1. Einleitung 4
2. Familie 5
2.1 Definition von Familie 5
2.2 Die Entstehung der bürgerlichen Kleinfamilie 5
2.3 Der Strukturwandel der Kernfamilie 6
2.3.1 Die Entwicklung der Geburtenziffer 7
2.3.2 Die Entwicklung der Eheschließungen und Ehescheidungen 8
2.3.3 Nichteheliche Lebensgemeinschaften in Zahlen 9
2.3 Ursachen des Strukturwandels der Familie 10
2.3.1 Die Veränderung des Verhältnisses von Ehe und Familie 10
2.3.2 Die Individualisierungsthese 11
2.3.3 Die Theorie sozialer Differenzierung 11
2.3.4 Reformen des Familienrechts 12
3. Nichteheliche Lebensgemeinschaften 14
3.1 Die historische Entwicklung der nichtehelichen Lebensgemeinschaften 14
3.2 Die Motive für die Gründung einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft 15
3.3 Eigenschaften und Besonderheiten der nichtehelichen Lebensgemeinschaften 16
4. Fazit 19
5. Literaturverzeichnis 21
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Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Lebendgeborene in Deutschland 1950 bis 2004 7
Tabelle 2: Eheschließungen und Ehescheidungen in Deutschland 1950 bis 2004 8
Tabelle 3: Nichteheliche Lebensgemeinschaften im März 2004 9
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1. Einleitung
Die rückläufigen Eheschließungszahlen, die stetig ansteigende Zahl der Scheidungen, der drastische Rückgang der Geburten, die wachsende Zahl an Einelternfamilien bezie- hungsweise an Alleinerziehenden, der steigende Anteil an Einpersonenhaushalten und die deutlich angestiegene Zahl der nichtehelichen Lebensgemeinschaften in Deutsch- land legen die Vermutung nahe, dass die Institution der Familie in eine Krise geraten sein oder auch zunehmend an Bedeutung verloren haben könnte.
Die eben beschriebenen Sachverhalte werfen jedoch einige weiterführende Fragen auf: Was versteht man unter „Familie“, wie lässt sie sich definieren? Welche Funktionen und Aufgaben hat sie? Welche verschiedenen familialen Lebensformen gibt es? Wie hat sich die Struktur der Familie verändert? Aus welchen Gründen? Befindet sich die Fami- lie in einer Krise oder sogar im Verfall?
In der hier vorliegenden Arbeit werde ich neben diese Fragestellungen auch eine be- stimmte familiale Lebensform näher betrachten, nämlich die der nichtehelichen Lebens- gemeinschaften. Ich habe diese ausgewählt, da sie in den letzten Jahrzehnten einen sehr starken Zuwachs erfahren hat. Woher kommt dieser Anstieg? Ist er etwa eine Folge der strukturellen Veränderungen der Familie und falls ja, in welchem Ausmaß? Sind sie sogar erst durch den Strukturwandel entstanden? Oder hat es diese Form der Partner- schaft schon immer gegeben? Wie ist diese Form des nichtehelichen Zusammenlebens entstanden, wie hat sie sich entwickelt? Welche Absichten und Ziele werden durch sie verfolgt, welche Aufgaben und Funktionen hat sie? Welche Menschen entscheiden sich für diese Lebensform? In meinen Ausführungen werde ich mich ausschließlich auf die Entwicklungen in Deutschland beziehen.
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2. Familie
2.1 Definition von Familie
Es ist sehr schwierig, den Begriff „Familie“ zu definieren, da eine Definition einer im- mensen historischen und kulturellen Vielfältigkeit an Familienformen gerecht werden müsste.
Für die Familiensoziologien Rosemarie Nave-Herz werden Familien durch drei ver- schiedene Kriterien charakterisiert. Die erste Eigenschaft einer Familie ist, dass sie ne- ben ihren beiden wichtigsten Funktionen der Reproduktion und Sozialisation auch noch weitere gesellschaftliche Funktionen übernimmt, die jedoch kulturell variieren. Weiter- hin ist Familie durch ein spezifisches, besonders enges und festes Kooperations- und Solidaritätsverhältnis zwischen ihren Mitgliedern gekennzeichnet. Daraus resultiert schließlich auch der Gruppencharakter der Familie, der wiederum den Mitgliedern spe- zifische, kulturabhängige Rollen zuweist. Der letzte wesentliche Aspekt ist die Genera- tionendifferenzierung, das heißt, jede Familie umfasst mindestens zwei Generationen (Nave-Herz, 1997).
Diese Abgrenzung berücksichtigt die große kulturelle und historische Vielfalt von Fa- milien, Familienbeziehungen und familialer Lebensformen. Unter diese Definition fällt nicht nur der am weitesten verbreitete, eine Monopolstellung inne habende Typus der traditionellen, bürgerlichen Kleinfamilie, oftmals auch als Normalfamilie oder Kernfa- milie bezeichnet (damit gemeint sind verheiratete Eltern mit Kind oder Kindern), son- dern auch die sich immer stärker verbreitenden Ein-Eltern-Familien, Patchworkfami- lien, Fortsetzungsfamilien und nichteheliche Lebensgemeinschaften.
2.2 Die Entstehung der bürgerlichen Kleinfamilie
Einen ersten tief greifenden Wandel ihrer Strukturen und Funktionen erfuhr die Familie beim Übergang von der Ständegesellschaft zur Industriegesellschaft. Vor der industriel- len Revolution war sie nicht nur eine soziale, sondern auch eine rechtliche, politische und vor allem wirtschaftliche Einheit. Die vorindustrielle Wirtschaft war überwiegend Familienwirtschaft, das heißt die meisten vorindustriellen Familien waren in erster Linie Produktionsstätten. Die damaligen Familien waren patriarchalisch strukturiert. Mehrere Generationen der Familie lebten, je nach Stand, zusammen mit Knechten, Mägden,
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Lehrlingen, Gesellen oder dann im Bürgertum mit Dienstpersonal unter einem Dach. Allerdings gab es zu der Zeit auch eine große Zahl Alleinlebender, da oftmals die mate- riellen Voraussetzungen zur Gründung einer Familie fehlten.
Im 19. Jahrhundert entstand in den Städten langsam die bürgerliche Kleinfamilie. Sie ist erstmals durch die Trennung von Wohnung und Arbeitsstätte charakterisiert. Die Pro- duktionsfunktion wurde durch die Erholungs- und Entlastungsfunktion ersetzt. Der Mann wurde zum Ernährer der Familie, die Frau war für Haus und Kinder zuständig. Bei den Industriearbeiterfamilien war die Arbeit zwar mittlerweile auch aus der Wohn- stätte herausgelöst, jedoch mussten auch die Frauen und Kinder zum Erwerb des Le- bensunterhalts beitragen.
Somit gab es im 19. Jahrhundert erst wenige bürgerliche Kleinfamilien, sie haben vor allem durch ihre Leitbildfunktion historische Bedeutung erlangt. Sie verbreiteten sich erst im 20. Jahrhundert, vor allem durch den wachsenden Wohlstand und der wachsen- den Freizeit nach dem zweiten Weltkrieg (Geißler, 1996).
Charakteristisch für die Kleinfamilie ist eine Emotionalisierung und Privatisierung, die sich durch die Abgabe von Funktionen der Familie vollzog. Es entstand die Vorstellung einer romantischen Liebesehe, in der den Kindern und deren Erziehung große Bedeu- tung zugeschrieben wird. Durch die Aufspaltung der Gesellschaft in Privatheit und Öf- fentlichkeit wurden auch die Geschlechterrollen neu definiert. Der Mann wurde für die außerhäusliche Welt zuständig, die Frau für die innerhäusliche, wodurch sich ein hierar- chisch-patriarchalisches Geschlechterverhältnis herausbildete (Meyer, 1996).
2.3 Der Strukturwandel der Kernfamilie
Die nachfolgenden Unterkapitel behandeln verschiedene statistische Kennziffern, die den jüngsten Wandel der Kernfamilie in Zahlen ausdrücken. Dazu gehören unter ande- rem die Geburtenziffer, die Zahl der Eheschließungen und Ehescheidungen, die Anzahl der Alleinerziehenden und der nichtehelichen Lebensgemeinschaften.
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Stefanie Meyer, 2007, Nichteheliche Lebensgemeinschaften - ein Resultat des Wandels der Familie?, Munich, GRIN Publishing GmbH
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