Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Fachbereich Musik-, Sport- und Sprechwissenschaft
Institut für Sportwissenschaft
DIPLOMARBEIT
Adipositas im Kindes- und Jugendalter.
Modifikation eines Instruments zur Erfassung der gesundheitsbezogenen
Lebensqualität adipöser Kinder und Jugendlicher.
Radtke, Matthias
Studiengang: Diplom - Sportwissenschaft A1
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
IV
Tabellenverzeichnis
VI
1
Einleitung
1
2
Adipositas
4
2.1
Bewertungskriterien... 5
2.1.1
Bewertung des Ausmaßes... 5
2.1.2
Körperzusammensetzung... 6
2.1.2.1
Methoden zur Messung des Körperfettanteils... 7
2.1.2.2
Fettverteilungsmuster ... 7
2.2
Prävalenz und Kosten der Adipositas ... 9
2.3
Risiko der Adipositas... 11
2.3.1
Medizinische Auswirkungen... 11
2.3.2
Psychische Auswirkungen...13
2.4
Ätiologie ...15
2.4.1
Positive Energiebilanz ...16
2.4.2
Bewegungsmangel...18
2.4.3
Die genetische Disposition ...19
2.4.3.1
Adipositas bei syndromaler Krankheit und bei Einnahme von
Medikamenten...21
2.4.4
Ernährungsverhalten ...22
2.4.4.1
Ernährungsverhalten im Wandel...23
2.5
Adipositastherapie...25
2.5.1
Indikation und Diagnostik ...25
2.5.2
Therapieziele ...26
2.5.2.1
Gewichtsziele...26
2.5.2.2
Verhaltenstherapeutische Ziele...27
2.5.3
Charakteristik des therapeutischen Vorgehens...28
2.5.3.1
Ernährungstherapie ...28
2.5.3.2
Bewegungstherapie ...31
2.5.3.3
Verhaltenstherapie...34
2.5.3.4
Kommerzielle Gewichtsreduktionsprogramme...37
2.5.3.5
Gewichtsenkende Medikamente...38
2.5.3.6
Chirurgie...39
2.5.4
Qualitätskriterien zum Aufbau eines
Adipositastherapieprogrammes...39
2.5.4.1
Strukturqualität ...39
2.5.4.2
Prozessqualität...40
2.5.4.3
Ergebnisqualität...40
2.5.4.3.1
Kriterien zur Beurteilung der Ergebnisqualität...40
3
Gesundheitsbezogene Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen 42
3.1
Erläuterung des Begriffs...42
3.2
Konzepte zur Erfassung der Lebensqualität...43
3.2.1
Messung der Lebensqualität ...45
3.2.2
Grundaspekte zur Beurteilung der gesundheitsbezogenen
Lebensqualität...45
3.3
Stand der Forschung...46
3.4
Gesundheit von Kindern und Jugendlichen...48
3.4.1
Zentrale Gesundheitsprobleme im Kindesalter...50
3.4.2
Erklärungsansätze für gesundheitliche Beeinträchtigungen von
Kindern und Jugendlichen...50
3.4.2.1
Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen als
Determinanten von Gesundheit und Entwicklung ...51
3.4.3
Gesundheitsförderung ...56
3.4.3.1
Erläuterung des Begriffs...56
3.4.3.2
Förderung der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ...57
4
Fragebogen zur Erfassung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität
60
4.1
Hintergrund der Modifikation...60
4.2
Subskalen zur Erfassung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität ...61
4.2.1
Körperliche Aktivität ...61
4.2.2 Körperliche Funktionsfähigkeit ...61
4.2.3
Gesundheitszustand, Gesundheitswahrnehmung,
Gesundheitsempfinden ...61
4.2.4
Psychisch-emotionales Wohlbefinden...62
4.2.5 Körperkonzept...62
4.2.5.1
Körperwahrnehmung...63
4.2.5.2
Körperbild...63
4.2.6
Soziales Umfeld...64
4.3
Erhebung der Daten...66
4.4
Codierung und Auswertung der Daten...67
4.5
Darstellung der Ergebnisse...69
4.5.1
Körperliche Aktivität/Freizeitgestaltung ...69
4.5.2
Körperliche Funktionsfähigkeit...70
4.5.3
Gesundheitszustand, Gesundheitswahrnehmung,
Gesundheitsempfinden ...70
4.5.4
Psychisch-emotionales Wohlbefinden...71
4.5.5
Körperwahrnehmung ...72
4.5.6
Körperbild ...73
4.5.7
Soziales Umfeld...75
4.5.8
Die Figurenzeichnungen...77
4.6
Diskussion der Ergebnisse...79
5
Ausblick
84
6
Literaturverzeichnis
86
7
Anhang
Abbildungsverzeichnis
IV
Abbildungsverzeichnis
Nr.
Seite
1
Formen der Adipositas, links Apfelform; rechts - Birnenform (Pudel
& Westenhöfer, 1997)
8
2
Verhältnis Taillen-/Hüftumfang (Waist to Hip Ratio= WHR)
Taillenumfang: gemessen in der Mitte zwischen Rippenbogen und
Beckenkamm. Hüftumfang: gemessen auf Höhe des Hüftknochens
(Trochanter major). Krankhaft: bei der Frau > 0,85, beim Mann >1
(vgl. Imoberdorf, 2000)
9
3
Risikofaktoren der Adipositas (Nutritio, 2003)
11
4
Einflussfaktoren auf Entstehung und Aufrechterhaltung der
Adipositas (Fichter & Warschburger, 2002)
15
5
Verteilungskurve der durchschnittlichen Kalorienaufnahme pro Tag,
dargestellt für Probanden mit BMI < 25, BMI zwischen 25 und 30
und BMI > 30 (nach Pudel & Westenhöfer, 1997)
16
6
BMI in Abhängigkeit vom relativen Fettverzehr (Energieprozent)
(Pudel & Westenhöfer, 1997)
17
7
BMI in Abhängigkeit vom relativen Kohlenhydratverzehr
(Energieprozent) (Pudel & Westenhöfer, 1997)
17
8
Bedingungsfaktoren für den Bewegungsmangel (BZgA Gesundheit
von Kindern, 1998)
19
9
Durchschnittlicher BMI der Eltern, bezogen auf 4
unterschiedliche Gewichtsklassen der Adoptivkinder (nach Stunkard
et al, 1986)
20
10 BMI und Intrapaar- Korrelation bei ein und zweieiigen Zwillingen,
die getrennt und gemeinsam aufgewachsen sind (nach Stunkard et
al. 1990)
21
11 Die Unterschiedliche Bedeutung verschiedener Faktoren für das
Essverhalten im Verlaufe der Entwicklung (aid Special, 2000)
23
12 Sättigungskaskade nach Blundell (aid Special, 2000)
25
13 Gewichtsveränderung in Abhängigkeit vom Lebensalter, vom
aktuellen BMI und vom Vorliegen adipositasassoziierter
Komplikationen (vgl. AGA, 2002)
27
Abbildungsverzeichnis
V
14 Rigide Verhaltenskontrollen gehen mit einem höheren BMI einher
(Pudel, 1991)
36
15 Korrelation subjektiver und objektiver Parameter der Lebensqualität
(Radtke, 2003)
46
16 Körperkonzept (Radtke, 2003)
62
17 körperliche Aktivität/Freizeitgestaltung (Radtke, 2003)
69
18 körperliche Funktionsfähigkeit (Radtke, 2003)
70
19 Gesundheitszustand/-wahrnehmung/-empfinden (Radtke, 2003)
71
20 Psychisch-emotionales Wohlbefinden (Radtke, 2003)
72
21 Körperwahrnehmung (Radtke, 2003)
73
22 Körperbild (Radtke, 2003)
74
23 Ich möchte abnehmen oder etwas an mir verändern weil,... (Radtke,
2003)
75
24 soziales Umfeld (Radtke, 2003)
76
25 Figurenzeichnungen Mädchen (Radtke, 2003)
78
26 Figurenzeichnungen Jungen (Radtke, 2003)
78
27 Differenzscore Jungen vs. Mädchen (Radtke, 2003)
79
Tabellenverzeichnis
VI
Tabellenverzeichnis
Nr.
Seite
1
Beurteilung des Risikos (vgl. Imoberdorf, 2000)
8
2
Adipositasprävalenz anhand unterschiedlicher Bewertungskriterien
(vgl. Wabitsch & Zwiauer, 1997; Kromeyer-Hauschild, Zellner, Jäger,
Hoyer, 1999; Cole, Bellizzi, Flegal, Dietz, 2000; DGE, 2000)
9
3
Medizinische Auswirkungen der Adipositas nach Wirth (1997)
12
4
Einstufung des Risikos für Kinder und Jugendliche an bestimmte
Erkrankungen nach Dietz (1995), WHO (1998)
12
5
Metabolisches Syndrom: nach Kriterien des "National Cholesterol
Education Program ATP III 2001" (Wirth, 2003)
13
6
Anforderungsprofil an Sport- und Bewegungsprogramme bei
Adipositas (vgl. Feld, 2000)
31
7
Wirkung eines ganzheitlichen Trainings bei Adipositas (vgl. Feldt,
2000)
32
8
Eignung verschiedener Sport- und Bewegungsarten bei Adipositas
(vgl. Roche Deutschland, 2003)
34
9
Medikamentöse Adipositastherapie (DGE, 1999)
38
10 Dimensionen der Lebensqualität (Petermann, 2002)
43
11 Verschiedene Ansätze zur Messung der Lebensqualität (Charite)
44
12 Gesundheit von Kindern zentrale Probleme (BZgA Gesundheit von
Kindern, 1998)
50
13 Faktoren sozialer Benachteiligung (BZgA Gesundheit von Kindern,
1998)
52
14 Leitlinien der Gesundheitsförderung im Kindesalter (BZgA
Gesundheit von Kindern, 1998)
59
15 Untersuchungsdaten der Teilnehmer (Radtke, 2003)
67
16 Subskalen, Itemanzahl, Itemnummer und Codierung des Fragebogens
(Radtke, 2003)
68
17 Ratingskala-Codierung der Items (Radtke, 2003)
68
Tabellenverzeichnis
VII
18 Cronbachs Alpha der Subskalen (Radtke, 2003)
79
19 Ausschluss der ,,schlechten Items" (Radtke,2003)
80
Einleitung
1
1
Einleitung
In der Entwicklungsgeschichte des Menschen hat sich hinsichtlich des
Ernährungsverhaltens ein Wandel vollzogen. So war es für den Homo Sapiens von
Vorteil, in Zeiten eines guten Nahrungsangebotes viel Energie aufzunehmen und zu
speichern, um Perioden der Nahrungsknappheit zu überstehen. Im Zeitalter der
alten Ägypter und Griechen bis hin in die Zeit der industriellen Revolution hatte
das Essen stets mit gesellschaftlichem Status zu tun. Wohlbeleibtheit galt als
Zeichen von Wohlstand und materieller Sorglosigkeit, kurzum als Ausdruck von
Macht. Attribute wie Frohsinn, Gemütlichkeit und Friedfertigkeit wurden im
Zusammenhang mit der korpulenten Gesellschaft assoziiert. Spätestens jedoch
seit den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wird das Schlanksein und
Schlankwerden immer stärker zu einer gesellschaftlichen Norm, die in Kultur und
Werbung transportiert und verstärkt wird. Dem gegenüber steht der tief
greifende Ernährungswandel der letzten Jahrzehnte - Tiefkühl- und
Fertiggerichte, Fastfood- und Imbisskultur, Functional- und Designerfood,
Essstörungen und Fettleibigkeit, die neue Orientierungslosigkeit angesichts der
Warenfülle. Das Image der ,,Dicken" hat sich in den letzten Jahrzehnten
verändert. Nicht mehr die positiven Charaktere werden genannt, sondern Beigaben
wie Faulheit, Dummheit und Willensschwäche. Die Ablehnung gegenüber
Übergewichtigen beginnt bereits in jungem Alter: Kleinkinder beschreiben, einer
Untersuchung folgend, die Silhouette eines adipösen Kindes mit abwertenden
Formulierungen wie ,,faul", ,,hässlich", ,,dumm", ,,dreckig" und ,,verlogen" (Lehrke &
Laessle, 2002). Schon Kinder im Vorschulalter würden lieber mit einem
behinderten Kind befreundet sein als mit einem übergewichtigen (Benecke, Vogel,
2003). Diese Abneigungen haben nachhaltige Auswirkungen auf das
Selbstwertgefühl, die soziale Akzeptanz und das Interaktionsverhalten der
Betroffenen. Mit zunehmendem Alter und sozialer Schichtzugehörigkeit steigt
diese Tendenz noch an.
Einleitung
2
Im Zusammenhang mit dieser Stigmatation stehen immer höhere Morbiditäts
1
-
und Mortalitätsraten
2
sowie die unzähligen Risiken, die mit Übergewicht und
Fettleibigkeit in Verbindung stehen. Vor allem der Anteil übergewichtiger und
adipöser Kinder hat sich in den letzten Jahrzehnten epidemisch erhöht. In
Deutschland sind je nach Definition 10-20% aller Schulkinder und Jugendlichen als
übergewichtig einzustufen (AGA, 2002; Benecke, Vogel, 2003).
Um die Kausalität sichtbar zu machen, ist es hinsichtlich einer
Adipositasbehandlung erforderlich, neben der Feststellung der gesundheitlichen
Risiken ebenso die gesundheitsbezogene Lebensqualität zu erfassen. Dies
bedeutet die Dimensionen der gesundheitsbezogenen Lebensqualität, das physisch
und psychische Wohlbefinden, die Alltagsfunktionsfähigkeit, sowie die soziale
Integration zu untersuchen. Die Notwendigkeit die gesundheitsbezogene
Lebensqualität adipöser Kinder und Jugendlicher zu evaluieren, ergibt sich anhand
der kargen Datenlage im Bereich der Kinder- und Jugendgesundheit. Bisher
konzentrierte sich die Wissenschaft eher auf die Erforschung der Lebensqualität
von Erwachsenen. Instrumente zur Erfassung der Lebensqualität Erwachsener
werden häufig für Kinder adaptiert, entsprechen aber selten dem kognitiven
Entwicklungsstand der Kinder.
Im Rahmen der vorliegenden Diplomarbeit wird ein Fragebogen zur Erfassung der
gesundheitsbezogenen Lebensqualität adipöser Kinder und Jugendlicher
modifiziert.
Inhaltlich gliedert sich die Arbeit in die folgenden 3 Teile:
1. Adipositas im Kindes und Jugendalter
2. Gesundheitsbezogene Lebensqualität adipöser Kinder und Jugendlicher
3. Fragebogen zur Erfassung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität
1
Erkrankungsziffer
2
Sterblichkeitsziffer
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