Inhaltsverzeichnis II
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis VI
Glossar VII
1 Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung 3
1.3 Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit 3
2 Grundlagen der Internen Revision 5
2.1 Definition und Zielsetzung der Internen Revision 6
2.2 Qualitätsmerkmale der Internen Revision 7
2.3 Aufgaben der Internen Revision 8
2.4 Funktionsweise der Internen Revision 11
2.5 Prüfungsprozess der Internen Revision 13
2.5.1 Auswahl und Ermittlung der Ist-Objekte 13
2.5.2 Ermittlung der zugehörigen Soll-Objekte 14
2.5.3 Vergleich der Ist und Soll-Objekte 14
2.5.4 Beurteilung der eventuell auftretenden Abweichungen 14
2.5.5 Formulierung und Mitteilung der Prüfungsergebnisse 14
2.5.6 Nachschau im Anschluss 15
2.6 Prüfungsmethoden der Internen Revision 15
2.6.1 Direkte vs indirekte Prüfung 15
2.6.2 Systemprüfung vs Einzelfallprüfung 16
Inhaltsverzeichnis III
2.6.3 Vollprüfung vs Stichprobenprüfung 16
2.6.4 Progressive vs retrograde Prüfung 17
2.6.5 Formelle vs materielle Prüfung 18
3 Interne Revision innerhalb der Corporate Governance 19
3.1 Grundlagen der Corporate Governance 19
3.1.1 Begriff und Zweck der Corporate Governance 19
3.1.2 Der Deutsche Corporate Governance Kodex 20
3.1.2.1 Zielsetzung und Funktionsweise 21
3.1.2.2 Geltungsbereich und Regelungsarten 23
3.2 Positionierung der Internen Revision im Unternehmen 24
3.2.1 Verhältnis zum Vorstand 26
3.2.2 Verhältnis zum Aufsichtsrat 27
4 Rollenverständnis der IR zu anderen Bereichen und Systemen im
Unternehmen 29
4.1 Das System der Unternehmensüberwachung 29
4.2 Das Interne Kontrollsystem (IKS) 31
4.2.1 Definition des IKS 31
4.2.2 Zielsetzungen und Aufgaben des IKS 33
4.2.3 Anforderungen an ein IKS 35
4.2.3.1 Kontrollumfeld 36
4.2.3.2 Zielsetzung 38
4.2.3.3 Risikoidentifikation 39
4.2.3.4 Risikobeurteilung 39
4.2.3.5 Risikoreaktion 39
4.2.3.6 Kontrollaktivitäten 40
4.2.3.7 Information und Kommunikation 41
4.2.3.8 Überwachung 42
4.2.4 IKS vs Interne Revision 43
4.3 Das Risikomanagement 46
Inhaltsverzeichnis IV
4.3.1 Begriff und Zielsetzungen des Risikomanagements 46
4.3.2 Risiken für ein Unternehmen 47
4.3.3 Aufgaben des Risikomanagementsystems 48
4.3.4 Der Risikomanagementprozess 49
4.3.4.1 Risikoidentifikation 49
4.3.4.2 Risikoanalyse 50
4.3.4.3 Risikobewertung 51
4.3.4.4 Risikosteuerung 52
4.3.4.5 Risikoüberwachung 53
4.3.5 Risikomanagement vs Interne Revision 53
4.4 Das Controlling 55
4.4.1 Begriff und Zielsetzungen des Controllings 55
4.4.2 Aufgaben und Funktionen des Controllings 57
4.4.2.1 Die Planungsfunktion 59
4.4.2.2 Die Kontrollfunktion 60
4.4.2.3 Die Informationsfunktion 62
4.4.2.4 Die Steuerungsfunktion 62
4.4.3 Controlling vs Interne Revision 63
4.5 Externe Wirtschaftsprüfung durch den Abschlussprüfer 66
4.5.1 Begriffe und Zielsetzungen 66
4.5.2 Aufgaben des Abschlussprüfers 67
4.5.2.1 Die Kontrollfunktion 68
4.5.2.2 Die Informationsfunktion 69
4.5.2.3 Die Beglaubigungsfunktion 70
4.5.3 Abschlussprüfer vs Interne Revision 70
5 Zusammenfassung und Ausblick 75
Literaturverzeichnis 77
Abbildungsverzeichnis V
Abbildungsverzeichnis
Abb 1: Interne Revision als Bestandteil des Internen Überwachungssystems 5
Abb 2: Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Prüfungsbereiche der IR 10
Abb 3: Progressive und retrograde Prüfung 17
Abb 4: Abgrenzung formeller und materieller Prüfungen 18
Abb 5: Corporate Governance 23
Abb 6: System der Unternehmensüberwachung 30
Abb 7: Regelungsbereiche des IKS 32
Abb 8: Komponenten des IKS 36
Abb 9: Beurteilung der Qualität des IKS 38
Abb 10: Kontrollaktivitäten im Unternehmen 41
Abb 11: Reifegrad IKS im Unternehmen vs Reifegrad Prüfungsansatz der IR 45
Abb 12: Potenzial bei Prüfungen des IKS bei geplanter Corporate Governance 45
Abb 13: Methoden der Risikoidentifikation 50
Abb 14: Risikobewertungsmethoden 51
Abb 15: Abgrenzung strategisches und operatives Controlling 58
Abb 16: Merkmalsvergleich: Controlling vs Interne Revision 65
Abkürzungsverzeichnis VI
Abkürzungsverzeichnis
AktG: Aktiengesetz
CAPM: Capital Asset Pricing Model
COSO: Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission
DIN: Deutsches Institut für Normung
DW: Deutsche Welle
EPS: Entwurf vom Prüfungsstandard
GoB: Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
GuV: Gewinn- und Verlustrechnung
HGB: Handelsgesetzbuch
IDW: Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V.
IIA: Institut of Internal Auditors
IFRS: International Financial Reporting Standards
IKS: Internes Kontrollsystem
IIR: Institut für Interne Revision
IR: Interne Revision
ISO: Internationale Organisation für Normung
JA: Jahresabschluss
KonTraG: Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich
KPMG: Klynveld Peat Marwick Goerdeler
PS: Prüfungsstandard
PublG: Publizitätsgesetz
SOA: Sarbanes-Oxley Act
SWOT: Strengths-Weaknesses, Opportunities-Threats
QS: Qualitätssicherung
TransPuG: Transparenz und Publizitätsgesetz
vs.: versus
WPO: Wirtschaftsprüferordnung
Glossar VII
Glossar
Best Practices
Best Practices bedeutet wörtlich übersetzt beste Verfahren. Damit sind bewährte und kostengünstige Verfahren, Systeme und Geschäftsprozesse im Unternehmen gemeint, die auf wesentlichen Arbeitsfeldern als Modell für andere stehen. Dabei können sich mehrere Unternehmen untereinander ihre besten Verfahren austauschen um die Effektivität ihrer Geschäftsprozesse zu erhöhen. Schwächere Unternehmen wollen sich so mit anderen messen, bewerten und durch neue Zielsetzungen verbessern.
Dolose Handlungen
Mit Dolosen Handlungen (auch bekannt unter Fraud, bedeutet im Englischen Betrug) sind illegale Handlungen gemeint, die durch vorsätzliche Täuschung, Verschleierung oder Vertrauensmissbrauch gekennzeichnet sind. Diese Handlungen sind nicht abhängig von Gewaltandrohung oder Anwendung körperlicher Gewalt. Dolose Handlungen werden von Personen und Unternehmen begangen, um in den Besitz von Geldern, Vermögensgegenständen oder Dienstleistungen zu gelangen, um Zahlungen oder den Verlust von Dienstleistungen zu vermeiden oder um sich einen persönlichen oder geschäftlichen Vorteil zu verschaffen.
Jahresabschluss
Im Jahresabschluss wird die betriebswirtschaftliche Rechnungslegung eines Geschäftsjahres aufgezeigt. Der Jahresabschluss besteht aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie eventuellem Anhang. In ihm werden der finanzielle Erfolg im abgelaufenen Geschäftsjahr und die Vermögenslage zum Bilanzstichtag eines Unternehmens dargestellt.
Lagebericht
Der Lagebericht stellt die gegenwärtige und zukünftige Situation eines Unternehmens hinsichtlich der Chancen und Risiken dar. Er soll den Jahresabschluss noch weiter ergänzen und dabei den Geschäftsverlauf und die Lage der Gesellschaft im vorliegenden Zustand darlegen.
Glossar VIII
Lean Management
Lean bedeutet im Englischen schlank. Unter Lean Management wird der Abbau von Hierarchieebenen verstanden, insbesondere die Kürzung von Führungskräften in der mittleren Hierarchieebene des Unternehmens. Die Verantwortlichkeiten werden dann in die Leistungsbereiche delegiert. Diese schlanke Unternehmensführung bestrebt eine Effizienzsteigerung, um die von den Kunden geforderten Leistungen zur richtigen Qualität und zum niedrigstmöglichen Preis anzubieten.
Peer Review
Peer Review charakterisiert ein Verfahren zur Beurteilung von wissenschaftlichen Arbeiten und Projekten in Unternehmen durch unabhängige Gutachter mit dem Ziel der Qualitätssicherung.
Shareholder
Shareholder sind Anteilseigner eines Unternehmens, z. B. Aktionäre bei einer Aktiengesellschaft. Die Bedürfnisse und Anforderungen der Anteilseigner werden hierbei in den Mittelpunkt des Interesses gestellt.
Stakeholder
Hierunter wird das Unternehmen in seinem gesamten sozialökonomischen Kontext erfasst und die Anforderungen der unterschiedlichen Anspruchsgruppen berücksichtigt. Der Begriff Stakeholder umfasst neben den Shareholdern auch die Mitarbeiter eines Unternehmens, die Kunden, die Lieferanten, die Kreditgeber, den Staat, die Natur und die Öffentlichkeit.
Einleitung 1
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
Die zunehmende Globalisierung in der Wirtschaft und der ansteigende Wettbewerbsdruck zwingen heutzutage zu immer mehr Kosteneinsparungen in Unternehmen, insbesondere durch Fusionen, Umstrukturierungen oder Übernahmen. 1 Dadurch werden zunehmend die internen Kontroll- und Überwachungssysteme in Unternehmen überfordert, da das Handeln in unterschiedlichen Rechts- und Wirtschaftsordnungen und die damit verbundenen Prüfungsobjekte komplexer werden. 2 Unternehmenszusammenbrüche und -krisen, wie z. B. bei Enron, Worldcom und Holzmann, konnten somit nicht mehr verhindert werden. Bspw. wurden Ausgaben als Investitionen gebucht, der Gewinn des Unternehmens zu hoch angegeben oder Handelsbilanzen durch unnötige Transaktionen aufgebläht. Solches Missmanagement bzw. Managementfehler (dolose Handlungen) führten zu existenzgefährdenden Auswirkungen für die Unternehmen und erschütterten zudem Arbeitnehmer und Anleger. 3
Demzufolge ist es wichtiger denn je, dass Unternehmen über hinreichende Kontroll- und Überwachungssysteme verfügen. Hierbei werden ansteigend größere Anforderungen auf niedrigere Hierarchieebenen bzw. an noch relativ unerfahrene Mitarbeiter gestellt. 4 Die Überwachung in Unternehmen kann folgendermaßen definiert werden:
„Die Überwachung ist ein mehrstufiger Informations- und Entscheidungsprozess, der alle Maßnahmen umfasst, durch die festgestellt werden soll, ob Zustände oder Vorgänge einer Norm entsprechen und/oder normgerecht durchgeführt wurden. Es handelt sich dabei um einen Prozess der Informationsermittlung, Informationsverteilung und Informationsmitteilung.“ 5
1 Vgl. Knapp (2005), S. 7
2 Vgl. Peemöller, Richter (2000), S. 13
3 Vgl. van den Brink, Romeike (2005), S. 3
4 Vgl. Krey (2001), S. 19
5 Vgl. Lück (2003), S. 11
Einleitung 2
Die Interne Revision ist dabei ein wichtiger Bestandteil des Internen Überwachungssystems. Sie ist eine unabhängige und objektive Prüfungs- und Beratungsdienstleistung, die innerhalb eines Unternehmens Strukturen und Tätigkeiten prüft und diese durch umfassende Analysen bewertet. Die daraus gewonnenen Informationen und Empfehlungen werden an die Unternehmensleitung weitergeleitet. 6
Durch entsprechende Gesetze und Richtlinien sind Unternehmen zu immer mehr überwachenden und kontrollierenden Aufgaben verpflichtet. Das Aktiengesetz verweist ausdrücklich auf die Interne Revision als notwendigen Bestandteil des geforderten Risikomanagement- und Überwachungssystems (§ 91 Abs. 2 AktG). Durch das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) sind die Anforderungen an die Vorstände, bzgl. Risikomanagement und Internes Kontrollsystem bzw. deren Überwachung und Prüfung durch die Interne Revision, besonders gestiegen. 7 In diesem Zusammenhang werden auch vermehrt Corporate Governance Kodizes als Vorgaben definiert. Corporate Governance befasst sich mit der Gestaltung des Gesamtsteuerungs- und Kontrollsystems, insbesondere das Zusammenspiel von Vorstand, Aufsichtsrat, Wirtschaftsprüfer und Interner Revision steht hierbei im Vordergrund. 8
Hierzu wurde 2002 als Leitmaxime für Vorstände und Aufsichtsräte in Deutschland der Deutsche Corporate Governance Kodex verabschiedet. Dieser soll im Rahmen der Internationalisierung und Verflechtung die Effizienz des deutschen dualistischen Überwachungssystems steigern und die vorhandenen Mängel beseitigen. Solche Richtlinien und Gesetze erhöhen den Stellenwert der Internen Revision für Unternehmen, unabhängig von ihrer Größe und ihrer Rechtsform. 9 In der Folge wurde das Transparenz- und Publizitätsgesetz (TransPuG) eingeführt, das zu weiteren Reformen im Bereich des Aktien- und Bilanzrechts beiträgt. Insbesondere wird hier auf eine Entsprechenserklärung zur Einhaltung des Deutschen Corporate Governance Kodex hingewiesen. 10
6 Vgl. Lück (2006), S. 101
7 Vgl. Lück (2003), S. 14 ff.
8 Vgl. Knapp (2005), S. 7 f.
9 Vgl. Hofmann (2005), S. 5 10 Vgl. KPMG (2004), S. 6
Einleitung 3
1.2 Zielsetzung
Die Interne Revision hat sich in den letzten Jahren so entwickelt, dass sie als Instrument der Corporate Governance verstanden und eingesetzt wird um die Unternehmensleitung bei der Führung, Verwaltung und Überwachung zu unterstützen. Um den steigenden Anforderungen an die Qualität und Effizienz gerecht zu werden, muss die Interne Revision Schwerpunkte setzen.
Gegenstand und Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Bedeutung einer effektiven Internen Revision innerhalb der Corporate Governance klarzustellen und das Rollenverständnis der Internen Revision zu anderen Bereichen und Systemen im Internen Überwachungssystem aufzuzeigen bzw. zu analysieren. Anhand einer Systemanalyse sollen dabei insbesondere Anforderungen, Abgrenzungen und Schnittpunkte zu anderen Subsystemen des Internen Überwachungssystems und zur externen Wirtschaftsprüfung durch den Abschlussprüfer dargelegt und interpretiert werden. Im Fokus des Internen Überwachungssystems stehen als wichtigste Bestandteile das Interne Kontrollsystem, das Risikomanagement und das Controlling.
1.3 Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit
Die Problemstellung und Zielsetzung erfordert zunächst eine umfassende Darstellung der Grundlagen der Internen Revision, die in Kapitel zwei behandelt werden. Hierunter werden die Begriffe und Zielsetzungen, die Qualitätsmerkmale, die einzelnen Aufgabenbereiche und die Funktionsweise der Internen Revision aufgeklärt und genauer erläutert. Anschließend wird der Prüfungsprozess bei einer Revision dargestellt und die wichtigsten Prüfungsmethoden interpretiert und gegenübergestellt.
Im dritten Kapitel wird die Bedeutung der Internen Revision innerhalb des Corporate Governance Ansatzes geprüft. Dabei werden vorab die Grundlagen der Corporate Governance und der Deutsche Corporate Governance Kodex erläutert. Schließlich wird auf die organisatorische Einbindung der Internen Revision im Unternehmen eingegangen und dabei das Verhältnis zum Vorstand und zum Aufsichtsrat näher betrachtet.
Einleitung 4
Im Spannungsfeld verschiedener Anspruchsgruppen ist die Beziehung der Internen Revision innerhalb des Unternehmens zu anderen Bereichen und Systemen sehr von Bedeutung. In Kapitel vier erfolgt eine Systemanalyse des Internen Überwachungssystems mit seinen Subsystemen. Hierbei werden zunächst die Subsysteme vorgestellt, eine ausführliche Betrachtung und Analyse über das Rollenverständnis der Internen Revision zu den Subsystemen durchgeführt und anschließend Abgrenzungen und Schnittpunkte zwischen ihnen aufgedeckt und analysiert. Im Blickpunkt stehen insbesondere das Interne Kontrollsystem, das Risikomanagement und das Controlling. Des Weiteren wird das Rollenverständnis zur externen Wirtschaftsprüfung durch den Abschlussprüfer aufgezeigt und analysiert.
Im abschließenden fünften Kapitel werden in Form eines Fazits die wesentlichen Feststellungen und Erfahrungen zur Bedeutung der Internen Revision innerhalb des Corporate Governance Ansatzes bzw. des Internen Überwachungssystems noch einmal kurz zusammengefasst und kritisch gewürdigt.
Grundlagen der Internen Revision 5
2 Grundlagen der Internen Revision
Eine zunehmende Internationalisierung, eine größer werdende Komplexität der Geschäftsprozesse und gestiegene Anforderungen von Stakeholdern an das Unternehmen beanspruchen eine wirksame Unternehmensüberwachung. 11 Die Interne Revision (=Prüfung) ist dabei Bestandteil des Internen Überwachungssystems und übernimmt die Funktion eines kritischen Verantwortungsbewusstseins im Unternehmen. Sie bildet zusammen mit den organisatorischen Sicherungsmaßnahmen und mit den internen Kontrollen das Interne Überwachungssystem des Unternehmens.
Abb. 1: Interne Revision als Bestandteil des Internen Überwachungssystems 12
Die Interne Revision ist eine unabhängige Funktion, die innerhalb eines Unternehmens Strukturen und Tätigkeiten prüft und bewertet, sowie umfangreiche Prüfungen durchführt und über die geprüften Strukturen und Aktivitäten objektive und umfangreiche Analysen, Gutachten, Empfehlungen und Informationen an die Geschäftsleitung liefert und somit die Führungskräfte bei der Erledigung ihrer Aufgaben entlastet. 13
11 Vgl. Knapp (2005), S. 7
12 Vgl. Lück (2003), S. 13
13 Vgl. Lück (2006), S. 107 f.
Grundlagen der Internen Revision 6
2.1 Definition und Zielsetzung der Internen Revision
Das Ziel der Internen Revision besteht nicht nur darin, das Unternehmen zu überwachen und zu kontrollieren, sondern vielmehr auch beratend tätig zu werden. Die daraus resultierende Verbesserung der Effektivität verschiedenster Geschäftsprozesse, z.B. des Risikomanagementsystems, ermöglicht somit eine Mehrwertwertschaffung für das Unternehmen. 14
Die Interne Revision orientiert sich selbstverständlich an die Leitlinien und Zielsetzungen des Unternehmens, die dynamisch an die sich ändernde Umwelt angepasst werden. Die Ziele der internen Revision lassen sich in Formal- und Sachziele differenzieren. Die Formalziele stellen die übergeordneten Interessen des Unternehmens dar, die durch die Erfüllung der einzelnen Sachziele erreicht werden sollen. Formalziel kann z. B. Umsatzsteigerung sein, die dann mit dem notwendigen Handlungsprogramm, das in den Sachzielen festgesetzt ist, erreicht werden soll. 15
Besonders im Blickpunkt der Revisionsaktivitäten stehen zum einen die Prüfung und Bewertung der Angemessenheit und Effektivität des Internen Kontrollsystems und zum anderen die Qualität, mit der die Anweisungen innerhalb des Unternehmens wahrgenommen werden. Die Realisierung der Unternehmensziele wird mit der Beurteilung der Qualität der erbrachten Leistung überprüft. Um Beeinträchtigungen zum Erreichen der Unternehmensziele zu vermeiden, ist ein frühzeitiges Erkennen von Risiken sehr wichtig. Damit Unternehmen den Anforderungen der Märkte jederzeit gewachsen sind, müssen sie agieren anstatt zu reagieren. 16
Im Folgenden sei eine Definition des Deutschen Instituts für Interne Revision e.V. (IIR) gegeben, die sich an die amerikanische Definition des „Institute of Internal Auditors“ (IIA) anlehnt. Es werden hierbei neben den Zielen auch schon die Aufgaben miteinbezogen.
„Die Interne Revision erbringt unabhängige und objektive Prüfungs- und Beratungsdienstleistungen, welche darauf ausgerichtet sind, Mehrwerte zu schaffen und die Geschäftsprozesse zu verbessern. Sie unterstützt die Organisation bei der
14 Vgl. KPMG (2004), S. 7
15 Vgl. Knapp (2005), S. 37
16 Vgl. Krey (2001), S. 24 f.
Grundlagen der Internen Revision 7
Erreichung ihrer Ziele, indem sie mit einem systematischen und zielgerichteten Ansatz die Effektivität des Risikomanagements, der Kontrollen und der Führungs- und Überwachungsprozesse bewertet und diese verbessern hilft.“ 17
2.2 Qualitätsmerkmale der Internen Revision
Die Interne Revision ist also eine Dienstleistung. Eine Dienstleistung ist im Allgemeinen immateriell und deshalb auch nicht widerverkäuflich, lager- oder transportfähig. Nach ISO 9000:2000 werden unter Dienstleistungen Ergebnisse von Tätigkeiten verstanden, die an der Schnittstelle zwischen Lieferanten und Kunden bzw. durch den Lieferanten intern erzielt wurden um die Erfordernisse des Kunden zu erfüllen. 18 Die Qualität einer Dienstleistung ist dabei ein sehr wichtiger Bestandteil für die Kundenzufriedenheit. Der Kunde muss bzgl. der Qualitätserwartungen zufrieden gestellt werden. 19
Nach dem Deutschen Institut für Normung (DIN) wird die Qualität im Bereich der Dienstleistung als die „Gesamtheit von Eigenschaften und Merkmalen einer Dienstleistung, die sich auf deren Eignung zur Erfüllung festgelegter und vorausgesetzter Erfordernisse beziehen“ definiert. 20 Eine eindeutige Definition der Dienstleistungsqualität befriedigt aber auf keinen Fall alle interessierte, da der Qualitätsbegriff im Bereich der Dienstleistung sehr subjektiv wahrgenommen wird. Jeder Kunde hat seine speziellen Anforderungen und Erwartungen an die Beschaffenheit einer Leistung. Diese wird anhand von Leistungsniveaus gemessen, die aus Sicht des Kunden von exzellent bis sehr schlecht sein können. 21
Hauptkunde der Internen Revision ist der Auftraggeber. Dieser ist in der Regel die Unternehmensführung. Zu den Kunden zählen weiterhin die Parteien, die an den Ergebnissen der Internen Revision interessiert sind, wie z. B. unternehmensintern der Aufsichtsrat und die geprüften Bereiche und unternehmensextern die Wirtschaftsprüfer, die Aufsichtsbehörden sowie die interessierte Öffentlichkeit. Unter interessierte
17 Vgl. Lück (2006), S. 101
18 Vgl. Herrmann (2003), S. 10 19 Vgl. Bruhn (2004), S. 6 20 Vgl. Krey (2001), S. 43 21 Vgl. Bruhn (2004), S. 34
Grundlagen der Internen Revision 8
Öffentlichkeit werden bspw. momentane und potentielle Aktionäre, Kunden, Lieferanten, Konkurrenten, Kreditinstitute sowie Mitarbeiter des Unternehmens verstanden.
Die Qualität der Internen Revision ist hauptsächlich von der Informationsversorgung durch die Unternehmensführung bzw. durch die geprüften Bereiche abhängig. Dabei sollte die Interne Revision Mängel und Schwachstellen in den Prozessen und Strukturen des Unternehmens aufdecken sowie Verbesserungsempfehlungen an die jeweiligen Stellen überreichen. Eine Qualitätssteigerung wird erst dann erzielt, wenn die aufgedeckten Mängel und Schwachstellen behoben und die Empfehlungen erfolgreich umgesetzt wurden. 22
2.3 Aufgaben der Internen Revision
Die Interne Revision sollte bei der Unterstützung des Managements die Effektivität des Risikomanagementsystems, die Effizienz des Internen Kontrollsystems bzw. der operativen Steuerungssysteme und die Einhaltung der gesetzlichen und sonstigen Normen sicherstellen. Sie kann hierbei lediglich die Monitoring-Funktion übernehmen, aber auf keinen Fall bei der Dokumentation u. ä. mitwirken. 23
Die Aufgaben der Internen Revision können in traditionelle Aufgabenbereiche und durch Aufgabenanpassungen entwickelte Tätigkeitsbereiche aufgeteilt werden. Dabei umfasst der traditionelle Aufgabenbereich
• Prüfungen im Finanz- und Rechnungswesen (Financial Auditing),
• Prüfungen im organisatorischen Bereich (Operational Auditing),
• Prüfungen der Managementleistungen (Management Auditing) und
• Beratung und Begutachtung sowie Entwicklung von Verbesserungsvorschlägen (Internal Consulting). 24
Gegenstand des Financial Auditing sind formelle und materielle Prüfungen bezüglich der Ordnungsmäßigkeit, Zuverlässigkeit und Zweckmäßigkeit im Finanz- und
22 Vgl. Krey (2001), S. 43 ff.
23 Vgl. Lück (2006), S. 108
24 Vgl. Deutsches Institut für Interne Revision e.V. (2002), S. 13
Grundlagen der Internen Revision 9
Rechnungswesen. Hierbei werden unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) die Ordnungsmäßigkeiten der finanziellen Informationen bzw. die Zuverlässigkeit und Zweckmäßigkeit der Rechnungslegung geprüft und beurteilt. Die zu prüfenden Objekte, insbesondere zum Schutz vor Vermögensverlusten, sind bspw. die Abschlüsse, die Liquiditäts- und Finanzplanung, die Finanzierung und das damit zusammengeschlossene Berichtswesen. 25
Aufbauend auf dem Financial Auditing handelt es sich beim Operational Auditing um eine Organisationsprüfung mit der Zielsetzung die Funktionsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit von Geschäftsprozessen und Organisationsstrukturen sowie des IKS und Risikomanagements zu beurteilen und zu verbessern. 26 Die Interne Revision ermöglicht durch eine frühzeitige Aufdeckung von Schwachstellen eine bessere Steuerung und Kontrolle der Risiken des Unternehmens. Bspw. wird durch Nutzung von Synergien, Vermeidung von Redundanzen und Verkürzung der Durchlaufzeiten eine Erhöhung des Wirkungsgrades der Organisationsstruktur bzw. der Arbeitsabläufe gewährleistet.
Das Management Auditing ist die Ausweitung des Operational Auditing um den Führungsprozess. Um Fehler und Verlustquellen bereits an ihrem Entstehungsort zu erkennen, werden unter Berücksichtigung der Unternehmensziele Prüfungen in sämtlichen Führungsstellen, inklusive der Geschäftsführung durchgeführt. Insbesondere werden dabei das Führungsverhalten, die Effizienz und die Leistungsfähigkeit näher betrachtet. Die Prüfung erfolg entweder regelmäßig, vor wichtigen Entscheidungen oder bei auftretenden Schwachstellen. 27
Die folgende Abbildung zeigt die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der vorab beschriebenen Prüfungsbereiche der Internen Revision.
25 Vgl. Knapp (2005), S. 43 f.
26 Vgl. Hofmann (2005), S. 191
27 Vgl. Knapp (2005), S. 44 ff.
Grundlagen der Internen Revision 10
Abb. 2: Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Prüfungsbereiche der IR 28
Der abschließend betrachtete traditionelle Aufgabenbereich der Internen Revision umfasst die Beratung und Begutachtung sowie die Entwicklung von Verbesserungsvorschlägen. Hierdurch wird die Interne Revision zu einer internen Unternehmensberatung (Internal Consulting). Unter Begutachtung wird dabei ein umfassender analytischer Prozess zur Erzeugung eines begründeten Urteils durch einen unabhängigen Dritten verstanden. Eine Abgrenzung mit der Prüfung kann mit dem Grad der Reglementierung unterschieden werden. Denn je stärker ein Sachverhalt durch Regeln genormt ist, desto mehr kommt die Prüfung in Frage. 29 Bei der Beratung handelt es sich um eine Verfahrensempfehlung auf der Grundlage von Fachkenntnissen und Erfahrungen. Sie ist meist mit einer Prüfung gekoppelt. Wenn z. B. Fehler bzw. Schwachstellen im IKS festgestellt und Vorschläge zu ihrer Abstellung präsentiert
28 Vgl. Hofmann (2005), S. 189
29 Vgl. Knapp (2005), S. 48 f.
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Dipl.-Ing. Hasan Simsek, 2006, Corporate Governance – Analyse des internen Überwachungssystems im Hinblick auf eine Optimierung der Schnittstellen zwischen interner Revision, Controlling und Risikomanagement, Munich, GRIN Publishing GmbH
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