Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Die Unterrichtsreihe 2
2.1. Kurze Einführung in das Thema der Unterrichtsreihe 2
2.2. Übersicht und Inhalte der Themen der Unterrichtsreihe 4
2.3. Didaktische Vorüberlegung der Unterrichtsreihe 6
2.4. Rahmenplanbezug der Unterrichtsreihe 6
2.5. Lernziele der Unterrichtsreihe 7
2.6. Lehr- und Lernformen 8
3. Stundenentwurf 9
3.1. Lernziele der Unterrichtsstunde 9
3.2. Stundenverlauf 10
3.3. Verlaufsplan der Doppelstunde (90 min) 12
4. Diskussion der Unterrichtsdoppelstunde 13
5. Literaturverzeichnis 15
6. Anhang 16
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1. Einleitung
„Tief ist der Brunnen der Vergangenheit. Sollte man ihn nicht unergründet nennen? (...) Da denn nun gerade geschieht es, daß, je tiefer man schürft, je weiter hinab in die Unterwelt des Vergangenen man dringt und tastet, die Anfangsgründe des Menschlichen, seiner Geschichte, seiner Gesittung, sich als gänzlich unerlotbar erweisen und von unserem Senkblei, zu welcher abenteuerlichen Zeitenlänge wir seine Schnurr auch abspulen, immer wieder und weiter ins Bodenlose zurückweichen. Zutreffend aber heißt es hier ,wieder und weiter`; denn mit unserer Forscherangelegentlichkeit treibt das Unerforschliche eine Art von foppendem Spiel: es bietet ihr Scheininhalte und Wegesziele, hinter denen, wenn sie erreicht sind, neue Vergangenheitsstrecken sich auftun, wie es den Küstenjäger ergeht, der des Wanderns kein Ende findet, weil hinter jeder lehmigen Dünnenkulisse, die er erstrebte, neue Weiten zu neuen Vorgebirgen vorwärtslocken.“ 1
Dies ist eine eindrucksvolle Definition der Geschichte von Thomas Mann. Er vergleicht die Geschichte mit einem unerschöpften Brunnen, dessen Grund man wahrscheinlich nie erreichen wird. Eine wenig romantische, aber zutreffende Definition von der Geschichte wurde uns in der Einführungsveranstaltung des ersten Semesters geboten. Geschichte ist eine Wissenschaft, welche die vergangenen Zeiten durchleuchtet und auf Themen trifft, die längst passiert und als Ereignisse abgeschlossen sind. Die aktuellen Ereignisse veranlassen die Menschen immer wieder, sich mit der Geschichte zu beschäftigen, um aus der Betrachtung der Vergangenheit Ansätze für Problemlösungen der Gegenwart zu finden. Geschichte - Politik ist also ein Schulfach, das meist auf unstrittige Tatsachen beruht, und aus diesen eine Auswahl trifft. Was zweifellos ein Problem darstellen kann, wenn man die Wichtigkeit dieser Ereignisse kategorisieren und sie in den Unterricht einbauen muss. In dieser Arbeit wird ein Entwurf einer möglichen Unterrichtsreihe zum Thema “NS mal anders - die Täter“ für eine imaginäre Klasse einer
1 Mann, Thomas: Joseph und seine Brüder 1, Frankfurt 1967, S. 5.
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Hauptschule präsentiert. Zunächst wird die Unterrichtsreihe vorgestellt, mit einer kurzen Präsentation des Themas der Unterrichtsreihe. Im Anschluss wird eine kurze Übersicht der Themen und ihren Inhalten aufgezeigt. Des weiteren werden die didaktischen Vorüberlegungen, sowie der Rahmenplanbezug der Unterrichtsreihe vorgestellt. Zudem werden die Lernziele und die Lehr- und Lernformen präsentiert. Im nächsten Punkt wird die Unterrichtsstunde zum Thema “Warschauer Ghetto - allgemein“, die gleichzeitig der Einstieg der Unterrichtsreihe ist, ausführlicher unterbreitet. Dabei wird auf die Lernziele der Unterrichtsstunde näher eingegangen. Zudem wird der Stundenverlauf beschrieben und ein übersichtlicher Verlaufsplan vorgeführt. Zuletzt erfolgt eine Diskussion über die vorgeführte Stunde.
2. Die Unterrichtsreihe
Zunächst wird eine kurze Einführung in das Unterrichtsthema gegeben. Anschließend erfolgt eine kurze Übersicht, mit den Inhalten und Themen der Unterrichtsreihe. Des weiteren wird auf die didaktische Vorüberlegung und den Rahmenplanbezug der Unterrichtsreihe eingegangen. Im Anschluss werden die Lernziele der Unterrichtsreihe präsentiert. Zuletzt werden die Lehr- und Lernformen vorgestellt.
2.1. Kurze Einführung in das Thema der Unterrichtreihe Nach der Machtergreifung konnte die NSDAP all ihre Zielsetzungen verwirklichen, so wurden zwischen April 1933 und September 1935 mehr als 50 Gesetze erlassen, die die Juden aus dem öffentlichen Leben Deutschlands verbannten. Den Höhepunkt bilden zwei Gesetze, die am
15. September 1935 auf dem Nürnberger Reichsparteitag der NSDAP verabschiedet wurden, zum einen das "Reichsbürgergesetz" und zum anderen das "Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der
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deutschen Ehre". 2 Die Ziele der Nürnberger Gesetze waren, den staatsbürgerlichen Status der Juden auf ein Minimum zu reduzieren und sie aus der Gesellschaft auszuschließen. Die Nürnberger Gesetze bildeten die rechtliche Grundlage für die darauf folgende, planmäßige Verfolgung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung. 3 Die antijüdischen Aktionen kulminierten zunächst in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938. Im Verlauf der verharmlosend, als Reichskristallnacht bezeichneten Ausschreitungen, wurden jüdische Synagogen, Wohnungen, Geschäfte und andere Einrichtungen zerstört. Im Anschluss wurden erstmals etwa 30.000 Juden in Konzentrationslager verschleppt. 4 Neben den Juden sind auch Sinti und Roma, aber auch politische Häftlinge und Homosexuelle zum Opfer gefallen. Mit der Besetzung einiger osteuropäischer Staaten, zu Beginn des 2. Weltkrieges, gelangte auch dort eine große Zahl von Juden in den Machtbereich der Nationalsozialisten. Die Juden per Druck zur Emigration zu veranlassen, schien den nationalsozialistischen Machthabern kein geeignetes Mittel mehr, um die angestrebte "Judenfreiheit" ihres Einflussbereiches zu erreichen. Statt dessen war die Ausrottung aller Juden, der flächendeckende Genozid, im Grunde bereits beschlossen. 5 Die polnischen Juden wurden daher in abgeriegelten Stadtvierteln, den Ghettos in Warschau, Lodz, Krakau, Tarnow und Lublin, unter unmenschlichen Verhältnissen auf engstem Raum festgehalten. 6 Bereits am 22. Juli 1942 beginnt im Rahmen der sogenannten „Endlösung der Judenfrage“, die Auflösung des Warschauer Ghettos, in dem täglich bis zu zwölftausend Menschen in Vernichtungslager, in erster Linie in das Vernichtungslager Treblinka, abtransportiert wurden. 7 Die weit verbreitete Auffassung, die Juden leisteten keinen Widerstand gegen ihre Deportation und Ermordung erweist sich im Falle des Warschauer Ghettos als falsch. Der Aufstand im Warschauer Ghetto erfolgte vom 19. April 1943 bis zum
2 Herbst, Ludolf: Das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945. Die Entfesselung der Gewalt: Rasissmus und Krieg, Frankfurt am Main 1996, S. 150-
159.
3 Vgl. Herbst, S. 150.
4 Vgl. ebd., S. 73.
5 Vgl. ebd., S. 370.
6 Vgl. ebd., S. 371.
7 Vgl. ebd., S. 385.
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Seda Demir, Melania Michaelis, Verena Klocke, 2005, Unterrichtsdoppelstunde: NS mal anders - Die Täter, Munich, GRIN Publishing GmbH
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