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Das Interview als soziale Beziehung

Title: Das Interview als soziale Beziehung

Seminar Paper , 2007 , 14 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Tim Peters (Author)

Politics - Methods, Research
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„Befragung bedeutet Kommunikation zwischen zwei oder mehreren Personen. Durch verbale Stimuli (Fragen) werden verbale Reaktionen (Antworten) hervorgerufen: Dies geschieht in bestimmten Situationen und wird geprägt durch gegenseitige Erwartungen. Die Antworten beziehen sich auf erlebte und erinnerte soziale Ereignisse, stellen Meinungen und Bewertungen dar.“
Befragungen gelten als die rationellste und am häufigsten angewendete Methode zur Markt- und Meinungsforschung in industrialisierten Gesellschaften. Sie nehmen eine dominierende Position in der Forschungspraxis ein. Da jede mündliche Befragung (Interview) eine soziale Situation darstellt, ergibt sich die Frage nach der Aussagekraft der im Interview gewonnenen Daten. Wodurch werden die Antworten beeinflusst oder sogar verfälscht? Zunächst muss bei der Datenerhebung und Datenauswertung beachtet werden, wodurch die soziale Situation Interview charakterisiert ist (Kap. 2).
Dann wird auf die Besonderheiten der Interviewsituation eingegangen – was unterschei-det das wissenschaftliche Interview von einem alltäglichen Gespräch und durch welche Prämissen und Vorgaben ist dieser Unterschied geprägt (Kap. 2.1)? Darauf folgt eine Erläuterung des Modells des Grades der Gemeinsamkeit, das einen Erklärungsansatz für die unterschiedlichen Antwortbereitschaften bietet (Kap. 2.3). Anschließend wird eine der Streitfragen in der Interviewforschung angesprochen, die Auseinandersetzung um das richtige Modell zur Erklärung der gegebenen Antworten. Dazu werden die beiden Modelle zunächst kurz erläutert, um dann auf die Unterschiede einzugehen (Kap. 2.4). Im darauf folgenden Kapitel 2.4 wird auf die Reaktivität, also die Wechselwirkung zwischen Interviewer und Befragten näher eingegangen. Kapitel 2.5 befasst sich mit Meinungen als Artefakte und Antwortverhaltenstendenzen, so zum Beispiel der zu beobachten Beja-hungstendenz sowie den ihnen zugrundeliegenden Ursachen. Im Anschluss daran werden die Künstlichkeit der Interviewsituation sowie die Antwortverzerrung näher beschrieben (Kap. 2.6, 2.7).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Soziale Situation Interview

2.1 Besonderheiten der Interviewsituation

2.2 Grad der Gemeinsamkeit

2.3 S-R-Modell und S-P-R-Modell

2.4 Reaktivität

2.5 Artefakte

2.6 Künstlichkeit der Interviewsituation

2.7 Antwortverzerrung

3. Interviewstile

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das mündliche Interview als soziale Beziehung und hinterfragt die Aussagekraft der dabei gewonnenen Daten vor dem Hintergrund der Interaktion zwischen Interviewer und Befragtem.

  • Charakteristika des Interviews als soziale Situation
  • Vergleich zwischen S-R-Modell und S-P-R-Modell
  • Einflussfaktoren wie Reaktivität und Antwortverzerrung
  • Die Rolle von Artefakten in der Befragung
  • Analyse verschiedener Interviewstile (weich, hart, neutral)

Auszug aus dem Buch

2.1 Besonderheiten der Interviewsituation

Das mündliche Interview kann nicht als eine Form des „normalen“ Gesprächs angesehen werden. Insbesondere drei Faktoren machen es zu einer künstlichen Situation: Erstens sind sich Interviewer und Befragter in der Regel fremd. Für den Interviewer gibt es recht genaue Verhaltensvorschriften, während der Befragte vermeintlich ähnliche Situationen zur Referenz heranziehen wird. Wenn der Befragte den Interviewer beispielsweise mit einem Vertreter vergleicht, ergeben sich Probleme das Einverständnis für die Befragung zu erhalten. Vorausgesetzt wird darüber hinaus, dass der Befragte seine Ansichten für mitteilenswert hält. Zweitens handelt es sich um eine „asymmetrische soziale Beziehung“. Vom Interviewer gehen nahezu alle Aktivitäten aus, indem er alle Fragen stellt, während der Befragte sich passiv verhält und Auskünfte über seine persönlichen Ansichten, Meinungen und Erfahrungen geben soll. Der Befragte ist somit kein Gesprächspartner, sondern „Datenträger“.

Drittens wird regelmäßig die Anonymität der Datenauswertung zugesichert. Damit kann der Befragte sicher sein, dass seine Auskünfte für ihn ohne Folgen bleiben. Daher kann der Befragte auch unverbindliche Meinungen äußern, die er bei anderer Gelegenheit für sich behielte. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass ein Interview niemals ein neutrales Erhebungsverfahren darstellen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Interview als soziale Kommunikation und stellt die forschungsleitende Frage nach der Beeinflussung und Aussagekraft von Daten durch die Interviewsituation.

2 Soziale Situation Interview: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen der Interviewsituation, inklusive Modellen der Kommunikation und störender Einflussfaktoren, dargelegt.

3. Interviewstile: Das Kapitel analysiert die verschiedenen methodischen Herangehensweisen des Interviewers, unterteilt in weiche, harte und neutrale Stile, und deren jeweilige Konsequenzen.

4. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass das Interview zwar ein unverzichtbares Instrument ist, aber nur bei systematischer Kontrolle des sozialen Interaktionsprozesses valide Ergebnisse liefern kann.

Schlüsselwörter

Empirische Sozialforschung, Interview, soziale Beziehung, Reaktivität, Antwortverzerrung, S-P-R-Modell, Artefakte, Datenerhebung, Interviewstile, soziale Erwünschtheit, Kommunikation, Methodik, Befragung, Validität, Interaktionsprozess.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt das wissenschaftliche Interview als einen sozialen Interaktionsprozess, der durch gegenseitige Erwartungen und situative Faktoren geprägt ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Künstlichkeit der Interviewsituation, der Rolle der Sprache und den Auswirkungen des Interviewerverhaltens auf die Qualität der Daten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Aussagekraft von Interviewdaten zu hinterfragen und aufzuzeigen, wie soziale Faktoren und der Interaktionsprozess die Ergebnisse beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Auseinandersetzung mit Modellen der empirischen Sozialforschung, insbesondere dem Vergleich von S-R-Modell und S-P-R-Modell.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Störfaktoren wie Artefakte, Reaktivität und Antwortverzerrungen sowie verschiedene Interviewstile.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Soziale Situation, Reaktivität, Interviewstile, S-P-R-Modell und Antwortverzerrung.

Warum wird das S-P-R-Modell als überlegen gegenüber dem S-R-Modell dargestellt?

Das S-P-R-Modell wird als aussagekräftiger erachtet, da es die soziale Umgebung und die Person des Befragten als integralen Bestandteil der Datenerhebung interpretiert, anstatt diese lediglich als Störfaktoren zu betrachten.

Was unterscheidet den „weichen“ vom „harten“ Interviewstil?

Der weiche Stil zeichnet sich durch eine passive Rolle des Interviewers aus, um dem Befragten maximale Entfaltung zu bieten, während der harte Stil durch eine schnelle, verhörähnliche Technik strukturiert ist, um etwaige Schwindeleien aufzudecken.

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Details

Title
Das Interview als soziale Beziehung
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Methoden der empirischen Sozialforschung
Grade
1,7
Author
Tim Peters (Author)
Publication Year
2007
Pages
14
Catalog Number
V83725
ISBN (eBook)
9783638000857
ISBN (Book)
9783638910644
Language
German
Tags
Interview Beziehung Methoden Sozialforschung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tim Peters (Author), 2007, Das Interview als soziale Beziehung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/83725
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