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Die Wissenskluft beginnt im Kindesalter

Der Einfluss der Medien auf die primäre Sozialisation; dargestellt am Beispiel von Kinderzeitschriften

Título: Die Wissenskluft beginnt im Kindesalter

Tesis , 2004 , 110 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Nils Ortmann (Autor)

Medios / Comunicación: Teorías, modelos, definiciones
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Medieninformationen werden tendenziell effektiver von Mitgliedern höherer sozioökonomischer Schichten aufgenommen. Diese zentrale Aussage der Wissensklufthypothese wird in dieser Arbeit als Forschungsperspektive aufgegriffen und interdisziplinär untersucht. Es gibt keine konsentierte Definition von Wissen. Daher konzentriert sich die Arbeit auf die Entstehung von Wissen. Die Hirnforschung zeigt, wie Informationen, die Grundlage des Wissens, verarbeitet werden. Wichtigste Faktoren sind Emotion, Kognition und Motivation. Das Gehirn baut seine Funktionen während der Entwicklung aus. Piagets Phasenmodell zeigt, dass zuvor erlernte Schemata in höheren Phasen ausdifferenziert werden. Das Wissen von Erwachsenen basiert auf Informationen und Schemata der Kindheit. Wissen durch Medien ist auch vom Vorwissen abhängig. Eltern haben großen Einfluss auf den Wissenserwerb. In dem Bereich der Sozialisation ist daher der Haushaltstyp wichtig. Emotionale Haushalte - kombiniert mit der Zuneigung zu Printmedien - fördern frühzeitig die sprachliche Entwicklung des Kindes. So erlernt es schneller die Schriftsprache und wird gezielter Informationen aus Medien aufnehmen. Im zweiten Teil der Arbeit werden diese Annahmen empirisch überprüft. Fünf Kinderzeitschriften wurden untersucht, ob Machart und Inhalte Kinder zum informationsorientierten Lesen anregen können. Die Ergebnisse lassen befürchten, dass Kinderzeitschriften die Wissenskluft im Kindesalter eher verstärken.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

A. Theoretischer Teil

Einleitung

1. Wissenskluft

1.1 Die ursprüngliche Wissensklufthypothese

1.2 Begründung der Hypothese

1.3 Basiskonzepte

1.3.1 Wissen

1.3.2 Sozioökonomischer Status

1.3.3 Informationsfluss

1.3.4 Sozialsystem

1.4 Ceiling-Effekt

1.5 Differenz- vs. Defizitperspektive

1.6 Erweiterung der ursprünglichen These

1.6.1 Angebotsbedingte Wissensklüfte

1.6.2 Nutzungsbedingte Wissensklüfte

1.6.3 Rezeptionsbedingte Wissensklüfte

1.7 Kritik zur Wissensklufthypothese

1.8 Zusammenfassung

2. Wissen

2.1 Der Wissensbegriff

2.2 Hirnforschung

2.3 Gedächtnis

2.3.1 Ultrakurzzeitgedächtnis

2.3.2 Kurzzeitgedächtnis

2.3.3 Langzeitgedächtnis

2.4 Kognitives Modell

2.4.1 Piagets Modell im Allgemeinen

2.4.1.1 Sensomotorische Phase

2.4.1.2 Phase des präoperationalen Denkens

2.4.1.3 Phase der konkreten Operationen

2.5 Typologie von Wissen (Fakten vs. Strukturwissen)

2.6 Zusammenfassung

3. Wissen durch Sozialisation

3.1 Sozialisation allgemein

3.2 Sozialisation in der Familie

3.3 Sozialisation durch die Schule

3.4 Sozialisation durch Peers

3.5 Selbstsozialisation

3.6 Zusammenfassung

4. Wissen durch Medien

4.1 Medienfunktionen

4.2 Stadien der Medienwirkungsforschung

4.3 Das dynamisch-transaktionale Modell

4.3.1 Transaktionale Sichtweise

4.3.2 Dynamische Sichtweise

4.4 Medienwirkung bei Kindern

4.5 Zusammenfassung

5. Durch Lesen zum Wissen

5.1 Lesen in der Wissenskluftforschung

5.2 Lesen und Hirnforschung

5.3 Lesesozialisation

5.3.1 Familiale Lesesozialisation

5.3.2 Lesen und Schule

5.3.3 Lesen und Peers

5.4 Printmedien

5.5 Zusammenfassung

6. Zwischenfazit

B. Empirischer Teil

7. Kinderzeitschriften

7.1 Zeitschrift

7.1.1 Periodizität

7.1.2 Aktualität

7.1.3 Publizität

7.1.4 Universalität

7.1.5 Definition von Zeitschrift

7.2 Kindheit

7.3 Kinderzeitschrift

7.4 Kriterien der Stichprobe

7.4.1 Typologie von Kinderzeitschriften

7.4.1.1 Produzentenbezogene Merkmale

7.4.1.2 Inhaltlich-formale Aspekte

7.4.1.3 Zielgruppe

7.4.2 Zusätzliche Auswahlkriterien

7.5 Die Stichprobe

7.5.1 Schülerzeitschriften

7.5.2 Vorschulzeitschriften

8. Analyse

8.1 Umfang

8.2 Text-Bild-Verhältnis

8.3 Textverständlichkeit

8.3.1 Verständlichkeitsformel

8.3.2 Schriftgröße

8.4 Kaufwahrscheinlichkeit

8.4.1 Preis

8.4.2 Gimmick

8.5 Inhalt

8.5.1 Werbung

8.5.2 Formalien

8.5.3 Unterhaltung

8.5.4 Information

8.6 Themenverteilung

9. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob und wie Kinderzeitschriften zur Entstehung oder Reduzierung von Wissensklüften bei Kindern beitragen. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, ob diese Medien Kinder aus lesefernen Haushalten zum Lesen anregen können oder ob sie die bereits bestehende Schichtenspezifik in der Informationsaneignung weiter verstärken.

  • Grundlagen der Wissenskluftforschung und des Wissenserwerbs im Kindesalter
  • Einflussfaktoren der Sozialisation durch Familie, Schule und Gleichaltrige
  • Die Rolle der Medien als Vermittler von Wissen und Normen
  • Die Bedeutung von Lesesozialisation und Printmedien in der Kindheit
  • Empirische Analyse von ausgewählten Kinderzeitschriften hinsichtlich Form und Inhalt

Auszug aus dem Buch

1.1 Die ursprüngliche Wissensklufthypothese

In dem makrotheoretischen Modell beschreibt die Minnesota Gruppe, Phillip J. Tichenor, George A. Donohue und Clarice N. Olien, dass Mediennutzung entgegen der allgemeinen Annahme nicht zur generellen Anhebung der Informiertheit und des Wissens in einer Gesellschaft führt, sondern im Sinne eines „Trendverstärkers bestehende Ungleichheiten sogar noch verstärkt“ (Bonfadelli, 1994: 41). Die Wissensklufthypothese, die 1970 formuliert wurde, besagt:

„As the infusion of mass media information into a social system increases, segments of the population with higher socio-economic status tend to acquire this information at a faster rate then the lower status segments, so that the gap in knowledge between these segments tends to increase rather than decrease” (Tichenor/Donohue/Olien, 1970: 159 f.).

„Mit dem Begriff ‚Wissenskluft’ wird also die Verteilung des Wissens in einem sozialen System bezeichnet“ (Bonfadelli, 1994: 88). Die Folge von Massenkommunikation ist keine homogenisierende Wirkung auf die Gesellschaft, sondern eine Verstärkung seiner Heterogenität und damit eine Verstärkung der Distanz zwischen sozialen Gruppen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Wissenskluft: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge der Wissensklufthypothese sowie ihre Basiskonzepte und diskutiert die Bedeutung von Wissensungleichheiten in modernen Gesellschaften.

2. Wissen: Das Kapitel befasst sich mit der Definition von Wissen, der Rolle der Hirnforschung und Gedächtnisprozesse sowie der kognitiven Entwicklung bei Kindern gemäß Jean Piaget.

3. Wissen durch Sozialisation: Hier werden die Instanzen der Sozialisation (Familie, Schule, Peers) analysiert und deren Einfluss auf die Wissensaneignung bei Kindern diskutiert.

4. Wissen durch Medien: Dieses Kapitel untersucht die Funktionen von Massenmedien und deren Wirkungsweisen im Kontext des dynamisch-transaktionalen Modells sowie Besonderheiten bei der Medienwirkung auf Kinder.

5. Durch Lesen zum Wissen: Der Fokus liegt hier auf dem Lesen als zentrale Kulturtechnik, der Lesesozialisation und den spezifischen Eigenschaften von Printmedien im Vergleich zu anderen Medien.

6. Zwischenfazit: Eine Zusammenfassung der theoretischen Erkenntnisse zur Entstehung von Wissensunterschieden durch die Interaktion von Sozialisation und Mediennutzung im Kindesalter.

7. Kinderzeitschriften: Dieser Abschnitt definiert Kinderzeitschriften, entwickelt eine Typologie und legt die Auswahlkriterien für die empirische Stichprobe fest.

8. Analyse: Die empirische Untersuchung der ausgewählten Kinderzeitschriften in Bezug auf Umfang, Text-Bild-Verhältnis, Verständlichkeit, Kaufwahrscheinlichkeit und inhaltliche Themenverteilung.

9. Fazit: Eine abschließende Bewertung der Ergebnisse, in der die Hypothese kritisch reflektiert und Handlungsempfehlungen zur Reduzierung von Wissensklüften abgeleitet werden.

Schlüsselwörter

Wissenskluft, Wissensklufthypothese, Medienwirkung, Kinderzeitschriften, Sozialisation, Lesesozialisation, Printmedien, kognitive Entwicklung, Jean Piaget, Informationsfluss, Bildung, Wissenserwerb, Medienkompetenz, Sozioökonomischer Status, Inhaltsanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob und wie Kinderzeitschriften zur Entstehung oder Verringerung von Wissensklüften im Kindesalter beitragen.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Die zentralen Felder sind die Wissensklufttheorie, pädagogische Entwicklungspsychologie, Sozialisationsinstanzen und die Wirkungsweise von Medien auf Heranwachsende.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu analysieren, ob Kinderzeitschriften Kinder aus verschiedenen sozialen Schichten gleichermaßen erreichen oder ob sie Wissensunterschiede eher verstärken.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Neben einer ausführlichen theoretischen Aufarbeitung erfolgt im empirischen Teil eine systematische Inhaltsanalyse und formale Begutachtung von fünf ausgewählten Kinderzeitschriften.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet theoretische Grundlagen des Wissenserwerbs, Sozialisation, Medienfunktionen und führt dann die spezifische Analyse von Kinderzeitschriften hinsichtlich Kriterien wie Verständlichkeit, Gimmicks und inhaltlicher Themenverteilung durch.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wissenskluft, Sozialisation, Medienkompetenz, Lesesozialisation, kognitive Entwicklung und Kinderzeitschriften.

Welche Bedeutung haben "Gimmicks" für die untersuchten Zeitschriften?

Gimmicks dienen primär als Kaufanreiz, wobei der Einsatz bei jüngeren Zielgruppen stärker ausgeprägt ist, um die Kaufwahrscheinlichkeit direkt durch das Kind zu erhöhen.

Was ist das zentrale Ergebnis der Heftanalyse?

Die Analyse zeigt, dass Kinderzeitschriften die Wissenskluft tendenziell eher vergrößern, da mit steigendem Alter der inhaltliche Informationsanteil steigt, was höhere kognitive Anforderungen an die Leser stellt.

Final del extracto de 110 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Wissenskluft beginnt im Kindesalter
Subtítulo
Der Einfluss der Medien auf die primäre Sozialisation; dargestellt am Beispiel von Kinderzeitschriften
Universidad
University of Applied Sciences Bremen
Calificación
1,3
Autor
Nils Ortmann (Autor)
Año de publicación
2004
Páginas
110
No. de catálogo
V85688
ISBN (Ebook)
9783638900546
ISBN (Libro)
9783638905893
Idioma
Alemán
Etiqueta
Wissenskluft Kindesalter Kinderzeitschriften Journalismus Sozialisation Gehirnforschung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Nils Ortmann (Autor), 2004, Die Wissenskluft beginnt im Kindesalter , Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85688
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