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Vergänglichkeit in den Buddenbrooks

Der Einfluss von Schopenhauers Metaphysik auf den Roman

Title: Vergänglichkeit in den Buddenbrooks

Seminar Paper , 2005 , 20 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Susanne Huse (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Eine wesentliche Eigenschaft, die den Menschen von anderen Lebewesen unterscheidet, ist das Wissen von dem Wesen der Vergänglichkeit - von Anfang und Ende. Vergänglichkeit bedeutet Endlichkeit, Flüchtigkeit der Dinge, womit sich der Mensch nur schwer abfinden kann. Er leidet unter der Vergänglichkeit z.B. des Glücks, der Liebe, der Jugend, des Sommers und des Lebens. Gerne ignoriert und verdrängt der Mensch den Gedanken daran, der traurig und depressiv macht, wenn man sich zu intensiv damit beschäftigt. Die meiste Zeit aber strebt er rastlos nach Vollkommenheit, nach immer höheren Zielen, mit denen er glaubt, sein Leben reicher zu gestalten. Er flüchtet dadurch vor seiner Sterblichkeit und vor sich selbst. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begannen die Menschen, sich mit ihrer Endlichkeit auseinanderzusetzen, bedingt durch die lebensphilosophischen Anschauungen von Schopenhauer und Nietzsche, deren Werke damals zur „zweiten Bibel“ der Menschheit wurden. […] Thomas Mann wurde durch sein Erstwerk, den Roman Buddenbrooks 1901 berühmt. 1929 bekam er hierfür den Nobelpreis für Literatur. […]. Es vermittelt zum großen Teil eine tiefe Hoffnungslosigkeit und Erschütterung über das Leben durch die stetig ansteigenden Zeichen deVergänglichkeit (des Verfalls) und die ständige Anwesenheit des Todes. [...]

I. Einleitung

II. Hauptteil
1. Vergänglichkeitsmotive in den Buddenbrooks
1.1 Äußere Anzeichen
1.2 Innere Anzeichen

2. Todesdarstellungen in den Buddenbrooks
2.1 Zahlen, Daten, Fakten
2.2 Der Tod der Konsulin
2.3 Der Tod des Senators
2.3 Der Tod von Hanno

3. Zur Philosophie von Arthur Schopenhauer

4. Thomas Mann und Schopenhauer

5. Schopenhauers Einfluss auf den Roman

6. Thomas Buddenbrooks Schopenhauer-Erlebnis

III. Auswertung

IV. Literaturverzeichnis


Ein kleiner Einblick in das Literaturverzeichnis:

Fleischer, Margot: Schopenhauer. Freiburg: Herder-Verlag 2001.

Koopmann, Helmut (Hrsg.): Thomas-Mann-Handbuch. 2.Aufl. Stuttgart: Kröner 2001

Moulden, Ken, Gero von Wilpert (Hrsg.): Buddenbrooks-Handbuch. Stuttgart: Kröner 1988.
[...]




Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

1. Vergänglichkeitsmotive in den Buddenbrooks

1.1 Äußere Anzeichen

1.2 Innere Anzeichen

2. Todesdarstellungen in den Buddenbrooks

2.1 Zahlen und Fakten

2.2 Der Tod der Konsulin

2.3 Der Tod des Senators

2.3 Der Tod von Hanno

3. Zur Philosophie von Arthur Schopenhauer

4. Thomas Mann und Schopenhauer

5. Schopenhauers Einfluss auf den Roman

6. Thomas Buddenbrooks Schopenhauer-Erlebnis

6.1 Der Morgen danach

III. Auswertung

IV. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung von Vergänglichkeit und Verfall in Thomas Manns Roman "Buddenbrooks" unter besonderer Berücksichtigung des Einflusses der Metaphysik Arthur Schopenhauers auf die Konzeption der Romanfiguren und deren Schicksale.

  • Identifikation von Vergänglichkeitsmotiven und deren physische sowie psychische Ausprägung bei den Familienmitgliedern.
  • Analyse der Todesdarstellungen als zentrale Wendepunkte und Symbole des familiären Niedergangs.
  • Erläuterung der philosophischen Grundbegriffe Schopenhauers wie "Wille" und "Vorstellung".
  • Untersuchung der strukturellen Parallelen zwischen Schopenhauers Philosophie und dem schleichenden Verfall der Familie Buddenbrook.
  • Bewertung des Einflusses von Schopenhauer auf Thomas Manns literarische Weltanschauung und die spezifische Ausgestaltung des "Schopenhauer-Erlebnisses" von Thomas Buddenbrook.

Auszug aus dem Buch

3. Zur Philosophie von Arthur Schopenhauer

Arthur Schopenhauer (1788-1860) gilt als pessimistischer Philosoph und bezeichnete sich selbst als Misanthrop, ein Mensch, der die Menschen, oft einschließlich sich selbst, aufs Innerste verabscheut. Für Schopenhauer ist Leben gleichbedeutend mit Leiden.

Schopenhauers Hauptwerk Die Welt als Wille und Vorstellung erschien, als Schopenhauer 31 Jahre alt war. Die Begriffe Wille und Vorstellung sind die Ausgangspunkte für seine Philosophie.

Doch was meint er genau mit Die Welt als Wille bzw. Vorstellung? Der Mensch, als einzige Spezies mit einem Intellekt und der Fähigkeit abstrakte Begriffe zu bilden, kann begreifen, „daß Alles, was für die Erkenntnis daist, also die ganze Welt, nur Objekt in Beziehung auf das Subjekt ist, Anschauung des Anschauenden, mit einem Wort Vorstellung“. Das, was die Menschen, die Schopenhauer Subjekte nennt, als Wirklichkeit ansehen, existiert demzufolge nur als eine Anreihung von Bildern bzw. Objekten. Jedes Individuum besitzt seine eigene, persönliche Wirklichkeit, die mit der von anderen Individuen niemals identisch ist.

Auch der eigene Körper erscheint dem Menschen als Objekt, von dem er eine Außen- und Innenperspektive besitzt. Mit Innenperspektive meint Schopenhauer das innerste Wesen des Menschen, verkörpert durch den Willen. Im Willen sind die Motive des Handelns verborgen. Motive sind für Schopenhauer, die ‚Objekte unseres Wollens’, also Bestrebungen und Wünsche.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die universelle menschliche Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit und führt in Thomas Manns Roman sowie den Einfluss der lebensphilosophischen Strömungen des 19. Jahrhunderts ein.

II. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Vergänglichkeitsmotiven, konkrete Todesdarstellungen, die philosophischen Grundlagen Schopenhauers und deren direkten Einfluss auf den Roman und die Figur Thomas Buddenbrook.

III. Auswertung: Die Auswertung diskutiert die Ambivalenz des philosophischen Einflusses und stellt fest, dass die metaphysische Struktur vor allem durch das individuelle Leseerlebnis Thomas Buddenbrooks im Roman verankert ist.

IV. Literaturverzeichnis: Hier werden alle verwendeten Primär- und Sekundärquellen der Arbeit detailliert aufgeführt.

Schlüsselwörter

Vergänglichkeit, Buddenbrooks, Thomas Mann, Arthur Schopenhauer, Metaphysik, Wille zum Leben, Verfall einer Familie, Todesdarstellung, Lebenspessimismus, Sensibilisierung, Selbstreflexion, Willensmetaphysik, Vorstellung, Askese, Indivdiuation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht, wie Thomas Mann das Thema Vergänglichkeit in seinem Roman "Buddenbrooks" darstellt und inwieweit die pessimistische Philosophie Arthur Schopenhauers diesen Prozess des familiären Verfalls beeinflusst hat.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse von Vergänglichkeitsmotiven (physisch und psychisch), der Bedeutung von Todesdarstellungen, der Vermittlung der Philosophie Schopenhauers sowie deren konkreter Anwendung auf die Entwicklung der Romanfiguren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass der Niedergang der Familie Buddenbrook literarisch als Prozess einer zunehmenden "Vergeistigung" und Sensibilisierung gestaltet ist, der in Übereinstimmung mit Schopenhauers Philosophie zum Verlust der Lebenstüchtigkeit führt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die unter Einbeziehung biografischer Quellenforschung die Korrelation zwischen Thomas Manns Lektüreerfahrungen und der strukturellen Gestaltung seines Werkes untersucht.

Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?

Der Hauptteil analysiert die Symptome des Verfalls über vier Generationen hinweg, interpretiert drei zentrale Sterbefälle und beleuchtet das Schopenhauer-Erlebnis von Thomas Buddenbrook als Schlüsselszene des Romans.

Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?

Zentrale Begriffe sind Vergänglichkeit, Verfall einer Familie, Willensmetaphysik, Pessimismus, Sensibilisierung und die Aufhebung der Individuation.

Wie deutet die Autorin den Tod von Hanno Buddenbrook?

Hanno wird als der letzte Vertreter der Familie gesehen, dessen Tod durch seine künstlerische Sensibilität und Flucht in die Musik, welche in Schopenhauers Sinne als Negation des Lebenswillens interpretiert wird, den biologischen Niedergang der Familie vollendet.

Welche therapeutische Wirkung hatte die Lektüre Schopenhauers auf Thomas Buddenbrook?

Thomas Buddenbrook findet in Schopenhauers Werk eine Bestätigung für sein eigenes Leid. Die Lektüre legitimiert seine Gedanken und Gefühle und gibt ihm eine philosophische Rechtfertigung für die empfundene Sinnlosigkeit seines bürgerlichen Daseins.

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Details

Title
Vergänglichkeit in den Buddenbrooks
Subtitle
Der Einfluss von Schopenhauers Metaphysik auf den Roman
College
University of Wuppertal  (Fachbereich A: Germanistik)
Course
Thomas Mann. Die Buddenbrooks
Grade
1,7
Author
Susanne Huse (Author)
Publication Year
2005
Pages
20
Catalog Number
V86883
ISBN (eBook)
9783638027489
Language
German
Tags
Vergänglichkeit Buddenbrooks Thomas Mann Buddenbrooks
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Susanne Huse (Author), 2005, Vergänglichkeit in den Buddenbrooks, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/86883
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