ABSTRACT
ABSTRACT
Schlagworte: E-Learning, Standards, LOM, SCORM, Didaktik
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Relevanz der E-Learningstandards, haupt- sächlich mit dem Metadatenstandard LOM und dem Referenzmodell SCORM. Es wird ein Überblick über die Grundlagen des E-Learning gegeben und über die historische Entwicklung von Lernmedien. Des Weiteren werden die Lerntheorien beleuchtet. Anschließend wird die didaktische Relevanz der genannten Standards untersucht.
This bachelor thesis is about the didactic relevance of E-Learningstandards, mainly the meta- data standard LOM and the reference model SCORM. There is also an overview about the basics of E-learning, the history of E-learning and learning theories.
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INHALTSVERZEICHNIS
INHALTSVERZEICHNIS
Abstract 1
Inhaltsverzeichnis 2
Vorwort 5
Einleitung 6
1 E-Learning: Daten und Fakten zum Einstieg 7
1.1 E-Learning: Versuch einer Begriffsdefinition 8
1.1.1 Der technologisch-praktische Definitionsansatz 11
1.1.2 Der psychologisch-didaktische Definitionsansatz 11
1.2 Der Begriff der Online Lernumgebung 12
1.2.1 E-Learning aus Sicht der Lehrenden 16
1.2.2 E-Learning aus Sicht der Lernenden 17
1.2.3 Vom Learning Management System zum Learning Content Management
System 19
2 Was ist Lernen Lerntheoretische Ansätze 24
2.1 Behaviorismus 26
2.2 Kognitivismus 28
2.3 Konstruktivismus 29
2.4 Konnektivismus: Ein neues Lernparadigma 31
3 Standards im E-Learning 34
3.1 Was sind Standards Was sind Normen 35
3.2 Wie entstehen Standards 35
3.3 E-Learning Standards: Definition Gründe und Ziele 36
3.4 Beteiligte Institutionen am Standardisierungsprozess im E-Learning 38
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INHALTSVERZEICHNIS
4 Didaktische Relevanz von Standards in Online-Lernumgebungen 43
4.1 Der Learning Object Metadata Standard (LOM) 43
4.2 Das Sharable Content Object Reference Model (SCORM) 46
4.3 Lernerbezogene Standards: PAPI und LIP 50
Schlussbemerkungen 52
Abkürzungsverzeichnis 55
Literaturverzeichnis 57
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ABBILDUNGSVERZEICHNIS
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Abbildung 1 Technologie und Didaktik 7
Abbildung 2 Handlungsfeld von E-Learning 9
Abbildung 3 RSS Technologie: schematische Darstellung 15
Abbildung 4 Funktionsweise eines LMS 19
Abbildung 5 Funktionsweise eines CMS 20
Abbildung 6 Funktionsweise eines LCMS 22
Abbildung 7 Historie der Lernmedien 24
Abbildung 8 Das Blackboxmodell des Behaviorismus 27
Abbildung 9 Lernverständnis im Kognitivismus 29
Abbildung 10 Das Lernverständnis des Konstruktivismus 31
Abbildung 11 Zusammenarbeit der Standardisierungsinitiativen 39
Abbildung 12 Die beiden begehrten Logos der Zertifizierung durch das AICC 40
Abbildung 13 Die Vision der ADL Initiative 48
Abbildung 14 Schematische Darstellung der Vision des ADL 49
Abbildung 15 Standards und ihre Position im Gesamtkonzept 50
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VORWORT
VORWORT
Mein Dank geht an Herrn Prof. Dr. Mangold und Herrn Prof. Dr. Burmester für die Geduld und die Unterstützung bei der Erstellung dieser Arbeit.
Besonderer Dank an Herrn Professor Riekert für die Dokumentvorlage, auf der diese Arbeit basiert.
Auch an die Damen aus der Bibliothek der HDM vielen Dank für die zahlreichen Verlänge- rungen und die Nachsicht bei der verspäteten Abgabe der Bücher. Und zum Schluss ein ganz besonderen Dank an diejenigen, die mir während der Arbeit mit Rat, Tat und Unterstützung zur Seite gestanden haben und sich am Schluss als Korrekturleser zur Verfügung gestellt haben und für das Päckchen Kommas, welches mir von den Korrektur- lesern geschenkt wurde.
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EINLEITUNG
EINLEITUNG
„Wissen ist das einzige Gut, das sich durch Teilen vermehrt“ sagt man… E-Learning ver- spricht diesen Prozess des Teilens noch effektiver und noch effizienter zu machen. Doch wie steht es denn tatsächlich um die Effektivität und Effizienz, um den Erfolg von E-Learning in einer Zeit in der die Halbwertzeit des Wissens sich immer weiter verkürzt? Wie muss der Prozess des Teilens von Wissen organisiert werden, damit er auch tatsächlich effektiv und effizient ist? Wo verläuft die Grenze zwischen Wissensmanagement und E-Learning? Wie wird in der Zukunft gelernt werden?
Im Film „Die Matrix“ gibt es eine Szene, in welcher die Hauptdarsteller (Trinity und Neo) auf der Flucht sind und nur mit einem Militärhubschrauber weiterkommen können. Als sie von ihm gefragt wird, ob sie denn überhaupt einen Hubschrauber fliegen kann, genügt ihr ein An- ruf, um in Sekundenschnelle ein komplettes Trainingprogramm direkt in ihr Hirn transferiert zu bekommen. Kurz darauf startet sie den Helikopter und fliegt das hochkomplexe Gerät, als ob sie nie etwas anderes gemacht hätte. Sieht so die Zukunft des E-Learning aus? Wenn ja, wie müssen solche Lernprogramme gestaltet sein, wie müssen sie beschlagwortet sein, damit sie auch tatsächlich auf dem richtigen Helikopter geschult wird und nicht erst in der Luft fest- stellen muss, dass sie doch gerade das Falsche gelernt hat.
Um diese Zukunft Wirklichkeit werden zu lassen, wenn auch nicht in dieser utopischen Art, sind derzeit unterschiedliche Bemühungen im Gange, Standards im E-Learning zu etablieren. Die Standardisierungsbemühungen werden von unterschiedlichen Organisationen mit unter- schiedlichen Schwerpunkten vorangetrieben. Doch was ist mit didaktischen Gesichtspunkten? Halten die Standards was sie versprechen, oder sind die Entwicklungen einseitig und vernach- lässigen die Didaktik?
Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über das weite Feld dessen, was man unter E-Learning versteht, beleuchtet die lerntheoretischen Ansätze und wirft einen Blick hinter die Kulissen der Standardisierungsdiskussionen. Es werden die Versprechungen der Standardisie- rungsbemühungen hinterfragt, welche über kurz oder lang darüber entscheiden werden, ob ein E-Learning -Produkt auf dem Markt erfolgreich sein wird und sich durchsetzen kann. Sosehr man sich vielleicht auch wünscht, dass das Lernen durch Technologie vereinfacht und verbessert wird, Lernen ist und bleibt eine persönliche Eigenleistung, die ein jeder selber vollbringen muss. Technologie kann hier nur unterstützend wirken. An der schweißtreibenden und mühsamen Arbeit des Lernens und Lehrens werden wahrscheinlich auch die zukünftigen Generationen der Lerner und Lehrenden nicht vorbeikommen.
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E-LEARNING: DATEN UND FAKTEN ZUM EINSTIEG
1 E-LEARNING: DATEN UND FAKTEN ZUM EINSTIEG
Seit Mitte der 1990er Jahre ist der Bereich des E-Learning nach Einschätzung der Wirt- schaftsexperten ein Wachstumsmarkt par excèllence. Nach einer Prognose des amerikani- schen Marktforschungsinstitutes IDC (International Data Corporation) wird sich in den USA der Anteil des E-Learning an der gesamten Weiterbildung von 23 Prozent auf 65 Prozent er- höhen. Zahlen, die auf der Anbieterseite ein riesiges Potenzial eröffnen [Dümmig, Steinberg, Passarge, 2001]. Die Situation in Europa ist ähnlich, wenn auch die Erwartungen der 1990er Jahre nicht in dem Maße bestätigt wurden. Laut dem ODL Liaison Committee“ [European
ODL Liaison Committee, 2004] sind die Wachstumsraten der letzten Jahre auf 30%, korri-
giert worden, was aber trotzdem noch ein großes Potenzial angesichts der allgemeinen Stag- nation im Wirtschaftsbereich bedeutet. Der Einsatz von E-Learning im betrieblichen und uni- versitären Kontext bietet zahlreiche Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung der beruflichen Aus- und Weiterbildung. E-Learning stellt eine effektive und kostengünstige Ergänzung zu anderen Formen des Lehrens und Lernens in der Aus- und Weiterbildung dar. In absoluten Zahlen werden die Umsätze in diesem Bereich auf 900 Millionen USD im Jahr 2003 ge- schätzt. Die technologische Entwicklung ist der didaktischen Entwicklung weit voraus, sodass technisch mehr möglich ist, als didaktisch erschlossen und genutzt wird. Diese Aussage wird durch die Abbildung 1 treffend veranschaulicht: „Technology is not the limitation - unders- tanding how to use it is the limitation.” [Harrison, C., 2002]
Im Moment befindet sich der E-Learningmarkt in einer Konsolidierungsphase, in welcher die hohen Erwartungen mit den erreichten Ergebnissen verglichen werden. Es ist ein Innehalten
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E-LEARNING: DATEN UND FAKTEN ZUM EINSTIEG
und ein „Proof of Concept“ in welchem die Euphorie der 1990er einer Ernüchterung weicht, die aber einen positiven Effekt auf die gesamte Branche hat.
1.1 E-LEARNING: VERSUCH EINER BEGRIFFSDEFINITION
Der Begriff „E-Learning“ ist einer der am meisten strapazierten Begriffe der „Nach-Internet- Hype-Ära“. Hinter diesem Begriff, verstecken sich je nach Auslegung mehr oder weniger innovative Konzepte des orts- und zeitunabhängigen Lernens. Die unterschiedlichen Einsatz- felder des E-Learning im schulischen bzw. universitären oder im betrieblichen Kontext führen dazu, dass die Grenzen zwischen E-Learning und Wissensmanagement immer weiter ver- schwimmen und beide Anwendungsfelder einander beeinflussen. Je nach Schwerpunkt und Anwendungskontext lässt sich mittlerweile nicht immer trennscharf unterscheiden, was ein reines E-Learning Angebot ist und was ein Wissensmanagementsystem ist.
Woher kommt das „E“ in E-Learning? Electronic? Euphorie? Oder gar Eklektisch? Und wel- ches ist die korrekte Schreibweise? Die Herkunft des „E“ in E-Learning wird in Wikipedia, dem Online Lexikon, mit der englischen Herkunft des Wortes erklärt. Das „E“ steht de- mentsprechend für „elektronisches“ Lernen. Die Frage ob man „elektronisch“ lernen kann, wird an dieser Stelle nicht ernsthaft gestellt. Gemeint ist das Lernen und Lehren über Online- Ressourcen im Internet also im weitesten Sinne „elektronisch unterstütztes Lernen“.
Den Begriff E-Learning findet man in unterschiedlichen Schreibweisen: z.B. ist die Schreib- weise mit einem kleinen „e“, einem großen „L“ und ohne Bindestrich (eLearning) sehr ver- breitet. Die Suchmaschine Google bringt zu dieser Schreibweise mehr Ergebnisse (1.280.000 Seiten) als die vom Duden empfohlene alternative Schreibweise „E-Learning“ (986.000 Sei- ten). Weitere Schreibweisen sind „Elearning“ und „e-Learning“. In dieser Arbeit wird die vom Duden empfohlene Schreibweise „E-Learning“ gewählt.
Mittlerweile gibt es bereits Stimmen, welche die Notwendigkeit der Verwendung dieses Be- griffs in Frage stellen [Röll, M., 2005] und die Aussage, dass der Begriff des E-Learning nicht mehr in Gebrauch ist und verschwinden wird [o.A., 2004]. Stattdessen wird die Auffassung vertreten, den Begriff E-Learning auf eine breitere Verständnisebene zu stellen und als Ober- begriff „ICT“ (Information and Communication Technology) zu Deutsch IUK (Informations- und Kommunikationstechnologien) zu verwenden. Mit dieser Verbreiterung der Verständnis- ebene wird auch die Hoffnung verbunden dass die Nutzung von E-Learning auch in anderen Branchen als nur der Schul- und Hochschulehre Verbreitung findet:
„The proposal for the new “integrated” European programme for lifelong learning after 2007 sees ICT (note that eLearning as a term is no longer used) [Hervorhebung durch den Autor] as part of a “transversal programme” crossing the sectoral lines of COM-
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E-LEARNING: DATEN UND FAKTEN ZUM EINSTIEG
ENIUS, ERASMUS, LEONARDO DA VINCI and GRUNDTVIG. This generates some hope that not only schools and universities will be encouraged to use eLearning in the fu- ture, but also other parts of the learning systems.“ [European ODL Liaison Committee, 2004] Auch der häufig verwendete Begriff der Lernplattform wird, noch bevor er in seiner Bedeu- tung von der Fachwelt genau geklärt werden kann, von anderen Begriffen wie z.B. Lernpor- tal, LMS (Learning Management System) oder LCMS (Learning Content Management Sys- tem) abgelöst werden. Das von dem European ODL Liaison Commitee gewählte, breitere Verständnis von E-Learning erweitert die Diskussionsbasis auf den bisher getrennt behandel- ten Bereich des Wissensmanagements (Knowledge Management) und auf das informelle Ler- nen (siehe weiter unten). Abbildung 2 veranschaulicht das Handlungsfeld in dem sich der Begriff E-Learning bewegt.
Streng genommen versteht man unter E-Learning die Gesamtheit der elektronisch unterstütz- ten Lernformen, also sowohl das Lernen mit lokal installierter Lernsoftware, Lernprogramme (CBT: Computer Based Training) als auch alle Formen der Intra- oder Internetgestützten Leh- re (WBT: Web Based Training). Beim Web Based Training haben sich zwei Formen der Leh- re herausgebildet: das synchrone und das asynchrone Fernlernen.
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E-LEARNING: DATEN UND FAKTEN ZUM EINSTIEG
Das synchrone Fernlernen, auch bekannt unter dem Begriff „virtuelles Seminar“, erfordert die gleichzeitige (synchrone) Anwesenheit der Lerner und Lehrer im virtuellen Raum. Die Kom- munikation zwischen Lehrenden und Lernern findet mittels Internettechnologien wie z.B. Chat, Audiokonferenzen oder Videokonferenzen statt. Anstatt nur mit einem Informationssys- tem zu interagieren, finden in diesem Fall die Interaktion und der Austausch von Informatio- nen (Wissensvermittlung und Wissensaufnahme) mit andern Lernern und dem oder den Leh- rern statt. Die Anforderungen an die technischen Fertigkeiten der der Lerner und deren Be- herrschung der Technologie ist in diesem Fall sehr hoch und erfordert auch hardwareseitig umfangreiche Ausstattung z.B. Mikrofon, Webcam, ausreichend schnelle Rechenleistung so- wie eine ausreichend schnelle Internetanbindung. Außerdem müssen sich die Lerner an das allgemeine Lerntempo der anderen anpassen.
Beim asynchronen Fernlernen werden die Inhalte den Lernenden zur Verfügung gestellt und diese können das Lerntempo und den Lernzeitpunkt selber festlegen. Die Kommunikation mit den Lehrenden und den Mitlernern findet zeitversetzt (asynchron) über Foren, Kommentar- funktionen, Email und ähnlichen Werkzeugen statt.
Der Trend im Bereich E-Learning geht hin zu einer kombinierten Form von Präsenzlehre und E-Learning. Diese kombinierte Variante des E-Learning heißt „Blended Learning“ und be- steht meist aus einem Einführungsseminar mit Präsenzpflicht, Netzlernphasen (synchron und/oder asynchron) und einer abschließenden Präsenzveranstaltung, eventuell mit einer Ab- schlussprüfung, sofern die Prüfungsleistungen nicht bereits online erbracht wurden. Im Rahmen dieser Arbeit wird der Schwerpunkt auf die Intra- oder Internet gestützte Lehre gelegt. Verwandte Ausprägungen von E-Learning, die nicht Internetbasiert arbeiten, finden in dieser Arbeit keine Berücksichtigung.
Die heutzutage gängige Auffassung von E-Learning legt Wert auf die Feststellung, dass es bei E-Learning nicht allein um die (interaktive) Aneignung von Informationen geht, sondern dass die menschliche Begleitung und Unterstützung des Lernprozesses eine wesentliche Rolle spielt. [Baumgartner, P. Häfele, K&H., 2002, S. 5] E-Learning setzt demnach voraus, dass die Lernmaterialien in digitalisierter Form vorliegen und multimedial miteinander vernetzt sind, dass eine Interaktivität zwischen den Lehrenden den Lehrenden, den Mitlernern und dem System selbst gewährleistet wird und dass die Lern- inhalte technisch mittels Internettechnologie (TCP/IP) den Lernenden zur Verfügung gestellt werden.
Hieraus lassen sich zwei Definitionsansätze ableiten: ein technologisch-praktischer und ein psychologisch-didaktischer Definitionsansatz. [o. A., 2005 a]
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E-LEARNING: DATEN UND FAKTEN ZUM EINSTIEG
1.1.1 DER TECHNOLOGISCH-PRAKTISCHE DEFINITIONSANSATZ
Der technologisch-praktische Definitionsansatz orientiert sich vorrangig an den technischen Voraussetzungen und den praktischen Lösungsansätzen die notwendig sind um die Anforde- rungen zu erfüllen die an ein erfolgreiches E-Learning Konzept geknüpft sind. Diesem Definitionsansatz folgend wird E-Learning folgendermaßen definiert: "E-Learning = Ursprünglich Sammelbegriff für IT-gestütztes Lernen bzw. alle Formen elektronisch unterstützten Lernens. Eingeschlossen sind darin netz- und satellitengestütz- tes Lernen, Lernen per interaktivem TV, CD-ROM, Videobändern usw." [Glossar Global Learning, o.J.] Oder:
"eLearning umfasst ein weites Feld von Anwendungen und Prozessen, von Web-based learning (WBT), computer-based learning (CBT) bis zu Virtual Classrooms und anderen Formen digitaler Zusammenarbeit. Unterrichtsmaterial wird dabei via Internet, Intra- net/Extranet (LAN/WAN), Audio- und Videokassetten, Satellitenfernsehen, interacti- ves (sic!) TV, und CD-ROM verbreitet." [Glossar Learning Circuits, o.J. a] Der Schwerpunkt liegt hier eindeutig auf der technologischen Seite und vernachlässigt einige wichtige Aspekte des Lernens wie z.B. die sozialen Komponenten oder den Nutzer als sozia- les Wesen. In dieser technologisch dominierten Auffassung, in welcher die Nutzer kaum Be- achtung finden, sind bereits zahlreiche technische Standards etabliert, die jedoch nicht Ge- genstand dieser Arbeit sind.
1.1.2 DER PSYCHOLOGISCH-DIDAKTISCHE DEFINITIONSANSATZ
Der psychologisch-didaktische Definitionsansatz stellt den Nutzer eines E-Learningangebots in den Mittelpunkt und fragt nach dem Nutzen und dem Mehrwert den eine E-Learning- umgebung den Lernenden bietet. Diese Fragestellung bewegt sich auf der didaktischen Ebene und berücksichtigt auch die Aspekte des Lernens, die nicht vorrangig als Lernziel definiert wurden, sondern von den Lernern en passant „mitgenommen“ werden oder vorausgesetzt werden.
Folgt man diesem Definitionsansatz findet man folgende Definitionsversuche: "eLearning (sic!) ist ein Ansatz, der verschiedene Internet- und Web-Technologien nutzt, um Lernprozesse und Kompetenzentwicklungen zu ermöglichen, zu evozieren, zu fördern und oder zu moderieren. Mit den neuen, netzbasierten Lernsystemen und -architekturen kann Qualifizierung 'just in time', in einem einheitlichen Qualitätsstandard geliefert wer- den." [Kern, D., 2001]
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E-LEARNING: DATEN UND FAKTEN ZUM EINSTIEG
Oder:
"Es ist völlig egal, wie der Weg zwischen der durchführenden Organisation und dem Ler- nenden überbrückt wird. Das Wesentliche ist, dass eine räumliche Distanz, eine Lernbe- gleitung und die Feststellung des Lernerfolgs vorhanden sein muss." [Venne- mann, M., 2001].
Bei diesem Definitionsansatz ist die Fokussierung des Interesses auf die Nutzer von E-Lear- ningangeboten ersichtlich und es wird den sozialen Komponenten des Lernens Rechnung ge- tragen.
Unabhängig davon, welchem Definitionsansatz man folgt, es herrscht insoweit Einigkeit, dass E-Learning ortsunabhängig, zeitunabhängig und interaktiv ist. Diese Vorteile des E-Learning kommen sowohl der lernenden als auch der lehrenden Seite zugute, unabhängig vom organi- satorischen Kontext (betrieblich oder schulisch/universitär). Es scheint aber auch Einigkeit darüber zu herrschen, dass E-Learning nie die Qualität einer herkömmlichen, gut gestalteten und didaktisch gut vorbereiteten Lehrveranstaltung erreichen kann. Gründe hierfür sind unter anderen die fehlende Unmittelbarkeit, das heißt die Möglichkeit, mit dem Lehrenden unmit- telbar und sofort in Kontakt zu treten, um Unklarheiten zu beseitigen.
Dieser zweite Definitionsansatz ist eindeutig zu bevorzugen und es muss Wert auf die Fest- stellung gelegt werden, dass es völlig irrrelevant ist, welche Technologien und welche media- len Darstellungen zur Vermittlung der Lerninhalte gewählt wird, solange der Nutzer bei allen Überlegungen im Fokus des Interesses bleibt.
1.2 DER BEGRIFF DER ONLINE LERNUMGEBUNG
Der in dieser Arbeit gewählte Begriff der Online Lernumgebung ist bewusst allgemeiner ge- halten als die bekannteren Begriffe wie z.B. Lernplattform, Lernportal, Learning Management System (LMS) oder Learning Content Management System (LCMS). Eine Online Lernumge- bung kann dieser Auffassung nach ein Lernportal, ein LMS, ein LCMS, aber auch ein simples Weblog eines Lehrenden oder ein gemeinsam geführtes Weblog der Lernenden sein. „Ein Weblog oder Blog (ein Kunstwort aus 'Web' und 'Logbuch') ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält. Neue Einträge stehen an oberster Stelle, ältere folgen in umgekehrt chronologischer Reihenfolge.“ [Wikipedia o.J. a] Wichtig ist die Möglichkeit der Kommunikation und Kooperation der Lernenden. Ein Weblog lässt sich innerhalb einer Kombination aus Präsenzveranstaltungen und Online Lernphasen (Blended Learning) sehr gut einsetzen, da durch die Verwendung eines Weblogs, der Zeitbe- zug und das Voranschreiten der Lehrveranstaltung sehr gut abgebildet werden kann.
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Bachelor of Arts Jürgen Schiel, 2005, Didaktische Relevanz von E-Learning-Standards für Online-Lernumgebungen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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