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2.1. Erste formale Analyse und Gliederung des Gedichts 6
2.2. Idyllische und religiöse Elemente 7
2.3. Die Unendlichkeit Furcht oder Trost 9
2.4. Der Wind als Stimme 10
2.5. Die Metapher des Schiffbruchs 11
2.6. Poesie des Indefinito 12
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3.1. Blaise Pascal und seine Philosophie 14
3.2. Warum ein Vergleich zwischen Leopardi und Pascal 15
3.3. Unterschiede und Gemeinsamkeiten 16
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Giacomo Leopardi, einer der bedeutendsten Dichter der italienischen Li- teraturgeschichte, wurde 1798 als Sohn einer verarmten Adelsfamilie ge- boren. Leopardi wuchs zurückgezogen von der Welt in der verschlafenen Provinz Recanati in einer durch die Napoleonischen Feldzüge und die Französische Revolution von Unruhen geprägten Zeit auf. Er entpuppte sich schon früh als „Wunderkind“, das sich selbst Griechisch und Hebrä- isch beibrachte und schon mit sechzehn Jahren alle wichtigen klassi- schen lateinischen und griechischen Texte gelesen hatte. Seine außer- gewöhnliche Intelligenz, eine leichte Körperbehinderung und die Erzie- hung durch seinen reaktionären und konservativen Vater grenzten ihn während seiner Jugend stark von seinen Altersgenossen ab. In dieser Umgebung entwickelte Leopardi ein sehr pessimistisches Weltbild, das sich in seinem ganzen Werk niederschlägt und ausdrückt, wie langweilig und sinnlos er das Leben empfand.
Rein zeitlich gesehen kann man Leopardi als Romantiker bezeichnen. Obwohl er einerseits den Rationalismus und die Entmystifizierung der Welt durch die Aufklärung bedauerte, spielt in seinen Werken besonders auch aufklärerisches Gedankengut eine große Rolle. Im Gegensatz zu den Romantikern, die das Mittelalter wiederbeleben wollten, galt ihm die Antike als ideales Vorbild. Sein Werk besteht aus vielen, teilweise unfer- tigen und unveröffentlichten Dramen, Essays und Gedichten. Seine wich- tigsten Werke sind die „Canti“, die „Operette morali“, seine „Pensieri“ und das sehr umfangreiche tagebuchähnliche „Zibaldone“.
Leopardi war - soviel lässt sich zumindest sagen - ein hoffnungsloser Pessimist und Nihilist, dessen Werk Ausdruck eines bestimmten Lebens- gefühls ist, geprägt von seiner persönlichen Biographie.
Das Seminar beschäftigte sich mit einer Auswahl der „Canti“ Giacomo Leopardis, darunter auch das Gedicht „L’Infinito“. Im ersten Teil meiner Hausarbeit werde ich die Seminarergebnisse der Analyse und Interpreta- tion des Gedichts wiedergeben und vertiefen. Der zweite Teil wird aus ei- nem Vergleich der Gedanken Blaise Pascals mit denen Leopardis über
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die Unendlichkeit bestehen, der im Seminar ebenfalls behandelt wurde. Während der erste Teil also eine inhaltlich und formale Analyse des Ge- dichts sein wird und sich mit verschiedenen Einzel- und Besonderheiten auseinandersetzen wird, wird sich der zweite Teil mit der Philosophie und dem Weltbild Leopardis im Allgemeinen beschäftigen. Der Vergleich mit Pascal soll einerseits herausstellen, wie ähnlich die existentiellen Fragen in Bezug auf Unendlichkeit, Leben und Tod der beiden sind, aber ander- seits auch die Außergewöhnlichkeit und Originalität der Gedanken und Schlussfolgerungen Leopardis hervorheben.
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Sem p re caro m i fu qu est’erm o FROOH,
1
2 E qu esta siep e, ch e d a tanta p arte
3 Dell’u ltim o orizzon te il qu ard o esclu d e.
4 Ma sed en d o e m irand o, in term in ati
5 Sp azi d i là d a qu ella, e sovru m an i
6 Silen zi, e p rofon d issim a qu iete
7 io n el p ensier m i fingo; ove p er p oco
Il cor n on si sp au ra. (FRPHLOYHQWR
8
9 Od o storm ir tra qu este p iante, io qu ello
10 Infin ito silenzio a qu esta voce
11 Vo com p arand o: e m i sovvien l’etern o,
12 e le m orte stagion i, e la p resente
13 E viva, e il su on d i lei. Così tra qu esta
14 Im m en sità s’an nega il p ensier m io.
E il n au fragar m ’è d olce in qu esto PDUH.
15
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Das „L’Infinito“ ist in Form von HQGHFDVLOODEL VFLROWL verfasst, einer Vers-
form, die dem englischen Blankvers entspricht – also ein fünfhebiger Jambus, der entweder zehn- oder elfsilbige Verse bildet, je nachdem, ob betont oder unbetont anfangend.
Das Gedicht lässt sich in zwei Abschnitte einteilen. Der erste Teil besteht aus den Versen 1 bis zur Mitte von Vers 8 (il cor non si spaura.). Der zweite Teil erstreckt sich von Vers 8 bis zum Schluss. Den letzten Vers könnte man allerdings auch als eigenständigen Teil bezeichnen. Der erste Teil fängt mit der Ausgangsposition des Ichs auf dem Hügel an. Da die Sicht auf den „letzten Horizont“ durch die Hecke versperrt ist, die sinnliche Wahrnehmung also unzulänglich ist, benutzt das Ich seine Phantasie und driftet ihn ihr ab in die unbegrenzten Räume (interminati spazi), die übermenschliche Stille (sovrumani silenzi) und tiefste Ruhe (profondissima quiete). An dieser Stelle erreicht es den Punkt, an dem es sich zumindest für einen Moment nicht mehr vor der Unendlichkeit fürch- tet.
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Claudia Schnurbus, 2002, Leopardis L'Infinito, Munich, GRIN Publishing GmbH
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