Effi Briest und Preußen
von Florian Reimer
Inhaltverzeichnis
I. Einleitung - Seite 3
Bedeutung des Buches und des Autors in der Literatur
Erläuterung der Zielsetzung
II. Hauptteil - Seite 4
II.1 Preußische Lebensmaxime und Hintergrundsituation des Buches
(filmische Umsetzung)
II.2 Analyse filmischer Mittel anhand von drei Szenen, Umsetzung.
II.3 Dramaturgische Struktur, Analyse von gezielten
filmischen Abweichungen von der Roman-Vorlage
III. Schluss und Fazit - Seite 12
Bewertung der Gelungenheit des Films
Intention und vermittelte Deutung des Films
im Vergleich zu Fontanes ursprünglicher Aussage
Literaturverzeichnis - Seite 13
Einleitung
Das Bild von Theodor Fontane als leichtfertig abgetaner "Märksicher Heimatdichter", der sich auf die Lobpreisung des Adels und der preußischen Überlegenheit beschränkt wandelte sich erst in den späten sechziger Jahren als man begann seine Bedeutung als zeitgenössischer Berichterstatter und Kritiker Preußens und des Bismarkschen Kaiserreichs zu erkennen.
Was macht die enorme Bedeutung von Theodor Fontanes Effi Briest tatsächlich aus? Die Geschichte aus der Berliner Gesellschaft besitzt allein nicht genügend Skandalösität, um aus purem Sensationsinteresse ein breites Publikum zu erreichen, obwohl Fontane selbstverständlich nie auf ein solches Interesse spekuliert hätte. Auch seine formale Brillianz und die qualitativ einmalige Kunst des Dialoges stellte Fontane bereits in vorrangegangen und später in folgenden Werken außerhalb jedes Schattens eines Zweifels.
Es ist der Hintergrund, die handlungsumhüllende Gesamtsituation im preußisch-bismarckschen Kaiserreich und die perfektionierte Fähigkeit dem Leser durch subtilste Details einen Einblick in eine Epoche deutscher Geschichte, geprägt von Obrigkeitsdenken und Militarismus, zu vermitteln, die Fontanes Werk seine monumentale Bedeutung geben. Der Autor versetzt seine Figuren in eine solche Ohnmacht gegenüber dem sie beherrschenden System und den Ansprüchen und Normen, die es aufstellt, dass es leicht nachvollziehbar ist wie passiv sich die Charaktere von den Strömungen ihrer Gesellschaft mitreißen lassen. Vergebens sucht der Leser nach dem einen Rebellen, der die Konventionen gänzlich abschüttelt und sich dem Gesellschaftsstrom entgegenstellt. Selbst Crampas, ein Charakter reich an Kanten und Tadel, resigniert zuletzt und stellt sich dem von der Ehre geforderten Duell. Auch die elterliche Gnade gegenüber ihrer Effi geschieht in beschämter Verborgenheit, voller Angst und schlechtem Gewissen gegenüber der Majorität.
Ziel der Analyse soll es sein, letztendlich heraus zu kristallisieren wie Luderers Werk versucht den Zeitgeist einer ganzen komplexen Epoche parallel zur Handlung zu transportieren und in wie weit sich die Aussage des Stoffs durch die notwendigen Kürzungen und Interpretationen des Regisseurs veränderte.
Zu diesem Zweck wird zunächst an verschiedenen Sequenzbeispielen das im Film dargestellte preußische Lebensgefühl untersucht und bewertet.
Danach verschiebt sich der Focus auf die film-sprachlichen Mittel, die anhand von drei kurzen Szenen auf ihre Machart, Umsetzung des Originals und Intention untersucht werden.
Darauf folgt die Auseindersetzung mit dem ur-typischsten Kriterium für Verfilmungen: die Werk-Treue. Denn Aussage und Intention sind nicht nur in der Adaption der dargestellten Teile, sondern auch in der Auswahl der weggefallenen Kapitel des Originals zu suchen.
Abrundend schließt die Arbeit ein Resumée über die angestrebte Intention des Films im Vergleich zu Fontanes ursprünglicher Aussage sowie die Bewertung filmischer Qualität des Defa Verfilmung von 1970.
Hauptteil
[...]
Arbeit zitieren:
Florian Reimer, 2002, Effi Briest und Preußen, München, GRIN Verlag GmbH
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