Hedgefonds und Private Equity
von
Christoph Kopowski
1 INHALTSVERZEICHNIS
2 ABBILDUNGSVERZEICHNIS... 3
3 VORWORT... 4
4 HEDGEFONDS... 5
4.1 CHARAKTERISTIKA VON HEDGEFONDS... 5
4.2 GESCHICHTLICHE ENTWICKLUNG UND URSPRUNG DER HEDGEFONDS... 8
4.3 INSTRUMENTE VON HEDGEFONDS... 10
4.3.1 Leverage... 10
4.3.2 Short Selling... 11
4.3.3 Optionen... 12
4.3.3.1 Grundgeschäftsarten von Optionen... 13
4.3.4 Futures... 16
4.3.5 Swap Transaktionen... 18
4.3.5.1 Zinsswap... 18
4.3.5.2 Währungsswaps... 19
4.3.6 Einsatz von Finanzderivaten... 20
4.3.6.1 Arbitrage... 20
4.3.6.2 Hedging... 20
4.3.6.3 Trading... 21
4.4 STRATEGIEN VON HEDGEFONDS... 22
4.4.1 Relative Value Strategien (Relativer Wert – Marktneutrale Strategie)... 22
4.4.1.1 Equity Market Neutral... 23
4.4.1.2 Fixed Income Arbitrage... 24
4.4.1.3 Convertible Arbitrage... 24
4.4.2 Event Driven Strategien (Ereignisorientierte Strategien)... 25
4.4.2.1 Merger Arbitrage... 26
4.4.2.2 Distressed Securities... 27
4.4.2.3 High Yield... 27
4.4.2.4 Special Situations... 28
4.4.2.5 Convertible Debenture Arbitrage (Regulation D)... 28
4.4.2.6 Mixed-Event-Driven-Strategies... 29
4.4.3 Opportunistic Strategies (Gelegenheitsorientierte – Opportunistische Strategien)... 29
4.4.3.1 Global Macro Investment... 29
4.4.3.2 Long – Short Equities... 30
4.4.3.3 Short Selling (Leerverkauf)... 31
4.4.3.4 Emerging Markets... 31
4.4.4 Dachfonds... 33
4.5 RISIKEN IN VERBINDUNG MIT HEDGEFONDS... 34
5 PRIVATE EQUITY... 35
5.1 FORMEN UND EINSATZ VON PRIVATE EQUITY... 36
5.1.1 Venture Capital... 36
5.1.2 Mezzanine... 37
5.1.3 Buy-out... 38
6 ABSCHLIEßENDEN BETRACHTUNG DIESER BEIDEN FORMEN DES ALTERNATIVEN INVESTMENTS... 39
7 QUELLENVERZEICHNIS... 42
7.1 LITERATURVERZEICHNIS... 42
7.2 INTERNETQUELLENVERZEICHNIS... 43
2 Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Long Call / Short Call... 15
Abbildung 2: Long Put / Short Put... 16
Abbildung 3: Dach Hedgefonds... 34
3 Vorwort
In den Wirtschafts- und Finanznachrichten werden seit einer geraumen Zeit immer wieder die Begriffe ‚Hedgefonds’ sowie ‚Private Equity’ erwähnt. Oft liest man von enormen Renditen, von Firmenanteilen in unvorstellbaren Höhen, aber auch von hohen Risiken und Verlusten sowie der Zielsetzung nach radikaler Gewinnoptimierung. Andreas Nölting beschreibt in seinem im Jahre 2000 erschienenen Buch „Die neue Supermacht Börse – Wie die Fondsmanager unsere Welt verändern“1 welchen Einfluss diese Großanleger auf die Unternehmen und deren Vorstände haben und somit in den vergangenen Jahren zu einer rasanten Veränderung der Wirtschaftslandschaft, auch in Deutschland, beigetragen haben. Diese Veränderungen rufen starke Diskussionen und ein hohes Konfliktpotential hervor. Die verstärkte Fixierung auf das von Alfred Rappaport eingeführte Shareholder-Value- Konzept führt scheinbar zwangsweise dazu, dass bei wirtschaftlichen Entscheidungen zu einem überwiegenden Teil auf die Wertschöpfung für die Aktionäre geachtet wird. Unter anderem die Macht der institutionellen Anleger hat dazu geführt, dass eine wertorientierte Unternehmensführung immer mehr an Bedeutung gewinnt.
In den letzten Wochen war die Kreditkrise in den USA eines der beherrschenden Themen in den Wirtschaftsnachrichten. Diese Krise hat auch im Bereich der Hedgefonds einige Opfer gefordert, was wiederum auf ganz andere Bereiche Einfluss hat. Durch den Zusammenbruch des Hedgefondsbetreibers Sowood Capital z.B. hat die US Eliteuniversität Harvard, einer der Hauptinvestoren Sowoods, im Juli 2007 schätzungsweise bis zu 700 Millionen Dollar verloren. Die Verantwortung für solch einen Fonds liegt in den Händen der Fondsmanager, die über strategische Ausrichtung und Portefeuille entscheiden. Im November 2006 beschrieb die Tageszeitung „Die Welt“ unter dem Artikel „Das Leben der Besseren“2 Fondsmanager als „berechnend, feierfreudig und ziemlich reich“. Einer der erfolgreichsten Anleger und zugleich einer der reichsten Männer der Welt, Warren Buffett, auch genannt das „Orakel von Omaha“ – bezeichnet Derivate als „finanzielle Massenvernichtungswaffen“.
Neben den bereits erwähnten Hedgefonds stehen auch Private-Equity- Gesellschaften unter dem Vorwurf als einzige Zielsetzung die Gewinnmaximierung zu verfolgen und sehr oft moralische Beweggründe, wie die Schaffung von Arbeitsplätzen, außer Acht zu lassen. Private Equity als Form der Fremdinvestition ist unter anderem durch die von Franz Müntefering angeregte “Heuschreckendebatte“ in die öffentliche Kritik geraten. In seinem im Jahre 2007 erschienenen Buch „Mein Leben für die Wirtschaft“ schreibt Alan Greenspan zum Thema Hedgefonds unter anderem: „Für viele gut ausgebildete Menschen und Institutionen waren hohe Gewinne schon immer attraktiv. Besonders auffällig ist die Wiederbelebung der Hedgefonds. Was vor 50 Jahren ein exotisches Randgebiet des Finanzwesens war, hat sich in eine von US – Unternehmen dominierte dynamische Branche verwandelt, die Umsätze in Billionenhöhe erzielt. Hedgefonds und Fonds von privatem Beteiligungskapital könnten die Finanzwelt der Zukunft werden.“3 In der öffentlichen Diskussion zum Thema lässt sie demzufolge eine starke Polarisierung erkennen. Worum geht es hier also? Wie funktionieren Hedgefonds und Private-Equity-Gesellschaften? Welchen Zweck verfolgen sie und welchen Einfluss haben sie auf das Wirtschaftsgeschehen? Diese und weitere Fragen zu diesen beiden Formen der alternativen Investments werde ich in der vorliegenden Hausarbeit beantworten und aufzeigen.
4 Hedgefonds
4.1 Charakteristika von Hedgefonds
Bei einem Hedgefonds handelt es sich um ein Kapitalmarktprodukt, das von einer Kapitalanlagegesellschaft aufgelegt wird. Kapitalanleger können Anteile an einem Hedgefonds erwerben und stellen somit dem Fonds Kapital zur Verfügung. Dieses Anlagekapital versuchen die Fondsmanager auf den internationalen Finanzmärkten zu vermehren, indem sie Wertpapiere und Wertgegenstände aus verschiedensten Anlagebereichen erwerben. Vor einer detaillierten Betrachtung des Hedgefonds als solchem sollte das Prinzip eines Investmentfonds grundlegend erläutert werden. Ein Investmentfonds dient der Geldanlage und wird von einer Kapitalanlagegesellschaft aufgelegt. Diese Kapitalanlagegesellschaft sammelt von vielen kleinen Anlegern Geld und bündelt es in einem Fonds. Dieser Fonds investiert, je nach Ausrichtung, in unterschiedliche Anlagebereiche. Das Geld wird nach vorher festgelegten Anlagezielen in Aktien, festverzinslichen Wertpapieren, am Geldmarkt und/oder in Immobilien angelegt. Kauft ein Anleger einen Anteil am Fondsvermögen, so wird er Miteigentümer. Dadurch hat er Anspruch auf Gewinnbeteiligung und das Recht die Anteile zum jeweils gültigen Rücknahmepreis zurückzugeben. Zu beachten ist hier, dass bei Rückgabe der Anteile an einem Fonds diese nicht an der Börse verkauft werden. Das Vermögen eines Fonds steigt durch neue Einlagen von Anlegern, Kursgewinne, Dividenden und Zinseinnahmen und es fällt durch die Rückgabe von Anteilen oder aber durch Verluste. Der Wert eines Anteils bemisst sich aus dem Net - Asset - Value (dem Wert des gesamten Fondsvermögens bzw. Inventarwert) geteilt durch die Anzahl der ausgegebenen Anteile.
Das Fondsvermögen, welches durch ein professionelles Fondsmanagement verwaltet wird, ist nach Deutschem Recht ein Sondervermögen, was bedeutet, dass es strikt vom Vermögen der Kapitalanlagegesellschaft getrennt gehalten werden muss. Eine derartige Regelung soll sicherstellen, dass auch bei Insolvenz der Kapitalanlagegesellschaft, das Fondsvermögen erhalten bleibt. In Deutschland unterliegen die zugelassenen Investmentfonds der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und die genauen gesetzlichen Vorschriften zu Investmentfonds finden sich im Investmentgesetz (InvG)4.
Für den Anleger liegt der große Vorteil bei einem Investmentfonds in der Streuung des Anlagerisikos im Vergleich mit der Einzelanlage z.B. in die Aktien einer speziellen Firma. Man spricht hier von Risikostreuung bzw. Risikodiversifikation. Dieser Begriff bezeichnet den Kerngedanken der Portfoliotheorie, „demzufolge das Risiko von Wertpapieren z. T. durch Diversifikation zu eliminieren ist und deshalb nicht das Gesamtrisiko eines Wertpapiers für die Bewertung eines Titels ausschlaggebend sein kann.“5 Der Effekt der Risikodiversifikation ergibt sich, wenn ein Portfolio zwei oder mehr Wertpapiere enthält, welche untereinander eine niedrige Relation aufweisen. Durch diese Kombination der Wertpapiere hat ein Portfolio ein geringeres Risiko als die beiden einzelnen Wertpapiere6. Es gibt viele unterschiedliche Arten von Fonds, die z.B. nach der Art der Investition unterschieden werden. Die bekanntesten Formen sind der Aktienfonds (investiert hauptsächlich in Aktien) und der Rentenfonds (investiert hauptsächlich in festverzinsliche Wertpapiere). Darüber hinaus gibt es aber noch Mischfonds, die in verschiedene Anlageklassen investieren, Geldmarktfonds, Immobilienfonds aber auch Dachfonds (die hauptsächlich in andere Fond investieren), Garantiefonds, ASFonds, Indexfonds, Schiffs-, Film- und Immobilienfonds, auf die hier allerdings nicht im Speziellen eingegangen wird. Zu den Investmentfonds gehören also auch die hier ausführlich behandelten Hedgefonds.
Hedgefonds unterscheiden sich von herkömmlichen Investmentfonds darin, dass sie freier in Ihrer Anlagestrategie sind als andere Investmentfonds. Bei einem Hedgefonds wählt der Fondsmanager im Rahmen der von der Kapitalanlagegesellschaft bei Auflegung gesetzten Grenzen die Anlagestrategie selber aus. Da es für diesen Anlagerahmen keine international zwingenden Regeln gibt, können Aufbau, Zusammensetzung und Anlagerisiko des Hedgefonds unterschiedlich sein. Auf die möglichen Hedgefonds - Strategien wird im Verlauf dieser Arbeit gesondert eingegangen. Alle Hedgefonds streben, wie jeder andere Investmentfonds auch, Gewinnmaximierung an. Darüber hinaus haben sie das Ziel bei steigenden als auch bei fallenden Kursen auf den Finanzmärkten eine absolute Rendite zu erzielen. Absolute Rendite bedeutet die erzielten Gewinne periodisch an die Investoren zu verteilen und generell Verluste zu vermeiden.
4.2 Geschichtliche Entwicklung und Ursprung der Hedgefonds
[...]
1 Vgl. Nölting, A.; Die neue Supermacht Börse, September 2000
2 Vgl. DIE WELT, „Das Leben der Besseren“, 21.November 2006
3 Vgl. Greenspan, A., “Mein Leben für die Wirtschaft”, 2007 S. 444
4 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Investmentfonds
5 Vgl. Steiner / Bruns; Wertpapiermanagement, Januar 1998, S.:21
6 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Diversifikation#Anlagediversifikation
Arbeit zitieren:
Christoph Kopowski, 2007, Hedgefonds und Private Equity, München, GRIN Verlag GmbH
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