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Nachrichtlich oder Narrativ - der Fall Susanne Osthoff

Quer-und Längsschnitt durch ARD und ZDF-Nachrichtensendungen

Title: Nachrichtlich oder Narrativ - der Fall Susanne Osthoff

Term Paper , 2006 , 25 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Timo Gramer (Author)

Communications - Journalism, Journalism Professions
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Gerade im kriegs- und krisenbezogenen TV-Journalismus zeigt sich der „schmale Grat“ zwischen diesen beiden Polen mitunter deutlich. Die für narrative Berichterstattungen typische „Gut-Böse-Struktur“ lässt sich im Rahmen einer gebeutelten Region oder einer politisch angespannten Lage leicht anwenden. Auf der anderen Seite erfordert eine brisante Situation eine äußerste journalistische Gewissenhaftigkeit sowie eine seriöse Faktenaufbereitung. Dies muss nicht zwangsläufig ein Widerspruch sein, erfordet aber auf journalistischer Seite ein höheres Maß an Differenziertheit.
Diese Arbeit soll mittels einer inhaltsanalytischen Querstudie die Berichterstattung über die im Irak entführte Susanne Osthoff in ARD und ZDF auf narrative und nachrichtliche Elemente hin überprüfen. Abschließend gibt der Autor mittels Zitaten aus den aufgeführten Sendungen eine kurze Bewertung ab. Da es sich bei dem Untersuchungszeitraum nur um einen Tag, den 29.11.2005 handelt, kann hier keine allgemeine These hinsichtlich der Entwicklung öffentlich-rechtlicher Fernsehnachrichten getroffen werden. Das Beispiel Susanne Osthoff kann aber als kleines Exempel der noch jungen Forschung auf diesem Feld angesehen werden, welches eine nähere Betrachtung lohnenswert erscheinen lässt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung: Höhere Quoten dank Narrativität = niedrigere Qualität der Nachrichten ?!?

II. Der Fall Osthoff

III. Das inhaltsanalytische Codebuch zum Fall Osthoff

IV. Die Ergebnisse der Inhaltsanalyse

V. Narrativ oder Nachrichtlich – ein kurzer Kommentar

VI. Bibliographie

VII. Anhang (Codebuch, Auswertungstabellen)

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht mittels einer inhaltsanalytischen Querstudie, inwieweit die Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF über die Entführung der Archäologin Susanne Osthoff narrative statt klassisch nachrichtlicher Erzählstrategien verwendet, um komplexe Krisenereignisse aufzubereiten und Zuschauerbindung zu erzeugen.

  • Vergleich narrativer versus klassisch nachrichtlicher Erzählstrategien im TV-Journalismus.
  • Analyse der Berichterstattung zum Fall Susanne Osthoff am 29.11.2005.
  • Überprüfung der Hypothese, dass Nachrichtenjournale (Tagesthemen/Heute-Journal) narrativer berichten als Hauptnachrichten (Tagesschau/Heute).
  • Untersuchung der Spannungsfelder zwischen journalistischem Informationsauftrag und Unterhaltungsanspruch.
  • Empirische Auswertung durch ein inhaltsanalytisches Codebuch mit 15 spezifischen Variablen.

Auszug aus dem Buch

I. Einleitung: Höhere Quoten dank Narrativität = niedrigere Qualität der Nachrichten ?!?

Jüngste Forschungen des ARD-Forschungsinstitutes zeigen, mittels langfristiger Inhaltsanalysen, dass traditionelle Nachrichtenangebote wie Tagesschau (ARD) oder Heute (ZDF) durch alle Altersklassen hindurch als äußerst vertrauenswürdig und glaubwürdig bewertet werden. Allerdings sind vor allem Jugendliche gleichzeitig der Ansicht, dass die Aufmachung der Informationssendungen nicht ihren Vorstellungen entspricht und die traditionellen Nachrichten häufig nur schwer verständlich sind.

Dies führt zu dem Paradoxon, dass sie lieber Nachrichten schauen, deren Kernkompetenzen sie zwar schlechter beurteilen, die aber besser zu ihrem Rezeptionsverhalten passen. Dieses Problem ist den Informationsaufbereitern, Planern und Chefredakteuren öffentlich-rechtlicher Nachrichtensendungen wohl bekannt.

Sie wissen auch um ein weiteres Ergebnis der Studie, dass vielen Zuschauern von Nachrichtensendungen Detailgenauigkeit, Humor, Spannung und Authentizität auf der Ebene von Kommunikatoren (Moderatoren und Korrespondenten) und Inhalten wichtig ist. Harmonische Gut-Böse-Konfliktbearbeitungen sollen glaubwürdige Stories erzeugen, bei denen Fernsehinhalte vor dem Hintergrund individueller Dispositionen zu einer positiver emotionalen Bilanz verarbeitet und interpretiert werden.

Je deutlicher die Merkmale der Informationsangebote mit den Präferenzen der Zuschauer korrelieren, so die Studie weiter, desto verständlicher und unterhaltsamer kommt die Sendung beim Fernsehpublikum an. Das sich „auf eine Stufe stellen“ mit den Protagonisten steigert also scheinbar die Aufnahmebereitschaft der Zuschauer, die Einschaltquoten schnellen tendenziell nach oben. Die Botschaft kommt dann an, wenn das Fernsehen sie wie eine Geschichte erzählt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Höhere Quoten dank Narrativität = niedrigere Qualität der Nachrichten ?!?: Diese Einleitung thematisiert das Spannungsfeld zwischen dem seriösen Informationsauftrag öffentlich-rechtlicher Sender und dem beobachteten Trend hin zu narrativen Erzählformen zur Steigerung der Zuschauerbindung.

II. Der Fall Osthoff: Dieses Kapitel skizziert den Hintergrund der Entführung der Archäologin Susanne Osthoff im Irak und verdeutlicht deren Relevanz als zentrales Medienthema Ende 2005.

III. Das inhaltsanalytische Codebuch zum Fall Osthoff: Hier wird die methodische Grundlage der empirischen Untersuchung erläutert, inklusive der Hypothesenbildung und der Definition von narrativen versus nachrichtlichen Erzählstrategien.

IV. Die Ergebnisse der Inhaltsanalyse: Dieses Kapitel präsentiert die quantitativen Daten der Inhaltsanalyse, wobei die gewichteten Variablen die narrativen Tendenzen in den verschiedenen Nachrichtensendungen von ARD und ZDF belegen.

V. Narrativ oder Nachrichtlich – ein kurzer Kommentar: Der Autor bewertet die Ergebnisse und diskutiert die kritische Balance zwischen notwendiger Information und der Gefahr einer emotionalisierten "Storytelling"-Berichterstattung.

VI. Bibliographie: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Internet-Ressourcen.

VII. Anhang (Codebuch, Auswertungstabellen): Detaillierte Dokumentation des verwendeten Codebuchs sowie tabellarische Übersicht der erhobenen Daten.

Schlüsselwörter

Narrativität, Storytelling, Inhaltsanalyse, Nachrichtensendungen, ARD, ZDF, Susanne Osthoff, TV-Journalismus, Informationsauftrag, Quoten, Nachrichtenwerttheorie, Erzählstrategien, Personalisierung, Krisenberichterstattung, Medienforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob und wie Nachrichtensendungen von ARD und ZDF narrative Erzählmuster nutzen, um über die Entführung der Archäologin Susanne Osthoff zu berichten, anstatt rein faktenbasierte, klassische Nachrichtenstrukturen anzuwenden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen den TV-Journalismus in Krisenzeiten, die Qualitätssicherung in öffentlich-rechtlichen Nachrichten sowie die zunehmende Boulevardisierung und narratologische Strukturierung von Informationssendungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, mittels einer Inhaltsanalyse nachzuweisen, ob Nachrichtenjournale narrativer berichten als Hauptnachrichten und wie sich dies auf die Qualität der Informationsvermittlung im Fall Osthoff auswirkt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine formale, deskriptive Inhaltsanalyse (Frequenzanalyse) durchgeführt, wobei ein speziell entwickeltes Codebuch mit fünfzehn Variablen zur Quantifizierung narrativer und nachrichtlicher Elemente zum Einsatz kommt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden das Forschungsdesign, die Variablen-Operationalisierung und die detaillierte quantitative Auswertung der untersuchten Sendungen (Tagesschau, Tagesthemen, Heute, Heute-Journal) präsentiert und interpretiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Narrativität, Storytelling, Inhaltsanalyse, ARD, ZDF, Susanne Osthoff und TV-Journalismus.

Welche Unterschiede zeigen sich zwischen Tagesschau und Tagesthemen?

Die Analyse zeigt, dass die Tagesthemen als Nachrichtenmagazin deutlich stärker narrative Elemente, wie eine höhere Personalisierung und emotionalere Bildsprache, verwenden als die konventionell strukturierte Tagesschau.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor für das ZDF-Interview?

Der Autor kritisiert das ZDF-Interview mit Susanne Osthoff und die allgemeine Berichterstattung als Beispiel für eine "Susanne Osthoff-Story", bei der der Anspruch an eine objektive Berichterstattung zugunsten einer inszenierten emotionalen Identifikationsfigur zurücktritt.

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Details

Title
Nachrichtlich oder Narrativ - der Fall Susanne Osthoff
Subtitle
Quer-und Längsschnitt durch ARD und ZDF-Nachrichtensendungen
College
University of Leipzig  (KMW)
Course
Nachrichtliches und Narratives in deutschen Fernsehnachrichten
Grade
1,0
Author
Timo Gramer (Author)
Publication Year
2006
Pages
25
Catalog Number
V86785
ISBN (eBook)
9783638047227
ISBN (Book)
9783638942942
Language
German
Tags
Nachrichtlich Narrativ Fall Susanne Osthoff Nachrichtliches Narratives Fernsehnachrichten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Timo Gramer (Author), 2006, Nachrichtlich oder Narrativ - der Fall Susanne Osthoff, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86785
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