Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1. Definitionen 4
2. Noten als Instrument zur Leistungsbewertung 6
2.1 Funktionen von Noten 6
2.2 Bezugsnormen von Noten 8
2.3 Gütekriterien der Notengebung 10
2.4 Schwachstellen der Notengebung 11
2.5 Die Klassenarbeit als ein Beispiel für schriftliche Noten 13
3. Neue Methoden der Leistungsbewertung 15
3.1 Das Portfoliokonzept 15
3.1.1 Begriffsbestimmung 15
3.1.2 Die Bedeutung der Portfolios für die Leistungsbewertung 17
3.2 Lernkontrakte 18
3.2.1 Begriffsbestimmung 18
3.2.2 Die Bedeutung von Lernkontrakten für die Leistungsbewertung 19
3.3 Beobachtungen im Prozess 19
3.3.1 Begriffsbestimmung 19
3.3.2 Mögliche Bedeutungen der Beobachtung im Prozess für die
Leistungsbewertung 20
3.4 Lerntagebücher 21
3.4.1 Begriffsbestimmung 21
3.4.2 Die Bedeutung des Lerntagebuchs für die Leistungsbewertung 22
2
3.5 Leistungspräsentation 22
3.5.1 Begriffsbestimmung 22
3.5.2 Die Bedeutung der Präsentation für die Leistungsbewertung 24
3.6 Rückmeldebögen 24
3.6.1 Begriffsbestimmung 24
3.6.2 Mögliche Bedeutungen der Rückmeldebögen für die Leistungsbewertung 25
3.7 Zertifikate 26
3.7.1 Begriffsbestimmung 26
3.7.2 Mögliche Bedeutung der Arbeit mit Zertifikaten für die Leistungsbewertung 26
Literaturverzeichnis 28
Internetseiten: 28
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1. Definitionen Die individuelle Leistung spielt in der modernen demokratischen Gesellschaft eine wichtige Rolle für die Stellung des Einzelnen. Wir leben also in einer Leistungsge- sellschaft, die von der Schule erwartet, die Leistung eines jeden Schülers zu bewerten. Damit ist der Begriff Leistung aber noch nicht inhaltlich gefüllt. Was ist Leistung überhaupt?
Nach dem gängigen Verständnis enthält Schulleistung drei Komponenten, die sich im Folgenden als Gleichung präsentieren:
Leistung = Kenntnisse + Fähigkeit + Anstrengung 1
Diese Formel greift zu kurz, weil sie sich überwiegend auf den kognitiven Bereich verengt und Leistung zu sehr personalisiert. Dabei gibt es viele Faktoren, wie zum Beispiel das soziale Umfeld des Schülers, die Tagesform, Antipathie oder Sympathie des bewertenden Lehrers, die großen Einfluss auf die Leistung (beziehungsweise die Bewertung der Leistung) haben.
Die Begriffe Leistungsmessung und Leistungsbewertung werden oft zusammen genannt, wobei auf eine klare begriffliche Trennung verzichtet wird. Dabei besteht eine klare Unterscheidung.
Bei der Zensierung von Schülerleistungen gehen die Tätigkeiten Messen und Bewerten oft nahtlos ineinander über, ohne dass sich Lehrer dessen wirklich bewusst sind.
Aber wo liegt der Unterschied zwischen Leistungsmessung und Leistungsbewertung? Die Antwort lautet: die Bezugssysteme sind verschieden.
Wenn die Lehrkraft in einem Diktat Fehler anstreicht und auszählt, dann ist dies ein Akt der Leistungsmessung, für den ein relativ eindeutiger Maßstab (die Konventionen der deutschen Rechtschreibung) vorliegt.
1 Kiper/ Meyer/ Topsch 2002, S. 134.
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Die Leistungsmessung muss dagegen auf andere Bezugssysteme zurückgreifen. In die Bewertung können Faktoren einfließen, die vom Ergebnis der Messung unabhängig sind. Solche Faktoren können sein:
• die Klassenzusammensetzung
• das soziale Umfeld
• Aspekte wie Sympathie und Antipathie 1
Häufiges Problem: Im Unterricht werden Leistungen mit Wertungen verknüpft, ohne dass eine Leistungsmessung im engeren Sinne stattgefunden hat, z.B. dann, wenn ein Schüler ein Gedicht aufsagt etc. Oft muss unmittelbar bewertet werden. Dann nehmen Lehrkräfte auf eine nicht näher definierte und nicht weiter überprüfbare Annäherung an das erwartete Ergebnis Bezug. Erwartungen spielen also eine große Rolle.
1 Vgl. ebd.
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2. Noten als Instrument zur Leistungsbewertung
Das gesetzliche Bezugssystem für die Bewertung und Beurteilung von Schülerleistung ist zunächst einmal die „Allgemeine Schulordnung (ASchO)“ 1 . Hier werden die Grundsätze sowie ein Noten- und Punktesystem für die Leistungsbewertung und Zeugniserteilung festlegt.
Als Lehrer haben wir tagtäglich mit der Beurteilung von Schülerarbeiten zu tun und vergeben dafür Noten. Worauf aber basieren unsere Entscheidungen dem einen Schüler eine 2, dem anderen eine 4 in seinem Aufsatz zu geben. Auf der einen Seite haben wir bestimmte Maßstäbe, an die wir uns bewusst halten, aber wir werden auch durch viele Faktoren beeinflusst die uns nicht bewusst sind.
Als Lehrer ist es wichtig sich der Einflussfaktoren, denen man ausgesetzt ist, bewusst zu sein, um alle Schüler so gerecht wie möglich zu benoten. Im Folgenden werden deshalb wichtige Faktoren der Notengebung angesprochen.
2.1 Funktionen von Noten
Grundsätzlich kann man die Funktionen von Noten in fünf Bereiche einteilen, die im Folgenden genannt und kurz beschrieben werden. 2
Berechtigungs-, Zuteilungs- und Selektionsfunktion
Die individuelle Leistung eines jeden Schülers wird, wie bereits erwähnt, auf die sechsstufige Notenskala abgebildet. Diese Einstufung ermöglicht verschiedene Leistungen sowohl intra-, als auch interindividuell vergleichen zu können. Ein Schüler kann z.B. anhand seiner schriftlichen oder mündlichen Noten in einem Fach vergleichen, ob er besser oder schlechter geworden ist (intraindividuell), aber auch innerhalb der Klasse kann er sich durch die eigene Note einstufen und mit anderen vergleichen (interindividuell).
1 Vgl. Nöthen 2005, S.80.
2 Vgl. Bovet/ Huwendiek 2000, S. 241-243.
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Jahres- und Abschlusszeugnisse sind außerdem maßgeblich für die Versetzung in die nächsthöhere Klasse, für die Entscheidung welche Schulform besucht wird, für den Hochschulzugang und natürlich auch für den Eintritt in eine qualifizierte Berufsausbildung. Im Wettbewerb um einen Arbeitsplatz entscheiden Arbeitgeber oft aufgrund der Noten, welchen der Bewerber sie einstellen.
Die Berechtigungs-, Zuteilungs- und Selektionsfunktion war im Übrigen auch Ausgangspunkt unseres heutigen Notenwesens. Noten wurden also ursprünglich nicht aus rein pädagogischen Gründen eingeführt.
Sozialisierungsfunktion
Mit dem Schuleintritt lernen die Kinder neue Leistungsnormen kennen, die sich von denen der Familie, der Spielgruppe oder des Kindergartens deutlich unterscheiden. Nicht die gute Absicht, das Bravsein oder Sympathie bestimmen die Noten, sondern allein die Handlungsresultate. Allmählich entsteht die Einsicht, dass Leistungen selbst verursacht sind, und dass es z.B. als gerecht gilt, wenn verschiedene Leistungserge- bnisse auch verschieden bewertet werden. (Noch in den Anfangsklassen der Sekundarstufe I sind für manche Schüler gute Noten ein Zeichen für die Zuneigung eines Lehrers, schlechte Noten werden auch als „Liebesentzug“ gesehen.) Leistungsbewertung durch Noten trägt also zur Sozialisierung insofern bei, als die Schüler in das wettbewerbs- und konkurrenzorientierte Arbeits- und Leistungsverhalten unserer Gesellschaft eingeübt werden.
Neben den eben genannten Bereichen werden Schulnoten aber auch sogenannte pädagogische Funktionen zugeschrieben. Zu diesen gehören die Rückmeldefunktion, die Berichtsfunktion und die Anreiz- und Disziplinierungsfunktion.
Rückmeldefunktion
Diese Funktion hat besondere Bedeutung für den Schüler und den Lehrer gleichermaßen. Der Schüler bekommt durch die Noten Auskunft über den derzeitigen Stand seiner Lernbemühungen und indirekt bekommt der Lehrer Informationen über die Qualität und den Erfolg seines Unterrichts.
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Carola Gerdes, Vera Stevens, 2007, Leistungsmessung und -bewertung in der Schule, Munich, GRIN Publishing GmbH
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