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Inhaltverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS...................................................................................................... 1
1. EINLEITUNG 2
2. DER SIEG DER THEBANER BEI LEUKTRA 2
2.1. AUSGANGSLAGE 3
2.1.1. Spartanische Hegemonie 3
2.1.2. Κοινή είρήνη 4
2.2. DIE SCHLACHT BEI LEUKTRA 5
2.2.1. Der Schlachtverlauf 5
2.2.2. Epameinondas’ neue Taktik 6
2.2.3. Die Folgen 7
2.2.4. Die Quellenlage im Vergleich - Diodor und Xenophon 8
2.3. ΠΌΛΕΜΟΣ ΚΆΙ ΤΎΧΗ 10
2.3.1. Bedeutung von Orakeln und Glück für die Kriegsführung 10
2.3.2. War Diodor abergläubisch? 11
3. RESÜMEE 12
LITERATURVERZEICHNIS 13
QUELLENVERZEICHNIS 14
ABBILDUNGSVERZEICHNIS 15
2
1. Einleitung
Der Sieg der Thebaner bei Leuktra 371 v. Chr. stellte den Ausgangspunkt für den Aufbau der thebanischen Hegemonie und das Ende der spartanischen Vormachtstellung im antiken Griechenland dar.
Die Ereignisse und Anlässe, die letztendlich zu dieser Machtablösung führten, sind von verschiedenen griechischen Historiographen überliefert. Die Hauptquellen für diese Ereignisse sind, zum einen die Griechische Weltgeschichte Diodors, zum anderen die Hellenika von Xenophon.
Der Geschichtsschreiber Xenophon war Zeitzeuge dieser Begebenheiten, wohingegen Diodor erst im 1. Jahrhundert v. Chr. lebte. Diodors Geschichtsschreibung hängt außerdem zum Teil von dem Historiographen Ephoros ab, eventuell noch von weiteren uns unbekannten Autoren. Ein Problem in diesem Sachverhalt ist die mögliche fehlende Objektivität der Geschichtsschreiber, sowie der Tatsache, dass sich die Quellen teilweise in einigen Punkten grundlegend unterscheiden.
Herauszufinden, welche Sichtweise eher der Wahrheit entsprechen könnte, wird einen Teil meiner Arbeit umfassen.
Ziel der Arbeit ist es, die Entwicklung von der spartanischen Hegemonie bis zur thebanischen Vormachstellung im griechischen Raum nachzuvollziehen.
Dabei soll die Quellenlage behandelt werden, da die Überlieferungen vieler antiker Historiographen meist zu Gunsten der einen oder anderen Seite gefärbt sind. Die Leitfrage hier nimmt besonders Bezug auf die von Diodor selbst gestellte Forderung: alle Geschichtsschreiber sollten in erster Linie objektiv sein, was bei vielen seiner Vorgänger oft nicht der Fall gewesen war. 1 So soll zuletzt geklärt werden, ob Diodor seiner eigenen Forderung gerecht wird.
2. Der Sieg der Thebaner bei Leuktra
Historische Ereignisse sind, für sich allein genommen, selten aussagekräftig. Geschichte setzt sich nicht aus einzelnen, aneinander gereihten Ereignissen zusammen, sondern auch aus deren Folgen und ganz besonders aus der Vorgeschichte - welche vornehmlich wichtig ist für das Verständnis dieser Ereignisse.
1 vgl. Diodorus Siculus - Griechische Weltgeschichte, Band: Buch I-X, Teil 1, übers. von Wirth, G. und Veh, O., eingeleitet und kommentiert von Nothers, T., Stuttgart 1992, S. 30 (Diod. I, 3,2.).
3
Die Ausgangslage, die zu einem bestimmten Ereignis geführt hatte (z.B.: Schlacht), hat ebensoviel geschichtlichen Wert wie das Ereignis selbst. In diesem Fall ist die Schlacht bei Leuktra, ohne die Vorgeschichte zu kennen, „nur“ eine nichts sagende Konfrontation zweier Heere, wobei das Ende absehbar ist. Eine Partei gewinnt, die andere Seite verliert den Konflikt. Es ist also notwendig für das Verständnis über den Sieg der Thebaner, auch von den davor liegenden Begebenheiten zu berichten. Die Ausgangsituation in den Jahren vor der Schlacht ist entscheidend.
2.1. Ausgangslage
2.1.1. Spartanische Hegemonie
Nach jahrelangen Auseinandersetzungen mit Athen im Peloponnesischen Krieg, gelang es Sparta, die Vormacht im griechischen Raum zu erringen. „Wenige Tausend Spartaner herrschten über eine riesige Zahl von Untertanen, die wahrscheinlich die Millionengrenze erreichte oder gar noch überschritt.“ 2 Das nach dem Bruderkrieg geschwächte Athen, hatte der „rücksichtslosen Schreckensherrschaft “ 3 der Spartaner nichts entgegenzusetzen. Sparta war also, als der militärische Sieger des Peloponnesischen Krieges, die Hegemonialmacht im Mutterland, allerdings bildete sich schnell eine Opposition. Im Jahre 399 v. Chr. brach zwischen Sparta und dem Großreich Persien, ein Krieg wegen der Freiheit der griechischen Städte im kleinasiatischen Ionien, aus. Auch diese Auseinandersetzung konnte Sparta für sich als Erfolg verbuchen, deren Ausgang (Sieg der Spartaner über die Perser) die Vormachtstellung Spartas in Griechenland weiter ausbaute. In den nachfolgenden Jahren kam es in Hellas immer mehr zu einer Missstimmung gegenüber Sparta. Die Gewalt, die nach dem Fall Athens, zunehmend um sich griff, brachte immer mehr Poleis dazu, sich gegen die Hegemonialmacht zu wenden. Und so fiel es den Persern nicht schwer, die Hellenen zu einem neuen Konflikt zu verleiten. Was folgte, ist als der Korinthische Krieg (395-387 v. Chr.) 4 in die Geschichte eingegangen. Eine Koalition von Boiotien, Korinth, Argos und Athen stellte sich, mit Unterstützung der Perser, dem Gegner Sparta, um die Vormachstellung der Peloponnesier endgültig zu brechen. Durch zeitweilige Erfolge (Seeschlacht von Knidos) gewann Athen an Zuversicht, begann mit erneutem Ausbau ihrer Flotte und unternahm den Versuch einen zweiten Seebund
2 Bengtson, H. (Hrsg.) - Griechen und Perser. Die Mittelmeerwelt im Altertum I, Fischer Weltgeschichte Band
5, Frankfurt am Main 1991, S. 191.
3 Ebd. S. 192.
4 vgl. Hornblower, S. - The Greek World 479-323 BC, London und New York 1983.
4
aufzubauen. Doch auch den Korinthischen Krieg konnte Sparta, durch den Sieg über die Koalition bei Koroneia, für sich entscheiden. „Wegen der von Athen versuchten Erneuerung des Seebundes und Wiedererrichtung der Festung Athen-Peiraios kommt es zu spartanischpersischen Verhandlungen.“ 5 Sparta befand sich zu diesem Zeitpunkt (387) auf dem Höhepunkt ihrer Hegemonialmacht.
2.1.2. Κοινή είρήνη
Eirene - die Göttin des Friedens wachte über die Ereignisse dieser Jahre. Koiné Eiréne war einer der prägenden Gedanken des 4. Jahr-
hunderts. Immer wieder versuchten die Hellenen untereinander einen allgemeinen Frieden -Koiné Eiréne - herzustellen. „In der Tat waren die griechischen Staaten im 4. Jahrhundert fast permanent in Kriege untereinander verstrickt.“ 6 Doch sie schafften es zeitweilig auch in Frieden miteinander auszukommen. Eine der wichtigsten dieser Friedensperioden war der, nach dem Korinthischen Krieg geschlossene, Königsfrieden - auch Frieden des Antalkidas genannt. Und der bedeutendste Inhalt - auch relevant für die hier zu schildernden Ereignisse
- war die Autonomieklausel. Diese besagte, dass jede griechische Stadt, so unbedeutend sie auch sein mochte, autonom zu sein habe. „Die Idee, die Autonomie aller Griechen (...) auf ihre Fahnen zu schreiben, hatten zweifellos die Spartaner“. 7 Von dieser Klausel war Sparta jedoch ausgenommen, da sich die kleineren Städte Lakoniens schon lange im Besitz der Spartaner befanden. Aufgrund ihrer Vormachtstellung wurden die Spartaner gleichsam auch zu Garanten des Friedens. Doch die Autonomieklausel verursachte, bereits bei den Friedensverhandlungen von 387, den Thebanern einiges Kopfzerbrechen. Der Wunsch Thebens eine ähnliche Vorherrschaft, wie Sparta in Lakonien, in Boiotien zu etablieren, führte zu Spannungen zwischen den beiden Stadtstaaten. Erst nachdem Sparta mit Waffengewalt drohte, beugte sich Theben den Bedingungen und unterzeichnete den Friedensvertrag. Ob dies nun ein allgemeiner Friede war, den die Poleis in Sparta schworen, ist unter Geschichtsforschern teilweise umstritten. Diodor spricht allerdings dezidiert in seinem Werk von einer κοινή είρήνη 8 . Doch es soll an dieser Stelle nicht näher darauf eingegangen werden. Relevant ist nur, dass die Griechen wiederholt einen solchen Frieden anstrebten. So musste der Königsfrieden immer wieder erneuert werden. Die, für uns, wichtigste Wiederholung
5 Kinder, H./ Hilgemann, W. - dtv-Atlas Weltgeschichte, Band 1, Von den Anfängen bis zur Französischen Revolution, 33. Auflage, München 1999, S. 63.
6 Jehne, M. - Koine Eirene. Untersuchungen zu den Befriedungs- und Stabilisierungsbemühungen in der griechischen Poliswelt des 4. Jahrhunderts v. Chr., Hermes Einzelschriften, H. 63, Stuttgart 1994, S. 7.
7 Jehne, M. - Koine Eirene, S. 31.
8 Vgl. Diod. - XV,50,4.
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Anna Kaminska, 2007, Der Sieg der Thebaner bei Leuktra, Munich, GRIN Publishing GmbH
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