Inhalt
1. Einleitung 3
2. Situation während der Sklaverei 3
3. Kreol 4
4. Die Négritude - eine Bewegung entsteht 5
4.1 Léopold S. Senghor 6
4.2 Aimé Césaire 7
4.3 Léon Gontran Damas 8
4.4 Frantz Fanon 8
5. Négritude als Antwort auf den Kolonialismus 8
6. Integrationsversuche 11
7. Kritik an der Négritude 12
8. Die Négritude aus heutiger Sicht 14
9. Zusammenfassung 15
Literatur 17
2
1. Einleitung
Négritude, Antillanité und Créolité sind gesellschaftliche Strömungen, die in Deutschland eher unbekannt sind und uns sehr fremdartig und exotisch vorkommen. In Frankreich sieht dies jedoch schon ganz anders aus, denn beispielsweise der Begriff „Négritude“ betrifft viele Völker, die nur aufgrund ihrer Hautfarbe zu „Schwarzen“ zusammengefasst werden. In der vorliegenden Arbeit möchte ich versuchen, eine dieser Strömungen, die Négritude, näher vorzustellen. Diese Bewegung kann allerdings nicht losgelöst von ihrem historischen Hintergrund betrachtet werden, weshalb ich zunächst auf die Situation der Schwarzen während der Sklaverei und Kolonisation und in diesem Zusammenhang dann auf die Négritude eingehen werde.
Ich werde dabei die wichtigsten Persönlichkeiten kurz darstellen, die diese Bewegung entscheidend geprägt haben.
Dabei möchte ich aufzeigen, inwiefern die koloniale Vergangenheit Einfluss auf die Négritude hat, um mich anschließend kritisch mit der heutigen Bedeutung dieser Bewegung auseinanderzusetzen.
2. Situation während der Sklaverei
Um eine Entwicklung wie die Négritude verstehen zu können, muss man sich als heutiger Europäer zunächst in die Situation der Farbigen hineinversetzen, deren Leben und gesellschaftliche Situation stark durch die Sklaverei gekennzeichnet war und ist. Nach der Entdeckung Amerikas Ende des 15. Jahrhunderts, begannen die Europäer, immer mehr Gebiete zu erkunden und zu kolonialisieren. Die einheimische Bevölkerung wurde dabei unterworfen, versklavt und oft schon nach wenigen Jahren ausgerottet (vgl. P.STEIN,1).
Mit der zunehmenden Kolonialisierung ging allerdings ein wachsender Bedarf an Arbeitskräften einher, so dass Sklaven in der Folgezeit aus Afrika importiert wurden. Zwischen den Sklaven und den weißen Herren fehlte allerdings ein gemeinsames Kommunikationsmittel und gleiches galt in den meisten Fällen auch für die Sklaven untereinander (vgl. P.STEIN, 1).
Die Sklaven kamen aus den verschiedensten Teilen Afrikas und konnten sich zumeist nicht untereinander verständigen. Getreu dem Motto „No Communication, No revolution“
3
(SINGH, 5) wurde diese Trennung absichtlich herbeigeführt, um die Sklaven isoliert zu halten und Sklavenaufstände zu verhindern. Da sie sich nicht untereinander über ihre miserable Lage austauschen konnten, konnten sie auch nichts gemeinsam dagegen unternehmen.
Ohne ein gemeinsames Mittel der Kommunikation konnte es also auch keine Literatur und Literaturproduktion für die Schwarzen geben, in denen sie ihre Situation wieder finden und verarbeiten konnten. Dies lag sicherlich nicht ausschließlich an der fehlenden gemeinsamen Sprache, sondern vor allem auch am vorherrschenden und beabsichtigten Analphabetismus der Sklaven.
Dennoch gab es vielerlei Bemühungen der Schwarzen, die Erinnerung an ihre afrikanische Heimat zu erhalten. So wurden beispielsweise religiöse Riten gepflegt und Fabeln und Lieder als Formen einer oralen Tradition von Generation zu Generation weitervererbt. Elemente einer eigenen Identität und Herkunft, in Abgrenzung zu den Sklavenhaltern und Plantagenbesitzern, wurden so behauptet.
Allerdings wurde nie etwas verschriftlicht, was dazu führte, dass diese Traditionen mehr und mehr in Vergessenheit gerieten.
Erst mit der Entstehung des Kreolischen, einer damals neuen Sprache, entstand nun in der Folgezeit ein ganz neues Gemeinschaftsgefühl der Sklaven untereinander.
3. Kreol
Typisch für die kolonialisierten Völker war es, dass die einheimische Bevölkerung und die Kolonialisten zunächst eine Hilfssprache benutzen, um miteinander zu kommunizieren. Eine solche zweckgebundene Hilfssprache bezeichnet man als „Pidgin“. Der Großteil der Wörter dieses „Pidgins“ stammt aus der beteiligten europäischen Sprache, wird aber durch Lehnwörter aus der angestammten Bevölkerung bereichert (vgl. A.STEIN, 146). Unter den speziellen Bedingungen der auf Sklavenarbeit beruhenden Plantagengesellschaft kam es sehr schnell zum Entstehen solch neuer Sprachen, die zu Anfang jedoch nur als Zweitsprache gebraucht wurden (vgl. P.STEIN, 1).
Doch schon sehr schnell wurde die Sprache immer häufiger benutzt und ging dann nach einer oder zwei Generationen als Muttersprache in den Sprachgebrauch ein, was dann als Kreolsprache bezeichnet wird (vgl. WEIKOPF.DE).
4
Damit hatten die Kreolsprachen ihren festen Platz in der Gesellschaft der Kolonien und wurden auch für die weiße Bevölkerung zur Zweitsprache, teilweise sogar zur Muttersprache (vgl. P.STEIN, 1).
Pidgins und Kreolsprachen sind somit zwei Stadien eines sprachlichen Entwicklungsprozesses, der in der kreativen Anpassung zweier in Kontakt tretender Sprachen zu einem neuen, voll funktionsfähigen Kommunikationsmittel besteht (vgl. A.STEIN, 147).
Die Entstehung und Verselbstständigung dieser Sprache trug zu einem neuen Selbstverständnis der Sklaven bei. Gleichzeitig wurde aber der Kontrast zur immer noch französisch sprechenden Elite der kolonialisierten Länder immer deutlicher. Besonders am Beispiel der 1804 unabhängig gewordenen Republik Haiti lässt sich dieser Widerspruch sehr deutlich aufzeigen.
Die Verfassung, das politische Regime und das Bildungssystem der neuen Republik Haiti waren sehr stark an Frankreich orientiert. Die Unterrichtssprache in den Schulen war französisch, obwohl diese Sprache nur von einer Minderheit der Bevölkerung gesprochen wurde. Auch der Unterrichtsstoff war stark an Frankreich angelehnt. So wurde beispielsweise im Unterricht die französische Geschichte gelehrt, keineswegs aber die von Haiti.
Die extremen Gegensätze innerhalb des Landes konnten nicht überwunden werden und so entstand eine sehr schmale Schicht von Gebildeten, die sich gegenüber der breiten Masse der Bevölkerung, die beispielsweise noch dem Vodoo und oralen Traditionen verbunden blieb, abgrenzen ließ.
An diesem Beispiel lässt sich das Problem der kolonialisierten Völker aufzeigen. Die Schwarzen versuchten sich den Weißen anzupassen und europäische Ideale für Bildung und Kultur zu übernehmen, anstatt sich auf die eigenen Traditionen zu berufen. Das Problem der Assimilation bestand darin, dass die eigene Geschichte und der eigene Ursprung verdrängt wurden. Dadurch entstand eine neue Form von Entfremdung, in der die schwarze Bevölkerung unbewusst und unreflektiert lebt.
4. Die Négritude - eine Bewegung entsteht
Das politische Denken und Handeln herausragender afrikanischer
Führungspersönlichkeiten hat die Entwicklung des südlichen Teils Afrikas schon bereits
5
Quote paper:
Franziska Hupe, 2007, Die Négritude - eine Antwort auf Kolonisation und Sklaverei, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Der Begriff der Négritude in Aimé Césaires Cahier d'un retour au p...
Romance Languages - French - Miscellaneous
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 20 Pages
Laura Restrepos "Delirio" als postmoderner Roman
Romance Languages - Spanish Studies
Scholary Paper (Seminar), 20 Pages
Algerienkrieg 1954-1962. Die letzte französische Kolonie in Nordafrika...
Politics - International Politics - Region: Africa
Scholary Paper (Seminar), 19 Pages
Der Erste Kreuzzug - Erfolg oder Misserfolg?
History Europe - Other Countries - Middle Ages, Early Modern Age
Scholary Paper (Seminar), 26 Pages
Die Vergangenheitsbewältigung in Frankreich - Der französische Algerie...
Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 28 Pages
Eine Chance für die mediatisierte Kinderwelt? Vom "Zuschauen"...
Diploma Thesis, 79 Pages
Filmanalyse zu Mathieu Kassovitz' Film "Hass"
Cultural Studies - European Studies
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 29 Pages
Die Rolle der künstlerischen A...
Scholary Paper (Seminar), 24 Pages
Geburt und Hätscheljahre eines Kindes im Spätmittelalter - ein Heranwa...
Sociology - Children and Youth
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 18 Pages
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 35 Pages
Der Kindheitsbegriff im Mittelalter und die These der elterlichen Glei...
Zum Wandel des Bildes der Real...
Pedagogy - History of Pedagogy
Termpaper, 27 Pages
Entwicklung und Trainierbarkeit von Schlüsselkompetenzen
Pedagogy - Common Didactics, Educational Objectives, Methods
Presentation (Elaboration), 13 Pages
Unterrichtsstörungen - Präventions- und Interventionskonzepte im Spieg...
Pedagogy - Pedagogic Psychology
Examination Thesis, 111 Pages
Franziska Hupe's text Die Négritude - eine Antwort auf Kolonisation und Sklaverei is now available as a printed book
Franziska Hupe has published the text Die Négritude - eine Antwort auf Kolonisation und Sklaverei
Franziska Hupe has uploaded a new text
Negritude Agonistes, Assimilation Against Nationalism in the French-Sp...
Christian Filostrat
Choreographies of African Identities: Negritude, Dance, and the Nation...
Francesca Castaldi
0 comments