Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung 3
2. Was ist Kommunikation 4
2.1 Face-to Face-Kommunikation 4
2.2 Kommunikation im Internet 5
3. Theorie der Computervermittelten Kommunikation 7
3.1 Die Kanalreduktionstheorie 7
3.2 Das SIDE-Modell nach Lea Spears 8
3.3 Theorie der sozialen Informationsverarbeitung nach
Walther 8
3.4 Ansatz der hyperpersonalen Perspektive 10
4. Möglichkeiten des emotionalen Ausdrucks in der Praxis am
Beispiel eines Newsgroupthreads 11
4.1 Identitätsdarstellung im Netz 12
4.2 Praktisches Beispiel einer Kommunikationsituation in
einem Newsforum 13
4.3 Interpretation 14
Fazit 16
Literaturverzeichnis 18
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1. Einleitung
Im Zuge dieser Hausarbeit möchte ich der Frage nachgehen, ob die Kommunikation im WorldWideWeb mit einer realen Face-to-Face-Interaktion zu vergleichen ist. Ich möchte untersuchen, ob es möglich ist, die sozialen und emotionalen Hinweisreize einer realen Kommunikationssituation auch textuell in einem Internetforum darzustel- len.
Im Internet ist es sicherlich einfacher, mit fremden Menschen ins Gespräch zu kom- men. Man kennt die Personen nicht und geht deshalb auch ohne Erwartungshaltung in Chats, Newsforen etc. Niemand würde wohl in der Fußgängerzone einer Groß- stadt einfach jemanden fragen, ob er ihm sagen kann, welche Geranien am besten für seinen Balkonkasten geeignet sind. In einem Chatroom sind solche Fragen alltäg- lich. Es ist möglich spezielle Foren zu besuchen, in denen man Menschen vermutet, die sich mit einem bestimmten Thema auskennen. Foren gibt es für alle möglichen Themen, der Autoliebhaber wird genauso seine Ecke finden, wie die Hausfrau oder der Katzenfreund. Aber ist es möglich, dort auch die gleiche zwischenmenschliche Ansprache mit all ihren kleinen, kaum wahrnehmbaren Hinweisen zu finden, wie wir sie in der Face-to-Face- Kommunikation erleben? Lassen sich Emotionen auch in textbasierten Foren oder im Chat nonverbal darstellen?
Um dies herauszufinden, habe ich mich in einem Internetforum angemeldet. Dort be- teiligte ich mich an einem Gespräch und versuchte, unter Berücksichtigung der Theo- rie von Walther, meine nonverbalen Hinweise bewusst textuell umzusetzen.
Zum Anfang werde ich den Begriff Kommunikation beschreiben, wie ich ihn für meine Hausarbeit verstanden haben möchte. Dann gehe ich näher auf die Vor- und Nachteile von Face-to-Face-Kommunikation und Kommunikation im Internet ein. Es folgt eine Darlegung der meines Erachtens für dieses Thema wichtigen Theorien der computervermittelten Kommunikation, mit besonderer Aufmerksamkeit auf die Theo- rie der sozialen Informationsverarbeitung und der hyperpersonalen Perspektive von Walther. Im praktischen Teil folgt eine kurze Erklärung, was ein Forum ist, die Identi- tätsdarstellung im Netz wird kurz beschrieben, bevor ich zum praktischen Beispiel und dem Analyseversuch komme.
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Da ich der Meinung bin, dass geschlechtsneutralisierende Formulierungen die Les- barkeit des Textes verschlechtern, habe ich den Text in der männlichen Form ver- fasst, was aber keinesfalls eine Wertung darstellen soll.
2. Was ist Kommunikation?
Was sind die Grundvorausetzungen für Kommunikation?
„Vorraussetzung einer Kommunikation sind zwei Partner, der eine als Sender, der Informationen verschlüsselt (Kodierung) und übermittelt (Emission), der andere als Empfänger, der diese in Signale verschlüsselte Nachricht aufnimmt (Rezeption) und entschlüsselt (Dekodierung).“(Böhm,W. Wörterbuch der Pä- dagogik, Kommunikation S. 366 )
Grundvoraussetzung sind also 2 Personen, die einander etwas mitzuteilen haben. Aber funktioniert Kommunikation nur, wenn sich die Teilnehmer verbal verständigen können?
Sicher nicht, denn es gibt schon seit Jahrhunderten die Möglichkeit des Brie- feschreibens, seit ca. 150 Jahren können Menschen miteinander telefonieren. Schon die Indianer beherrschten die Kommunikation über weite Strecken hinweg durch Rauchzeichen.
Für den Rahmen dieser Hausarbeit möchte ich auf folgenden Kommunikationsfor- men näher eingehen:
1. Die Face-to-Face-Kommunikation
2. Die computervermittelte Kommunikation
2.1 Face-to-Face-Kommunikation
Paul Watzlawick u.a. fassten ihre Vorstellung von Kommunikation in ihren Kommuni- kationsaxiomen zusammen. Sie stellen im zweiten Axiom heraus: „ Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, derart, dass letzterer den ersteren bestimmt und daher eine Metakommunikation ist.“(Watzlawick et al., 1969, S. 56)
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Inhalts- und Beziehungsaspekte sind ein wichtiges Mittel für die Kommunikations- partner, denn sie entscheiden darüber, wie sich die Teilnehmer in der jeweiligen Kommunikationssituation z.B. fühlen. Solche Beziehungsaussagen geben haupt- sächlich nonverbale Signale ab, durch Mimik, Gestik oder den Tonfall, in dem wir sprechen. Sie geben unseren Gefühlen oft unbewusst Ausdruck, sie lassen sich aber auch ganz bewusst einsetzen, z.B. wenn ein Kleinkind seinen Wunsch nach einem weiteren Eis tränenreich Nachdruck verleiht.
Von klein auf an lernen wir, solche nonverbalen Beziehungsaussagen zu registrieren, zu interpretieren und darauf entsprechend auch zu reagieren.
Aber ist es auch möglich, diese nonverbalen Beziehungsaussagen textuell darzustel- len?
2.2. Kommunikation im Internet
Die vorwiegend textbasierte Kommunikation in den neuen Medien, der computer- vermittelten Kommunikation gestaltet sich da schwieriger. Da die Kommunikations- partner ihr Gegenüber nicht sehen, fehlt ihnen der Aspekt der Metakommunikation, denn die nonverbalen Signale sind am Computer nicht sicht-, fühl- oder hörbar. Das Internet hat die früher medientypische Sender-Empfänger-Beziehung überholt und erweitert (Brecht, in Groner, Schollerer & Wissmath, Internet und Psychologie). Frü- her übermittelte der Sender seine Information in eine Richtung, z.B. wurde die Infor- mation in einer Fernsehsendung (Sender) dem Zuschauer (Empfänger) übermittelt, dieser nimmt die Informationen passiv auf, hat aber nicht die Möglichkeit aktiv darauf zu reagieren. Durch die Verbreitung der neuen Medien wie Internet sind auch neue Möglichkeiten im Bereich der Kommunikation entstanden, die allerdings noch gesell- schaftliches Neuland sind (Brecht, in Groner, Schollerer & Wissmath, Internet und Psychologie).
Im Gegensatz zu den realen Kommunikationsformen hat der User der computerver- mittelten Kommunikation (im Folgenden cvK genannt) die Möglichkeit, zeitunabhän- gig seine Information weltweit zu suchen. Dies verlangt allerdings ein gewisses Maß an Eigenaktivität und technischen Vorraussetzungen. Im Internet kann sich der User an Foren beteiligen und seine Meinung, wenn er möchte sogar anonym, in einem öffentlichen Thread kundtun. Dies ist weltweit möglich, was die globalen Grenzen im
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Netz verschwinden lässt (Brecht, in Groner, Schollerer & Wissmath, Internet und Psychologie).
Man unterscheidet zwei Arten der cvK, die synchrone cvk, in der die Textbotschaften nahezu zeitgleich ausgetauscht werden, ähnlich einer realen FtF-Kommunikation(in den folgenden FtF genannt). In der asynchronen cvK werden die Botschaften zeit- versetzt ausgetauscht, die Kommunikationspartner können sie lesen und darauf rea- gieren, wenn sie Zeit dazu haben.
Die synchrone cvK erfordert einen reaktionsschnellen User, die Textbotschaften werden z.B im Chat sehr schnell ausgetauscht. Somit ist auch eine gewisse Techni- kerfahrung von Vorteil. Diese größere Geschwindigkeit, die zeitliche Unmittelbarkeit, führt aber auch dazu, dass der User zu schnellem Handeln gezwungen ist. Die Teil- nehmer in einem Chat oder einem Online-Spiel, wie z.B. Second Life, haben nicht die Möglichkeit, wie z.B in Newsgroups, sich lange Antworten zu überlegen, sondern sie müssen sofort reagieren. Dauert beispielsweise das Antworten in einem Grup- penchat zu lange, wird der Chat dadurch sehr verwirrend, denn zwischenzeitlich ha- ben die anderen, schnelleren User schon weiter diskutiert und der langsame Beitrag erscheint dann irgendwann völlig zusammenhangslos dazwischen.
Im Unterschied dazu hat der User bei der asynchronen cvK eine wesentlich höhere Zeitsouveränität. Es müssen nicht beide Kommunikationsteilnehmer gleichzeitig onli- ne sein, wie es in der synchronen cvK der Fall ist. Die Nachricht, z.B eine E-Mail, wird gespeichert und der User kann die Nachricht dann lesen, wenn er Zeit dazu hat. Der Sender der Nachricht muss dazu nicht online sein, was dem User einen Re- aktionsspielraum einräumt. Er kann sich entscheiden, wann ob und wie er antworten möchte und sich in Ruhe überlegen, wie er seine Antwort gestalten möchte, wie er auf die Nachricht reagiert.
Nachdem das Internet eine so weite Verbreiterung gefunden hat, ist es auch für die Forschung, vor allem für die Sozialwissenschaften, von großem Interesse. Aus der sozialpsychologischen Perspektive heraus wird die Nutzung, das Kommunikations- verhalten sowie das individuelle Erleben des Internetusers untersucht.
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Martina Törner, 2007, Theorie der sozialen Informationsverarbeitung nach Walther , Munich, GRIN Publishing GmbH
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