LVA-Name: SE: Gesundheitssoziologie: Zentrale Themen
Institut: Abteilung für Politik- und Entwicklungsforschung
Semester: SoSe 2007
Seminararbeit zum Thema:
Gesundheitsförderung in der Schule
Ausgearbeitet von:
Ettmayer, Eva
Gaspar, Agnes
Knoll, Verena
2
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ...3
1.1 Definition Gesundheit ...3
1.2 Definition Gesundheitsförderung...4
2. Theoretische Ansätze und Aktivitäten ...4
2.1 Einfluss des Salutogenen Modells auf Schulen...6
2.2 Gesundheitserziehung und Gesundheitsförderung ...7
2.2.1 Unterschiede Gesundheitserziehung und Gesundheitsförderung...7
2.2.1.1 Ziele...7
2.2.1.2 Themen...8
2.2.1.3 Zielgruppen ...8
2.2.1.4 Methoden...9
2.2.1.5 Verankerung in der Schule...9
3. Gesundheitsförderung in Schulen ...11
3.1 Leitlinien der WHO...11
3.2 Ausgangslage ...12
3.2.1 Situation der SchülerInnen ...13
3.2.2 Situation der LehrerInnen...14
3.3 Förderungsmaßnahmen ...13
4. Praktische Beispiele zur Gesundheitsförderung in Schulen...17
4.1 Beispiel 1: Förderung der körperlichen Gesundheit von SchülerInnen ...17
4.1.1 Einführung von Sitzbällen...17
4.1.2 Weitere Maßnahmen zur Gesundheitsförderung...21
4.2 Beispiel 2: Förderung der psychosozialen Gesundheit von SchülerInnen... 22
4.2.1 Weitere Maßnahmen zur Gesundheitsförderung...25
4.3 Beispiel 3: Förderung der Gesundheit von LehrerInnen...26
4.3.1 Weitere Maßnahmen zur Gesundheitsförderung...29
Bibliographie...30
Abbildungsverzeichnis ...32
3
1. Einleitung
Unter dem Begriff der ,,schulischen Gesundheitsförderung" werden verschiedene
Maßnahmen der Verbesserung der Lebens- und Umweltbedingungen für Kinder und
Jugendliche subsumiert. Sie will alle Mitglieder einer Schulgemeinschaft dazu befähigen,
Gesundheit zu unterstützen und zu fördern. Diese pädagogischen und präventiven
Bemühungen sollen nicht nur die Gesundheitsqualität der Schule verbessern, sondern auch die
Bildungsqualität nachhaltig positiv beeinflussen.
1
1.1 Definition Gesundheit
Um über Gesundheitsförderung sprechen zu können, bedarf es zunächst einer Definition von
Gesundheit. Laut WHO ist Gesundheit ,,ein Zustand des völligen körperlichen, psychischen
und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit oder Gebrechen."
2
Abb. 1
1
vgl. Grasböck, Martina (2004): Psychosoziale Gesundheitsförderung. Linz: Institut für Soziologie, S. 112
2
Die WHO-Definition von Gesundheit: URL:
http://www.euro.who.int/AboutWHO/20021122_3?language=German
(dl. 05. 04. 2007)
4
1.2 Definition Gesundheitsförderung
Gemäß der Ottawa Charta (1986) definiert die WHO Gesundheitsförderung als Prozess, der
darauf abzielt ,,allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit
zu ermöglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit befähigen. Um ein umfassendes
körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden zu erlangen, ist es notwendig, dass sowohl
einzelne als auch Gruppen ihre Bedürfnisse befriedigen, ihre Wünsche und Hoffnungen
wahrnehmen und verwirklichen sowie ihre Umwelt meistern bzw. verändern können. In
diesem Sinne ist die Gesundheit als wesentlicher Bestandteil des alltäglichen Lebens zu
verstehen und nicht als vorrangiges Lebensziel. Gesundheit steht für ein positives Konzept,
das in gleicher Weise die Bedeutung sozialer und individueller Ressourcen für die Gesundheit
betont wie die körperlichen Fähigkeiten. Die Verantwortung für die Gesundheitsförderung
liegt deshalb nicht nur beim Gesundheitssektor, sondern bei allen Politikbereichen und zielt
über die Entwicklung gesünderer Lebensweisen hinaus auf die Förderung von umfassenden
Wohlbefinden hin."
3
2. Theoretische Ansätze und Aktivitäten
Das Salutogenese Modell von Aaron Antonovsky beschäftigt sich mit den zentralen Fragen:
4
· ,,Warum bleiben Menschen - trotz potentiell gesundheitsgefährdender Einflüsse
gesund?"
· ,,Wie schaffen sie es sich von Erkrankungen wieder zu erholen?"
· ,,Was ist das Besondere an Menschen, die trotz extremster Belastungen nicht krank
werden?"
Antonovsky sieht die Salutogenese nicht als Gegner der Pathogenese (,,Was macht krank?")
sondern als wichtige Erweiterung. Er lehnt die Dichotomie ,,Gesund-Krank" ab und stellt
diese Begriffe als Extrempole des Gesundheits-Krankheitskontinuums dar. Damit ist gemeint,
dass sich die Menschen zwischen diesen Extremen bewegen und sie mal mehr oder weniger
gesund bzw. krank sind. Das Salutogenesemodell richtet sein Interesse nicht auf die
3
Marks, Wolfgang / Schöppl, Ilona (2005): Kompendium Vorsorge- und Gesundheitsmanagement. Linz:
Trauner Verlag, S.71f
4
Schärf Anja (2000): Gesundheitsfördernde Schule als lernende Organisation: Pädagogische Hochschule
Heidelberg. URL:
http://www.phheidelberg.de/org/ife/zulas/Gesundheitsfoerdernde_Schule_als_Lernende_Text.pdf
(dl.
27.04.2007) S.18
5
Symptombehandlung, sondern auf die Stärkung von vorhandenen Ressourcen und die
einzelnen Lebengeschichten der Betroffenen.
5
Das Salutogenesemodell besteht aus den Bestandteilen Kohärenzgefühl, Gesundheits-
Krankheits-Kontinuum, Stressoren, Spannungszuständen und generalisierten
Widerstandsressourcen.
Das Kohärenzgefühl (bzw. Kohärenzsinn) beschreibt dabei die Grundeinstellung eines
Menschen gegenüber der Welt und seinem eigenen Leben. Je mehr Kohärenzgefühl ein
Mensch besitzt, umso gesünder sollte er/sie sein um umso schneller sollte er/sie gesund
werden. Die Grundhaltung setzt sich dabei aus den Gefühlen der Verstehbarkeit,
Handhabbarkeit bzw. Bewältigbarkeit und der Sinnhaftigkeit bzw. Bedeutsamkeit zusammen.
Die zentrale Aufgabe des Organismus ist es Spannungszustände zu bewältigen, um die
Gesundheit erhalten und fördern zu können. Stress ist dabei ein wichtiger Aspekt.
Antonovsky unterscheidet drei verschiedene Stressoren: den psychosozialen, den physischen
und den biochemischen Stressor.
Die generalisierten Widerstandsressourcen teilt er verschiedene Bereiche. Sie beziehen sich
auf individuelle, soziale und kulturelle Faktoren, die in Situationen aller Art zum Einsatz
kommen.
6
Das Zusammenspiel der Bestandteile wird durch die nachfolgende Grafik erläutert:
5
vgl. Schärf Anja (2000): Gesundheitsfördernde Schule als lernende Organisation: Pädagogische Hochschule
Heidelberg. URL:
http://www.phheidelberg.de/org/ife/zulas/Gesundheitsfoerdernde_Schule_als_Lernende_Text.pdf
(dl.
27.04.2007) S.19ff
6
vgl. Schärf Anja (2000): Gesundheitsfördernde Schule als lernende Organisation: Pädagogische Hochschule
Heidelberg. URL:
http://www.phheidelberg.de/org/ife/zulas/Gesundheitsfoerdernde_Schule_als_Lernende_Text.pdf
(dl.
27.04.2007) S.21ff
6
Abb.2
2.1 Bezug auf Gesundheitsförderung in Schulen
7
Schulische Stressoren sind zum Teil schlechte Ernährung, die sitzende Lebensweise im
Schulalltag, Lärm, schlechte Luft im Klassenzimmer, unergonomische Schulmöbel, schwere
Schultaschen und die Vielzahl von Krankheitserregern. Hinzu kommen neben
Überforderungen, Leistungsdruck, soziale Diskriminierung, Beziehungskrisen und viele
andere, auch Anforderungen die sich LehrerInnen und SchülerInnen an sich selbst stellen.
Im Zuge dessen ist es wichtig die Widerstandsressourcen zu stärken. Zwar lassen sich
individuelle Ressourcen wie ein intaktes Immunsystem oder eine günstige genetische
Ausstattung nicht in Schulen vermitteln, aber man kann SchülerInnen und LehrerInnen
gesundheitsrelevantes Kenntnisse und Fertigkeiten vermitteln Einstellungen und Verhalten
prägen und soziale Kompetenzen stärken. Soziale Widerstandsressourcen finden sich im
Umfeld der SchülerInnen und LehrerInnen. Ein stabiler Freundeskreis, Familie,
Partnerschaften und die Einbindung in soziale Netzwerke stärken diese.
Eine wichtige Rolle spielen dabei kompetente und engagierte Autoritätspersonen in den
Schulen, wie die Schulleitung, oder SchulärztInnen. Vor allem aber wirken die PädagogInnen
auf die Gesundheitsförderung und Gesundheitserziehung von SchülerInnen ein.
7
vgl. Kleindienst-Cachay, Christa (2006): VL Grundlagen der Sportpädagogik:
Gesundheitserziehung im Sport. URL:
http://www.uni-
bielefeld.de/sport/arbeitsbereiche/ab_iv/lehre/grundlagen%20der%20sportp%C3%A4dagogik2003/websitepp31
_1_2006GesundWagnis.pdf
(dl. 27.04.2007) S.4ff
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