Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Versuch einer Biographie der Livia Drusilla 4
2.1. Zu den Quellen 4
2.2. Biographie der Livia Drusilla 4
3. Livias Erhebung zur Augusta 9
3.1. Livias Rolle unter Augustus und Tiberius - Ein Vergleich 9
3.2. Das Verhältnis zwischen Iulia Augusta und Tiberius 12
4. Zusammenfassung 14
5. Literatur 15
5.1. Quellen 15
5.2. Sekundärliteratur 15
6. Fußnoten 16
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1. Einleitung
Livia Drusilla, die dritte Frau des Augustus und Mutter des Tiberius, hat während des Prinzipats des Augustus und des Tiberius immer eine außergewöhnliche Stellung im römischen Staat eingenommen. War sie unter Augustus primär dessen Frau mitzugegebenermaßen - außergewöhnlichen Rechten, Pflichten und Ehren, so gestaltete sichzumindest formal - ihre Stellung unter Tiberius bedeutend komplexer. Durch das Testament des Augustus in die iulische Familie adoptiert und zusammen mit Tiberius mit dem Ehrenname Augustus bedacht, war sie gleichzeitig Augusta und Mutter des - neuen -Augustus. Es steht außer Frage, daß diese Konstellation Probleme bereiten mußte. Die folgende Arbeit hat diese Problematik zum Thema. Das Verhältnis der Livia Drusilla zu ihrem Sohn Tiberius nach dessen Prinzipatsantritt soll näher beleuchtet werden. Besonderes Augenmerk soll auf die angebliche Mitregentschaft der Livia bzw. ihren Versuch, diese einzufordern, gelegt werden, die zu den immer stärker werdenden Differenzen mit Tiberius geführt haben und letztendlich sogar der Grund für seinen Rückzug nach Capri gewesen sein soll.
Die Basis für eine derartige Arbeit kann nur eine kritische Auseinandersetzung mit den antiken Quellen selber sein. Einleitend wird versucht, anhand ihrer eine Biographie der Livia Drusilla zu verfassen. Sie soll den Ausgangspunkt für eine intensive Betrachtung ihres Verhältnisses zu Tiberius nach dem Tode des Augustus bieten, die im Anschluß steht. Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst.
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2. Versuch einer Biographie der Livia Drusilla
Eine zusammenfassende Schilderung des Lebens und der Persönlichkeit der Livia Drusilla existiert in den antiken Quellen nicht. Eine Biographie muß aus den in den Quellenliterarische Quellen wie Inschriften - verstreuten, kurzen Notizen mühsam zusammengesetzt werden. Dabei müssen auch vorhandene Unstimmigkeiten in der Überlieferung gegeneinander abgewogen und kritisch hinterfragt werden.
2.1. Zu den Quellen
Zu den wichtigsten schriftlichen Quellen gehören die Historien des Cassius Dio, die Annalen des Tacitus, verschiedene Kaiserbiographien des Suetonius und die Schriften des Velleius Paterculus. Einschränkend muß gesagt werden, daß alle angeführten Quellen - mit Ausnahme des Velleius Paterculus 1 - mehr als 100 Jahre nach Livias Tod verfaßt wurden. Allein schon aufgrund des großen zeitlichen Versatzes muß mit Ungenauigkeiten in der Berichterstattung gerechnet werden. Des weiteren bemerkte schon Willrich 1911 einleitend zu seiner kurzen Livia-Biographie, daß das Livia-Bild, welches die antiken Literaten - allen voran Tacitusauch aus anderen Gründen nicht unbesehen übernommen werden darf 2 . Die Quellen zeichnen in der Mehrzahl ein überspitzt-negatives Bild, in denen Livia eine skrupellose und machtgierige Intrigantin und sogar mehrfache Mörderin bzw. Anstifterin zum Mord ist. Besonders ausgeprägt ist dies in den Annalen des Tacitus der Fall 3 ; ähnlich verhält es sich in den Historien des Cassius Dio. Die Viten des Suetonius bieten hingegen ein - zwar gemäßigtnegatives 4 aber doch - facettenreicheres Bild. Die Erklärung für diese Phänomen liegt in dem großen zeitlichen Versatz begründet. So ist das Livia-Bild stark von den Charakteren und Verhaltensweisen ihrer Nachfolgerinnen überprägt, so z.B. besonders von denen der Agrippina Minor.
Einzig auf Velleius Paterculus trifft dies nicht zu. Eine wirklich objektive Quelle sind seine Schriften aufgrund des nahen Verhältnisses zu Tiberius jedoch auch nicht 5 . Darüber hinaus bieten sie aufgrund ihrer Kürze nur geringe Einblicke.
2.2. Biographie der Livia Drusilla
Livia Drusilla wird als Tochter des M. Livius Drusus Claudianus und der Alfidia am 30. Januar 58 v.Chr. geboren 6 . Ihr Vater stammt aus dem Geschlecht der Claudii Pulcheri und ist von M. Livius Drusus adoptiert worden 7 . Er ist ein Günstling Caesars, wird jedoch nach dessen Ermordung durch die Triumvirn und deren Anhängern verfolgt und nimmt sich nach
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der Niederlage von Philippi das Leben 8 . Bei Suetonius 9 findet sich ein Aufidius Lurco als Livias Großvater mütterlicherseits genannt, der in Rom einige Ehrenämter bekleidet haben soll. Weitere Informationen über Livias Abstammung mütterlicherseits gibt es nicht. Ebenso ist der genaue Geburtsort der Livia unbekannt 10 . Auch wird über die Kindheit der Livia kaum in den Quellen berichtet.
Wohl im Jahre 43 v.Chr. wird sie mit ihrem Vetter Tiberius Claudius Nero verheiratet 11 . Im November des folgenden Jahres bekommt sie ihr erstes Kind von ihm; einen Sohn, der wie sein Vater Tiberius Claudius Nero benannt wird. Etwa gleichzeitig forcieren sich - nach der Ermordung Caesars - die Machtkämpfe in Rom. Livias Gatte ist in diese Kämpfe - ebenso wie ihr Vater - sehr stark involviert. Unter Caesar zu Einfluß und Ehrenposten gelangt 12 , schlägt sich Tiberius Claudius Nero zunächst auf die Seiten der Triumvirn, um sich im darauffolgenden Machtkampf den Gegnern des Oktavians anzuschließen. Nach der Niederlage des M. Antonius muß er zusammen mit seiner Gattin und seinem kleinen Sohn vor dem vorrückenden Oktavian fliehen 13 ; zunächst zu Sextus Pompeius nach Sizilien, dann weiter nach Griechenland, um M. Antonius aufzusuchen. Bald darauf ändert sich jedoch die politische Lage. Die verfeindeten Triumvirn finden zu einem Ausgleich, der durch die Verträge von Brundisium 40 v.Chr. und Misenum 39 v.Chr. besiegelt wird. Erst nach dem Ausgleich mit Sextus Pompeius 39 v.Chr. kehrt Tiberius Claudius Nero mit seiner Gattin und seinem Sohn nach Rom zurück 14 . Hier lernen sich Livia und Oktavian kennen. Die Begegnung muß auf beide einen tiefen Eindruck hinterlassen haben 15 , denn trotz Livias Schwangerschaft - sie erwartet von Tiberius Claudius Nero ihr zweites Kind - lassen sie sich von ihren jeweiligen Ehepartnern scheiden, um einander heiraten zu können 16 . Livias Schwangerschaft ist auch der Grund dafür, daß Oktavian bei den pontifices anfragt, ob dies ein Hinderungsgrund für eine sofortige Heirat sei 17 . Die Antwort der pontifices fällt für Oktavian und Livia positiv aus 18 . Etwa drei Monate später wird Livias zweiter Sohn - Nero Claudius Drusus - geboren 19 und alsbald dem Vater übergeben, in dessen Haus auch der erstgeborene Sohn der Livia wohnt 20 . Nach dem Tod des Vaters 33 v.Chr. werden beide Söhne der Livia in Oktavians Haus aufgenommen 21 . Die Ehe der Livia und des Oktavian hingegen bleibt nach einer Fehlgeburt kinderlos 22 . Dennoch gilt sie als mustergültig - nicht zuletzt wegen Livias Charaktereigenschaften 23 . Sie ist gegenüber Augustus’ Untreue nachsichtig und leitet aus seinem Benehmen nicht die gleichen Rechte für sich her, sondern achtet sorgfältig auf ihren Ruf 24 . An Augustus’ Seite nimmt Livia eine vormals noch nie dagewesene Sonderstellung unter den römischen Frauen ein und erfüllt neben ihren Pflichten als Matrone 25 eine Reihe von Repräsentationsaufgaben. Gemeinsam mit Augustus wird ihr
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Arbeit zitieren:
Ute Bartelt, 1998, Livia Drusilla - Iulia Augusta: Kaiserin und Kaisermutter, München, GRIN Verlag GmbH
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