Definition von Glück
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„Alles ist gut…Alles. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. Nur deshalb. Das ist alles, alles! Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort, im selben Augenblick…“ (Fjodor Dostojewski)
Die Vorstellung von Glück ist älter als die Philosophie, sie gehört zu den Grundfragen aller Menschen. Aber was genau ist Glück und wie wird man glücklich? Ist es bloß eine positive Erfahrung, die Erreichung eines gesetzten Zieles? Ein Hochgefühl, das uns gelegentlich erfüllt? Oder ist es nur eine Reaktion im Gehirn, Hormone wie Serotonin oder Endorphine, die einen glücklich machen? Klar ist das alle Menschen glücklich sein wollen, doch woraus besteht das gute und glückliche Leben?
Der Begriff Glück wurde zur Grundlage einer eigenen philosophischen Lehre. Viele verschiedene Philosophen haben sich im Laufe der Geschichte mit diesem Thema auseinander gesetzt und entwickelten eigene Glückslehren, Anleitungen zum besseren und glücklicheren Leben. Eudaimonia lautet der griechische Begriff für Glückseligkeit und bezeichnet ursprünglich den allgemeinen Zustand eines Menschen, währenddessen ein Gott ihm wohlgesonnen war. Wenn man das Wort Eudaimonia jedoch wörtlich nehmen würde, bedeutet es soviel wie „einen guten Dämon haben“, also so etwas Ähnliches wie „unter einem guten Stern stehen“. Eudaimonie ist ein in der Philosophie häufig gebrauchter Terminus, der den Zustand der Glückseligkeit und das seelische Wohlbefinden ausdrückt. Der Eudaimonismus ist die ethisch-philosophische Lehre, die explizit als Lebensziel den Glücksgewinn predigt. Unterformen oder extremere Ausprägungen des Eudaimonismus sind der Hedonismus und der Utilitarismus. Der Hedonismus (griech. hedone= Lust) lehrt, dass die Lust das höchste Gut und Ziel sittlichen Handelns ist, und somit glücklich macht. Der Utilitarismus (lat. utilis= nützlich) verfolgt das Prinzip, dass gut sei, was den meisten Menschen am meisten nütze, und dass schlecht sei, was schade.
Der Weg zum Glück ist auf jeden Fall voller Hindernisse, vor allem stand die Frage nach dem Glück schon immer in enger Verbindung zu der Erkenntnis der Vergänglichkeit. Wie ist es möglich, mit der Erkenntnis dass einem dieses Glück einmal entrissen wird und man sterblich ist, glücklich zu sein. Oder vielleicht ist es gerade nur deshalb möglich glücklich
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zu sein? Die Meinungen die sich um das Thema des menschlich möglichen guten Lebens
drehen, teilen sich und es scheint fast so, als ob mehr Fragen als Antworten dadurch
entstehen würden. Oder besser gesagt, es gibt sogar sehr viele Antworten auf nur eine
Frage: Wie wird man glücklich?
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Antike
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Das Zeitalter der Philosophie
Menschliches Glück wie Leid wurde bis zum 5. Jahrhundert vor Chr. vorrangig als Gaben der Götter gewertet. Tyche, die Tochter Zeus, thronte über allem als die Göttin des Schicksals und spendete nach Belieben Glück und Unglück. Später, im Mittelalter nahm Fortuna ihren Platz ein. Was von den Menschen der Antike als Glück oder Unglück betrachtet wurde, unterschied sich zunächst nicht besonders von den heutigen Auffassungen. Das größte Unglück war die Hilflosigkeit aber auch das Alter. Gesundheit und gutes Aussehen, galten damals wie auch heute als Glück. Doch mit der Antike begann das Zeitalter der Philosophie und mit ihr auch die ersten Auffassungen und Lehren über das Glück. Mit den Vorsokratikern und den „Urvätern“ der Philosophie, Sokrates, Platon und Aristoteles, ist der Beginn der wirklichen Philosophie um ca. 600 vor Chr. zu datieren. Von da ab nahmen die Philosophen es für sich in Anspruch, allein zu erkennen, was das Glück der Menschen wirklich sei. Der gebildete Römer Marcus Terentius Varro rechnete sich aus, dass bereits zu seiner Zeit ca. 288 verschiedene Lehrmeinungen über das Glück existierten.
Aristippos von Kyreneo Die Lust nach Maß
Aristippos (435 v. Chr. - ca. 355 v. Chr.), von dem nur Anekdoten und sekundäre Berichte erhalten sind, setzte sich von seinem Lehrer Sokrates ab, der hinsichtlich der Lust weitgehend Enthaltsamkeit empfohlen hätte, da die Sinneslust die Seele von ihrer eigentlichen Aufgabe, der Ideenerkenntnis, ablenke. Aristippos dagegen wies der Seele die Funktion zu, das Streben nach Lust an einem Maß auszurichten, das durch An- und Abspannung der Triebkräfte jeweils die richtige Mitte zwischen einem Zuviel und einem Zuwenig festsetze. Er meinte einst: „Das höchste Gut sei die Lust, das größte Übel der Schmerz“. Höchstwahrscheinlich war Aristippos selbst auch ein sehr sinnesfreudiger Mensch, der sich die Zeit mit Freudenmädchen und anderen Sinnesgelüsten vertrieb. Doch in dem Allen sah er das Gute, wie Sokrates es predigte. Aristippos gilt seitdem als Begründer des Hedonismus.
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Aristoteles
Weisheit und Tugend als Wege zum Glück
Platon, Schüler des Sokrates und Lehrer Aristoteles, meinte, dass nur der Edle und Gute glücklich, unglücklich aber der Schlechte und Unrechte sei. Platon erwartete sehnsuchtsvoll nach dem Tod auf der „Insel der Glückseligen“ glücklich zu werden. Doch dorthin würden nur wenige gelangen, nämlich die Philosophen, da nur sie die wahrhaft in Muße Gebildeten und in der Lage Seienden waren, dem Schlechten zu widerstehen. Eine Vermittlung zwischen dem Glück dieser Elite und dem Glück vieler ist für Platon ausgeschlossen. Die Antike ist weit davon entfernt, das Glück jedes Einzelnen zu fordern, doch Aristoteles gönnt das Glück auch einem größeren Kreis Menschen, nämlich für jeden tugendhaften und freien Bürger. Eudaimonie war für Aristoteles das höchste Gut.
Aristoteles (384 v. Chr. -322 v. Chr.) prägte stärker als Sokrates oder als sein Lehrer Platon das Glücksverständnis späterer Epochen. In Aristoteles Werk >Nikomachische Ethik< findet man eine umfassende Abhandlung über die „Tugend als Quelle des Glücks“. Aristoteles spricht von „Glückseligkeit“ und stellt dazu zunächst fest:
„Glückseligkeit nennen es die Menge und die feineren Köpfe, und dabei gilt ihnen Gut-Leben und Sich-gut-Gehaben mit Glückselig-Sein als eins… Die einen erklären sie für etwas Greifbares und Sichtbares wie Lust, Reichtum und Ehre, andere für etwas anderes, mitunter auch dieselben Leute bald für dies bald für das…“
Aristoteles Definition vom Glück:
„Da aber die Glückseligkeit eine der vollendeten Tugend gemäße Tätigkeit der Seele ist, so haben wir die Tugend zum Gegenstande unserer Untersuchung zu machen, da wir dann auch die Glückseligkeit besser werden verstehen lernen. (…) Unter menschlicher Tugend verstehen wir aber nicht die Tüchtigkeit des Leibes, sondern die der Seele, wie wir ja auch unter der Glückseligkeit eine Tätigkeit der Seele verstehen.“
Glückseligkeit stelle sich als ein Vollendetes, sich selbst Genügendes dar, da sie selbst das Endziel allen Handelns sei. Zur Glückseligkeit gehören die Tugend und ein volles Leben. Dennoch lehnt Aristoteles Äußerlichkeiten, ebenso wie den Genuss, nicht als die Glückseligkeit hindernd, ab.
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Aristoteles betrachtete das menschliche Glück hier auf Erden und die Möglichkeit des Einzelnen, das größtmögliche Glück zu erlangen. Dass die Götter dabei die höchste und vollendete Form der Glückseligkeit gepachtet haben, ist für Aristoteles von geringerem Interesse. Er schlussfolgert daraus nur, dass da die Götter das größte Glück besitzen, der glückliche Mensch etwas Göttliches in sich tragen müsse. Jedoch das Privileg glücklich sein zu können, und damit auch in gewisser Weise göttlich, hatten nur wenige. Ausgeschlossen von der Elite der Glückseligen waren: die Masse der Unfreien, Sklaven, Frauen, ja sogar die noch nicht tugendhaft handeln könnenden Kinder, all diese Menschen verharren unglücklich. Die vollendete Glückseligkeit aber sei das Denken. Aristoteles Glücksphilosophie mag etwas kalt erscheinen und man fragt sich, wo dabei die Liebe und die Emotionen bleiben. Zwar war für Aristoteles die Freundschaft das höchste Gut, aber zugleich hielt er es für unwahrscheinlich einen so vortrefflichen Charakter zu finden, dass es für wahre Freundschaft ausreiche.
Was ist mit der Angst vor dem Sterben? Auch mit der Vergänglichkeit hat sich Aristoteles auseinandergesetzt und rühmte dabei, genau wie Sokrates und Platon, die Glückseligkeit der Toten und hielt den Zustand des Todes für besser als den des Lebens. Aristoteles lehrte eben als konservativer, erfolgreicher Mann eingebunden in die Werte und Traditionen seiner Epoche. Von den Sophisten sind mehrere ähnliche Überlieferungen bekannt, in denen das Leben verflucht und das Jenseits verherrlicht wird. Die Frage ist nun, waren all diese Philosophen, ebenso wie Aristoteles selbst, glücklich?
Epikur
Jeder ist seines Glückes Schmied
Den Quellen zufolge wurde Epikur im Jahre 341 v. Chr. auf der Insel Samos geboren und starb im Jahre 270 v. Chr. in Athen.
Um das Jahr 300 v. Chr. gründete Epikur in Athen seine philosophische Schule, einen Garten in dem er sich mit seinen Jüngern, auch Gartenphilosophen genannt, traf. An Platons Akademie soll eine Inschrift gewarnt haben: „Wer nichts von Mathematik versteht, soll draußen bleiben“. Am Eingang zum Garten Epikurs soll man eingeladen worden sein: „Freund, das ist ein guter Ort: hier wird nichts mehr verehrt als das Glück“ Für Epikur war die Gesundheit der Seele der Sinn der Philosophie. Er vertrat die Meinung, dass das gute Leben aus Lust und Genuss bestand. Seine Lustethik übernahm er von Aristippos, der genau wie er eine Lustphilosophie mit Maß predigte. Dabei darf seine
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Arbeit zitieren:
Veronika Gaitzenauer, 2007, Philosophie des Glücks, München, GRIN Verlag GmbH
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