Inhaltsverzeichnis
1 Epilog 3
2 Die Römer und die Philosophie 4
2.1 Zeit und Kulturgeschichte 4
2.2 Die Stoa 5
3 Mark Aurel eine Kurzbiografie 6
4 Die Selbstbetrachtungen 6
4.1 III 1 Der Pantheismus und die Lehre vom Weltplan: 7
4.2 Die Gemeinschaft von Menschen und Göttern 8
4.3 Logos spermaticos und die Allvernunft 9
4.4 Der Tod 9
5 Kommentar 10
6 Literaturverzeichnis 12
2
1 Epilog
„Marc Aurel persönlich war durch seine praktische Moral den Königen, und wie ich zu sagen wage, selbst den Philosophen so überlegen, dass jeder Vergleich, den man mit ihm zieht, vermessen ist!“ 1 Dieses Zitat Friedrich des Großen anno 1777 zeugt von der Nachhaltigkeit der stoischen Lehren, die der römische Kaiser im 2. Jahrhundert zu praktizieren versuchte. So gellten „Die Selbstbetrachtungen“ des Mark Aurel noch heute als „Denkmal aller Mensch- lichkeit“, als ein Beweis ernsten Strebens nach Selbsterkenntnis und Selbstveredlung. 2 Neben den Aspekt des Vorbilds Mark Aurel tritt aber noch ein weiterer: „Wie konnte der Weltherrscher, der ein Leben voller Frieden und Enthaltsamkeit predigte, sich gleichzeitig gegen Feinde des Staates militärisch zur Wehr setzen?
So kämpfte Marcus Aurelius zeitlebens in blutigen Kriegen gegen Feinde des römischen Weltreiches. Kein Kaiser der römischen Antike hat so viele Schlachten geschlagen wie Aurel, unter dessen Herrschaft auch zwei Christenverfolgungen durchgeführt wurden (die erste 167, die zweite 177: „Das Massaker von Lyon“).
Auf der anderen Seite gab sich Aurel in seinen Selbstbetrachtungen die Anweisung nicht zu verkaisern 3 und war immer bemüht, sich selbstlos und friedliebend in den Dienst des römi- schen Staates und damit in die Gemeinschaft seines Volkes zu stellen.
Diese scheinbare Ambivalenz zwischen Aurels Positionen als Kaiser auf der einen und als Philosoph auf der anderen Seite möchte der Autor anhand zweier römischer Denkmäler des Mark Aurels illustrieren: 4 Zum einen sei dort das Reiterstandbild auf dem Kapitol erwähnt 5 : Es zeigt den Kaiser im ein- fachen Gewand auf einem schmucklosen Pferd sitzen. Die Hand ist wie zum Gruß dem Volke zugewandt. Mit diesem Denkmal verbinden viele Historiker den Ausspruch: „Mark Aurel, wo die Weltidee auf dem Rosse sitzt“ 6 . Zum anderen kursiert aber auch das Gerücht, dass ur- sprünglich unter dem rechten angehobenen Huf des Pferdes ein politischer Feind gelegen ha- ben soll. Diesen habe man später, im Sinne einer „Glorifizierung“ Aurels, von dem Reiter- standbild entfernt.
1 Friedrich der Große in einem Brief an den französischen Aufklärer Voltaire anno 1777 (aus Accardo, Giorgio, Mark Aurel: der Reiter auf dem Kapitol, S.104)--- Fortentwicklung der Stoa in der preußischen Pflicht- und Staatsauffassung 2 Vergleiche Aurel, Marc, Selbstbetrachtungen, Reclsm, Vorwort S. 8-9 3 Aurel, Marc, Selbstbetrachtungen, 4.30 4 folgende Ausführungen sind frei nach Accardo, Giorgio erarbeitet 5 siehe Anhang: Bilder, Fotos, Karten 6 häufig benutztes Sprichwort- Urheber unbekannt
3
Das zweite Denkmal, welches in Rom an Aurel erinnert, ist die Markussäule. 7 Auf ihr wer- den viele Kriegsszenen des Feldzuges gegen die Markomannen gezeigt. Die zum Teil grausi- gen Kampfdarstellungen im Zusammenhang mit der friedlichen Herrschaft Aurels haben viele Menschen verwundert. So hielten die Christen die Säule für die des Konstantin, andere hafte- ten die zahlreichen Gewaltdarstellungen auf der Säule dem Commodus, dem Sohn und Nach- folger Aurels, an.
Es gilt in jedem Falle festzuhalten: Die konfliktreiche Regierungszeit Mark Aurels hat viele (Verteidigungs-) kriege des römischen Reiches hervorgebracht. Die Kriegsgefahr und etliche andere Schicksalsschläge haben das Leben des Philosophen auf dem Caesarenthron zwei- felsohne stark beeinflusst. Wie sich die äußeren, politischen Umstände und die Verpflichtun- gen Aurels auf dessen philosophische Schrift ausgewirkt haben, und wie er dieses Doppelle- ben zu bewerkstelligen versuchte, soll auf den folgenden Seiten diskutiert werden. Dazu hat der Autor folgenden Aufbau seiner Arbeit konzipiert: Zunächst gibt er einen kurzen Überblick über kultur- und geistesgeschichtlichen Hintergrund der „Römischen Antike“ so- wie über die philosophischen Leitlinien der Stoa. Anschließend wird die Weltanschauung Aurels aus seinen „Selbstbetrachtungen“ heraus erläutert und auf verschiedene Themenberei- che ausgeweitet. Abschließend erörtert der Autor seine persönliche Meinung zum Leben und Wirken des Mark Aurel.
2 Die Römer und die Philosophie
2.1 Zeit und Kulturgeschichte
Rom hatte in langen Kriegen ganz Italien geeinigt und die karthagischen und griechisch- hellenistischen Staaten besiegt. Zu Zeiten Mark Aurels verband das Römische Weltreich (im heutigen Sinne) bis zu 30 moderne Staaten in Europa, Asien und Afrika 8 und damit über 50 Millionen Menschen. Die Aufrechterhaltung dieses Weltreiches, zur Not auch mit kriegeri- schen Mitteln, wurde mit dem Ausdruck „pax Romana“ versehen. Die Römer verstanden sich als richtungsweisende Macht der Welt, welche die Erde zur Heimat aller Menschen machen wollte, selbstverständlich unter der Führung des römischen Kaisers.
Im Innern des Reiches konnte man einen immer kleiner werdenden Einfluss der Religion fest- stellen. An ihre Stelle trat die Philosophie, die zur beherrschenden Geistesmacht des Zeitalters und zum geistigen Rückhalt des römischen Weltreiches wurde. Stark beeinflusst wurde die
7 einige Ausschnitte der Markussäule in Rom sind im Anhang enthalten
8 siehe Karte im Anhang „The Roman empire during the Lifetime of Marcus Aurelius“ aus Birley
4
Quote paper:
Timo Gramer, 2003, Mark Aurel: Selbstbetrachtungen eines römischen Kaisers, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 31 Pages
Politischer Denker und Philoso...
Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
Scholary Paper (Seminar), 20 Pages
Militärethik in Krieg und Frieden
Über die Bedeutung der Vermitt...
Intermediate Examination Paper, 30 Pages
Die phänomenologische Pädagogik
Pedagogy - Science, Theory, Anthropology
Presentation (Elaboration), 17 Pages
Die Schlacht bei Königgrätz und ihr unmittelbaren Folgen für die polit...
History Europe - Other Countries - Modern Times, Absolutism, Industrialization
Scholary Paper (Seminar), 17 Pages
Österreich von Ende 1848 bis 1867
History Europe - Other Countries - Modern Times, Absolutism, Industrialization
Presentation / Essay (Pre-University), 19 Pages
Marc Aurel - persönliche Philosophie der Stoa als politischer Leitfade...
Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
Scholary Paper (Seminar), 12 Pages
Ein kurzer Überblick über die stoische Weltanschauung, ihre Anhänger u...
Philosophy - Philosophy of the Ancient World
Scholary Paper (Seminar), 9 Pages
Donatello, Verrocchio und der "David" - ein Formvergleich
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 29 Pages
Timo Gramer's text Mark Aurel: Selbstbetrachtungen eines römischen Kaisers is now available as a printed book
Timo Gramer has published the text Mark Aurel: Selbstbetrachtungen eines römischen Kaisers
Timo Gramer has uploaded a new text
0 comments