Inhaltsverzeichnis
I Le Jardin des Tuileries 3
II Einleitung 4
III Hauptteil 5
IV Schluss Resümee 15
V Bibliographie 16
2
II. Einleitung
Le Jardin des Tuileries - nach dieser wohlbekannten Promenade in Paris benannte Oscar Wilde sein Gedicht, das 1885 in der Zeitschrift In a Good cause veröffentlicht wurde(. Wie der Name dieser Zeitschrift schon andeutet, handelt es sich hierbei um eine Zeitschrift, deren Leitsätze von Wohltätigkeit und Nächstenliebe geprägt sind. Oscar Wilde steuerte dieses Werk einer Ausgabe dieser Zeitschrift bei, deren Erlös für die Kinder des Londoner North- Eastern Hospital bestimmt war.
Oscar Wilde kam im Januar 1883 aus Amerika nach London zurück, und flog dann weiter nach Paris. Dort blieb er die darauffolgenden drei Monate und beschäftigte sich vor allem mit der französischen Literatur und eigenem Schreiben. Einige der dort gewonnenen Eindrücke spiegeln sich in den wenigen Gedichten dieser Zeit, gewiss auch in Le Jardin des Tuileries wider (Fong, B. The Poetry of Oscar Wilde 466).
Leider war es mir trotz intensiver Suche nicht möglich herauszufinden, ob Oscar Wilde dieses Gedicht extra für diese Zeitschrift verfasst hat, oder ob er lediglich sein Gedicht von der Zeitschrift hat veröffentlichen hat lassen. Trotzdem scheint es klar, dass die wichtigsten Antriebsfedern dieses Gedichtes die Impressionen aus Paris beziehungsweise den Tuilerien wie auch das Motiv der Nächsten- und Kinderliebe waren.
Seit 1880 schrieb Oscar Wilde nur noch wenige Gedichte, umso mehr legt dies ein besonderes Augenmerk auf seine Werke nach diesem Datum.
Das Hauptthema dieses Gedichtes sind spielende Kinder, die wohl in Paris im öffentlichen Garten der Tuilerien spielen, was auch sehr lebhaft dargestellt wird. Diese lebhafte Gestaltung des Gedichts wird vorwiegend durch die frequente Benutzung von dynamischen Verben, die zumeist das Spielen der Kinder zu Worte bringen, erreicht. Einen kaum zu verleugnenden Kontrast hierzu bietet der durch den Winter kahl und blattlos gewordene Baum inmitten des Gartens, den die herumräubernden Kinder in ihrem Spiel erklettern. Das sehr dekorativ ausgestattete Gedicht ist also teils sehr dynamisch, dann wiederum aber auch sehr statisch, was von der Beschreibung der sich im Winterschlaf befindlichen Natur herrührt.
In der letzten Strophe beklagt sich das lyrische Ich darüber, dass dieser Baum immer noch keine Blätter trägt und nicht aus seinem Winterschlaf erwachen will. Besonders durch diesen Wechsel der Erzählperspektive provoziert das Gedicht viele offene Fragen:
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Wollte Oscar Wilde damit sein Verständnis für lebensbejahende spielende Kinder und den lebensverneinenden Eindruck, den der Baum offensichtlich auf ihn gemacht hat, zum Ausdruck bringen? Sehnt sich nicht auch er, genauso wie die spielenden Kinder nach dem Frühling? Woher rührt der Gedanke, dass er sich in die Lage des Baumes hineinversetzen könnte?
Jedoch erscheint dieses Gedicht trotz unserer Assoziation von Winter mit Dunkelheit keineswegs düster; es erweckt einen sehr hellen und erleuchteten Eindruck, was besonders durch die Benutzung von vielen Farbausdrücken gewährleistet wird. Außerdem wird gleich in der zweiten Zeile die Wintersonne erwähnt, was dem Leser als ersten Eindruck gleißende Sonnenstrahlen vermittelt.
Es ist anzumerken, dass zu diesem Gedicht praktisch keine Sekundärliteratur besteht. Lediglich einige äußere Umstände, in denen dieses Gedicht entstand, waren mir bekannt und von Hilfe. Besonders Dr. Bernhard Fehrs Studien zu Oscar Wildes Gedichten boten mir einige noch zu diskutierende Denkanstöße.
III. Hauptteil
Im Titel dieses Gedichts ist außer der Ortsangabe, nämlich in den Gärten der Tuilerien nichts enthalten; er gibt in keinerlei Hinsicht Aufschluss auf das folgende Gedicht und seine Thematik. Oscar Wilde geht von der Bekanntheit der Tuilerien aus, denn sonst wäre der Titel, den er diesem Werk verliehen hat, für die meisten Leser nichtssagend und verwirrend.
Le Jardin des Tuileries besteht aus zwanzig Zeilen, die in 5 Strophen a 4 Zeilen unterteilt sind. Jede dieser Strophen weist einen umarmenden Reim (abba) als Reimschema auf. Ausnahmen gibt es in diesem Gedicht bezüglich des Reimschemas keine - alles ist feinsäuberlich angeordnet, auch unsaubere Reime spielen in diesem Gedicht nicht die geringste Rolle. Dem Sinn nach würde ich dieses Gedicht aber in zwei Sinnabschnitte aufteilen; die erste der beiden besteht aus den ersten vier Strophen, die zweite lediglich aus der letzten Strophe, in der das lyrische Ich eine Art Wunsch ausdrückt, der aus der vorher beschriebenen Situation hervorgeht.
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Christian Dunke, 2003, Interpretation von Oscar Wildes impressionistischem Gedicht "Le Jardin des Tuileries", Munich, GRIN Publishing GmbH
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