Grundkurs II: Varietäten, Textsorten, Sprachstile
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Inhaltsverzeichnis
Gliederungspunkt Seite
1.1 Definition Anglizismus 3
1.2 Einleitung 3
1.3 Historischer Hintergrund 4
1.4.1 Anglizismen in Presse und Musik 5
1.4.2 Anglizismen i. d. Werbung am Bsp. eines T-Mobile Prospektes 7
1.4.3 Anglizismen in der Jugendsprache 9
1.5 Der Verein Deutsche Sprache 12
1.6 Fazit und Ausblick 13
1.7 Verwendete Literatur 15
Anlage
T-Mobile Prospekt NICHT ENTHALTEN
2
1.1 Definition Anglizismus
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[a JOL-] GHU-, Ang-li-zis-men; Ling; ein engl. Wort od. e-e englische Wendung, die in
e-e andere Sprache übernommen wurden: „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ ist ein A. 1
1.2 Einleitung
Die Modemacherin Jil Sander im Frankfurter Allgemeine Magazin: „Ich habe vielleicht
etwas Weltverbesserndes. Mein Leben ist eine JLYLQJVWRU\. Ich habe verstanden, daß man FRQWHPSRUDU\ sein muß, das IXWXUH'HQNHQ haben muß. Meine Idee war, die +DQGWDLORUHG*HVFKLFKWH mit neuen 7HFKQRORJLHQ zu verbinden. Und für den Erfolg war mein FRRUGLQDWHGFRQFHSW entscheidend, die Idee, daß man viele Teile einer FROOHFWLRQ miteinander FRPELQHQ kann. Aber die DXGLHQFH hat das alles von Anfang an auch VXSSRUWHG. Der problembewusste Mensch von heute kann diese Sachen, diese UHILQHG Qualitäten mit VSLULW eben auch DSSUHFLDWHQ. Allerdings geht unser YRLFH auch auf bestimmte Zielgruppen. Wer /DG\LVFKHV will, VHDUFKW nicht bei Jil Sander. Man muß Sinn haben für das HIIRUWOHVV, das PDJLF meines Stils.“
(Hervorhebungen durch den Verfasser); Jil Sander = Deutsche Modemacherin 2
Liest man Jil Sanders Aussage zum ersten Mal, kommen berechtigte Zweifel auf, dass sie das wirklich so gesagt haben soll. Zu unglaublich, fast schon wie eine Farce, eine Karikatur der deutschen Sprache wirken ihre Sätze. Somit sind sie aber auch ein Paradebeispiel für all die Dinge, die im Moment Kritikwürdig sind an der deutschen Gegenwartssprache, und gießen Öl ins Feuer der Anglizismus-Gegner.
In meiner Abhandlung „Anglizismen und Amerikanismen: „Anreicherung“ oder „Bereicherung“ der deutschen Gegenwartssprache?“ möchte ich untersuchen, ob am „Denglisch“ wirklich alles schlecht ist, möchte die historische Entwicklung kurz nachzeichnen, in Presse und Werbung sowie Jugendsprache zwei Hauptgebiete beleuchten und abschließend einen persönlichen Ausblick geben.
1 "Anglizismus," Microsoft® Encarta® Enzyklopädie 2000. © 1993-1999 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.
2 Der Spiegel 14/1996
3
1.3 Historischer Hintergrund
Um zu verstehen, wie englische Einflüsse so massiv Einlass in die deutsche Sprache finden konnten, hilft es sich daran zu erinnern, dass der Deutsche an sich (ganz entgegen des gängigen Klischees, das ihn als konservativ beschreibt), zumindest in bestimmte Bevölkerungsschichten, schon immer eine Vorliebe für Fremdsprachen gehabt hat. So etablierte sich Latein im 16. Jahrhundert als internationale Wissenschaftssprache und Französisch wurde durch den Aufstieg der französischen Kultur zumindest in Adelskreisen Mode. Beleg dafür war ein breiter Strom von Wörtern aus diesen Sprachen, die selbst 500 Jahre später noch verwendet werden,
z.B. :HLQ.HOOHUoder )HQVWHU(Entlehnungen aus dem Lateinischen) und %ODPDJH &KHI&KLIIUH'HNROOHWpHFKDXIILHUHQPDNDEHUQDLY3DUIXP5HQGH]YRXV 6RXYHQLUVRXYHUlQ (aus dem Französischen).
Der Einfluss des Englischen, wenn auch schon vorher vorhanden, schnellte ab 1945 ungeheuer in die Höhe. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Auf Grund der totalen Niederlage im 2. Weltkrieg, nicht nur auf militärischer, sondern auch auf nationaler und ideologischer Ebene, war das deutsche Volk am Boden zerstört. Der Stolz auf die einst vielgerühmten und gepriesenen „deutschen Tugenden“ wie Ordnung und Disziplin war erloschen und einer gewissen Orientierungslosigkeit gewichen. Deutschland sehnte sich nach einem starken Vorbild, und dafür eignete sich niemand besser, als die Siegermächte aus England und den USA. Der „American Way of Life“ hatte den Krieg gewonnen, und „blue jeans, comics und rock & roll“ fand man ja seit jeher gut.
Dies öffnete natürlich auch den Anglizismen Tür und Tor. Teils weil man sich durch die Verwendung als „weltoffen“ und „fortschrittlich“ portraitieren wollte, teils weil Begriffe geschaffen wurden, die der Einfachheit halber oder aus Gründen der Unübersetzbarkeit einfach übernommen wurden, z.B.: Activity, challenge, efficiency, frustration, impact, outfit, publicity, public relations, tutor, understatement. Aus dem Bild des strahlenden Siegers gewann die englische Sprache ihre geheimnisvolle, fast magische Anziehungskraft. 3
3 Vgl. Wilss, Wolfram: Das Eindringen angloamerikanischer Fremdwörter in die deutsche Sprache seit Ende des Zweiten Weltkrieges (bis 1958), S. 21ff; Artikel aus „Denglisch, nein Danke!“
4
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Tim Leidecker, 2002, Anglizismen und Amerikanismen: Anreicherung oder Bereicherung der deutschen Gegenwartssprache?, Munich, GRIN Publishing GmbH
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