Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1.Derzeitige Situation 3
2.Betrachtung der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) 3
2.1 Zukünftige Entwicklung und Vorbereitung 4
3. Betrachtung der privaten Krankenversicherung (PKV) 7
3.1 Zukünftige Entwicklung und Vorbereitung 8
4. Bürgerversicherung Kopfpauschale und Gesundheitsfonds 8
4.1 Kopfpauschale 8
4.1.1 Ziele und Mechanismen der Rürüp- und Herzog-Kommission 8
4.1.2 Fazit 9
4.2 Bürgerversicherung 10
4.2.1 Ziele und Mechanismen des Lauterbach-Modells 10
4.2.2 Fazit 11
4.3. Gesundheitsfonds 11
5. Abschließende Betrachtung 14
Literaturverzeichnis: 16
Bildquellen: 17
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Einleitung
Das Deutsche Gesundheitssystem steht vor dem Wandel. Schon die vergangenen 3 Jahrzehnte versuchte die Politik mit zahlreichen Reformen den Kostenanstieg einzu- dämmen. Es gibt nur wenige Wirtschaftbereiche, die in solch kurzer Zeit mit so vielen Gesetzesänderungen zu tun hatten, wie das Deutsche Gesundheitssystem. Schlag- worte wie demographischer Wandel, Kopfpauschale oder Bürgerversicherung fielen bereits in den vergangenen Jahren, doch blieb es lediglich bei Gesprächen und Dis- kussionen. 2003 wurde die Gesundheitsreform verabschiedet, deren Veränderungen aber nicht ausreichen, die Probleme der gesetzlichen Krankenversicherung zu behe- ben. Anstatt die Strukturen und Anreize des Systems zu verändern, wurde weiterhin eine Budgetierung und Rationierung verfolgt und der entscheidende Durchbruch blieb bis heute aus. In der großen Koalition deutet sich jetzt eine Einigung auf das Modell eines Gesundheitsfonds an. SPD und Union können somit ein neues Finan- zierungsmodell vorweisen, das weder Kopfpauschale noch Bürgerversicherung heißt.
Ich möchte in meiner Hausarbeit mit dem jetzigen Ist-Zustand auseinander setzen, den demographischen Wandel erläutern, mich mit den verschiedenen Modellen der Bürgerversicherung und der Kopfpauschale auseinander setzen und zum Schluss die ersten Vorschläge des noch nicht beschlossenen Gesundheitsfonds untersuchen.
1.Derzeitige Situation
Die Ausgaben im Gesundheitswesen sind in den letzten 30 Jahren dramatisch ge- stiegen. Während 1970 die Gesundheitsausgaben etwas über 6% des Inlandspro- duktes lagen, war es 2002 knapp 11% allein nur in Westdeutschland (Bundesminis- terium für Gesundheit 2005, Grafik 10.3) Ziel der Gesundheitsreform ist es die Krankenkassenkosten langfristig zu senken und das Gesundheitssystem zu sanieren.
2.Betrachtung der gesetzlichen Krankenkasse (GKV)
Derzeit sind alle abhängig Beschäftigte in einer gesetzlichen Krankenkasse versi- chert, sofern ihr Monatsverdienst im Jahresdurchschnitt unter 3825 Euro beträgt (Pflichtversicherungsgrenze). Der durchschnittliche Beitragssatz beträgt 14, 35% des Bruttoeinkommens. Die Beitragsfinanzierung der gesetzlichen Krankenkasse ist der- zeit paritätisch geregelt, was bedeutet dass der Beitrag von Arbeitgeber und Arbeit-
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nehmer jeweils zur Hälfte bezahlt wird. Selbstständige, Beamte und Abgeordnete sind nicht in der gesetzlichen Krankenkasse versichert. Die gesetzlichen Kranken- kassen unterliegen einem Kontrahierungszwang, das heißt, dass die Krankenkassen Patienten nicht wegen einem zu geringen Einkommens oder zu hohen Risikoprofils ablehnen dürfen, wie es zur Zeit bei den privaten Krankenversicherungen der Fall ist. Die ökonomischen Defizite der gesetzlichen Krankenkasse werden durch steigende Beiträge, aber dennoch sinkende Beitragseinnahmen beschrieben. Die gesetzliche Krankenkasse wird mit versicherungsfremden Zahlungen, wie zum Beispiel Mutter- schaftsgeld oder beitragsfreie Mitversicherung von Familienmitgliedern, belastet. Auch der medizinische Fortschritt und der demographische Wandel, die ich später näher erläutern werde, bedingen steigende Kosten. Des Weiteren herrscht mangeln- de Effizienz und wenig Wettbewerb im Gesundheitswesen (vgl. http://www.m- v.gruene.de/Buergerversicherung.318.0.html). Auch gibt es viele politische Defizite im System. Die Beschränkung bei der Beitragsbemessungsgrenze auf Erwerbsein- kommen bedingt starke konjunkturelle Schwankungen, sowie eine Verteuerung des Faktors Arbeit und birgt ein Gerechtigkeitsdefizit, denn auf einige Einkommensarten wie etwa Versorgungsbezüge von Rentnern wird nur der halbe Beitragssatz berech- net. Durch die Versicherungspflichtgrenze wird der Lastenausgleich der gesetzlichen Krankenkasse überwiegend nur von geringem und mittlerem Einkommen getragen. Durch die Beitragsbemessungsgrenze zahlen besser Verdienende einen relativ ge- sehen geringeren Beitrag als geringer Verdienende, denn die Beiträge steigen nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze linear an (vgl. http://www.m- v.gruene.de/Buergerversicherung.318.0.html).
Die Notwendigkeit einer Reform des Gesundheitswesens liegt in mehreren Punkten begründet, ich möchte nur einige davon erörtern.
2.1 Zukünftige Entwicklung und Vorbereitung
Der demographische Wandel ist begründet durch den dauerhaften Rückgang der Geburtenzahlen und der weiter steigenden Lebenserwartung der Menschen, das heißt, es wird mehr ältere Menschen und weniger Beitragszahler geben. Unser mo- mentan bestehendes Finanzierungsmodell der gesetzlichen Krankenversicherung ist nicht ausreichend auf diesen Wandel und seine Folgen ausgerichtet. 1973 war die Bundesrepublik Deutschland das erste Land der Welt, in dem die Zahl der Geburten die Zahl der Sterbefälle unterschritt. Der Höhepunkt der Geburtenrate
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von 1964 mit fast 1, 2 Milliarden Geburten hat sich beständig, auf heute rund 730.000 jährlich, reduziert. Und diese Zahl sinkt weiter auf voraussichtlich 580.000 Geburten im Jahr 2050.
Das bedeutet, dass etwa jährlich nur halb so viele Menschen in Deutschland gebo- ren, wie sterben werden. Für eine Bestandserhaltung der Bevölkerung fehlten in den vergangenen 30 Jahren ca. 2,5 Millionen Geburten. Ohne unsere Zuwanderungsrate von jährlich 165.000 Menschen wäre die Gesamtbevölkerung in Deutschland längst geschrumpft. Die Lebenserwartung steigt immer weiter und beständig. Für die Zu- kunft wird von einer Ausweitung des potenziellen durchschnittlichen Lebenshorizonts ausgegangen. Das hat zwar den Effekt, dass dem Schrumpfen der Bevölkerung ent- gegen gewirkt wird, aber die Alterung der Gesellschaft beschleunigt wird (vgl. http://www.förderland.de/794.0.html) Innerhalb der nächsten 50 Jahre wird die Zahl der über 100 Jährigen in Deutschland, von jetzt 10.000 auf dann 45.000, steigen. Das Durchschnittsalter der deutschen Be- völkerung liegt momentan um knapp 40 Jahre und wird schon in der nächsten Gene- ration um 10 Jahre altern. Verantwortlich dafür sind der Geburtenrückgang und die steigende Lebenserwartung. Es werden weniger Menschen geboren, als sterben. In den nächsten Jahrzehnten wird die Gesamtbevölkerung, je nach Zahl der Zuwande- rer, von heute 82 Millionen auf weniger als 70 Millionen sinken (vgl. http://www.förderland.de/794.0.html).Der demographische Wandel wird in folgenden Darstellungen deutlich:
Quelle: http://www.destatis.de/basis/d/bevoe/bev_pyr4.php
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Quote paper:
Yvonne Mocker, 2006, Modell der Gesundheitsfinanzierung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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