Leseprotokoll des Buches von Andrè Gorz:
Arbeit zwischen Misere und Utopie
von Susanne Heinlein
Inhalt
1.Teil : Vom Sozialstaat zum Kapitalstaat
2.Teil : Letzte Wandlung der Arbeit
3.Teil : Die entzauberte Arbeit
4.Teil : Jenseits der Lohngesellschaft
Literaturangaben
Der Schriftsteller Andrè Gorz greift in seinem Buch "Arbeit zwischen Misere und Utopie" ein aus momentaner Sicht hoch aktuelles Thema auf, was zur Zeit in Deutschland mehr und mehr zum Problem wird - der Produktionsfaktor Arbeit! Die jetzige Regierung, wie auch die schon da gewesenen, möchten den richtigen Weg beschreiten, der die Vollbeschäftigung wiederherstellt. Doch die alles entscheidende Frage lautet : Wie erreichen wir die Vollbeschäftigung und senken damit die Arbeitslosenzahlen? Die von Gorz angesprochene "Misere" haben wir bereits zu spüren bekommen. Eine mögliche "Utopie", also eine gesellschaftliche Idealvorstellung, die unrealistisch und die nicht verwirklichbar scheint, versucht der Autor uns in diesem Werk zu vermitteln und näher bringen zu wollen.
Einleitung
Schon in der Einleitung ab Seite 9 bringt Gorz seinen Standpunkt gegenüber der "Krise" zum Ausdruck. Er gibt Gedankenimpulse, die Veränderungen offensiv hervorrufen sollen. Er zeigt die Folgen des neuen Systems, welches sich Kapitalismus nennt. Er spricht die These an, die von einem dauerhaft sinkenden Arbeitsvolumen in der Industriegesellschaft, durch den Einsatz modernster Techniken usw., betroffen ist. Diese These zeigt aber auch deutlich, dass die Art der Arbeitsplatzgestellung zu mehr Flexibilität (befristete Stellen, Zeitarbeit etc.) tendiert. Er definiert den Begriff "Arbeit" aus seiner subjektiven Sicht. Er versteht unter Arbeit, eine produktiv schaffende (im körperlichen Sinne) Tätigkeit, die durch Lohnzahlungen gekennzeichnet ist, gleichbedeutend mit dem Wort "Beruf". Er lehnt die Definition Arbeit, die auf anthropologisch sowie philosophischen Gesichtspunkten beruht, ab. Er betont aber, dass diese Begriffsfindung eine Konstruktion der Gesellschaft ist. Und er weist darauf hin, dass genau durch diese Gesellschaft dieser Produktionsfaktor immer mehr abgeschafft wird und durch moderne Technik ersetzt wird. Das die Profitrate der Unternehmer im Vordergrund steht, erklärt sich von selbst. Doch nur durch Gewinnmaximierung, Arbeitsplatzstreichungen, Lohnkürzungen und der gleichen funktioniert das System des herrschenden Kapitalismus. So wird erreicht, dass zunehmender Reichtum durch immer weniger Arbeit erzeugt wird. "Das Kapital [wird] zu einem Räuber, der die Gesellschaft plündert."(S.14) Im System des Kapitalismus wird der Mensch als Humankapital in den Produktionsprozess einbezogen, die spezifischen menschlichen Fähigkeiten werden mit dem Maschinenprozess verschmolzen und danach vollständig integriert. Falls die Fähigkeiten der "menschlichen Ressource" im Verwertungsprozess nicht mehr gefragt sind, wird er ausgeschlossen. Die Folge ist ersichtlich: vermehrte Arbeitslosigkeit, der Exodus der Arbeit. Andrè Gorz aber hat eine Utopie - ein Wunschdenken, was dieses System anbelangt. Er möchte die Befreiung der Arbeit, die Arbeit soll Macht über das Kapital besitzen und Rentabilitätskriterien sollen beseitigt werden. Er möchte nicht nur politische Reformen, die sich mit der Funktionsstörung im Bereich des Produktionsfaktors Arbeit befassen, sondern es sollen strategische Ziele bestimmt werden, die den Anforderungen der Gegenwart genügen.
1. Teil : Vom Sozialstaat zum Kapitalstaat
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Susanne Heinlein, 2002, Leseprotokoll des Buches von Andrè Gorz: Arbeit zwischen Misere und Utopie, Munich, GRIN Publishing GmbH
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