat, die sie mehr als 40 Jahre lang innehatte, innerhalb weniger Monate ab. Durch eine Verfassungsänderung beschloss die Volkskammer am 1.Dezember 1989 die Trennung von Staat und Partei, die SED verlor damit offiziell ihr Machtmonopol. Die Führungsriege trat zurück bzw. wurde ausgeschlossen. Ein so genannter Arbeitsausschuss übernahm kommissarisch die Leitung der Partei, sowie die Aufgabe, sie zu reformieren. Auf einem Sonderparteitag zur Rettung der Partei am 8./9. und 16./17. Dezember wurde ein provisorischer Status sowie die Umbenennung in SED-PDS beschlossen. Der Rechtsanwalt Gregor Gysi, der nicht zur Führungselite der SED gehörte, sich aber als Rechtsbeistand für Dissidenten einen guten Ruf bei der DDR- Opposition erworben hatte, wurde zum Parteivorsitzenden gewählt. In innerparteilichen Diskussionen über die Zukunft der Partei warnten führende Mitglieder vor der Variante Auflösung und Neugründung. Eine große Mehrheit des Vorstandes entschied am 20. Januar für die Nichtauflösung. Der Versuchung, als Rechtsnachfolger der SED, das nicht unerhebliche Parteivermögen und die hohe Mitgliederzahl zu erben, konnte nicht widerstanden werden. Zumindest nach außen wurde die Trennung von der SED-Vergangenheit durch die Entfernung des alten Kürzels aus dem Parteinamen vollzogen, die Partei heißt seit Anfang Februar 1990 nur noch PDS.
Von weiterhin hohen Austrittszahlen begleitet, formierte sich die Partei auf dem ersten ordentlichen Parteitag am 24./25. Februar 1990 als sozialistische „Pro-DDR“- und „Anti-Einheits“- Partei zu den ersten freien und gleichzeitig letzten Volkskammerwahlen. Sie wollte die Errungenschaften der DDR bewahren und zielte mit ihrer Programmatik auf speziell ostdeutsche Identitäten und Befindlichkeiten. Zu den Errungenschaften der DDR und damit zu ihren Zielen, zählt für die Partei u.a. ein Recht auf Arbeit, weitreichende Betreuung für Kinder und die gleichberechtigte Stellung der Frau in der Gesellschaft. Außerdem sollte die Wiedervereinigung hinausgezögert und an harte Bedingungen geknüpft werden. Mit diesem
4
Programm erreichte die PDS bei den letzten Volkskammerwahlen immerhin noch 16,3% der Wählerstimmen und wurde somit drittstärkste Partei nach CDU und SPD. Mit Vollzug der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion wurden Fakten geschaffen, die die bisherige Ausrichtung der PDS irrelevant machten und sie politisch isolierten. Dies zeigte sich auch in den Wahlergebnissen der folgenden Zeit. Bei den Kommunal- und Landtagswahlen konnte sie zwar in die ostdeutschen Landtage einziehen, verschlechterte ihr Ergebnis aber auf durchschnittlich 14,59%. Bei den Bundestagswahlen im Dezember 1990, nachdem sie sich als „Linke Liste/PDS“ als Bundespartei etabliert hatte, reichte es im Osten nur noch für 9,9% der Wählerstimmen (West: 0,3%). Dass die PDS mit einem gesamtdeutschen Ergebnis von nur 2,4% dennoch mit 17 Abgeordneten in den Bundestag einziehen konnte, lag an einer getrennten Wertung der Wahlgebiete Ost und West. 3
2.1 Weitere Entwicklung bis 1998
Im November 1991 teilte der Vorsitzende Gregor Gysi der PDS mit, dass die Leitung der Partei auf mehrere Schultern verteilt werden müsse, und dass er selbst auf dem nächsten Parteitag nicht mehr als Vorsitzender antreten wolle. Diese Entscheidung traf er, weil der Umgang der einzelnen Gruppen miteinander schwierig, die Vorstellungen zum Programm und das Politikverständnis innerhalb der PDS zu unterschiedlich war. Seine Nachfolge als Vorsitzender übernahm im Januar 1993 Lothar Bisky. Waren die Anfangsjahre noch davon geprägt, den Zerfall der alten Herrschaftspartei der DDR aufzuhalten, wurde mit der Verabschiedung eines neuen Parteiprogramms im selben Jahr erstmals eine gewisse Konsolidierung erreicht. Die folgenden Jahre seines Vorsitzes aber waren auch von gegenläufigen Entwicklungen geprägt. Auf der einen Seite stiegen die Wahlergebnisse zwar langsam an, und die Öffentlichkeit außer- und innerhalb der Linken akzeptierte zunehmend die Partei. Auf der anderen Seite hatte sie mit einem weiteren, anhaltenden Mitgliederschwund zu kämpfen, und darüber hinaus konnten die diversen innerparteilichen Strömungen und Plattformen kaum einen Konsens finden. Damit wurde eine Fragmentierung innerhalb, auch bei äußerlichen Erfolgen, vorangetrieben.
Das Programm von 1993 war eine Art Waffenstillstand, der aber kaum Zukunftsperspektiven bot, zum Beispiel ging es darum, den Kapitalismus zu überwinden, aber erstmals räumte die PDS auch Fehler, Versäumnisse und Verbrechen der DDR ein.
3 Vgl. Neugebauer, Gero; Stöss, Richard. Die PDS Geschichte. Organisation. Wähler. Konkurrenten. Opladen. 1996. S. 34- 42.
5
Arbeit zitieren:
B.A. Christian Pauer, 2005, Die PDS – von der Entstehung bis zur Bundestagswahl 1998, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Frage der Inklusion älterer Arbeitnehmer in das Arbeitssystem vor ...
Ein Ländervergleich Deutschlan...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 17 Seiten
Wertorientierte Steuerungsinstrumente
BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
Produktionsverlagerung ins Ausland: Ein Leitfaden zur Identifikation u...
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 17 Seiten
Die WASG - Von der Gründung bis zur geplanten Fusion mit der Linkspart...
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Hausarbeit (Hauptseminar), 23 Seiten
Die Amerikanisierung der Weimarer Republik
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit, 21 Seiten
Die Komponenten der Bevölkerungsentwicklung: Entwicklung und Prognose ...
Hausarbeit (Hauptseminar), 23 Seiten
Niedergang und Selbstpreisgabe: Der Niedergang des Parteinstaates zwis...
Politik - Politische Systeme - Historisches
Hausarbeit (Hauptseminar), 29 Seiten
Elitenbildung - eine Frage der sozialen Herkunft
Soziologie - Soziales System, Sozialstruktur, Klasse, Schichtung
Vordiplomarbeit, 27 Seiten
Die Bauer Verlagsgruppe - Unternehmens- und Marketingstrategie
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing
Hausarbeit (Hauptseminar), 46 Seiten
Redaktionsmarketing im Bereich der Jugendzeitungen und Zeitschriften
Medien / Kommunikation - Medienökonomie, -management
Studienarbeit, 29 Seiten
Elitenförderung und Elitenrekrutierung
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
Mediaplanung von Zeitschriften
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing
Seminararbeit, 16 Seiten
Die Finanzmarktkrise 2007 in den USA und in Europa
Status Quo und Implikationen f...
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Essay, 28 Seiten
The Americanisation of the Culture of Weimar Germany
Gesch. Europa - Deutschland - I. Weltkrieg, Weimarer Republik
Hausarbeit (Hauptseminar), 9 Seiten
Die überalternde Gesellschaft - Entwicklung und Auswirkungen des demog...
Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
Studienarbeit, 32 Seiten
Judentum – Erziehung zur jüdischen Identität? Jüdische Sozialisierung
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 33 Seiten
Ansätze, Möglichkeiten und Grenzen des Informationsmanagements am Beis...
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Studienarbeit, 37 Seiten
Christian Pauer hat den Text Die PDS – von der Entstehung bis zur Bundestagswahl 1998 veröffentlicht
Christian Pauer hat einen neuen Text hochgeladen
Die Entstehung einer Weltreligion I
Von der koranischen Bewegung z...
Markus Groß, Karl-Heinz Ohlig
Harcourt School Publishers Reading Professional Development: Prtcpt GD...
HSP, Harcourt School Publishers
Harcourt School Publishers Reading Professional Development: Prtcpt GD...
HSP, Harcourt School Publishers
Harcourt School Publishers Math Professional Development: Partcpnt GD ...
HSP, Harcourt School Publishers
Harcourt School Publishers Math Professional Development: Partcpt GD P...
HSP, Harcourt School Publishers
Harcourt School Publishers Math Professional Development: Partcpnt GD ...
HSP, Harcourt School Publishers
Harcourt School Publishers Math Professional Development: Partcpnt GD ...
HSP, Harcourt School Publishers
0 Kommentare