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Plattdeutsch - Wandel einer Sprache

Titel: Plattdeutsch - Wandel einer Sprache

Hausarbeit , 2007 , 24 Seiten , Note: 1-

Autor:in: Tatjana Cornehl (Autor:in)

Ethnologie / Volkskunde
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Jeder Deutsche kennt verschiedene Dialekte bzw. Mundarten wie z.B. das Sächsische, das Berlinerische, das Bayrische oder auch das Kölsche Platt. Diese Dialekte hört man immer wieder, so z. B. im Fernsehen die „Erdinger- Weißbier“ - Werbung. Auch TV- Serien spielen mit diesen Mundarten. Die Sitcom „Alles Atze“ oder auch die „Familie Becker“ benutzen die Mundarten, um das „normale Leben“ witziger bzw. anders darzustellen.
Ich möchte mich mit einer Mundart beschäftigen, die erst in der letzten Zeit wieder Eingang in die Medienwelt gewinnen konnte, dem„norddeutschen“ Plattdeutschen.
Dazu werde ich versuchen, den Wandel dieser Sprache von einer angesehen gesprochenen und Schriftsprache im Mittelalter zu einer verschmähten Mundart, bis hin zu einer Kultursprache darzulegen.
Dabei werde ich mich allerdings auf das Plattdeutsche beschränken, welches man in Schleswig-Holstein spricht. Neben diesem gibt es eine Reihe von anderen plattdeutschen Sprachen, so z.B. das mecklenburgische Platt.
Der Wandel der plattdeutschen bzw. niederdeutschen Sprache hat sich in drei Stufen vollzogen:
Zum einen gibt es den radikalen Schreibsprachenwechsel im 16. bis 17. Jahrhundert, dem folgte ein weitgehender Wechsel der gesprochenen Sprache vor allem im 19. und 20. Jahrhundert. Im 20. Jahrhundert erfuhr das Plattdeutsche dann einen neuerlichen Aufstieg zur Kultursprache.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Schreibsprachenwechsel

3. Wandel von der Schreibsprache zur Mundart

3.1. Rückgang des Plattdeutschen

3.2. Plattdeutsch eine Pöbelsprache?

3.3. Wiederbelebung des Niederdeutschen

3.4 Streit zwischen K. Groth und F. Reuter

4. Niederdeutsche Bühnenbewegung

5. Nationalsozialismus

5.1. Plattdeutsch als Propagandamittel

5.2. Literatur

6. Plattdeutsch heute: Kultursprache oder Mundart?

6.1 Plattdeutsch eine tote Sprache?

6.2 Meine Umfrage

6.3. Theater

6.4. Plattdeutsche Medien

6.4.1 Bücher, Zeitschriften und Kalender

6.4.2 Funk

6.4.3 Musik

6.4.4 Fernsehen

6.4.4.1 Neues aus Büttenwarder

6.4.4.2 Die Welt op Platt

6.5 Internet

7. Abschluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den historischen und soziokulturellen Wandel des Plattdeutschen in Schleswig-Holstein, von seinem Status als einflussreiche Schriftsprache im Mittelalter hin zu einer durch Modernisierung und Ideologien marginalisierten, aber kulturell neu entdeckten Mundart.

  • Historische Entwicklung und Schreibsprachenwechsel
  • Kulturelle Identitätsbildung durch Literatur und Theater
  • Missbrauch und Instrumentalisierung der Sprache im Nationalsozialismus
  • Status des Plattdeutschen in den heutigen Medien
  • Empirische Analyse des Sprachgebrauchs in der modernen Gesellschaft

Auszug aus dem Buch

3.2. Plattdeutsch eine Pöbelsprache?

Die Benennung „Plattdeutsch“ hatte sich seit der Mitte des 17. Jahrhunderts immer mehr eingebürgert.

Das Wort „Platt“ stammt ursprünglich von dem französischen Wort „plat“, was so viel wie platt, niedrig, gemein heißt. Eine andere Möglichkeit der Herkunft kann das aus dem niederländischen stammenden „plat, alledaagsch“ sein, was alltäglich, niedrig bedeutet.9

Der früheste Beleg für die Benutzung dieses Wortes findet sich 1524, als in Delft ein Neues Testament "in goede platten duytsche" erscheint. Es wurde die Mundart, die tägliche Umgangssprache, die im Gegensatz zu der höheren schriftsprachlichen Form stand. Plattdeutsch war also nicht die Sprache der „platten“ norddeutschen Ebene, die der oberdeutschen „hügeligen“ Ebene gegenübersteht. 10

Während es ursprünglich nur die Sprache des täglichen Lebens bezeichnete, blieb nun der Ausdruck „Plattdeutsch“ in der Bedeutung „Pöbelsprache“ am Niederdeutschen haften.

Klaus Groth urteilt über diese Zeit voll Bitterkeit:

„Sie lag im stärksten Bann, in dem des Vorurteils. Der unfehlbarste aller Päpste hatte ihr Urteil gesprochen: die Unwissenheit; sie galt für gemein. Ihr fehlte die rechte Reinigkeit und Dignität der Buchsprache. Die Eitelkeit der Halbgebildeten, d.h. der Mehrzahl, betet nur zu gerne nach: ich danke dir, Herr, dass ich nicht spreche wie dieser Bauern einer oder dieser Schuhflicker.“ 11

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Dialektvielfalt und Zielsetzung der Arbeit, den Wandel des Plattdeutschen von der Weltsprache zur Kultursprache zu beleuchten.

2. Schreibsprachenwechsel: Analyse des Übergangs vom Plattdeutschen als hanseatischer Weltsprache hin zur Dominanz des Hochdeutschen durch Reformation und Buchdruck.

3. Wandel von der Schreibsprache zur Mundart: Untersuchung des Funktions- und Prestigeverlusts des Plattdeutschen sowie der Bemühungen um seine literarische Wiederbelebung.

4. Niederdeutsche Bühnenbewegung: Darstellung der Bedeutung des niederdeutschen Theaters als kulturelles Gegengewicht zur Dichtkunst.

5. Nationalsozialismus: Betrachtung der ambivalenten Rolle der Sprache als Propagandamittel zur emotionalen Erreichung der Bevölkerung.

6. Plattdeutsch heute: Kultursprache oder Mundart?: Aktuelle Bestandsaufnahme durch Umfragen und Medienanalyse.

7. Abschluss: Fazit über die zukünftige Entwicklung und den Stellenwert der Sprache im gesellschaftlichen Kontext.

Schlüsselwörter

Plattdeutsch, Niederdeutsch, Sprachwandel, Schleswig-Holstein, Mundart, Kultursprache, Hanse, Nationalsozialismus, Heimatkunst, Medien, Theater, Sprachumfrage, Identität, Volkskultur, Regionalität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die historische Wandlung der plattdeutschen Sprache von einer einstigen Schriftsprache hin zu ihrer heutigen Rolle als regionale Identitätsstiftende Mundart in Schleswig-Holstein.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Schwerpunkte liegen auf dem sprachlichen Wandel durch historische Ereignisse, der literarischen Aufwertung, der Instrumentalisierung im Nationalsozialismus sowie der modernen Präsenz in Medien und Gesellschaft.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Ziel ist es, den Status des Plattdeutschen über die Jahrhunderte nachzuzeichnen und zu hinterfragen, ob die Sprache heute eher ein Instrument der Abgrenzung oder ein Ausdruck kultureller Vielfalt ist.

Welche methodischen Ansätze werden verwendet?

Neben einer literaturbasierten historischen Aufarbeitung führt die Autorin eine eigene empirische Umfrage durch, um den aktuellen Sprachgebrauch in der Bevölkerung zu evaluieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in historische Phasen (Hanse, Reformation, Nationalsozialismus) und eine Untersuchung der heutigen Nutzung des Plattdeutschen in Medien, Theater und Alltag.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sprachwandel, Identität, Kultursprache, Niederdeutsch, regionale Kultur und Mediale Repräsentation.

Wie wurde das Plattdeutsche im Nationalsozialismus verwendet?

Es wurde gezielt als Mittel eingesetzt, um durch "volksnahe" Sprache Sympathien in der Bevölkerung zu gewinnen und die NS-Ideologie emotional zu verankern.

Was ist das Hauptergebnis der eigenen Umfrage der Autorin?

Die Umfrage zeigt, dass ältere Generationen die Sprache noch gut beherrschen, während die Fähigkeiten bei Jüngeren abnehmen, obwohl ein generelles Interesse am Erhalt besteht.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Plattdeutsch - Wandel einer Sprache
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Europäische Ethnologie)
Veranstaltung
Kulturlandschaft Schleswig- Holstein
Note
1-
Autor
Tatjana Cornehl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
24
Katalognummer
V83069
ISBN (eBook)
9783638895453
ISBN (Buch)
9783656853497
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Plattdeutsch Wandel Sprache Kulturlandschaft Schleswig- Holstein
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tatjana Cornehl (Autor:in), 2007, Plattdeutsch - Wandel einer Sprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83069
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Leseprobe aus  24  Seiten
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