Universität Regensburg Didaktik der deutschen Sprache und Literatur
35 592 PS II:
Was Kinder gerne lesen – Kinderbuchprojekte im Unterricht
SS 2001
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Matthias Altmannsberger
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S 3
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1.1 Ästhetische Sichtweise
1.1.1 Inhalt und Thematik S 4
1.1.2 Gesellschafts- und Menschenbild S 4
1.1.3 Aufbau und Sprache S 6
1.1.4 Spannungsart und kommunikative Bedeutung S 7
1.2 Pädagogische Sichtweise
1.2.1 Vermittlung von Erfahrungen Werten und Normen S 7
1.2.2 Ablehnung und Zustimmung von Seiten des Lesers S 7
1.3 Psychologische Sichtweise: Individual- und Sozialtypus des Lesers S 8
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S 8
2.1 Beschreibung des Inhalts und Absicht des Regisseurs S 8
2.2 Filmkritik
2.2.1 Ästhetische Sichtweise S 9
2.2.2 Psychologische Sichtweise S 9
2.2.3 Soziologische Sichtweise S 10
2.2.4 Pädagogische Sichtweise S 10
2.3 Filmische Umsetzung der literarischen Vorlage
2.3.1 Inhaltliche Mittel S 10
2.3.2 Formale Mittel S 11
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S 11
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4.1 Wahl der Textes S 12
4.2 Didaktisch - methodische Überlegungen S 12
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S 17
2
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Astrid Anna Emilia Ericsson wurde am 14. November 1907 in Näs bei Vimmerby, Smaland geboren. Ihre Eltern Samuel August und Hanna Ericsson führten von Anfang an eine glückliche Ehe und lebten seit ihrer Heirat 1905 auf dem gepachteten Pfarrhof Näs. Neben ihrem ein Jahr älteren Bruder Gunnar hatte Astrid zwei Schwestern, Stina und Ingegerd, die 1911 bzw. 1916 zur Welt kamen. 1 Zusammen mit ihnen verbrachte sie eine sehr glückliche Kindheit auf ihrem Heimathof, von der sie immer wieder einzelne Elemente in ihre Bücher einfließen ließ. So spielen Michel von Lönneberga und seine Schwester Ida oder die Kinder von Bullerbü in den Erzählungen viele Spiele, die die kleine Astrid selbst vor allem mit ihrem Bruder Gunnar erfunden und gespielt hat. 2 Den elterlichen Hof Näs mit all seinen Bewohnern machte die Autorin zum weltberühmten Vorbild für ihre Bücher der „Kinder von Bullerbü„. 3 Nach ihrem Schulabschluss mit Realexamen nahm die junge Astrid 1924 eine Volontärstelle bei der Zeitung „Wimmerby Tidningen„ an, wo sie ihr natürliches Schreibtalent voll entfalten und verbessern konnte. Schon bald wurde der 19-Jährigen die heimische Umgebung zu eng und sie zog nach Stockholm, um eine Ausbildung als Sekretärin zu machen. Obwohl im Dezember 1926 ihr Sohn Lars geboren wurde, arbeitete sie in der Svenska Bokhandels Centrale und im Königlichen Automobilclub als Sekretärin. Zunächst wuchs der Junge bei einer Pflegefamilie in Kopenhagen auf, doch 1929 holte die Mutter ihn nach Stockholm, da die Pflegemutter plötzlich erkrankte. Im Jahr zuvor lernte Astrid Ericsson den kaufmännischen Angestellten Sture Lindgren kennen, den sie im April 1931 heiratete. Ihre gemeinsame Tochter Karin wurde 1934 geboren, und für die folgenden drei Jahre war Astrid voll und ganz Hausfrau und Mutter, bevor sie 1937 wieder zu arbeiten anfing. 4 Mit dem Jahr 1944 begann ihre Karriere als Schriftstellerin, als sie die Geschichte von Pippi Langstrumpf für ihre Tochter zum Geburtstag schrieb und einen Durchschlag an den Verlag Bonnier schickte. Obwohl dieser Verlag das Manuskript abgelehnt hatte, hatte Astrid Lindgren nun die Lust am Schreiben entdeckt. Beim Verlag Rabén & Sjögren gewann sie im selben und im nächsten Jahr mit „Pippi Langstrumpf„ und „Britt-Mari„ zwei Preise hintereinander. In den folgenden Jahren begeisterte sie Kinder und Erwachsene mit zahlreichen Kinder- und Jugendbüchern, wie „Meisterdetektiv Blomquist„, „Mio, mein Mio„,
1 Vgl. Schröter, Klaus(Hg.): Astrid Lindgren, Reinbek 1987, S. 7-13.
2 Vgl. Oetinger Lesebuch, Besuch bei Astrid Lindgren, Hamburg 1992, S. 40.
3 Vgl. Schröter, S. 25.
4 Vgl. ebd., S. 44-61.
3
„ Emil i Lönneberga„ (der schwedische Michel aus Lönneberga), „ Die Brüder Löwenherz„ oder „ Karlsson vom Dach„ . 5 1981 kam ihr Märchen „ Ronja Räubertochter„ heraus, mit dem sie Themen wie Liebe, Emanzipation und Gewaltlosigkeit bewusst aufgreifen wollte. Der Erfolg in Schweden und auch in anderen Ländern blieb nicht aus, da die Autorin mit dieser Geschichte wieder eine ganz neue Position eingenommen hatte. 6
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1.1 Ästhetische Sichtweise 1.1.1 Inhalt und Thematik Die Geschichte „ Ronja Räubertochter„ (1981) von Astrid Lindgren erzählt die Jugend der Heldin Ronja, die in einer mittelalterlich anmutenden Zeit als Tochter des Räuberhauptmanns Mattis aufwächst. Durch ihre Freundschaft zu Birk, dem Sohn des verfeindeten Räuberhäuptlings Borka gerät sie zwischen die Fronten der beiden Sippen. Dieser Konflikt treibt die Kinder weg von ihren Familien – sie ziehen in den Wald. Doch der Trennungsschmerz lässt die beiden Elternseiten zur Vernunft kommen und gemeinsam finden sie eine Lösung für ein friedliches Zusammenleben.
Chronologisch zum Geschehen lässt die Autorin den Leser die Stationen im Leben Ronjas nachvollziehen. Anhand von bedeutenden Handlungseckpunkten (Geburt, erste Konfrontation mit der Umwelt, Freundschaft, Loslösung von den Eltern, Versöhnung, Tod) wird der Charakter der Hauptpersonen entwickelt: Der Alltag spielt sich im Kreislauf der Natur ab, der die Menschen auf urtümliche Art verbunden sind. Immer wieder durchzieht die unanzweifelbare Lebensbejahung die Geschichte. „ Das Leben ist etwas, das man hüten und bewahren muss [...]Und wenn du den Winter über in der Bärenhöhle bleibst, dann wirfst du dein Leben einfach weg„ 7 .
Zentrales Thema ist die Freundschaft und ihre Wertschätzung, ebenso wie die Liebe innerhalb von Familie und „ Sippe„ . Daraus ergibt sich auch Respekt vor den Kindern und deren Anerkennung als mündige Persönlichkeiten. Trotzdem leiden Eltern und Kinder an der vorrübergehenden Trennung. Aber sie überwinden die Schwierigkeit und können sich – im Laufe ihrer Entwicklung – ohne Streit vom Elternhaus abnabeln. Innerhalb dieser Prozesse begegnen die Jungendlichen erstmals dem Tod, als Glatzen-Per stirbt. 1.1.2 Gesellschafts- und Menschenbild
5 Vgl. ebd, S. 61 ff.
6 Vgl. ebd., S. 131-135.
4
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Matthias Altmannsberger, 2001, Astrid Lindgrens "Ronja Räubertochter": Buch- und Filmanalyse, Munich, GRIN Publishing GmbH
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