Fachhochschule Wiesbaden, Standort Geisenheim
Fachbereich Gartenbau
Seminararbeit im Fach Lernen und Präsentieren
Gestatten?
- Geraniaceae -
Eine Familie mit vielen
Fähigkeiten
Verfasser: Monika Bischoff-Schaefer
Geisenheim, den 26. November 2006
1 Einleitung 3
1.1 Übersicht der Familie Geraniaceae 4
1.2 Kulturgeschichte 5
1.3 Biologie 6
2 Familienportraits 8
2.1 Geranium 9
2.1.1 Blüten und Blätter 10
2.1.2 Geranium Gruppen und ihre Verwendung 11
2.2 Pelargonium 15
2.2.1 Blüten und Blätter 16
2.2.2 Die Sektionen von Pelargonium 17
3. Verwendung von Pelargonium Arten in Medizin, Parfümindustrie und Küche 21
3.1 Pelargonium cucullatum 22
3.2 Pelargonium reniforme und Pelargonium sidoides 22
3.3 Duft-Pelargonien 25
3.4 Gourmet Pelargonien 27
4. Abschließende Betrachtung 28
5. Zusammenfassung 29
6. Literaturverzeichnis 30
1 Einleitung
Gehen wir heute einmal in eine Gärtnerei oder eines der neuen, groß angelegten
Gartenzentren mit Erlebnisweltcharakter, die mit ihrer Pflanzenvielfalt und dem
allgemeinen Produktangebot den Normalverbraucher bereits teilweise überfordern
und fragen dort nach Pelargonium tomentosum oder P. graveolens.
Fehlanzeige – denn die wenigsten Gärtnereien oder Pflanzencenter sind mit
botanischen Arten der Familie der Geraniaceae ausgestattet. Was
heutzutage über die Ladentheke in die deutschen Balkonkästen wandert sind
landläufig „Geranien“. Die umfangreichen Unterfamilien der Geraniaceae
sind dem normalen Verbraucher kaum bekannt.
Aber genau diese sind es, die in dieser Ausarbeitung einmal näher betrachtet
werden sollen, denn Geraniaceae hat viele, faszinierende Gattungen und
Arten zu bieten, mit denen es sich zu beschäftigen lohnt. Die Vielfalt dieser
Pflanzenfamilie und die Verwendung spezieller Arten soll zeigen, dass der Blick
über den Tellerrand hinaus – pardon, über den Balkonkasten hinaus – für die
Gartengestaltung, die medizinische Nutzung, für die Parfümherstellung oder den
Einsatz in der Küche sehr interessant ist.
Insbesondere wird in dieser Arbeit auf Geranium Arten eingegangen, die im
Hinblick auf den Trend interessant sind, dass Herzlichkeit und Lifestyle für die
Konsumenten an Bedeutung gewinnen (Bundesverband Einzelhandelsgärtner, BVE :
Fachhandel in Zukunft, in DEGA, 29/ Juli 2005, S.22).
Außerdem wird im zweiten und dritten Kapitel besonders die Biologie und die
unterschiedliche Verwendung von Pelargonium Arten betrachtet. Hierbei
stützt sich die Verfasserin auf die umfangreichen wissenschaftlichen
Ausarbeitungen, die von Maria Lis-Balchin von der South Bank University London
herausgegeben wurden (LIS-BALCHIN et al: Geranium and Pelargonium, The genera
Geranium and Pelargonium (Medicinal and Aromatic Plants, Volume 27,
2002)). In diesen Abschnitten wird auf die medizinische Verwendung von
Pelargonium reniforme/sidoides eingegangen, da der Einsatz von natürlichen
Heilmitteln beschrieben werden soll.
Aber auch der Anbau von Duftpelargonien für die Parfümindustrie wird beleuchtet.
Dem liegt der Bericht von Demarne zugrunde, der sich in seiner Arbeit mit
Rosenduft-Pelargonien befasste (DEMARNE, F.-E.,: ’Rose-scented geranium’ a
Pelargonium grown for the perfume industry, in Lis-Balchin (Hrsg.): Geranium and
Pelargonium, The genera Geranium and Pelargonium (Medicinal and
Aromatic Plants, Volume 27, 2002)).
Das Kapitel 3.4 geht dann noch auf die Verwendung von Gourmet Pelargonien in der
Küche ein und soll somit die Vielseitigkeit der Familie Geraniaceae
abrunden. (Grünewald PR: Pelargonien à la carte! In DEGA, 29/Juli 2005, S.20)
1.1 Übersicht der Familie Geraniaceae
Geraniaceae – die Familie der Storch- oder Kranichschnabelgewächse
umfasst etwa 750 Arten und elf Gattungen. Sie sind weltweit als ein- oder
mehrjährige Pflanzen, Kräuter und Sträucher verbreitet und kommen in gemäßigten
und subtropischen Gebieten der Nord- und Südhalbkugel vor. Entgegen der
landläufigen Meinung handelt es sich auch bei unseren Balkonpflanzen nicht um
Geranien, sondern um Pelargonien. Die Verwirrung stammt noch aus der
Zeit, in der die Gattungen Geranium und Pelargonium noch nicht
unterschieden wurden. Teilweise verdanken wir diese Unordnung keinem Geringeren
als Carl von Linné, der im Jahr 1753 mit seinem Werk Species Plantarum
versuchte, Ordnung in die Pflanzenvielfalt zu bringen. Er fasste alles, was
heute Pelargonium und Geranium sind, unter dem Begriff „Geranium“
zusammen. Linné bestimmte die Pflanzen allerdings nur nach Herbarmaterial, ohne
jemals in Südafrika gewesen zu sein, wo das Hauptverbreitungsgebiet der Pflanzen
liegt. Die Verwirrung ist perfekt, wenn man weiß, dass „Geranos“ Kranich und „Pelargos“
Storch bedeutet, aber die Namensgebung von Geraniaceae, also
Storchschnabelgewächsen und Pelargoniaceae, also
Kranichschnabelgewächsen, spricht. Erst L’Heritier de Brutelle unterschied 1789
beide Gattungen. Dennoch ist es heute möglich, zumindest die folgende Übersicht
der Familie der Geraniaceae zusammen zu stellen: Pelargonium und
Geranium gehören zu einer der sechs Unterfamilien.
Die anderen Unterfamilien sind: Erodium, mit etwa 60 Arten, Monsonia,
die circa 30 Arten – unterteilt in 14 Sektionen – umfasst und Sarcocaulon,
die 14 Arten beinhaltet. Pelargonium wurde inzwischen in 17 Sektionen
unterteilt, mit ungefähr 246 Taxa (ALBERS, 2003), Biebersteinia wird hier
vernachlässigt, da für die gärtnerische Kultur unbedeutend.
[Die Grafik kann aus technischen Gründen hier leider nicht angezeigt
werden!]
Abbildung 1.: Übersicht Geraniaceae (nach STEGMEIER, 1994 und WIEGELE, 2000)
1.2 Kulturgeschichte
Pelargonium triste mit ihren kleinen, schwarz-purpur und grün gefärbten
Blüten wurde 1621 als erste Pelargonie aus Südafrika nach Europa gebracht. Vom
17. – 19. Jahrhundert, als das Kapland niederländische Kolonie war, kamen
zahlreiche Pelargonienarten nach Holland. Die Trockenheit liebenden Pflanzen
ließen sich ohne größere Verluste zusammen mit anderer Schiffsladung
transportieren.
[Die Grafiken können aus technischen Gründen hier leider nicht angezeigt
werden!]
Abbildung 2.: Pelargonium triste (van der WALT, 1979)
Abbildung 3: Pelargonium grandiflorum (STEINECKE, 2006)
Bald wurden sie auch in anderen Gegenden Europas etabliert. Zu den ersten
wichtigsten kultivierten Arten zählen P. zonale, P. peltatum, P. inquinans
und P. grandiflorum. Durch Kreuzung und Auslese kam es innerhalb
weniger Jahrzehnte zu zahlreichen Sorten.
Im 18. Jahrhundert züchteten besonders die Engländer großblumige Sorten – die
Grandiflorum-Hybriden – die als Edelpelargonie oder Englische Pelargonie
bezeichnet wurden. Im 19. Jahrhundert selektierten deutsche und französische
Züchter die so genannten Deutschen oder Französischen Pelargonien. Heute sind
auch viele in den USA entstandenen Sorten auf dem Markt.
Zu den erfolgreichsten und am meisten verwendeten Pelargonien gehören die
Zonale-Hybriden, die aus Kreuzungen zwischen Gürtelpelargonien (P. zonale)
und der Scharlachpelargonie (P. inquinans) entstanden sind. Da sie
aufrecht wachsen, werden sie auch als Stehpelargonien bezeichnet.
Die hängenden Efeupelargonien hingegen gingen aus den beiden Arten P.
peltatum und P. lateripes hervor. Seit gut 100 Jahren gibt es auch
Hybriden zwischen Gürtel- und Efeupelargonien. Hier waren die Franzosen und die
Engländer die ersten Züchter dieser Hybriden.
Eher selten kultiviert und unbekannter sind die sukkulenten Arten, wie
beispielsweise P. crassicaule oder P. alternans , mit kräftigem
kurzen Stamm. Die Arten besonders trockener Standorte haben im Vergleich zur
Gürtelpelargonie meist relativ kleine, tief eingeschnittene Blätter, mit oft
sehr schmalen Blattzipfeln.
1.3 Biologie
Die Familie der Geraniaceae ist fast ausschließlich krautig, es kommen
jedoch auch Sträucher und Sukkulenten vor. Die gegen- oder wechselständigen
Blätter sind häufig, wie die Stängel, von Drüsenhaaren bedeckt. Sie enthalten
ein ätherisches Öl, das Geraniol oder Citronellol als monoterpene
Hauptbestandteile besitzt. Nebenblätter sind oft vorhanden.
[...]
Arbeit zitieren:
Monika Bischoff-Schaefer, 2006, Gestatten - Geraniaceae , München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Monika Bischoff-Schaefer hat den Text Gestatten - Geraniaceae veröffentlicht
Monika Bischoff-Schaefer hat einen neuen Text hochgeladen
DJ Bobo. Gestatten, Rene Baumann
0 Kommentare