New Hollywood - Inwieweit revolutionierte die Entwicklung Hollywoods
von 1968 bis 1980 das bis dato beherrschende amerikanische Mainstreamkino?
von Roman Seda
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Verschiedene (historiographische) Methoden
2.1 Sozialgeschichtlicher Ansatz
2.1.1 Rezeptionsgeschichtlicher Ansatz
2.1.2 Ökonomischer Ansatz
2.2 Werkgeschichtlicher Ansatz
2.2.1 Ästhetischer Ansatz
2.2.2 Biographisch orientierter Ansatz
3. Quellen
3.1 Quellen zur Sozialgeschichte
3.2 Quellen zur Werkgeschichte
4. Beantwortung der Fragestellung
in Form eines Lexikonartikels
5. Bibliographie
1. Einleitung
"Heute dürfte wohl niemand bestreiten, dass dieses Jahrzehnt eine in jeder Hinsicht
bemerkenswerte Zeit war, eine Zeit, wie wir sie womöglich nie wieder erleben werden. Im
Nachhinein erstrahlt jede verflossene Ära in einem nostalgischen Glanz, und damals war
keinem der Beteiligten das Besondere an den Siebzigern bewusst. (...) In einer Kultur, die
sich sogar an den Schock des Neuen gewöhnt hat, in der das Neue von heute schon morgen
Geschichte ist und entweder völlig vergessen oder auf unsäglich abgeschmackte Art recycelt
wird, haben die Filme der Siebziger nichts von ihrer beunruhigenden Kraft eingebüßt."
Bereits in dieses Zeilen spiegelt sich die Problematik, mit der sich diese Arbeit beschäftigen will, wieder. Wie ist es möglich, geschichtliche Fakten wissenschaftlich zu analysieren ohne dabei völlig in die Subjektivität abzugleiten? Wie geht man vor, wenn man Phänomene vergangener Epochen adäquat beschreiben will?
Gerade die Zeit gegen Ende der Sechziger bis in die Siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts ist geprägt von überkochenden Emotionen und von einer Eigendynamik, die besonders Zeitzeugen aus der geschichtlichen Distanz heraus leicht zur hemmungsloser Nostalgie verleitet. Was zudem erschwerend hinzukommt ist die Tatsache, dass gerade im Falle Hollywood "nur sehr wenige Dinge von Belang schriftlich fixiert werden"2, weswegen also zwangsläufig auf die mündlichen Erinnerungen von Zeitzeugen zurückgegriffen werden muss. Nicht nur aus diesen Gründen ist bei der Quellenrecherche äußerste Vorsicht angebracht.
Gegen Ende der 60ger Jahre, gerade als sich die amerikanische Filmindustrie in einer ihrer schlimmsten Krisen befand - die großen Studios waren durch die schwindende Zahl der Kinobesucher finanziell schwer angeschlagen - kam es in Hollywood zu einer Bewegung, die "von der Presse sofort mit dem Begriff New Hollywood"3 bezeichnet wurde. Im Zuge dieser Entwicklung wurden viele im amerikanischen Mainstreamkino bis dato tabuisierten Themen von hoher tagespolitischer und damit vor allem gesellschaftlicher Relevanz durch das Kino an die breite Öffentlichkeit getragen. "Alles Alte war schlecht, und alles Neue war gut. Nichts war heilig, und nichts war unmöglich." Die Zeit war reif für eine "Kulturrevolution"4, und das Kino war mehr oder weniger (verzögert) daran beteiligt.
Inwieweit also revolutionierte die Entwicklung Hollywoods in der ungefähren Zeitspanne von 1968 bis 1980 das bis dato vorherrschende amerikanische Mainstreamkino? Mit der vorliegenden Arbeit versuche ich diese Thematik mittels verschiedener historischer Ansätze näher zu beleuchten. Zur Beantwortung der Frage stehen verschiedenste Methoden zur Verfügung, die allgemein zusammen mit einer fundierten Quellenrecherche das Grundgerüst für eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Geschichte bilden.
2. Verschiedene Methoden
[...]
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Roman Seda, 2002, New Hollywood - Inwieweit revolutionierte die Entwicklung Hollywoods von 1968 bis 1980 das bis dato beherrschende amerikanische Mainstreamkino?, Munich, GRIN Publishing GmbH
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